Dienstag, 27. Oktober 2026

Joghurt? Besser selbst gemacht! - Warum man Milch mit Zucker aufmotzt & Natürlichkeit verkauft

↓ Direkt zur Joghurtherstellung (VeganStar-Rezept)

Es gibt Lebensmittel, deren Herstellung so einfach ist, dass die Industrie offenbar Schwierigkeiten hat, die Sache dabei zu belassen. Joghurt gehört dazu. Milch, Milchsäurebakterien und etwas Wärme – fertig. Eigentlich. Doch wer vor dem Kühlregal steht, begegnet einer erstaunlichen Ansammlung lebensmitteltechnischer Errungenschaften, die mit Erdbeeren, Bauernhöfen, Alpenidylle und gesunder Ernährung beworben werden.

Da wird gesüßt, angedickt, stabilisiert, aromatisiert und farblich nachgeholfen. Zucker, Glukose-Fruktose-Sirup, modifizierte Stärke, Pektine, Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Citronensäure, Natriumcitrate und färbende Konzentrate aus Roter Bete oder schwarzer Karotte – die Zutatenlisten lesen sich mitunter wie das Inventar einer kleinen Lebensmittelwerkstatt. Die Stärke sorgt für die richtige Dicke, die Verdickungsmittel halten die Fruchtzubereitung zusammen, das Aroma hilft dem Geschmack auf die Sprünge und das Pflanzenkonzentrat liefert die passende Farbe. Fehlt nur noch die Erdbeere. Die ist zwar meistens auch vorhanden, allerdings gelegentlich in einer Menge, bei der sich die Frage aufdrängt, ob sie eher als Zutat oder als Ehrengast eingeladen wurde. [1–5]

Besonders hübsch wird es bei den Produkten für Kinder. Bei klassischen FruchtZwergen beträgt der Erdbeeranteil beispielsweise ganze sechs Prozent. Das sind drei Gramm Erdbeerpüree in einem 50-Gramm-Becher. Dazu kommen Zucker, modifizierte Stärke, Guarkernmehl, Aroma und weitere Zutaten. Der Gesamtzuckergehalt beträgt 9,8 Gramm pro 100 Gramm, wobei darin auch der natürliche Milch- und Fruchtzucker enthalten ist. Und während auf der Verpackung die fröhliche Kinderwelt gefeiert wird, darf die tatsächliche Erdbeere bescheidene drei Gramm zum Gesamtkunstwerk beitragen. [6]

Damit nicht genug: Die klassischen FruchtZwerge sind gar kein gewöhnlicher Joghurt, sondern eine Frischkäsezubereitung. Das ist zwar kein Geheimnis – es steht in der Produktbeschreibung –, macht aber deutlich, wie weit manche Produkte von der einfachen Vorstellung eines Fruchtjoghurts entfernt sind. Die Kritik richtet sich keineswegs nur gegen einen Hersteller. Ob Fruchtjoghurt, Sahnejoghurt, Kinderquark oder süßes Milchdessert: Die Zusammensetzung reicht von erfreulich einfach bis erstaunlich umfangreich. Mal liefern echte Früchte den Geschmack, mal wird mit Aromen nachgeholfen. Mal reichen Milch und Kulturen für die Konsistenz, mal müssen Stärke und Verdickungsmittel mitarbeiten.

Besonders ärgerlich wird es, wenn solche Produkte vor allem Natürlichkeit, Fruchtigkeit und eine ausgewogene Kinderernährung vermitteln sollen. Die Verbraucherzentralen weisen seit Jahren auf den hohen Zuckergehalt vieler Kinder-Milchprodukte hin und empfehlen stattdessen Naturjoghurt mit frischen Früchten. [7]

Was steckt hinter dieser Zutatenparade?

Die eingesetzten Stoffe erfüllen durchaus bestimmte Aufgaben. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

  • Zucker und Glukose-Fruktose-Sirup sorgen für Süße. Der Zuckergehalt fertiger Fruchtjoghurts liegt häufig deutlich über dem von Naturjoghurt. Dabei stammt ein Teil des Gesamtzuckers aus der Milch und den Früchten, ein weiterer aus zugesetzten süßenden Zutaten. [8]
  • Modifizierte Stärke wird so behandelt, dass sie bestimmte Eigenschaften erhält, beispielsweise eine bessere Bindung oder Stabilität während der Verarbeitung und Lagerung. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Stärke gentechnisch verändert wurde.
  • Pektine werden meist aus pflanzlichen Rohstoffen wie Äpfeln oder Zitrusfrüchten gewonnen. Sie gelieren und verdicken Fruchtzubereitungen.
  • Guarkernmehl und Johannisbrotkernmehl sind ebenfalls pflanzliche Verdickungsmittel. Sie binden Wasser, beeinflussen die Cremigkeit und können verhindern, dass sich Bestandteile voneinander trennen.
  • Aromen sollen den Geschmack verstärken oder ergänzen. Auch ein natürliches Aroma muss nicht zwangsläufig aus der Frucht stammen, deren Bild die Verpackung schmückt.
  • Färbende Pflanzenkonzentrate aus Roter Bete, schwarzer Karotte oder anderen Pflanzen sorgen für das passende Aussehen. Schließlich soll Erdbeerjoghurt möglichst auch nach Erdbeere aussehen – selbst wenn deren Anteil bescheiden ausfällt.
  • Citronensäure, Natriumcitrate und andere Säureregulatoren beeinflussen den Säuregrad, den Geschmack und bestimmte Verarbeitungseigenschaften.
  • Gelatine kommt bei manchen zusammengesetzten Dessertprodukten als Geliermittel hinzu.

Nicht jeder dieser Stoffe ist gesundheitsschädlich. Manche sind ganz gewöhnliche pflanzliche Bestandteile. Das ist aber auch nicht der entscheidende Punkt. Die Frage lautet vielmehr: Warum wird ein ursprünglich so einfaches Lebensmittel derart aufwendig zurechtgemacht?

Und Bio? Dieselbe Geschichte in Grün?

Wer nun glaubt, das Bio-Regal sei automatisch die Rettung, sollte ebenfalls die Zutatenlisten lesen. Auch Bio-Fruchtjoghurts enthalten mitunter zugesetzten Zucker, Stärke, Pektine, Johannisbrotkernmehl, Aromen und färbende Pflanzenkonzentrate. Beim Bio-Erdbeerjoghurt von Andechser Natur in der 150-Gramm-Variante beträgt der tatsächliche Erdbeeranteil beispielsweise gerade einmal sechs Prozent. Dazu kommen Rübenzucker, Verdickungsmittel, natürliches Erdbeeraroma und färbendes Karottensaftkonzentrat. Der Gesamtzuckergehalt beträgt 12,6 Gramm je 100 Gramm. [4]

Es geht allerdings auch anders: Der Bio-Erdbeerjoghurt einer REWE-Eigenmarke enthält beispielsweise 12 Prozent Erdbeeren und zusätzlich drei Prozent Erdbeersaft. Zwar sind ebenfalls Zucker und Stabilisatoren enthalten, doch das Beispiel zeigt, dass selbst innerhalb der Bio-Produkte erhebliche Unterschiede bestehen. [5] Das Bio-Siegel stellt Anforderungen an die Herkunft, Erzeugung und Verarbeitung der Zutaten. Es besagt aber keineswegs, dass ein Fruchtjoghurt nur aus Milch und Früchten bestehen muss. Ein hoher Preis oder ein Bio-Siegel verwandelt einen süßen Fruchtjoghurt also nicht automatisch in ein ernährungsphysiologisches Wunderwerk.

Auch die günstigen Eigenmarken verdienen einen genaueren Blick. Manche einfachen Naturjoghurts der Handelsmarken bestehen lediglich aus Milch und Kulturen. Teure Markenprodukte können dagegen wesentlich aufwendiger zusammengesetzt sein. Umgekehrt enthalten auch preiswerte Fruchtjoghurts häufig Zucker, Stärke, Verdickungsmittel und Aromen. Und bei Netto wurde sogar die Bezeichnung „Quarkiger Genuss“ beanstandet, weil die Aufmachung Quark nahelegte, während in der Zutatenliste Frischkäse und Joghurt standen. Das zeigt, wie wichtig der Unterschied zwischen Produktname und tatsächlicher Zusammensetzung sein kann. [9] Der Preis ist kein verlässlicher Maßstab für eine einfache Rezeptur. Vielleicht wäre es also an der Zeit, wieder beim eigentlichen Lebensmittel anzufangen.

Denn Joghurt braucht weder Erdbeerillusion noch industrielle Verdickungskunst. Er braucht Milch und passende lebende Milchsäurebakterien. Und damit wird die Sache tatsächlich interessant.

Wie aus Milch Joghurt wird

Bei der Joghurtherstellung verwandeln Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers, der Laktose, in Milchsäure. Dadurch sinkt der pH-Wert der Milch. Die Milchproteine verändern ihre Struktur und bilden ein feines Netzwerk, das Wasser einschließt. Die zunächst flüssige Milch wird dick und erhält ihren charakteristischen säuerlichen Geschmack. Wie fest, cremig oder säuerlich der Joghurt schließlich wird, hängt von mehreren Faktoren ab: von der verwendeten Milch, ihrem Eiweiß- und Fettgehalt, den Bakterienkulturen sowie von Temperatur und Reifezeit. [8, 10] Entscheidend sind vor allem die Milchsäurebakterien. Und davon gibt es weit mehr als nur eine einzige Sorte.

