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Dienstag, 14. April 2026

Pizzaiola – Grundrezept für echte Pizzasauce

 


Zutaten

  • 5 vollreife Tomaten (mittelgroß)
  • 1 Schalotte
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2–3 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • 1 Glas guter Rotwein
  • ggf. etwas Tomatenmark

Gewürze:

  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Meersalz
  • Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian (je ca. ¼ TL, fein gewiegt)
  • Pfeffer

Zubereitung

  1. Tomaten vorbereiten
    Tomaten waschen, blanchieren, häuten.
    Halbieren, Kerne entfernen, Blütenansatz wegschneiden.
    Fruchtfleisch würfeln.
  2. Basis ansetzen
    Schalotte und Zwiebel sehr fein schneiden.
    Knoblauch durchpressen.
    Alles in Olivenöl andünsten – nur leicht Farbe nehmen lassen, nicht bräunen.
  3. Sauce aufbauen
    Tomatenwürfel zugeben.
    Mit Rotwein ablöschen.
    Bei Bedarf etwas Tomatenmark ergänzen (wenn die Tomaten schwach sind).
  4. Würzen
    Zucker, Salz, Kräuter und Pfeffer zugeben.
    Gut umrühren.
  5. Einkochen
    Bei kleiner Hitze langsam reduzieren lassen.
    Geduld – die Sauce braucht Zeit.
  6. Fertigstellen
    Wenn die Masse streichfähig ist:
    kurz mit dem Zauberstab durchgehen.
    Abschmecken.

Ergebnis: dichte, aromatische Pizzasauce 





Bierhefe züchten - für Pizzateig

 

Geh bitte zur nächsten Brauerei und nimm ein großes, ein richtig großes Glas mit gut schließendem Deckel mit. Groß nicht etwa weil du gierig bist, sondern weil die neue lebende Zutat, die es da gibt, stark auf Expansion aus ist, zumindest am Anfang. Frage den Braumeister nach Bierhefe, das ist das Zeug, was sich beim Brauen im Faß absetzt, davon haben die Brauereien überreichlich, das schütten sie meist weg. Lass also das Glas 1/4 füllen, schraub es zu, der Glasrand muss sauber sein, das verklebt gern, trag deinen Schatz nach Hause. 
Vorsicht! Schüttel nicht so dolle, es muß sich alles erst setzen. Stell es in den Kühlschrank, da kann es sich gleich eingewöhnen, denn da bleibt es. Nach ein, zwei Tagen kannst du schauen, da hat es sich gesetzt, du kannst es gefahrlos in ein anderes Glas umschütten: es riecht nach Bier, es ist aktiv und es hat Hunger: gib ab und an 1/2 TL Zucker zum Futtern in dein Glas. 
Nach einer Weile hast du eine schöne dicke Schicht auf dem Glasboden: das ist die Bierhefe, die sich wohlfühlt und sehr schön gewachsen ist. Wenn du mal an Bäckerhefe genascht hast, kennst du den Hefegeschmack, den hast du hier auch, nur viel herber. 

So lebt sie glücklich und zufrieden bei dir: 

  • Wenn Du sie holst, sieh zu dass du auch einen kleinen Schwapp Bier im Glase hast.
  • Lagere sie verschlossen im Kühlschrank.
  • Gib ihr ab und zu was zu futtern. 
  • Hin und wieder gib eine Teelöffel sauberes Wasser dazu.
  • Lang nicht mit den Fingern rein. 
  • Benutze einen sauberen Löffel, wenn Du Hefe entnimmst.
Meine Hefe habe ich im Mai diesen Jahres geholt, sie ist sehr gut gewachsen und funktioniert immer noch, also lebt sie. Ich denke, man wird die Hefe auch einfrieren können. 

Samstag, 21. März 2026

Ostara - Aufnahmen um Balderschwang und Sibratsgfäll, sowie Immenstadt i. Allgäu

Die Frühlingstagundnachtgleiche ist kein Fest im üblichen Sinne.  Sie ist ein Zustand. Zwei Kräfte stehen einander gegenüber, exakt im Gleichgewicht. Licht und Dunkel – ohne Übergewicht, ohne Sieg. Gerade deshalb beginnt es zu kippen. Was viele „Ostara“ nennen, ist kein gesicherter alter Brauch, sondern ein später Name, ein Versuch, diesem Wendepunkt ein Gesicht zu geben. Der eigentliche Vorgang liegt darunter.  Er ist leise. Im Boden. In den Wurzeln.
In dem, was sich unter Druck bewegt, lange bevor es sichtbar wird. Man sieht es nicht zuerst am Licht, sondern daran, dass das Alte den Halt verliert. Und plötzlich steht man irgendwo im Gebirge, zwischen Schnee und abgestorbenem Holz, und merkt: Es hat längst begonnen.

Zwischen Balderschwang, Sibratsgfäll und hinüber nach Immenstadt entstanden diese Aufnahmen. Noch liegt stellenweise Schnee. Was hier hörbar wird, ist der Frühling, wie man ihn erwartet. Und es ist der Moment davor –
wenn es unter der Oberfläche bereits arbeitet und sich das Alte nicht mehr behaupten kann. Mehr geschieht nicht. Und genau darin liegt alles.

Sonntag, 1. März 2026

Bei welchen Krankheiten hilft Cannabis? Cannabis anwenden bei über 200 Krankheiten.

