Dies ist MEINE Übersetzung / Anleitung / Meinung: Übersetzt, getestet, für gut befunden – aber trotzdem ohne Gewähr. Jeder strickt auf eigene Gefahr 😏 / Interprätation der Originalanleitung. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit.
Liebes Strickerwesen,
bist du auch jemand, der Maschenproben hasst wie die Pest? Manche tun ja so, als wäre das der heilige Gral des Strickens. Und ehrlich: Es stimmt schon – Musterstücke sind ABSOLUT wichtig. Sonst sitzt das Strickstück nicht und hängt an dir wie ein Sack Kartoffeln.
So, nun weißt du es: Maschenproben sind wirklich wichtig. Du kommst nicht drum herum. Sie müssen natürlich mit demselben Garn (Muster und / oder Stricktechnik) gestrickt werden, das du auch endgültig für das fertige Gestrick verwendest. Sie müssen gewaschen, gedämpft werden – genau so behandelt, wie die fertige Klamotte später auch.
- Jedes Muster verlangt seine eigene Maschenprobe.
Wenn du zum Beispiel 40 Maschen breit anschlägst und 40 Reihen strickst, bekommst du beim Ausmessen unterschiedliche Werte – je nach Muster. Manche Muster wie Biesen „fressen“ geradezu Wolle. Das Gestrick wird sehr kompakt, selbst wenn es nur mit 2 Fäden und kleiner Maschenweite gestrickt wurde. Patent dagegen wird groß und flauschig. Breite und Länge variieren stark.
- Und wenn du mehrere Proben am Stück strickst: Bitte einige Reihen musterlos dazwischen – als Trennschicht stricken.
Wenn du zum Beispiel ein Rippbündchen strickst und danach – meinethalben – Norweger als Ärmel, dann wirst du ein bisschen probieren müssen.
Und vergiss nicht: Selbst bei gleicher Garnfarbe ist die Partienummer nicht zu vernachlässigen. Garn ist sowieso ein seltsames Wesen – einmal verstrickt, wieder aufgetrennt und erneut verstrickt, kann es sich ganz anders verhalten als vorher gedacht.
Wenn du zwischen den Nadeln eine große Schlaufe entdeckst, ist die Maschengröße zu groß.
Dann einfach ein Viertel oder eine halbe Stufe runtergehen.
Andersrum: Wenn der Faden zwischen den Nadeln festklemmt, der Schlitten sich nur schwer über das Bett schieben lässt oder sich sogar verkantet, ist die Maschengröße zu klein.
Ob zu eng oder zu locker – die Symptome sind ähnlich: Es strickt sich schwer, das Garn verhakt sich irgendwann, das Schloss blockiert.
Dann gilt: neu anschlagen, Maschengröße leicht ändern – und weiter geht’s. Denk daran: Der Faden soll sich um die Nadeln schmiegen. Nicht würgen. Nicht schlackern.
Wenn die Maschengröße zu klein ist:
- zieht sich das Garn zwischen den Nadeln zusammen, es zieht die Nadeln nach oben, und die Maschen der vorherigen Reihe werden gegen den Kopf der Nadel gezogen, statt weiter unten in ihrer normalen Position zu liegen.
Wenn die Maschengröße zu hoch ist:
- bilden sich Schlaufen statt sauberer, gleichmäßiger Maschen. Es wird schwer zu stricken, das Garn verheddert sich im Schloss und das Strickschloss blockiert.
Wenn du die Dinge richtig machen willst, musst du das beachten. Wie Maschenproben genau angefertigt werden, steht im Maschinen-Handbuch.
Aber ein Tipp: Nimm kein Abfallgarn zum Anschlagen, sondern genau das Garn, aus dem dein Gestrick später entstehen soll.
Die Maschenprobe
- Sei 30 oder besser 40 Maschen breit. Strick ein paar Reihen, stelle dein Muster ein, stricke weiter.
- Dann markiere den Beginn der Probe, indem du andersfarbiges Garn in die äußeren Nadeln hängst – und zwar genau so viel, wie es der Maschenweite entspricht.
- stricke 30 oder 40 Reihen, markiere wieder mit andersfarbigem Garn und strick noch ein paar Reihen Muster.
Zwischen diesen Markierungen kannst du dann sauber messen und auszählen. So kannst du auch ohne Probleme verschiedene Maschenweiten ausprobieren.
- Beende die Maschenprobe nach einigen Reihen durch Abwerfen.
Die Maschengröße muss zu Muster und Material passen. Nimm dir die Zeit zum Probieren. Es lohnt sich.
Um Spannungen zwischen verschiedenen Abschnitten deiner Musterproben zu vermeiden, stricke mindestens 30 oder 40 Reihen mit (Abfall-)Garn dazwischen. Das schafft genug Abstand und verhindert Verformungen – und das macht am Ende einen gewaltigen Unterschied.
Beobachte deine Maschine und dein Gestrick genau. Lass die Nadeln an Ort und Stelle und schau dir an, wie die Fadenschlingen auf den Nadeln liegen und wie das Garn von Nadel zu Nadel läuft.
Achte auch auf die Randmaschen der vorherigen Reihe. Wenn alles gleichmäßig aussieht, bist du auf dem richtigen Weg.
Dann die Probe abwerfen, ein bisschen liegen lassen, ggf. waschen und / oder dämpfen. Ich sagte es schon: Behandle sie so, wie du später dein fertiges Gestrick behandeln wirst. Danach exakt ausmessen. Dann passt’s.