Die wichtigsten Milchsäurebakterien

  • Streptococcus thermophilus: Gehört zu den beiden klassischen Joghurtbakterien. Das Bakterium bevorzugt warme Temperaturen und trägt wesentlich zur Ansäuerung der Milch bei. In der traditionellen Joghurtherstellung arbeitet es mit Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus zusammen. Beide Kulturen ergänzen sich bei der Fermentation und fördern gegenseitig ihr Wachstum.
  • Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus: Diese Bakterien sind für den klassischen, häufig kräftig säuerlichen Joghurt besonders wichtig. Sie bilden Milchsäure und tragen zur Entstehung des typischen Joghurtaromas bei. Abhängig vom verwendeten Bakterienstamm, der Temperatur und der Reifezeit entsteht ein unterschiedlich ausgeprägter Säuregeschmack. Die Kombination mit Streptococcus thermophilus bildet die Grundlage des traditionellen Joghurts.
  • Lactobacillus acidophilus: Wird bei verschiedenen fermentierten Milchprodukten eingesetzt und kommt auch in manchen milden Joghurtzubereitungen vor. Die Kulturen besitzen andere Wachstumseigenschaften als die klassischen Joghurtbakterien und werden deshalb häufig mit weiteren Milchsäurebakterien kombiniert.
  • Bifidobacterium animalis subsp. lactis: Bifidobakterien werden manchen fermentierten Milchprodukten zusätzlich zugesetzt. Sie unterscheiden sich in ihren Wachstumsbedingungen von den klassischen Joghurtkulturen. In der Praxis werden sie daher häufig zusammen mit anderen geeigneten Kulturen verwendet.
  • Lactobacillus casei und verwandte Arten: Auch Bakterien aus dieser Gruppe spielen bei verschiedenen fermentierten Milchprodukten eine Rolle. Je nach Art und Bakterienstamm tragen sie zur Säurebildung und Geschmacksentwicklung bei. Sie sind allerdings nicht ohne Weiteres als alleinige Starterkultur für klassischen festen Joghurt geeignet.

Warum sind die Kulturen so wichtig?

Milchsäurebakterien unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer bevorzugten Temperatur und der Geschwindigkeit der Säurebildung. Einige bilden zusätzlich Stoffe, die den Geschmack und die Konsistenz beeinflussen. Bestimmte Kulturen erzeugen beispielsweise Polysaccharide, die einem fermentierten Milchprodukt eine besondere Cremigkeit oder sogar eine fadenziehende Beschaffenheit verleihen. Deshalb ist es sinnvoll, die Starterkulturen passend zur gewünschten Joghurtart auszuwählen.

Joghurtarten und ihre traditionelle Herkunft
  • Klassischer Naturjoghurt: Wird gewöhnlich mithilfe von Streptococcus thermophilus und Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus hergestellt. Der Geschmack reicht von mild bis kräftig säuerlich. Seine Konsistenz hängt unter anderem von den verwendeten Kulturen, der Milch und der Verarbeitung ab.
  • Stichfester Joghurt: Reift direkt in seinem Behälter und wird nach der Fermentation nicht umgerührt. Dadurch bleibt das entstandene Eiweißnetzwerk erhalten. Der Joghurt besitzt eine feste, löffelbare Struktur. Wird der Behälter während der Gerinnung stark bewegt, kann das Eiweißnetzwerk beschädigt werden und sich Molke absetzen.
  • Gerührter Joghurt: Beim gerührten Joghurt wird die feste Struktur nach der Fermentation durch Rühren aufgebrochen. Dadurch entsteht eine weichere, gleichmäßigere und meist cremige Konsistenz. Für stichfesten und gerührten Joghurt können grundsätzlich dieselben Kulturen verwendet werden.
  • Joghurt mild: Milder Joghurt besitzt einen weniger ausgeprägt säuerlichen Geschmack. Bei manchen milden Joghurts werden andere Milchsäurebakterien anstelle der klassischen bulgarischen Kultur eingesetzt. Die genaue Zusammensetzung hängt vom jeweiligen Produkt ab. Nicht jeder als „mild“ bezeichnete Joghurt ist deshalb als Starter für die klassische Joghurtherstellung gleich gut geeignet.
  • Bulgarischer Joghurt – Kiselo mlyako: Bulgarien besitzt eine lange Tradition fermentierter Milchprodukte. Kiselo mlyako bedeutet sinngemäß „saure Milch“. Typisch sind die klassischen Joghurtkulturen Streptococcus thermophilus und Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus. Der Geschmack ist häufig aromatisch, kräftig und deutlich säuerlich. Für die eigene Herstellung eignet sich ein entsprechender Naturjoghurt mit lebenden Kulturen als Starter.
  • Griechischer Joghurt – Straggisto Giaourti: Griechischer Joghurt ist besonders fest, gehaltvoll und cremig. Traditionell wird dem fertigen Joghurt durch Abtropfen ein Teil der Molke entzogen. Dadurch konzentrieren sich die festen Milchbestandteile. Der Eiweißgehalt je 100 Gramm steigt, und der Joghurt erhält eine deutlich dichtere Konsistenz. Für diese abgetropfte Variante sind keine grundsätzlich anderen Joghurtkulturen erforderlich.
  • Türkischer Joghurt – Yoğurt und Süzme Yoğurt: Joghurt besitzt in der türkischen Küche eine lange Tradition. Gewöhnlicher Yoğurt wird je nach Herstellung mild, kräftig säuerlich, weich oder fest. Süzme Yoğurt ist eine abgetropfte Variante. Seine Konsistenz ist besonders dicht und cremig, teilweise beinahe streichfähig. Die Unterschiede gegenüber griechischem Joghurt liegen vor allem in den regionalen Herstellungsweisen, der verwendeten Milch, den Kulturen und der Weiterverarbeitung.
  • Sahnejoghurt: Sahnejoghurt erhält seinen besonders vollmundigen Geschmack hauptsächlich durch den höheren Fettgehalt. Dafür wird Milch mit Sahne kombiniert oder besonders fettreiche Milch verwendet. Spezielle Joghurtbakterien sind dafür nicht grundsätzlich notwendig.
  • Skyr – die isländische Spezialität: Skyr stammt aus Island und wird traditionell eher als Frischkäseprodukt eingeordnet. Bei seiner Herstellung kommen Milchsäurekulturen zum Einsatz, traditionell auch eine geringe Menge Lab. Anschließend wird ein erheblicher Teil der Molke entfernt. Dadurch entsteht eine feste, eiweißreiche Milchspezialität. Skyr ähnelt äußerlich einem stark abgetropften Joghurt, besitzt aber eine eigene Herstellungstradition.
  • Matsoni oder Matsun: Matsoni beziehungsweise Matsun ist eine traditionelle fermentierte Milchspezialität aus dem Kaukasus, insbesondere aus Georgien und Armenien. Je nach Region werden verschiedene Milchsorten und unterschiedliche Mischungen von Milchsäurebakterien verwendet. Geschmack und Konsistenz können entsprechend variieren. Eine einheitliche Bakterienzusammensetzung für sämtliche traditionellen Varianten gibt es nicht.
  • Dahi: Dahi ist ein traditionelles fermentiertes Milchprodukt des indischen Subkontinents. Es wird häufig aus Kuh- oder Büffelmilch hergestellt. Traditionell dient ein Teil des bereits vorhandenen Dahi als Starter für den nächsten Ansatz. Je nach regionaler Kultur und Herstellungstemperatur entstehen unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Konsistenzen.
  • Viili: Viili stammt aus Finnland. Besonders auffällig ist die teilweise fadenziehende, fast schleimige Konsistenz, die durch bestimmte milchsäurebildende Kulturen entsteht. Diese bilden unter anderem besondere Polysaccharide, welche die Beschaffenheit des Produkts beeinflussen. Viili wird gewöhnlich mit Kulturen hergestellt, die bei niedrigeren Temperaturen wachsen als die klassischen wärmeliebenden Joghurtbakterien.
  • Filmjölk: Filmjölk gehört zu den traditionellen fermentierten Milchprodukten Schwedens. Es schmeckt meist angenehm mild-säuerlich und besitzt eine weiche, dickflüssige Konsistenz. Verwendet werden überwiegend sogenannte mesophile Kulturen, die niedrigere Temperaturen bevorzugen. Damit unterscheidet sich die Herstellung von der klassischen warm geführten Joghurtfermentation.
Welche Milch eignet sich zur Joghurtherstellung?

Die verwendete Milch beeinflusst sowohl Geschmack als auch Konsistenz des fertigen Joghurts.

  • Kuhmilch: Kuhmilch eignet sich hervorragend für klassischen Naturjoghurt. Vollmilch führt gewöhnlich zu einem cremigeren Ergebnis als fettarme Milch. Der Eiweißgehalt beeinflusst die Festigkeit. Auch das vorherige Erhitzen der Milch kann die spätere Joghurtstruktur verbessern.
  • Ziegenmilch: Ziegenmilch besitzt einen eigenen, charakteristischen Geschmack. Ihre Eiweißzusammensetzung unterscheidet sich von derjenigen der Kuhmilch. Daher wird Ziegenjoghurt häufig etwas weicher. Die endgültige Konsistenz hängt allerdings auch von der verwendeten Kultur und der Wärmebehandlung ab.
  • Schafmilch: Schafmilch enthält gewöhnlich mehr Fett und Eiweiß als Kuhmilch. Dadurch eignet sie sich besonders gut für einen gehaltvollen, cremigen und häufig recht festen Joghurt. Der Geschmack ist kräftiger und vollmundiger.
  • Büffelmilch: Büffelmilch besitzt ebenfalls einen hohen Fett- und Eiweißgehalt. Daraus entsteht häufig ein besonders dichter, cremiger und gehaltvoller Joghurt. In verschiedenen Regionen wird Büffelmilch traditionell für fermentierte Milchprodukte verwendet.