Dieses Buch ist das maßgebliche Werk zur Cannabismedizin: großformatig, exzellent verarbeitet, klar strukturiert und von einer inhaltlichen Tiefe, die ihresgleichen sucht. Es vereint den aktuellen Forschungsstand mit klinischer Praxis und therapeutischer Differenzierung – ohne Vereinfachung, Ideologie oder Belehrung. Wer sich mit Cannabismedizin ernsthaft auseinandersetzen will, findet hier einen belastbaren Referenzrahmen.

Der Einstieg erläutert das Endocannabinoid-System sachlich und nachvollziehbar. Wer über Negativwirkungen urteilt, ohne dieses System zu berücksichtigen, argumentiert nicht fundiert. Wirkungen verhandelt man nicht moralisch, sondern versteht sie pharmakologisch. Der Autor zeigt, dass die Cannabiswirkung aus der Bindung an spezifische Rezeptoren, aus Affinität, Konzentration und Dosis entsteht. Erst dadurch wird verständlich, warum sich natürliche Pflanzenstoffe, isolierte Wirkstoffe und synthetische Cannabinoide in Wirkung, Risiko und therapeutischem Nutzen erheblich unterscheiden.

Uwe Blesching arbeitet konsequent evidenzbasiert und verzichtet auf Verabsolutierung. Zentral ist die Cannabisblatt-Skala: Sechs

 stilisierte Blätter dienen als visuelle Leitlinie zur Einschätzung von Evidenzlage und praktischer Bedeutung. Die Skala bewegt sich entlang der Linie „möglich – wahrscheinlich – tatsächlich“, jeweils ergänzt durch die Anzahl überprüfter Studien sowie einen Cannabisscore. Diese Systematik erzeugt wohltuende Enttäuschungsfestigkeit. Nicht jede Erkrankung erhält viele Blätter, manche sehr wenige. Das Buch vermittelt ein Grundprinzip: Nicht alles ist ein Cannabisthema. Manche Erkrankungen gehören anderen Pflanzen oder Verfahren.

Zu jeder Indikation stellt der Autor klar dar, ob Cannabis sinnvoll sein kann, wann man es einsetzt, in welcher Form, Dosierung und auf welcher Studienlage dies beruht. Strukturierte Fragenkataloge, etwa bei depressiven Erkrankungen, richten den Blick auf innere Prozesse, emotionale Regulation und individuelle Zielsetzungen. Blesching präsentiert Cannabis nicht als Ersatz fürs Denken, sondern stellt es in einen Rahmen, der die eigene Gedankenwelt einbezieht.

Dabei verschweigt er keine Grenzen. Bei bakteriellen und mykotischen Erkrankungen erhält Cannabis nur ein bis zwei Blätter. Der Autor stellt Nebenwirkungen, pulmonale Risiken und toxikologische Fragen differenziert dar. Besonders wichtig: die klare Unterscheidung zwischen natürlicher Pflanze, isolierten Wirkstoffen und synthetischen Cannabinoiden wie Marinol und Nabilon. „Cannabis“ ist kein monolithischer Begriff, sondern ein Feld unterschiedlicher Sub­stanzklassen, Wirkprofile und Risikokonstellationen.

Ein Kapitel ordnet Cannabis überβ-Caryophyllen in größere botanische Zusammenhänge ein – genannt werden Basilikum, Zimtbaum, Gewürznelke, Rosmarin, Schwarzkümmel. Das macht klar: Cannabismedizin ist kein Sonderfall, sondern Teil der pflanzenbasierten Pharmakologie.

Schon während meiner pharmazeutischen Ausbildung begegnete mir Canna­bis als potentes Heilmittel – mal anerkannt, mal mit erhobenem Zeigefinger. Dass diese Pflanze ihren Weg durch die Untiefen menschlicher Blödheit suchen musste, ist nicht poetisch gemeint, sondern die Beschreibung eines geschichtlichen Befundes: Man verdrängte das Wissen aktiv – und die Folgen tragen Kranke, nicht Debattenführer.

Umso wertvoller ist Bleschings Buch: ein tiefgehender, sauber gearbeiteter und ehrlicher Blick auf den Stand der Cannabismedizin, den man gar nicht genug loben kann.

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  • Herausgeber ‏ : ‎ Herba Press
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 20. November 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3946245129
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3946245124
  • Abmessungen ‏ : ‎ 22.6 x 3.8 x 28.4 cm

    Der Autor.

    Uwe Blesching


    Uwe Blesching, Ph.D., macht in seiner Forschung darauf aufmerksam, dass bei vielen chronischen Erkrankungen Funktionsstörungen des Endocannabinoid-Systems vorliegen, und dass Cannabinoide wirksam zur Genesung beitragen können. Dr. Blesching befasst sich seit Jahrzehnten mit der Anwendung von Cannabismedizin im Rahmen eines integrativen Therapiekonzepts, das gleichermaßen schulmedizinische und ganzheitliche Aspekte berücksichtigt. Er ist Fachreferent, Autor mehrerer Bücher
und CEO der Wissensplattform CannaKeys, die evidenzbasierte Entscheidungshilfen für die heilkundliche Praxis zugänglich macht, für Patienten und Heilberufe.

Dienstag, 16. September 2025

Heilende Pilze weltweit – Ein Buch wie ein leises Beben unter der Erde

 Es gibt Bücher, die liest man mit den Augen, andere mit der Seele. Heilende Pilze weltweit von Jürgen Guthmann ist so ein Buch – eines, das mit dem Leser wächst, fast unmerklich. Ganz still, wie ein Myzel, das nach einem warmen Regen aus seinen Fäden fruchtet. Und ehe man sich versieht, entfaltet es seine Wunder, leise und unaufdringlich, wie der Boden im Wald.

Was Jürgen Guthmann hier präsentiert, ist weit mehr als nur eine Sammlung von Informationen über Pilze – es ist ein inspirierender Atlas der Möglichkeiten: Wissen und Wissenschaft, völlig frei von esoterischem Zierrat. Es ist ein Buch, das uns in Staunen versetzt und, wenn wir ganz ehrlich sind, auch etwas beschämt. Denn es zeigt uns, wie wenig wir über diese faszinierenden Wesen wissen, die schon vor uns die Erde bevölkerten und auch weiterhin bestehen werden, wenn wir längst nicht mehr sind. Noch wichtiger: Sie werden es sein, die unsere Spuren in der Welt umwandeln.

Pilze, erklärt Guthmann, sind so viel mehr als nur beiläufige Begleiter; sie sind Heilmittel, Bodenverbesserer, Seelengefährten, Müllvertilger und Zukunftsmaterial. Sie gedeihen in der Steppe, in der Stadt, in den Tropen, im Keller – und natürlich im Wald. Sie verbinden, zersetzen und bewahren.

Guthmann hat Vertrauen in den Leser; er belässt uns nicht mit „Aller-Welts-Wissen“, sondern präsentiert ein Fachbuch, das nicht Lifestyle-Gurus gedacht ist, sondern für all jene, die mehr Fragen haben, die spüren, dass da eine tiefere Wahrheit verborgen liegt. Und für die, die bereit sind, sich auf etwas einzulassen, das viel älter ist als wir alle zusammen. Denn dieses Buch erzählt nicht nur, was Pilze alles leisten können, sondern es offenbart, was sie sind. Nicht nur hübsche Dekoration oder Beigaben der guten Küche. Guthmann zeigt sie als eine dritte Kraft, als ein eigenes Reich – und dieses Reich ist größer, reicher und geheimnisvoller, als wir es in unseren gewohnten Denkweisen erahnen können.

Heilende Pilze weltweit ist ein Werk, das man nicht einfach verschlingt, sondern dessen Tiefe man mit Hingabe durchdringt. Jedes Kapitel ist überreich an Daten – und doch spürt man immer deine stille Ehrfurcht, die für diese uralten Wesen hervorrufen. wird. Guthmann meistert den Balanceakt: wissenschaftlich fundiert, aber keinesfalls trocken, detailreich, jedoch nie überladen. „Heilende Pilze weltweit“ möchte nicht verzaubern, sondern ehrliche Information liefern, und zwar jene, die in ein Fachbuch gehören. Es ist ein wertvolles Nachschlagewerk, ein Forschungsatlas, eine Arbeitsgrundlage – für all jene, die viel tiefer verstehen möchten, was Pilze vermögen. Am Ende legt man es nicht einfach beiseite. Es bleibt im Herzen und im Denken. Wie der vertraute Geruch von feuchter Erde, wie das Bild eines unsichtbaren Netzes, das unsere Welt trägt. Dieses Buch wächst in den Lesern, still, unaufdringlich, unaufhaltsam – genau wie die wunderbaren Wesen, von denen es erzählt.

Guthmann zeigt präzise, dass Pilze weit mehr sind als „essbar“ oder „giftig“. Sie bergen ein kaum erschöpfliches Reservoir an medizinisch relevanten Substanzen und eröffnen neue Wege in der Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen. In sorgfältig ausgearbeiteten Porträts führt er dies aus: – detailliert, fundiert, verständlich und zugleich eindrucksvoll. Für Fachleute aus Medizin, Naturheilkunde, Naturwissenschaft und Mykologie ist das Buch ein Schatz aus klar aufbereiteten Daten, chemischen Formeln und ethnomykologischen Hintergründen. Für alle anderen Leser bleibt es ein Werk, das Wissen greifbar macht und Begeisterung weckt. So wächst Heilende Pilze weltweit über die Grenzen einer bloßen Fachlektüre hinaus. Es wird zu einem Erlebnis, das sich einprägt – wie der Geruch von feuchter Erde mit seinem unsichtbaren Netz unter unseren Füßen. Ein Buch, das bleibt. Still, unaufdringlich, unaufhaltsam. Genau wie die Wesen, von denen es erzählt.

 

Heilende Pilze weltweit: Beschreibung – Inhaltsstoffe – Wirkung
Gebundene Ausgabe – 28. März 2024, 3. erweiterte Auflage
Autor: Jürgen Guthmann
Verlag: Quelle & Meyer
592 Seiten, über 700 Abbildungen
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3494019604

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Dienstag, 23. April 2024

Kartoffeltorte - mit Pellkartoffeln vom Vortag. Saftig und lecker.

Das Geburtstagskind wünschte sie sich – und sie war wirklich köstlich.

Zutaten (für eine mittelgroße Springform)

  • 300 g gekochte Pellkartoffeln (vom Vortag)
  • 100 g Dinkelmehl (oder Vollkornmehl)
  • 5 TL Backpulver
  • 50 g Butter (zimmerwarm)
  • 100 g Rohrzucker
  • 3 Eier (getrennt)
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 Prise Salz
  • 2 geriebene Bittermandeln
  • etwas Zitronenschale (abgerieben)

Für die Füllung und Dekoration

  • 200 g gehackte Haselnüsse
  • 1 Tafel Vollmilchschokolade
  • 1 Tafel Zartbitterschokolade
  • Pflaumenmus

Zubereitung

Pellkartoffeln schälen, durch die Presse drücken und über Nacht abkühlen lassen.