Braucht jede Milchsorte andere Kulturen? 

Nein. Die klassischen Joghurtbakterien können grundsätzlich mit Kuh-, Ziegen-, Schaf- und Büffelmilch verwendet werden. Allerdings beeinflusst die jeweilige Milchzusammensetzung das Ergebnis erheblich.

Zum Buch: Alles selbst gemacht – Butter, Käse, Öl & mehr

Wer Milch selbst verarbeitet, beschäftigt sich zwangsläufig nicht nur mit Joghurt. Aus demselben Rohstoff entstehen Butter, Quark, verschiedene Käsesorten und viele andere Erzeugnisse. Entscheidend ist das Verständnis dafür, wie die Milch durch Wärme, Säuerung, Gerinnung und weitere Verarbeitung verändert wird. Genau diesem praktischen Wissen widmet sich auch mein Buch Alles selbst gemacht – Butter, Käse, Öl & mehr. Darin geht es unter anderem um die Unterschiede zwischen Kuh-, Ziegen- und Schafmilch, das Pasteurisieren, die Butter- und Käseherstellung und die Verwendung der anfallenden Molke. Auch die Herstellung von Ricotta wird beschrieben.

Das Buch entstand aus der praktischen Beschäftigung mit Lebensmitteln und ihrer Verarbeitung. Nicht um die industrielle Herstellung möglichst kompliziert nachzuahmen, sondern um zu zeigen, was sich mit einfachen Mitteln in der eigenen Küche herstellen lässt. [11] Die Joghurtherstellung fügt sich genau in dieses Verständnis von Lebensmittelhandwerk ein.

Woher kommen die Starterkulturen?

Für die eigene Joghurtherstellung eignen sich spezielle Starterkulturen oder ein kleiner Becher Naturjoghurt mit lebenden Milchsäurebakterien. Die enthaltenen Kulturen sind häufig auf der Verpackung angegeben. Entscheidend ist, dass der Joghurt nicht nachträglich wärmebehandelt wurde. Bei dieser Behandlung wird das bereits fermentierte Produkt noch einmal erhitzt, um seine Haltbarkeit zu verlängern. Dabei werden die lebenden Milchsäurebakterien abgetötet beziehungsweise inaktiviert. Ein solcher Joghurt eignet sich nicht mehr als Starter für die Herstellung eines neuen Joghurts. Von dieser nachträglichen Wärmebehandlung zu unterscheiden ist das Erhitzen der Milch vor dem Einrühren der Starterkulturen. Dieses Erhitzen ist bei der eigenen Joghurtherstellung sogar sinnvoll.

  • Naturjoghurt als Starter: Ein frischer Naturjoghurt mit geeigneten lebenden Kulturen kann für einen neuen Ansatz verwendet werden. Dabei ist zu beachten, dass nicht jede besondere Milchspezialität dieselben Bakterien enthält. Für klassischen festen Joghurt eignen sich die traditionellen Joghurtkulturen besonders gut. Wer einen bestimmten Geschmack erzielen möchte, kann einen entsprechenden Naturjoghurt als Starter auswählen, sofern die Kulturen lebend und für die gewünschte Fermentation geeignet sind.
  • Gekaufte Starterkulturen: Spezielle Joghurtkulturen werden beispielsweise als gefriergetrocknete Präparate angeboten. Je nach Zusammensetzung eignen sie sich für klassischen, milden oder besonders aromatischen Joghurt. Die vorgegebene Dosierung und Temperatur des jeweiligen Herstellers sind zu beachten.
  • Kann selbst hergestellter Joghurt wiederverwendet werden?: Ja. Eine kleine Menge frisch hergestellten, einwandfreien Joghurts kann als Starter für einen weiteren Ansatz dienen. Allerdings können sich die Mengenverhältnisse der Bakterien bei wiederholtem Weiterimpfen verändern. Dadurch kann sich im Laufe der Zeit auch das Fermentationsergebnis verändern. Deshalb ist es sinnvoll, gelegentlich mit einer frischen Starterkultur neu zu beginnen. [10]


Joghurt herstellen mit dem VeganStar Joghurt-Maker Typ 2368

Der VeganStar Joghurt-Maker Typ 2368 ist ein Joghurtbereiter mit einem Fassungsvermögen von einem Liter, der über die Agrisan GmbH vertrieben wurde. Bei der Joghurtherstellung sorgt das Gerät für die notwendige Wärme während der Fermentation. Die nachfolgende Herstellung beschreibt das Grundverfahren für klassischen Milchjoghurt. Die konkreten Betriebs- und Zeitangaben der Originalanleitung des Gerätes haben dabei Vorrang.

Zutaten für einen Liter Naturjoghurt:

  • 1 Liter pasteurisierte Vollmilch
  • Etwa 30–50 g frischer Naturjoghurt mit lebenden klassischen Joghurtkulturen oder eine passende Menge spezieller Starterkultur
  1. Milch vorbereiten: Die Milch wird zunächst erhitzt. Für die klassische Joghurtherstellung hat sich eine Erhitzung auf etwa 85–90 °C bewährt. Dadurch werden unerwünschte Keime reduziert und die Milchproteine so verändert, dass sich später eine festere Joghurtstruktur bilden kann. Anschließend wird die Milch auf die geeignete Impftemperatur abgekühlt.
  2. Die richtige Temperatur: Klassische Joghurtkulturen bevorzugen warme Temperaturen von ungefähr 40–45 °C. Der genaue Bereich richtet sich nach der Starterkultur. Die Milch darf beim Einrühren des Starters nicht mehr zu heiß sein, da die Bakterien sonst geschädigt werden. Bei anderen Starterkulturen können abweichende Temperaturen erforderlich sein.
  3. Starter einrühren: Der Naturjoghurt wird zunächst mit etwas abgekühlter Milch glatt gerührt. Anschließend wird diese Mischung gleichmäßig unter die restliche Milch gerührt. Bei speziellen Starterkulturen richtet sich die Menge nach den Herstellerangaben.
  4. Fermentation: Die vorbereitete Milch wird in den sauberen Behälter des VeganStar gefüllt. Während der Fermentation sollte der Ansatz möglichst ruhig stehen, damit sich das Eiweißnetzwerk ungestört bilden kann. Die erforderliche Reifezeit hängt von den verwendeten Bakterien, der Temperatur und dem gewünschten Säuregrad ab. Bei klassischen Kulturen sind etwa vier bis acht Stunden ein möglicher Ausgangspunkt. Je nach Ansatz können auch längere Fermentationszeiten erforderlich sein. Entscheidend ist eine ausreichende Ansäuerung. Ein pH-Wert von höchstens 4,6 ist ein wichtiger Kontrollwert. Bleibt die Ansäuerung aus, darf der Ansatz nicht als gelungener Joghurt verwendet werden. [10]
  5. Abkühlen: Nach erfolgreicher Fermentation wird der Joghurt zügig im Kühlschrank abgekühlt. Während des Kühlens festigt sich die Konsistenz weiter. Für einen stichfesten Joghurt bleibt die Masse möglichst unberührt. Soll der Joghurt dagegen besonders cremig werden, kann er nach dem Abkühlen umgerührt werden.

Selbst hergestellter Joghurt gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Alle verwendeten Geräte, Behälter und Löffel müssen sorgfältig gereinigt sein. Bei ungewöhnlichem Geruch, Schimmelbildung, Gasentwicklung oder anderen Anzeichen einer Fehlgärung ist der Ansatz zu verwerfen.


Drei weitere Spezialitäten aus selbst gemachtem Joghurt

Griechischer Joghurt – besonders fest und cremig

Für griechischen Joghurt wird zunächst gewöhnlicher Naturjoghurt hergestellt.

Zutaten:

  • 1 Liter fertiger Naturjoghurt

Zubereitung: Ein Sieb mit einem sauberen Passier- oder Baumwolltuch auslegen und über eine Schüssel stellen. Den vollständig abgekühlten Joghurt hineingeben und abgedeckt im Kühlschrank etwa zwei bis vier Stunden abtropfen lassen. Dabei trennt sich ein Teil der Molke von der Joghurtmasse. Je länger der Joghurt abtropft, desto fester wird er. Auf diese Weise entsteht ein besonders cremiger, konzentrierter Joghurt, der sich sowohl pur als auch für süße oder herzhafte Zubereitungen eignet.


Joghurt-Frischkäse – Labneh

Aus Naturjoghurt lässt sich auch ein streichfähiger Frischkäse nach Art des Labneh herstellen. Labneh ist besonders in der Küche des Nahen Ostens verbreitet.

Zutaten:

  • 1 Liter fertiger Naturjoghurt
  • Nach Belieben etwas Salz
  • Nach Belieben frische Kräuter

Zubereitung: Den gekühlten Joghurt in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb geben. Das Sieb über eine Schüssel stellen und den Joghurt im Kühlschrank etwa 12–24 Stunden abtropfen lassen. Währenddessen wird die Masse zunehmend fester. Nach Wunsch mit Salz oder Kräutern verfeinern. Das Ergebnis ist ein cremiger, streichfähiger Joghurt-Frischkäse.


Sahnejoghurt – besonders vollmundig

Sahnejoghurt erhält seinen charakteristischen Geschmack durch einen höheren Fettgehalt.