Am nächsten Tag Mehl und Backpulver sieben. Mit den Kartoffeln vermengen. Gemahlene Haselnüsse, Zucker, Salz, Butter und Eigelbe zugeben und gut verrühren, bis der Teig geschmeidig wird.

Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterheben. Teig in eine Springform füllen und etwa 40 Minuten bei mittlerer Hitze backen.

Währenddessen die gehackten Haselnüsse trocken anrösten.

Kuchen abkühlen lassen, nach Wunsch halbieren und großzügig mit Pflaumenmus füllen. Oberseite ebenfalls mit Pflaumenmus bestreichen.

Schokolade schmelzen und die Torte damit überziehen. Ränder und Oberfläche mit den gerösteten Haselnüssen verzieren.

Zusätzlich

Aus restlichem Schokoladenguss und Haselnüssen eine weiche Masse herstellen, in Pralinenformen füllen und fest werden lassen.

Vor dem Servieren Sahnerosetten auf die Torte setzen und die Pralinen darauf platzieren.

Video

Guten Hunger.

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Favorit: Wechseln des Nadelbetts

 

  • Fadenspannung nach rechts drehen,
  • löse die drei Schrauben in der Mitte der Maschine und entferne die obere Abdeckung, anschließend kann die Handkurbel abgenommen werden.
  • Hebe die Führungsplatte ab
  • Entferne die Nadeln und das Nadelbett
  • Setze das neue Nadelbett auf, bestücke es mit den Nadeln wie unter Reinigung beschrieben. Führungsplatte, dann Handkurbel, dann Abdeckung aufsetzen,

Donnerstag, 19. Oktober 2023

Pfaff E6000 - Anleitung Kuscheldecke

Dies ist MEINE Übersetzung / Anleitung / Meinung: Übersetzt, getestet, für gut befunden – aber trotzdem ohne Gewähr. Jeder strickt auf eigene Gefahr 😏 / Interprätation der Originalanleitung. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit.

Ja, es wird langsam kalt draußen, Zeit euch eine Kurzanleitung für eine Decke zu geben.

  • Maße bei mir: 120 x 195
  • Muster 1004 / Technik 140, 
  • Wolle: 2fädig. Maschenweite ist abhängig von der verwendeten Wolle.

  1. Die Konsole programmieren und ausschalten. Es wird über alle Nadeln angeschlagen und insgesamt 1200 Reihen gestrickt. Locker Abketten.
  2. Anschlag in 1:1, das wäre Nummer 2, wir werden die Konsole überlisten, dann ist vollkommen egal was vorher programmiert wurde.

Los geht's: Die Konsole ist jetzt bitte aus.

  • Auf dem Strickschloß N/N einstellen, Fäden einfädeln. Das Strickschloß fährt von rechts nach links. Nun CX / CX einstellen, Maschenweite um 1 erhöhen. Nun zwei Reihen stricken, so dass das Strickschloß wieder links steht. N/N einstellen und nach rechts fahren.

  • Erst jetzt die Maschine einschalten, warten, dann in die Startposition bringen und ABC drücken.

  • Damit wird der programmierte Anschlag übersprungen und sofort mit dem Muster begonnen. Folge nun den Anleitungen der Konsole, vergiss nicht die Stöße auf dem vorderen Bett in Arbeit zu stellen, und die auf dem hinteren Nadelbett nach Schema im Handbuch auszurichten.

  • Stricke ca. 1200 Reihen.

Beim Richtungswechsel achte darauf, dass du weit genug über die Strickbreite hinausfährst und dreh auch nicht so schnell um sonst kann es zu Selektionsfehlern bei den Stößern kommen.

  • Erhöhe die Maschenweite um 2 bis 2,5 Punkte, stricke eine Reihe nach links und und kette dann locker durch Abhäkeln ab.

Für die Franzen:

  • Nadeln 30-35 rechts und links von Null. Anschlag 1:1 , einige Reihen stricken dann alle Nadeln nach vorne hängen. Bei jeder Reihe über die nicht strickenden Nadeln in der Mitte bildet sich ein Querfaden.

  • 422 Reihen stricken. Abketten, dann gerade auslegen und genau in der Mitte bei den Querfäden durchschneiden. So erhältst du zwei Ränder mit Fäden unten dran, diese bilden die Franzen. An die kurzen Seiten der Decke anbringen (häkeln, ketteln, nähen, was dir gefällt). Dann die Fransen alle gleichmäßig zuschneiden.

Wenn ihr die Franzen länger haben wollt, müsst ihr die belegten Nadeln weiter nach links und rechts der Null versetzen. Dann könnte man sich noch mit Makramee austoben, Muster einknoten, Zöpfe flechten, Perlen dranhängen 😂 was ihr wollt.

Viel Spaß & Friede sei mit Euch.

Landerun

Pfaff E6000: Die Konsole – Dein Begleiter beim elektronischen Stricken!

 Dies ist MEINE Übersetzung / Anleitung / Meinung: Übersetzt, getestet, für gut befunden – aber trotzdem ohne Gewähr. Jeder strickt auf eigene Gefahr 😏 / Interprätation der Originalanleitung. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit.