Zutaten:

  • 750 ml Vollmilch
  • 250 ml Sahne
  • Etwa 30–50 g Naturjoghurt mit lebenden klassischen Kulturen oder eine passende Starterkultur

Zubereitung: Milch und Sahne gründlich miteinander vermischen. Anschließend wie bei der gewöhnlichen Joghurtherstellung erhitzen und auf die passende Impftemperatur abkühlen lassen. Den Starter einrühren und die Mischung im VeganStar entsprechend der Geräteanleitung fermentieren. Danach zügig abkühlen lassen. Das Ergebnis ist ein besonders gehaltvoller und cremiger Naturjoghurt.


Was geschieht mit der Molke?

Beim Abtropfen von griechischem Joghurt oder Joghurt-Frischkäse fällt Molke an. Diese Flüssigkeit enthält unter anderem Wasser, Milchzucker, Mineralstoffe und lösliche Milchbestandteile. Sie muss nicht weggeworfen werden. Molke kann beispielsweise einen Teil des Wassers beim Brotbacken ersetzen oder in geeigneten Teigen verwendet werden. Auch die Weiterverarbeitung von Molke gehört zur traditionellen Milchverarbeitung. In meinem Buch Alles selbst gemacht – Butter, Käse, Öl & mehr findet sich dazu unter anderem die Herstellung von Ricotta.


Milch, Bakterien und ein bisschen Geduld

Die Joghurtherstellung ist weder geheimnisvoll noch kompliziert. Aus Milch und lebenden Milchsäurebakterien entsteht durch Fermentation ein Lebensmittel, das je nach verwendeter Kultur, Milch und Herstellungsverfahren ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen kann. Mild oder kräftig säuerlich, weich oder stichfest, cremig oder abgetropft – die Möglichkeiten sind erstaunlich vielfältig. Dafür braucht es weder modifizierte Stärke noch Aromastoffe, färbende Pflanzenkonzentrate oder eine ganze Sammlung von Verdickungsmitteln. Natürlich darf ein Fruchtjoghurt süß sein. Und gegen ein wenig Honig oder Zucker nach eigenem Geschmack ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Der Unterschied liegt darin, selbst zu entscheiden, was hineinkommt.

Frische Erdbeeren liefern tatsächlich Erdbeeren. Ein Löffel Honig liefert Honig. Und selbst hergestellter Naturjoghurt besteht zunächst schlicht aus Milch und den benötigten Kulturen. Das ist weder revolutionär noch besonders modern. Es ist lediglich die Rückkehr zu einer Herstellung, die schon lange funktionierte, bevor die Lebensmittelindustrie herausfand, wie viele zusätzliche Zutaten sich in einem Becher unterbringen lassen.


Quellen und weiterführende Literatur

Recherche und Quellenprüfung: Oktober 2026

  1. Landliebe – Fruchtjoghurt Erdbeere. Herstellerangaben zu Zutaten, Fruchtanteil und Nährwerten. Enthält unter anderem 11 % Frucht, Zucker, modifizierte Stärke, Pektine und natürliches Aroma.
    https://www.landliebe.de/die-landliebe-produkte/fruchtjoghurt/fruchtjoghurt-erdbeere-38-fett-500g-mehrwegglas/
  2. Molkerei Müller – Joghurt mit der Ecke Erdbeere. Produktdaten mit 11,7 % Erdbeeren, Zucker, verschiedenen Verdickungsmitteln, Aroma und 14,7 g Gesamtzucker je 100 g.
    https://www.rewe.de/shop/p/mueller-joghurt-mit-der-ecke-erdbeere-150g/1492314
  3. Ehrmann – Almighurt Erdbeere. Zutatenliste mit 11 % Erdbeeren, Zucker, modifizierter Stärke, Pektinen, Guarkernmehl und Aroma.
    https://www.rewe.de/shop/p/ehrmann-almighurt-erdbeere-150g/6871550
  4. Andechser Natur – Bio-Jogurt mild Erdbeere, 150 g. Offizielle Herstellerangaben zu 6 % Erdbeeren, Rübenzucker, Johannisbrotkernmehl, Pektin, natürlichem Erdbeeraroma und färbendem Pflanzenkonzentrat.
    https://www.andechser-natur.de/de/bio-produkte/bio-jogurt-mild-erdbeere-38-fett-150g
  5. REWE Bio – Joghurt Erdbeere, 150 g. Zutatenliste mit 12 % Erdbeeren, 3 % Erdbeersaft, Rohrohrzucker, Johannisbrotkernmehl und Pektinen.
    https://www.rewe.de/shop/p/rewe-bio-joghurt-erdbeere-150g/9433630
  6. Danone – FruchtZwerge Klassiker, Erdbeere/Himbeere/Kirsche. Offizielle Produktinformationen mit Zutatenlisten, Fruchtanteilen und Nährwerten. Bei der Erdbeervariante 6 % Erdbeerpüree und 9,8 g Gesamtzucker pro 100 g.
    https://www.fruchtzwerge.de/produkte/fruchtzwerge-klassiker/erdbeere-himbeere-kirsche-6er.html
  7. Verbraucherzentrale – Kinderlebensmittel: Extrawurst für den Nachwuchs? Stand 7. August 2026. Kritische Einordnung von speziell für Kinder beworbenen Lebensmitteln und zuckerreichen Milchprodukten.
    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/kinderlebensmittel-extrawurst-fuer-den-nachwuchs-10725
  8. Verbraucherzentrale Bayern – Woher stammt der Zucker im Naturjoghurt? Erklärung des natürlichen Milchzuckers und der Unterschiede zwischen Naturjoghurt und gesüßtem Fruchtjoghurt.
    https://www.verbraucherzentrale.bayern/faq/woher-stammt-der-zucker-im-naturjoghurt-91316
  9. Lebensmittelklarheit – „Quarkiger Genuss“ ohne Quark als Zutat. Untersuchung der Verbraucherzentrale zur Produktbezeichnung und Zusammensetzung einer Netto-Eigenmarke.
    https://www.lebensmittelklarheit.de/produktmeldungen/quarkiger-genuss-ohne-quark-als-zutat
  10. Utah State University Extension – Homemade Fermented Yogurt. Fachliche Anleitung zur Joghurtherstellung mit lebenden Kulturen, Milchvorbereitung, Fermentation, Ansäuerung, Kühlung und Herstellung abgetropften Joghurts.
    https://extension.usu.edu/preserve-the-harvest/fermented-yogurt
  11. Heidi Thaler – Alles selbst gemacht: Butter, Käse, Öl & mehr. BuchVerlag Leipzig, 4. Auflage 2023, ISBN 978-3-89798-312-0. Eigene Veröffentlichung zur Verarbeitung von Milch, Herstellung von Butter, Quark und Käse sowie zur weiteren Nutzung von Molke.
    https://landeruns.blogspot.com/2011/06/buchkind-1-alles-selbst-gemacht-butter.html

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Was man sich im Hauerland erzählt

Eine historische Sage zu Hochwies

Es muss sich zu Anfang des 12. Jahrhunderts zugetragen haben, da soll ein deutscher Goldsucher ausgezogen sein das Gold und Glück zu finden. Als er den Vogelberg bei Hochwies erblickte, da bemerkte er dass der ganze Berg voll des Goldes war. Er behielt das Wissen für sich und machte sich auf den Heimweg. Zurück in der Heimat und sammelte er die Menschen die arm waren und ein wenig Abenteuerlust besaßen.

Er versprach ihnen eine sichere Existenz, so machten sich mehrere Familien auf den Weg und zogen die Donau hinunter. Rings um den Vogelberg siedelten sich die Menschen in Hochwies, Deutsch-Proben und Kremnitz ringsherum um den Berg an und schürften Gold. Da wo sie kein Gold fanden, da rodeten sie den Wald, bauten Häuser, waren fleißig und mehrten so ihren Wohlstand.

Auch waren sie geschickt im Schindelherstellung, das bot sich an, denn der Wald um Hochwies war sehr schön gewachsen. Die Schindelmacher sollen drei Brüder gewesen sein, die aus Deutschland kamen. Seltsam nur , ihr Name wird mit Baracka überliefert

Das fand ich lustig, denn es soll erklären

warum die Schweine in der Erde herumwühlen.

Die Schweine hielten ein Fest ab, und wie das sich gehört gab es reichlich zu Essen – Pfannkuchen. Mit einem Mal kommt der Bauer um die Ecke, er sucht die vielen Eier die ihm aus der Vorratskammer fehlen. Die Schweine hüpfen durcheinander: „Hilfe, Hilfe der Bauer kommt, der Bauer kommt….!“ und suchen die Pfannkuchen zu verstecken. In ihrer Not buddeln sie ein großes Loch und werfen alle Pfannkuchen hinein und buddeln das Loch zu.

Diese Begebenheit erzählten sich die Schweine über Generationen und deswegen wühlen sie noch heute in der Erde, weil sie hoffen sie finden Pfannkuchen.

Die starken Kinder von Hochwies

Der Sage nach waren die Menschen aus Hochwies viel stärker als die Leute in der Umgebung. Sie waren zwei bis drei Köpfe größer gewachsen und stark wie ein Medwet (Bär). Darum, so erzählt die Sage, konnten die Türken Hochwies nicht erobern. Sie haben eine Schanze gebaut, die Türken konnte nicht hinüber, nicht allein und nicht zu Pferd. Und einer von ihnen war ganz besonders groß gewachsen und tapferer als alle Anderen, der focht einen furchtbaren Kampf.

Weil er so mutig war so hat er allein die Türken zurückgeschlagen.

Wenn der Kurutz kommt…

Wenn wir Kinder besonders böse waren einander neckten und so gar nicht zu bändigen waren, da hat die Oma zu uns gesagt: “ Wie ein Kurutz, Himmel hilf!“ Ich konnte mir nie erklären was sie damit meinte. Kukrutz – ja , das heißt Maiskolben. Viele Jahre später gibt eine Sage da ein wenig Aufschluss: Der Kurutz, so erzählt man sich im Hauerland, ist schlimmer als das leibhaftige Böse. Es hieß ein Kurutz macht mehr Schaden als ein Dutzend Wölfe. Diesen Spruch kannte damals wohl jedes Kind:

„Der Kuruz ist gekummen,
Hat Proben verbrunnen,
Hat Kremnitz verzehrt
Und Schemnitz verheert.“

Auch ins Gebirge ist er gekommen, natürlich heimlich, wie ein Dieb mitten in der Nacht. Aber die Menschen waren wachsam, sie haben von weiten schon die Feuer der brennenden Hütten gesehen. So riefen die Wächter: „Der Kurutz ist da!“ Die Dörfler liefen was die Beine hergaben aus den Höfen und Hütten fort und versteckten sich im Gebirge. So fand der Kurutz Haus und Scheuer verlassen und musste unverrichteter Dinge anziehen. Freilich hat er die Hütten in Brand gesetzt, doch die Menschen waren in Sicherheit.

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Die Zivilisation unter der Grasnarbe – Wie man Dreck amtlich vergoldet und Kriege finanziert

Es gibt Dinge, die verschwinden nicht. Sie werden von einer hochentwickelten, bürokratischen Zivilisation lediglich unsichtbar gemacht. In Schellbach war das früher einmal eine bemerkenswert ehrliche Angelegenheit. Man musste nur in die Sandgrube gehen. Dort lag der Müll offen herum – Hausmüll, alte Gasmasken und der giftige Rest des täglichen Lebens hinein und wartete darauf, dass das Zeug im vermeintlich magischen schwarzen Loch der Erde verschwindet. Aus den Augen, aus dem Sinn. Heute sieht man dort angeblich nichts Besonderes mehr. Bäume wachsen, Sträucher sprießen, Pilze gedeihen. Wer den Ort nicht kennt, käme nie auf die Idee, dass unter dieser idyllischen Natur eine möglicherweise toxische Deponie schlummert.

Nur die Bürokratie ist zum Glück zu vergesslich für echten Frieden: Die „wilde Müllkippe Sandgrube“ steht festbetoniert in den Akten. Kataster-Nr. 00454, knapp 37.000 Quadratmeter, Zustand laut amtlicher Erfassung von 2017: abgedeckt. Ob inzwischen beräumt? Nicht belegt. Aber wozu auch gleich die Schaufeln auspacken, wenn ein Aktenordner genügt? Um Gottes Willen, nein! Das deutsche Bodenschutzrecht erlaubt es schließlich ganz legal, Schadstoffe im Boden zu belassen, solange sie ausreichend gesichert sind. Man muss den Dreck also nicht zwangsläufig beseitigen – man muss nur dafür sorgen, dass er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Deutschland führt dazu natürlich mustergültige Statistiken. Nach den aktuellen, beim EUWID und der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) dokumentierten Kennzahlen gibt es schlanke 19.040 bestätigte Altlasten. Bei weiteren 135.137 Flächen ist der Gefahrenverdacht gnädigerweise noch abzuklären. Und in sage und schreibe 36.829 Fällen wird die Akte unter dem herrlich verlogenen Label „Sanierung abgeschlossen“ abgeheftet. Und „Sanierung abgeschlossen“ heißt, wie bereits gelernt, keineswegs zwangsläufig, dass auch nur ein einziges Gramm Giftmüll herausgeholt wurde. Es kann schlicht heißen: Man hat einen Deckel draufgemacht. 

Das ewige Jammern über die klamme Kasse

Wer jetzt Mitleid mit den klammen Kassen von Bund, Ländern und Kommunen bekommt, darf sich beruhigen. Die Jammermelodie des Staates ist seit Jahrzehnten dieselbe: Zu teuer! Zu kompliziert! Zu wenig Personal! Nicht verhältnismäßig! 

Da zuckt der deutsche Amtsschimmel bedächtig mit den Achseln, während Sachsen-Anhalt (rund 1,96 Milliarden Euro von 1993 bis 2025, allein 64,7 Millionen im Jahr 2025), die Wismut-Sanierung (7,4 Milliarden Euro) oder die ostdeutsche Braunkohle (12,3 Milliarden Euro) über die Jahrzehnte Milliarden verschlingen – und die Bundesregierung auf parlamentarische Anfrage feixt, dass sie über die wahren Gesamtkosten privater, länderübergreifender Altlasten überhaupt keine Informationen besitzt (Drucksache 19/28892). Man verwaltet das Desaster lieber im Blindflug, als es zu lösen. Für echten Umweltschutz ist im reichen Deutschland schließlich kein Cent zu viel da.

Der magische Geldsegen: Wenn der Krieg ruft

Doch wehe, die politische Priorität ändert sich! Wie im Rausch zeigt dieselbe bürokratische und finanzielle Maschine plötzlich, was in ihr steckt, sobald es um Kriege und militärische Großmannssucht geht.

Da bricht jede schlafmützige Haushaltsdisziplin im Eiltempo zusammen. Seit dem 24. Februar 2022 drückt der deutsche Staat nach offiziellen Angaben der Bundesregierung und des BMVg mehr als 100,9 Milliarden Euro an ziviler (43,3 Mrd.) und militärischer (57,6 Mrd.) Unterstützung für die Ukraine ab – bar, per Scheck oder für kommende Jahre vertraglich festgeschnürt. Keine Debatte über „Verhältnismäßigkeit“, kein langes Jammern über leere Kassen, kein bürokratisches Händeringen. Wenn es um Stahl, Patronen und Frontlinien geht, fließt das Geld, als gäbe es kein Morgen.

Und währenddessen reiben sich die Profiteure die Hände. Rheinmetall legte für das Geschäftsjahr 2025 eine Rekordbilanz vor: 9,935 Milliarden Euro Umsatz (plus 29 Prozent), ein operatives Ergebnis von 1,841 Milliarden Euro und ein astronomischer Auftragsbestand von 63,8 Milliarden Euro. Das nennt sich dann Geschäftsbericht – und klingt in den Vorstandsetagen nach purem Gold, während die europäische Nachfrage nach militärischer Vernichtung explodiert.

Die perfekte Kreislaufwirtschaft des Wahnsinns

Das ist die unerträgliche, gallige Pointe unserer vermeintlich so hoch entwickelten Zivilisation: Wir schaffen es mit astronomischem finanziellem Aufwand, andernorts exakt die Sorte von zerschossenen Fabriken, verstrahlten Böden, Kampfmittelresten und toxischen Schutthalden zu produzieren, die uns zu Hause seit dreißig Jahren als unlösbare, zu teure Altlasten auf den Füßen stehen.

Wir exportieren das Elend im Großformat nach Osten, während wir daheim auf unseren eigenen, mit Erdboden kaschierten Giftdeponien hocken und uns dafür auch noch auf die Schulter klopfen, weil wir dafür amtliche Grenzwerte und lateinische Fachbegriffe erfunden haben.

Eine Müllkippe wird zur Altablagerung.

Gift im Grundwasser wird zur schädlichen Bodenveränderung. Das Zeug einfach drinzulassen nennt sich Sicherungsmaßnahme. Und am Ende ist die Sanierung abgeschlossen. Der Boden muss davon schließlich nichts wissen. Noch bizarrer wird die Rechnung, wenn man betrachtet, was der Krieg, für den diese gigantischen Summen im Eiltempo mobilisiert werden, auf der Gegenseite selbst produziert. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) dokumentiert in der Ukraine akribisch die Totalvernichtung: zerschossene Raffinerien, explodierte Treibstofflager, gesprengte Gasleitungen, zerstörte Bergwerke, Fabriken, Wasser- und Abwassersysteme. Dazu brennende Militärfahrzeuge, Tonnen von Munitionsresten, Industrieschadstoffe und mit Giftstoffen kontaminierter Gebäudeschutt – eine toxische Hinterlassenschaft für Generationen, wie die UNEP warnt. 

Die gemeinsame Schadens- und Bedarfsanalyse von Weltbank, Vereinten Nationen, Europäischer Kommission und ukrainischer Regierung bezifferte im Februar 2026 den erwarteten Wiederaufbaubedarf auf fast 588 Milliarden US-Dollar innerhalb der kommenden zehn Jahre.

Man muss fast schon bewundernde Ehrfurcht vor dieser Konsequenz empfinden: Wir sind mit der Beseitigung unseres eigenen industriellen und militärisches Mülls aus den letzten hundert Jahren noch nicht mal ansatzweise fertig – und schaffen gleichzeitig mit astronomischem finanziellem Einsatz die perfekten Voraussetzungen dafür, dass andernorts die nächsten Generationen im atomaren, chemischen und industriellen Schutt versinken.

Was ist daran eigentlich zivilisiert?

Vielleicht liegt genau hier der westeuropäische Denkfehler: Was soll an dieser Art von „Zivilisation“ eigentlich so zivilisiert sein? Dass wir chemisch auf das Mikrogramm genau messen können, was wir in den Boden gekippt haben? Dass wir dafür feinsäuberliche Grenzwerte besitzen? Dass wir auf dem Papier exakt analysieren können, wie sich Schwermetalle ins Grundwasser fressen? Dass wir eine Katasternummer vergeben und danach eiskalt durchrechnen, ob sich das Ausbuddeln für die Wirtschaftlichkeit überhaupt rechnet?