Das Gepiepse ist eventuell nervig und kann nicht abgestellt werden.

Die Konsole kann nach vorne gezogen und auf dem Nadelbett abgelegt werden . Oh man – ich brauchte Jahre und das zu merken  was hab ich mich über das Licht aufgeplustert. Jetzt zieren meine Maschinen schicke LED-Leuchtstäbe. Dennoch das Vorklappen erleichtert das Ganze ungemein. Auf der Konsole ist ein LED-Anzeigefenster. Es stellt dir nicht nur Fragen, sondern sagt dir auch was du als nächstes zu tun hast.

Die nummerierten Tasten teilen der Konsole mit , welchen Anschlag oder Maschenmuster du auswählen möchtest. Wenn du dich für eine bestimmte Stricktechnik entscheidest, gibt er dir genaue Anweisungen. Passap-like: hier kommt der Clou: Du kannst sogar ein spezielles Formprogramm eingeben, um deine Strickstücke in maßgeschneiderte Formen zu bringen! Und das Beste daran – Du kannst die Strickbreite sowie die Anzahl der gestrickten Reihen ganz nach deinen Wünschen angeben / verändern. Die Konsole hat einen elektronischen Reihenzähler und einen Manuellen an dem vorderen Strickschloß. Die Schaltnocke für den Reihenzähler ist das schwarze (manchmal auch grüne oder weiße) Teilchen, das sich auf der oberen Schiene des vorderen Bettes befindet. Es ist der Chef, der den Reihenzähler bei jedem Überfahren auslöst. Es gleitet elegant auf der Schiene entlang und ermöglicht es dir, es genau dort zu positionieren, wo du stricken willst.

Weiter gehts mit dem Tastenfeld für das große und kleine Palaver:

  • MINUS-Taste ist für die Strickbreite links von der Mitte und zur Angabe der Anzahl der Reihen die im Falle eines Problems aufgelöst werden müssen
  • PLUS-Taste ist für die Strickbreite rechts von der Mitte
  • PUNKT-Taste aktiviert den Kartenleser auf der Konsole und dient zur Eingabe von Nachkommastellen
  • ABC-Taste ruft das ausgewählte Maschenmuster auf – dafür müssen die Schlösser müssen sich rechts befinden. Die Reihenanzahl wird im Anzeigefenster angezeigt
  • COR-Taste wird verwendet, um die Strickbreite oder die gestrickten Reihen zu korrigieren. Auch dafür müssen die Schlösser rechts stehen. Im Fenster wird eine Reihenzahl angezeigt
  • R-Taste wird verwendet, um in der Programmierung einen Schritt zurück zu gehen.
  • Schnellvorlauftaste (>>>) wird PROGR, ANSCHLAG / CAST On im Anzeigefenster angezeigt. Es wird verwendet, um ein neues Programm zu beginnen, ein Programm zu überprüfen, zu ändern…
  • CLR wird verwendet, um eine falsche Zahl zu löschen, bevor die Taste ENT gedrückt wurde und zur Korrektur der FORM-Frage in der Programmierung
  • ENT-Taste wird verwendet, um mit JA zu antworten oder eine Antwort zu bestätigen
  • NO-Taste wird verwendet, um eine Frage mit NEIN zu beantworten. Sie wird auch im Programmteil z. B. bei der Positionierung des Musters verwendet, oder um falsch eingegebene Informationen zu korrigieren.
  • In den Schlitz an der Oberseite der Konsolenbox wird die Hülle und die selbst gestaltete Karte in die Konsole eingeführt wird, um gelesen zu werden: Der Leseknopf gleitet von links nach rechts, um jede Zeile der Karte zu lesen, das Transportrad schiebt die Karte vorwärts und die Karte kommt unten aus der Konsole heraus.

Fortsetzung folgt…

Baumgesang - ich lebe noch... und war ganz viel draußen

Mein liebstes Geräusch ist der Wind in den Fichten, dem zu lauschen ich in den letzten Monaten reichlich Gelegenheit hatte. Wie oft schlief ich in der Hängematte unter "meiner Fichte" im Garten ein, geborgen unter ihrem starken Sein, gebunden in dem ewigen Kreislauf der Dinge, in dem alles unaufhaltsam in Bewegung ist. Die Überzeugungen und Bräuche in den germanischen Gesellschaften zeigen den tiefen Glauben an die Beseeltheit allen Seins - insbesondere der Bäume, zu denen unseren Ahnen eine ganz eigene Verbindung hatten. Wer heute spöttisch jemanden als "Baumstreichler" tituliert hat meines Erachtens nach die Verbindung schon lang verloren, eventuell nie gehabt. Die Vorstellung, dass Bäume als vollendete Doppelgänger gleichwertig mit Menschen betrachtet wurden, hat sich in unterschiedlichen Formen entwickelt. Es gibt verschiedene Aspekte dieser Gleichsetzung, die in antiken Schöpfungsmythen und der Vorstellung von Bäumen als persönliche Wesen zu finden sind. Manchmal wurde sogar eine imaginäre Verschmelzung von Körper und Seele zwischen Mensch (oder Tier) und Pflanzen angenommen. Man glaubte, dass der Baum die Hülle einer Seele sein könnte, die sich durch den Tod vom menschlichen Körper gelöst hatte, oder dass Bäume von Elfen oder Schutzgeistern bewohnt werden könnten, die kaum von anderen Wesen zu unterscheiden sind. Es gibt auch Ideen, dass die Seele oder der Genius eines Baumes ein eigenes Leben neben dem Baum führt, in Stürmen, schlechtem Wetter, Wäldern und Feldern. Es kann vorkommen, dass du in der Darstellung des nordischen Baumglaubens auch einzelne Analogien aus entfernten Ländern und anderen Teilen der Welt findest. Ich stimme vollkommen mit den Worten von Theodor Mommsen überein, der in seiner römischen Geschichte bis zur Schlacht von Pydna (1861) betonte, dass man bei der historischen Kritik nicht den Hauptgrundsatz vergessen sollte:

"Jedes historische Phänomen sollte zunächst im Rahmen der Nation, zu der es gehört, geprüft und erklärt werden, und erst das Ergebnis dieser Forschung kann als Grundlage für internationale Vergleiche dienen."

Die germanische Welt hat die Verbindung zwischen Mensch und Pflanze in vielerlei Hinsicht erkundet. Bereits in alter Zeit war dieses Thema in unserer Poesie lebendig, auch ohne jegliche mythologische Verklärung. Es war und ist ein Miteinander, Füreinander, ein norwegischer Dichter, dessen Spruch später Odin in den Mund gelegt wurde, bringt es auf den Punkt:

"Der Baum, der einsam im Dorf steht, welkt dahin, ohne Blätter und Rinde, die ihn einst genährt haben. Ebenso der Mann, dem keine Liebe entgegengebracht wird, welchen Sinn hat sein weiteres Dasein?"

Diese poetische Analogie verdeutlicht die Verbundenheit von Mensch und Natur und betont die Bedeutung von Liebe und Gemeinschaft für das Wohlbefinden des Einzelnen, also auch der Sippe, der Gemeinschaft. Die Germanen glaubten, das "der Mensch ist wie ein Baum" ist, Sein Sichtbares Antlitz wiederholt sich in den Wurzeln und in seinr Aura. Im Volksglauben der skandinavischen und deutschen Stämme finden wir dies, sowie bei ihren slawischen und finnischen Nachbarn verbunden mit der Vorstellung, dass Bäume geheimnisvolle und übernatürliche Eigenschaften besitzen, die den Menschen ähneln. In einigen Regionen behandeln die Menschen Bäume als Individuen mit eigenen einzigartigen Eigenschaften und sprechen sie auch dementsprechend an. Zum Beispiel schüttelte man in Westfalen Bäume und sagt: "Der Wirt ist tot", um den Tod des Hausherrn anzuzeigen. In Mähren streicheln Bauern Obstbäume mit den klebrigen Händen, die sie für die Zubereitung des Weihnachtsteigs verwendet haben, und sagen: "Bäumchen, bring viele Früchte". In der Silvesternacht tanzten Menschen um Obstbäume herum und riefen: Freue ju Böme
Nüjár is kömen!
Dit Jar ne Käre vull,
Up et Jär en Wagen vull!'

Es gab einmal einen Wald in Schweden, zwischen Eslöv und Sallerup, den eine Riesin gepflanzt haben soll. In diesem Wald stand eine besondere Eiche namens Gyldeiche, die für ihre unheimlichen Vorfälle in vergangenen Zeiten bekannt war. Wenn Menschen vorbeikamen, grüßten sie den Baum respektvoll mit "Guten Morgen Gylde!" oder "Guten Abend Gylde!" Einen alten Brauch, ähnlich dem um die Gyldeiche, findet man im Tirol: Gehst du an einem Holunderbaum vorüber so grüße ihn. Und als Zeichen des Respekts ziehe den Hut.

Holzarbeiter in der Oberpfalz sprechen von Bäumen, als wären sie Personen. Wenn der Wind durch die Baumkronen streicht, sagen sie, dass die Bäume "sich neigen und zu sprechen beginnen" untereinander. Die Bäume "verstehen sich". Der Baum "singt", wenn der Wind durch seine Zweige rauscht. Es heißt, dass der Baum nicht gerne "sein Leben aufgibt". Wenn er mit der Axt gefällt wird, "seufzt" und "stöhnt" er, wenn er zu Boden fällt. Es geht die Sage von einem Förster, der mit dem Besitzer eines Waldes darüber stritt, welcher von zwei wunderschönen Buchen vor ihnen gefällt werden sollte. Die beiden Bäume neigten sich seufzend hin und her. Der Waldbesitzer rief erschrocken: "Wer hat geseufzt?", aber es war niemand da, der antwortete. Voller Furcht gingen die beiden davon und verschonten diese prächtigen Bäume. Bis zum heutigen Tag bitten Holzfäller einen schönen und gesunden Baum um Verzeihung, bevor sie ihm "das Leben nehmen".