Eine mittelalterliche Abfallgrube erzählt Archäologen heute, was Menschen vor Jahrhunderten gegessen und weggeworfen haben. Knochen, Keramik, ein bisschen organisches Material. Was werden wohl zukünftige Generationen aus unseren glorreichen Erdschichten ziehen? Nur 

  • Asbest.
  • Mineralölkohlenwasserstoffe.
  • Lösemittel.
  • Schwermetalle.
  • Mikroplastik und synthetische Industriechemikalien.
  • Industrieschlämme.
  • Ungesicherte Munitionsreste und Kampfmittel.

Und jene fantastischen Chemikalien, bei denen erst in fünfzig Jahren irgendwer herausfindet, was für eine brillante Idee es war, sie millionenfach in die Umwelt zu blasen.

Wir halten uns für die absolute Krone der Schöpfung, weil wir komplizierte Mikrochips löten und High-Tech-Waffen bauen können. Vielleicht verwechseln wir Zivilisation schlicht und einfach mit technischer Leistungsfähigkeit. Eine wirklich entwickelte Gesellschaft müsste sich jedoch daran messen lassen, was sie denen hinterlässt, die nach ihr kommen. Und da fällt die Bilanz verheerend aus. Wir besitzen das Wissen. Wir besitzen die Technologie. Und während man hierzulande über jeden Kubikmeter Altlast jahrzehntelang Akten führt, laufen weltweit derzeit rund 130 bewaffnete Konflikte. Mehr als 20 davon dauern bereits länger als zwei Jahrzehnte.

Wenn man sich ansieht, wie Deutschland dort reagiert, gehört zur Wahrheit auch, dass man die Dinge strikt auseinanderhalten muss: Wo engagiert man sich militärisch, wo tröpfeln humanitäre Almosen, und wo macht die deutsche Industrie einfach nur glänzende Geschäfte?

Die Relationen sind entlarvend: Für Syrien hat Deutschland seit 2011 – also in über einem Jahrzehnt Dauerfeuer – insgesamt rund 13 Milliarden Euro bereitgestellt. Für den Sudan oder den Jemen, wo sich unfassbare humanitäre Katastrophen abspielen, reicht es für ein paar Hundert Millionen Euro an ziviler Hilfe. In Gaza sind es rund 90 Prozent von gut 374 Millionen Euro deutscher Hilfsgelder. Und bei Israel? Da geht es vor allem um genehmigte Rüstungsexporte in Höhe von knapp 485 Millionen Euro (vom 7. Oktober 2023 bis Mitte 2025). Das ist keine staatliche Kriegshilfe, das ist knallhartes Exportgeschäft der heimischen Waffenschmieden.

Nur bei einem einzigen Krieg scheint plötzlich jede finanzielle, bürokratische und militärische Zurückhaltung vergessen: bei der Ukraine. Mehr als 100 Milliarden Euro in wenigen Jahren – während andere Kriege seit Jahrzehnten laufen und im politischen Betrieb längst zur lästigen Hintergrundkulisse verkommen sind.

Wer also behauptet, es sei kein Geld da, lügt. Auch das ist keine Frage klammer Kassen. Es ist einzig und allein eine Frage dessen, was politisch zur absoluten Priorität erklärt wird – und was eben nicht.

Währenddessen wächst über Schellbach ungerührt der Wald weiter. Die Pilze haben vom Altlastenkataster noch nie etwas gehört. Die Bäume ahnen nichts von dem möglicherweise giftigen Erbe unter ihren Wurzeln. Und irgendwann sind auch die letzten Menschen tot, die mit eigenen Augen gesehen haben, wie man dort den Müll in die Grube warf.

Dann bleibt exakt eines übrig: Die Akte. Kataster-Nr. 00454. 36.663 Quadratmeter. Abgedeckt. Vielleicht ist das am Ende die treffendste Grabinschrift für unsere hochentwickelte Zivilisation: Wir haben gelernt, beinahe alles herzustellen. Wir haben gelernt, beinahe alles zu zerstören. Und wenn uns die Hinterlassenschaften dabei im Weg stehen, haben wir ein unfehlbares Verfahren dafür: Wir decken sie ab.

Quellen & Belege

  • Altlasten Schellbach: Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst: Flächennutzungsplan, Anlage Altlasten/Altlastenverdachtsflächen; u. a. Kat.-Nr. 00454 „wilde Müllkippe Sandgrube“ und Kat.-Nr. 00453 „wilde Müllkippe Schellbach Tälchen“.  Flächennutzungsplan Anlage 3 (PDF)
  • Altlastenstatistik: Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO): Kennzahlen der Altlastenstatistik 2025 – vgl. EUWID-Bericht zur langsamen Sanierungsrate. LABO: Statistik 2025
  • Finanzierung Sachsen-Anhalt: Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt (LAF) (Rund 1,960 Mrd. € von 1993–2025). LAF: Zahlen
  • Wismut & Braunkohle: Wismut GmbH (7,4 Mrd. € Bundesmittel bis Ende 2025) sowie LMBV / Bund-Länder-Geschäftsstelle Braunkohlesanierung (12,3 Mrd. € bis September 2025). Wismut: Finanzierung · LMBV: Braunkohlesanierung
  • Kosten-Intransparenz Bund: Deutscher Bundestag, Drucksache 19/28892 (Der Bundesregierung liegen keine vollständigen Informationen zu den Sanierungskosten von Privaten, Ländern und Kommunen vor).  Bundestag: Drucksache 19/28892
  • Ukraine-Hilfen: Kiel Institut für Weltwirtschaft (Ukraine Support Tracker) sowie Bundesregierung / BMVg (Stand 2026: über 100,9 Mrd. € zivile und militärische Unterstützung).  Kiel Institut: Ukraine Support Tracker · Bundesregierung: Ukraine-Unterstützung
  • Ökologische Kriegsschäden: UN Environment Programme (UNEP) sowie World Bank / UN / EC / Ukraine Government: Rapid Damage and Needs Assessment 5 (Februar 2026 – 588 Mrd. US-Dollar Wiederaufbaubedarf).  UNEP: Umweltfolgen · Weltbank: RDNA5
  • Rheinmetall-Bilanz: Rheinmetall AG: Geschäftsbericht 2025 (9,935 Mrd. € Umsatz, 63,8 Mrd. € Auftragsbestand).  Rheinmetall: Geschäftszahlen 2025
  • Weltweite bewaffnete Konflikte: Internationales Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) (Stand 2026: rund 130 aktive Konflikte, davon >20 seit mehr als 20 Jahren); Geneva Academy.  IKRK: Humanitarian Outlook 2026
  • Vergleichbare internationale Unterstützungsleistungen: Auswärtiges Amt (zivile und humanitäre Hilfen u. a. für Syrien seit 2011, Sudan, Jemen, Palästinensische Gebiete); Deutscher Bundestag (Genehmigte Rüstungsexporte u. a. für Israel). Auswärtiges Amt: Syrien · Bundestag: Israel-Exportgenehmigungen
  • Gaza: Auswärtiges Amt, 4. November 2025: Mehr als 374 Millionen Euro deutsche humanitäre Hilfe seit Oktober 2023, davon etwa 90 Prozent für Gaza. Amtliche Quelle.
  • Israel: Deutscher Bundestag, 2. Juni 2025: Genehmigte Rüstungsexporte nach Israel in Höhe von 485.103.796 Euro im Zeitraum vom 7. Oktober 2023 bis 13. Mai 2025. Amtliche Quelle.
  • Nukleare Kriegsrisiken: Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA): Dokumentation der Gefährdung ukrainischer Kernkraftwerke, insbesondere Saporischschja und Tschernobyl. IAEA – Nuclear Safety in Ukraine.

Dienstag, 8. September 2026

Weihrauch / Boswellia-Extrakte im Zusammenhang mit Strahlentherapie

STAND: 04.09.2026

Einordnung und wichtiger Hinweis 

Diese Ausarbeitung fasst den zum Zeitpunkt der Erstellung recherchierten Kenntnisstand zu Boswellia serrata im Zusammenhang mit Strahlentherapie zusammen. Dargestellt werden wissenschaftliche Veröffentlichungen und klinische Erfahrungen, untersuchte Dosierungen und Anwendungsformen sowie konkrete Präparate und deren Zusammensetzung. Die zugrunde gelegten wissenschaftlichen und sonstigen Quellen sind im Quellenverzeichnis dokumentiert.

Freitag, 31. Juli 2026

Lammas – Das Fest der goldenen Schwelle und die nüchterne Wahrheit der Ernte. Was im deutschen Raum wirklich greifbar ist

Lammas ist kein steriles Forschungsobjekt, sondern ein pulsierender Moment zwischen Leben und Tod, zwischen der scharfen Sense und dem nährenden Brot, und wer versucht, diesen Zeitpunkt über Begriffe zu greifen, wird zwangsläufig daneben greifen, denn das altenglische hlāf-mæsse, die Brotmesse, gehört in einen kirchlichen Zusammenhang, ebenso wie das oft bemühte Lughnasadh in die irische Überlieferung, die sich im Metrical Dindshenchas (Corpus of Electronic Texts) nachlesen lässt, doch das alles erklärt nichts von dem, was hier geschieht, wenn im deutschsprachigen Raum Ende Juli, Anfang August das Korn nicht mehr im Werden steht, sondern im Abschluss, die Halme ihr Gewicht tragen, die Spannung aus dem Feld gewichen ist und sich dieser schwer zu beschreibende Moment einstellt, in dem man spürt, dass nichts mehr hinzukommt, sondern nur noch genommen werden kann.