Wie oft habe ich Bäume ächzen und seufzen gehört bevor sie der Motorsäge zum Opfer fielen, unheimliche Stimmung, stocksteife Trauer. Auch die Fichte im Hofe ächzte und stöhnte als der Holzfäller ihr das Leben nahm. In der Vergangenheit glaubten die Menschen, es sei wichtig, um Erlaubnis zu bitten, bevor sie einen Holunderbaum fällten. Ich glaube, dass man dem jeweiligen Lebewesen sagen sollte, warum man seiner Kräfte bedarf. Früher sprach man ein Gebet, bat den Baum, etwas von seinem Holz zu geben. Dieser Glaube wurde auch in einer Aufzeichnung aus Dänemark im Jahr 1722 erwähnt. Ähnlich gibt es Erwähnungen des Bittens um Erlaubnis vor der "Holundermutter- Hyllefroa" und der "Eschenfrau - Askafroa" in Ljunitshärad. Am Aschermittwochsmorgen gossen die Menschen vor Sonnenaufgang Wasser über die Wurzeln des Eschenbaums und boten es Askafroa an, in dem Glauben, dass dies Glück bringe mit den Worten: "nu offrar jag, sá gör du oss ingen skada. (Nun opfere ich, tue uns keinen Schaden!)"

Man nahm an, dass Insekten, die in und um Bäume und Pflanzen herum leben, Menschen und Tieren schaden können. Diese Kreaturen wurden als böse Geister in Form von Würmern angesehen, eine Vorstellung, die nicht nur bei den Germanen verbreitet war. Man glaubte, dass diese Geister in Form von Schmetterlingen, Raupen, Regenwürmern, Kröten usw. in den menschlichen oder tierischen Körper eindringen und verschiedene Krankheiten wie Tuberkulose, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe, Zahnschmerzen, insbesondere nagende, stechende und pochende Schmerzen, verursachen können. Der Glaube an diese Kreaturen basiert auf einem einfachen psychologischen Phänomen und kann heute noch beobachtet werden. Man glaubte, dass diese Geister, oft als "Elbe" bezeichnet, aus dem wilden Wald kamen, um sowohl Menschen als auch Tieren zu schaden. Es wird angenommen, dass der Baum, der diese Geister in seiner Rinde beherbergt, sie entweder mit der Absicht aussendet, Schaden anzurichten, oder um sie loszuwerden, da sie in seinem eigenen Körper Unheil anrichten, aber niemals das Innere von Menschen angreifen. Es wird auch angenommen, dass der Baum oder Baumgeist diese krankheitsverursachenden geisterhaften Schädlinge (Elben usw.) wieder zurücknehmen kann. Bei Zahnschmerzen z. B. soll dieses helfen: einen Birnbaum rechts und umfassen und ihn mit den Worten anreden:

'Birnbaum, ich klage dir,
Drei Würmer, die stechen mir,
Der eine ist grau,
Der andere ist blau,
Der dritte ist rot,
Ich wollte wünschen, sie wären alle drei todt'.


Diese Zeremonie nennt man den Baum 'anklagen'. Auch andere Pflanzen standen im Verdacht, durch ihren Willen Würmer im tierischen Organismus festzuhalten. Der böhmische Aberglaube kennt folgenden Spruch, der beweist, dass nicht nur Bäume Träger des eigenen Übels werden sollten. Geh auf das Felde ein Distel zu suchen, einen Stein und eine Ackerkrume darauf zu legen und zu sagen:

'Distelchen, Distelchen,
Ich lass' nicht eher dein Köpfchen los,
So lang du nicht frei läßt die Würmer der Kuh' (des Pferdes u. dgl
.)

Nun also erfolgte die Zurückberufung, auf das Gesundheit wieder hergestellte werden möge, Schaden abgewendet werde. Aus dem alten Rußland berichtet die Volkskunde das bei Auftreten von Seuchen folgendes Lied gesungen wurde, indem dabei mit einem Pflug um das Dorf zu Abwehr der bösen Geister eine abwehrende Furche zu ziehen war:

'Vom Ocean, von der tiefen See
Sind zwölf Mädchen gekommen;
Sie nahmen ihren Weg - kein kleiner war's -
Zu den steilen Höh'n, zu den Bergen empor
Zu den drei alten Holunderbäumen'.

In diesen siedenden Kesseln
Brennt mit unauslöschlichem Feuer
Jedes Leben unter dem Himmel‘
Rund um die siedenden Kessel
Stehen die alten Holunder

In diesen siedenden Kesseln
Brennt mit unauslöschlichem Feuer
Jedes Leben unter dem Himmel'
Rund um die siedenden Kessel
Stehen die alten Holunder


Die alten Holunder singen,
Sie singen von Leben, sie singen von Tod,
Sie singen vom ganzen Menschengeschlecht.
Die alten Holunder verleihen
Der ganzen Welt langes Leben;


Doch dem andern, dem Übeln Tode,
Bestimmen die alten Holunder
Eine weite und große Reise.
Die alten Holunder versprechen
Ein beständiges Leben
Dem ganzen Geschlechte der Menschen'
.

 

Ob die Frauen in den letzten Jahren auch gesungen haben? Die 12 Mädchen jedenfalls stehen für die Krankheiten, die Holunder geben im Liede ihre Zustimmung, die Menschen und / oder Tiere heimzusuchen, ihnen das Leben zu nehmen. Doch dann erfasst sie Mitleid, was sich in den letzten Versen äußert und den Holunder seine Heilkraft mit den Menschen teilen lässt.

Wenn das Besingen nicht helfen will, dann muss die Magie herhalten, allerlei Beschwörungsformeln haben die Chronisten niedergeschrieben, Ziel war immer das eigene Leid auf ein anderes Lebewesen zu übertragen. Eine von Räucherung geweihter Kräuter und Rosenblätter begleitete Beschwörung in Böhmen lautet:

'Ich verwünsche euch Gliederweh,
Brandweh, Beinweh
In den tiefen Wald,
In die hohe Eiche,
In das stehende Holz
Und in das liegende.
Dort schlagt euch herum und stoßet
Und gebet dieser Person (Name) Ruhe'

Ob das geholfen hat? Ein Placebo hilft ja auch, so kann die Vorstellung des Rücksendens durchaus Linderung, ja sogar Genesung bringen. Der Glaube versetzt Berge, heute wie damals. Die Bäume also sind wichtig für unsere Gesundheit, das wer sich an ihnen verging mit heftigen Strafen zu rechnen hatte. Denn Baumfrevel wurde bestraft, die Gebrüder Grimm haben etliche Textstellen dazu gesammelt. Hier ein Beispiel:

'Item es soll niemand Bäume in der Mark schälen, wer das täte, dem soll man sein Nabel aus seinem
Bauch schneiden und ihn mit demselben an den Baum nageln und denselben Baumschäler um den
Baum führen, so lang bis sein Gedärm alle aus dem Bauch auf den Baum gewunden seien'.
(Oberurseler Weistum.)

'Wenn jemand eine Weide abschält, so soll man ihn mit seinem Gedärme den Schaden bedecken
lassen; kann er das verwinden, kann es der Baum auch verwinden'. (Wendhager Bauernrecht.)


'Wenn jemand einen fruchtbaren Baum abhauete und den Stamm verdeckte dieblicher Weise, dem soll seine rechte Hand auf den Rucken gebunden und sein Gemechte auf den Stammen genagelt werden und in die linke Hand eine Axe geben sich damit zu lösen. (Schaumburger altes Landrecht.)'

Bei diesen Strafen wird man sich sicherlich überlegen ob man die Hand an einen Baum legen zu wagt. Ob solcherlei Strafe jemals verhängt wurde weiß man nicht, vielleicht konnte sich der Missetäter mit klingender Münze freikaufen, das hat ja schon immer funktioniert und tut es noch. Jedenfalls drängt sich mir angesichts der Rodungen überall dieser Gedanke auf.

Ich wünschte mir die Kinder würden wieder darinnen unterrichtet was lebt, beseelt und atmet, denn das brächte mit Sicherheit eine wirkliche Verbesserung für Baum und Pflanzen, Mensch und Tier. Ihr Bäume - ich grüße Euch.

Friede sei mit Euch
Landerun

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Liebensprojekt: Resthof-Auferstehung

Von manchen Projekt träumt man ein Leben lang. Hat man dann die Möglichkeit es umzusetzen steht man vor eine Fülle neuer Herausforderungen. Davon wird dieser Teil des Blogs erzählen, wie manches umgesetzt wird, welche Hürden es zu meistern gilt und dazu Erquickliches und Ergötzliches rund ums Gewimmel. Ort des Geschehens ist ein altes Fachwerkhaus nebst Grund mit alten Obstbäumen, welches nun nach und nach unter ökologischen Gesichtspunkten zu neuem Leben erweckt werden soll.

Der Mann der Tat ist mein Bruder, er hat sich ein großes Liebensprojekt vorgenommen. In diesem Sinne: Frohes Schaffen.

Übrigens freut sich mein Bruderherz über regen Austausch, Diskussionen, Anregungen, Vorschläge auf seinem Kanal. Lasst uns gemeinsam erhalten, was erhaltenswert ist.

Friede sei mit Euch.

Landerun

Pfaff E6000: Etwas Wärmendes für den Hals: ein Rund-um-Tuch

Dies ist MEINE Übersetzung / Anleitung / Meinung: Übersetzt, getestet, für gut befunden – aber trotzdem ohne Gewähr. Jeder strickt auf eigene Gefahr 😏 / Interprätation der Originalanleitung. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit.

  • 1:1 Anschlag (siehe Handbuch) über die gesamte Breite. Dann mit Maschenweite 3 - 50 Reihen stricken.
  • Nadeln auf das vordere Bett umhängen. Vorne LX und hinten Leerlauf.
  • Maschenweite auf 6 stellen
  • Unter die ersten 10 Nadeln Stößer stellen und 40 Reihen stricken. Faden 10 cm lang ziehen und mit einer Wäscheklammer beschweren.
  • Nun die eben benutzten Stößer außer Arbeit stellen und die nächste Zehnergruppe in Arbeit.
  • Wieder 40 Reihen stricken....

So weiter fortfahren bis zum Ende des Gestricks. Man musss da ein bisschen austüfteln und probieren wie viel Gewicht reingehängt werfen muss, mit den Händen zwischen die Nadelbetten fassen um immer ein bisschen zu ziehen damit die Maschen nicht von den Nadeln hopsen. Ich habe einige Stücke Vollstahlteilzylinder, das kann man in verschiedenen Längen im Baumarkt kaufen und diese dann in die entstehenden Schlaufen einfädeln.

Wenn Ihr am Ende angelangt seid müssen alle Maschen wieder so auf die Nadelbetten verteilt werden wie sie am Anfang waren also in 1:1.

  • Maschenweite wieder auf 3 stellen, vorsichtig drüber stricken.
  • 50 Reihen in 1:1 stricken und dann abketten.


Damit der Zopf entsteht muss man die Schlaufen ineinander führen. Am Ende ein bisschen ziehen damit sich das gleichmäßig verteilt. Die zuletzt entstandene Schlaufe fungiert dann auch gleich als Öse für den Dekoknopf, der das Ganze dann zusammen hält. Hier habe ich es für den Hals einfach mal so hintrapiert.