Donnerstag, 21. Mai 2026

Bärenklaubbier

 

Zutaten

  • Bärenklaublätter
  • 2 l Wasser
  • Hefe
  • optional Ingwer

Zubereitung

Montag, 18. Mai 2026

Bye-bye, Rührei! Wie aus Brutzelgenerve mein perfekter Keto-„Karibik-Traum“ im Vorratsglas entstand

Was esse ich? Das ist die Frage. Jeden Morgen. Und eigentlich ist es so banal wie einfach, denn ich esse seit einigen Wochen anders: Ich esse ketogen. Und zum Ketogenen gehört halt viel selber kochen, viel Zeitaufwand. Und genau das fing irgendwann an zu nerven. Nicht das Essen selbst. Nicht die Eier. Nicht irgendeine „Keto-Krise“. Sondern schlicht dieses ständige Dastehen am Morgen. Pfanne raus. Irgendwas braten. Warten. Schnippeln. Abwaschen. Natürlich kann man das machen. Aber man kann auch was basteln, auf Vorrat, das morgens oder zwischendurch ohne großes Theater funktioniert. Etwas, das satt macht, ordentlich schmeckt und nicht jedes Mal wieder Arbeit bedeutet.

Anfangs war dabei noch überhaupt nicht klar, wohin das Ganze eigentlich gehen würde. Es stand einfach nur verschiedenes Zeug herum: geschälte Hanfsamen, gehackte Mandeln, Kokosraspeln, Walnüsse, Pekannüsse, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse und Joghurt. Sogar Korinthen standen kurz mit im Raum.


Die erste Überlegung: Das ungesüßte Keto-Müsli als Porridge-Basis

Die Grundidee basiert auf einer rein ketogenen Mischung aus 100 g geschälten Hanfsamen, 100 g gehobelten Mandeln, 50 g Kokoschips und 30 g gehackten Haselnüssen. Da diese Zutaten fast ausschließlich hochwertige Fette, Omega-3-Fettsäuren, MCTs und Ballaststoffe bei minimalen Netto-Kohlenhydraten liefern, entsteht ein klassisches, ungesüßtes Keto-Müsli. Serviert mit fettreichem griechischen Joghurt (10 %) oder ungesüßter Mandelmilch reichen bereits 30 g bis 50 g aus, um stundenlang zu sättigen.

Der entscheidende Ansatz liegt jedoch in der Verarbeitung: Mahlt man alle Zutaten im Mixer ganz klein und lässt sie in der Flüssigkeit stehen, verwandelt sich das Müsli in einen cremigen Keto-Porridge (oft auch „Noats“ genannt, da keine Haferflocken enthalten sind).

Konsistenz, Sättigung und Bioverfügbarkeit

Theoretischerweise könnte man aber auch alles ganz klein schlagen und quellen lassen. Wenn du die Hanfsamen und Nüsse zerkleinert (z. B. kurz im Mixer pulsierst) und mit Flüssigkeit stehen lässt, quellen vor allem die Ballaststoffe auf. Das Volumen vergrößert sich, und die Konsistenz wird cremig und breiig – ähnlich wie klassischer Haferbrei. Das sorgt oft für ein stärkeres Sättigungsgefühl.

Durch das Zerkleinern und "Quellenlassen" (Einweichen) können bestimmte Nährstoffe vom Körper besser aufgenommen werden:

  • Phytinsäure: Nüsse enthalten Phytinsäure, die Mineralstoffe binden kann. Einweichen neutralisiert einen Teil davon.

  • Leichtere Verdauung: Dein Magen hat weniger Arbeit mit dem Zersetzen ganzer Nussstücke. Die breiige Konsistenz schont den Magen, verbessert die Nährstoffaufnahme und baut enthaltene Phytinsäuren ab.

Ganze Nüsse schmecken oft süßlicher und knackiger. Wenn du alles klein machst, wird der Eigengeschmack der Hanfsamen (leicht nussig-erdig) dominanter. Ergänzt man den Brei um einen Teelöffel Chia-Samen oder Flohsamenschalen, wird das Ergebnis maximal puddingartig, während eine Prise Zimt oder echtes Vanillemark Wunder wirkt. Es passt perfekt in den Keto-Plan, täuscht dem Gehirn eine gewisse Süße vor und hilft sogar dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.


Der erste Entwurf: Die 500g-Vorratshaltung

Im Schrank habe ich noch Walnuss, Kokos, Mandel, geschälte Hanfsamen, Pekannusskerne und Sonnenblumen. Jetzt fragt sich nur noch, in welchem Verhältnis miteinander… Das sollte ein ausgewogenes Verhältnis für die Vorratshaltung für 500 g ergeben:

Die 10-Portionen-Mischung (ca. 500 g Gesamtmenge)

ZutatMengeFunktion
Geschälte Hanfsamen150 gDie cremige Basis (proteinstark)
Walnüsse (gehackt)100 gHerzgesunde Fette & Aroma
Pekannüsse (gehackt)80 gDie Extraportion Fett (sehr keto-freundlich)
Sonnenblumenkerne70 gMineralstoffe & günstiger Füller
Kokoschips50 gNatürliche Süße & Textur
Mandeln50 gFestigkeit beim Quellen
  • Hanfsamen als Anker: Mit ca. 30 % Anteil bilden sie die perfekte Masse, wenn du sie zerkleinert. Sie saugen die Flüssigkeit gut auf, ohne schleimig zu werden.

  • Walnuss- & Pekan-Dominanz: Diese beiden haben den höchsten Fettgehalt und die wenigsten Kohlenhydrate. Sie halten deinen Insulinspiegel extrem flach.

  • Kokos & Mandeln: Sie dienen als Geschmacksabrundung.

Zubereitung einer Portion nach diesem Modell:

Nimm etwa 4 bis 5 gehäufte Esslöffel (ca. 50 g) deiner Mischung. Zerkleinere diese kurz im Mixer oder mit einem Mörser (nicht zu Mehl, eher wie grober Grieß). Gib ca. 100 ml bis 120 ml ungesüßte Mandelmilch oder Wasser dazu. Wichtig: Lass es mindestens 10 Minuten quellen. Wenn du es abends vorbereitest ("Overnight-Noats"), wird es besonders cremig.


Was sagen die Foren-Experten?

In den gängigen Keto-Foren und auf Portalen wie Salala, Lowcarb.de oder dem Vitalmesszentrum findet man tatsächlich Rezepte, die fast genau diese Zutaten nutzen. Dort wird diese Art von Frühstück meistens "Keto-Porridge" oder "Noats" (für No Oats – keine Haferflocken) genannt.

Die Forum-Standard-Formel lautet:

  • 50 g Hanfsamen (geschält und oft kurz im Mixer zerkleinert)

  • 100 ml - 200 ml Flüssigkeit (ungesüßte Mandel- oder Kokosmilch)

  • Toppings: Gehackte Walnüsse und Pekannüsse (meistens ca. 10–20 g pro Sorte)

  • Zusatz-Bindung: Viele fügen optional 1 EL Leinsamen oder 1 TL Chia-Samen hinzu, damit es noch breiiger wird.

Die zwei gängigsten Zubereitungsarten aus den Foren:

  1. Die Koch-Variante (Schnell): Die zerkleinerten Hanfsamen und Nüsse werden mit der Mandelmilch in einem kleinen Topf ca. 2–5 Minuten leicht geköchelt, bis die Masse andickt. Das macht den Brei besonders weich und "haferflockig".

  2. Die "Overnight"-Variante (Quellenlassen): Du mischst alles am Vorabend (oder 15 Minuten vorher) kalt an. Da Hanfsamen weicher sind als Haferflocken, reicht das Quellenlassen oft schon aus, um eine sämige Konsistenz zu bekommen.

Wichtig ist, Pekannüsse und Walnüsse nicht zu fein zu mahlen, da sie einen sehr hohen Fettanteil haben und sonst schnell zu einer Paste oder Butter werden. Zusammenfassend sagen die Foren-Experten: Hanfsamen sind der beste 1:1-Ersatz für Haferflocken. Das wollen wir mal sehen…


Die Wende: Joghurt statt Haferdrink

Ich werde das einfach alles mahlen und einen ordentlichen Schluck Joghurt reinmachen und dann haben wir es schon. Denn Joghurt ist die perfekte Wahl, weil er (im Gegensatz zu zuckerhaltigen Haferdrinks) Fett mitbringt und die Kohlenhydrate im Rahmen bleiben.

Ja, jetzt fragt sich nur noch, in welcher Zusammensetzung. Weil Mandeln sind angenehm süß, Hanfsamen ist schön knackig, ja und Kokos haben wir auch. Wahrscheinlich wäre diese Aufteilung pro Portion recht angenehm:

ZutatMengeBearbeitung
Mandeln2 EL (ca. 25 g)Fein hacken/mahlen. Sie sind dein "Mehl-Ersatz" und liefern die Süße im Joghurt.
Geschälte Hanfsamen2 EL (ca. 20 g)Ganz lassen. Sie geben diesen typischen "Mohn-Effekt" beim Kauen.
Walnüsse / Pekannüsse2–3 StückGrob zerbrechen. Das ist dein "Crunch", damit du was zum Beißen hast.
Kokoschips1 ELGanz lassen. Sie sorgen für das Aroma und die Struktur.
Sonnenblumenkerne1 TLGanz lassen.

Warum diese Kombination in Foren empfohlen wird:

  • Die Mandel-Süße: In Foren wird oft geraten, Mandeln fast zu Mehl zu verarbeiten, wenn man keinen Zucker nutzt. Dadurch verteilt sich das leicht süßliche Aroma der Mandel im gesamten Joghurt, anstatt dass du nur auf einen harten Kern beißt.

  • Hanfsamen-Textur: Da du sie "knackig" magst: Lass sie unbedingt ganz! Geschälte Hanfsamen haben einen sehr angenehmen, weichen Biss (fast wie Pinienkerne). Gebrannte/geröstete Hanfsamen (falls du die nimmst) sind sogar noch knuspriger.

  • Joghurt-Bindung: Durch die fein gemahlenen Mandeln wird der Joghurt dicker und "müsli-artiger".

Und wir nehmen auch Kokosflocken, die man zum Kochen nimmt – die aus der Backabteilung funktionieren perfekt. Sie saugen sich mit dem Joghurt (oder der Flüssigkeit) voll und sorgen für eine richtig dichte, sättigende Struktur. Da sie so klein sind, geben sie ihr Aroma sofort an den Joghurt ab. Der ganze Joghurt schmeckt dann nach Kokos, nicht nur die einzelnen Stücke. Und: Sie quellen leicht auf. Das macht den Joghurt-Mix länger sättigend. Die Back-Kokosflocken sind meistens zu 100 % rein, ohne Zuckerzusatz (aber check sicherheitshalber kurz die Packung). Wenn du Kokosflocken nimmst, braucht der Joghurt meistens einen kleinen Schluck Wasser extra, weil die Flocken ordentlich Feuchtigkeit ziehen; lass es einfach 5 Minuten stehen. Hau die Kokosflocken ruhig großzügig rein – bei Keto sind die wegen der guten MCT-Fette ohnehin Gold wert.


Der "Fluff"-Ansatz für die Schüssel

Schauen wir uns an, warum diese Zusammenstellung im Joghurt so gut funktioniert:

ZutatMengeWarum das jetzt knallt
Griechischer Joghurt150–200 gDeine cremige Basis (nimm den mit 10 % Fett!).
Gehackte Mandeln2 ELLiefern die sanfte, natürliche Süße.
Kokosraspeln1–2 ELBinden den Joghurt und geben Struktur.
Geschälte Hanfsamen2 ELDein "Knack-Faktor" und Proteinlieferant.
Walnüsse & PekannüsseJe 3–4 StückGrob mit der Hand zerbröseln. Das sind die absoluten Fett-Booster für dein Gehirn.

Pekannüsse haben von allen Nüssen fast den höchsten Fettgehalt und die wenigsten Kohlenhydrate. Sie schmecken fast schon butterig. Walnüsse bringen eine herbe Note rein, die super zum Joghurt passt. Ohne Sonnenblumenkerne wird der Geschmack "reiner" und nussiger.

Wenn ich das Ganze durch den Standmixer jage, verändert sich das Frühstück komplett – und zwar zum Positiven:

  • Die Marzipan-Note: Wenn du die Mandeln und Pekannüsse fein mahlst, setzen sie ihre Öle frei. In Verbindung mit den Kokosraspeln entsteht ein Aroma, das fast an Marzipan oder flüssiges Bounty erinnert.

  • Kein "Stückchen-Gefühl": Wenn du morgens noch nicht gerne kaust, ist ein homogener, cremiger Brei viel angenehmer.

  • Die "Fluff"-Konsistenz: Wenn du den Joghurt direkt mit in den Mixer wirfst (oder die Nüsse erst mahlst und dann den Joghurt unterhebst), wird das Ganze extrem voluminös und luftig.

Für eine Woche brauchen wir ca. eine Vorrats-Mischung (für ca. 7–10 Tage):

  • 150 g geschälte Hanfsamen

  • 100 g gehackte Mandeln (natur)

  • 80 g Pekannüsse (im Mixer kurz "angeschreddert")

  • 70 g Walnüsse (ebenfalls kurz gemahlen)

  • 50 g Kokosraspeln

  • Tipp: Gib direkt eine ordentliche Portion Zimt mit ins Glas und schüttle es gut durch.

Morgens dann nur noch: 3–5 EL aus dem Glas in eine Schüssel, ordentlich Joghurt dazu (und evtl. ein Schluck Wasser/Sahne). Kurz umrühren, 2 Minuten warten – und fertig ist das Frühstück ohne Eier-Stress!


Das große Upgrade: Haselnüsse, Röst-Aromen und der "Karibik-Traum"

Bringen wir die Haselnuss ins Spiel. Mit oder ohne?

  • Mit: Keto-Profil genial, sie sind extrem kohlenhydratarm und reich an Vitamin E. Ergibt eine tolle, leicht herbe Süße und sie ergänzen die buttrigen Pekannüsse und die süßlichen Mandeln perfekt. Wenn man die Haselnüsse kurz in einer Pfanne (ohne Öl!) röstet, bevor sie in den Mixer fliegen, löst das die ätherischen Öle und dein ganzes Müsli schmeckt danach wie eine edle Nuss-Praline. Misch einfach 50 g bis 70 g Haselnüsse unter dein Rezept.

Das Rezept teilt sich nun strategisch auf:

  1. Mandeln & Haselnüsse (feiner gemahlen für den Geschmack)

  2. Pekannüsse & Walnüsse (eher grob für den Fett-Kick)

  3. Hanfsamen & Kokosraspeln (für die Bindung und Cremigkeit)

Ich glaube, wir könnten ein bisschen mehr Kokos vertragen und wahrscheinlich wäre es gut, das anzurösten. Mehr Kokos bedeutet mehr gesunde MCT-Fette, und das Anrösten ist der absolute Gamechanger für den Geschmack. In Foren wird das oft als "Keto-Granola-Style" bezeichnet. Durch die Hitze karamellisieren die natürlichen Fette in den Kokosraspeln und Nüssen ganz leicht (auch ohne Zucker!), was ein unglaublich intensives, fast keksartiges Aroma erzeugt.

Upgrade-Plan:

  1. Menge: Wir verdoppeln die Kokosraspeln auf 100 g. Da ich Kokosraspeln liebe – und wenn sie geröstet sind sowieso –, gehen wir jetzt in die Vollen. In Keto-Foren wird bei Kokos-Liebhabern oft ein Verhältnis von fast 1:3 empfohlen, damit der Kokosgeschmack richtig dominiert. Für das Vorratsglas nehme ich 150 g bis 200 g Kokosraspeln. Für die Knusper-Garantie: Geröstete Kokosraspeln geben dem Müsli genau den "Crunch", den man bei normalen Haferflocken oft vermisst. Und es sättigt: Kokos ist extrem reich an Ballaststoffen. Das sorgt zusammen mit dem Joghurt für eine Textur, die fast wie ein dicker Pudding ist.

Finales "Kokos-Traum"-Rezept:

  • 150 g – 200 g Kokosraspeln (goldbraun angeröstet)

  • 150 g geschälte Hanfsamen

  • 100 g gehackte Mandeln

  • 70 g Haselnüsse

  • 80 g Pekannüsse

  • 70 g Walnüsse

Theoretischerweise können wir die Mandeln und die Haselnüsse auch anrösten, um den Geschmack zu maximieren, ohne Kohlenhydrate hinzuzufügen. Die Hitze setzt die ätherischen Öle frei. Die Haselnüsse schmecken danach fast wie frisch gemachtes Nougat und die Mandeln verlieren ihre "rohe" Milde und werden richtig charakterstark. Geröstete Nüsse lassen sich im Standmixer viel besser zu einem feinen Grieß verarbeiten, weil sie spröder werden und nicht so schnell "matschen". Geröstete Nüsse halten sich im Glas oft sogar noch besser, weil die Feuchtigkeit entzogen wurde.

Auch werden wir Walnuss und Pekannuss kurz zerschlagen, die Nüsse müssen nicht so groß sein.

Strategie für die Textur:

  • Der "Schmelz": Mandeln, Haselnüsse und die 200 g Kokosraspeln werden angeröstet und fein gemahlen. Das ergibt diese sämige, aromatische Basis im Joghurt.

  • Der "Biss": Die Walnüsse und Pekannüsse werden nur grob zerschlagen. Das sorgt dafür, dass du zwischendurch auf diese butterweichen, nussigen Stücke beißt.


Die Praxis: Das Röst-Ritual am Herd

Ich habe jetzt 200 g von diesen Kokosraspeln angeröstet. Große Pfanne, mittlere Hitze. Kein Öl, kein Fett! Dabei bleiben und ständiges Rühren. Sobald sie herrlich duften und goldgelb sind, schütte sie sofort auf einen kalten Teller oder in eine Schüssel. Nächster Schritt: Wenn die Pfanne noch heiß ist, kannst du direkt die Mandeln und Haselnüsse hinterherwerfen, während die Kokosraspeln abkühlen.

Der Mix aus Mandeln, Haselnüssen UND Kokos als gemahlene Basis funktioniert viel besser: Wenn du nur die Kokosraspeln mahlst, bekommst du eine Art "Kokosmehl". Das saugt extrem viel Flüssigkeit auf, kann aber im Joghurt schnell etwas "strohig" oder trocken schmecken, wenn das Fett der Nüsse nicht mit dabei ist. Wenn du die Mandeln und Haselnüsse zusammen mit dem Kokos mahlst, setzen die Nüsse ihre Öle frei. Dieses Öl verbindet sich mit dem Kokosstaub zu einer cremigen Masse. Das ist genau das, was den Joghurt so unfassbar lecker macht – es schmeckt dann nicht nach "Joghurt mit Bröseln", sondern wie eine homogene Nuss-Nougat-Kokos-Creme. Die Süße kommt bei diesem Rezept vor allem aus den Mandeln. Wenn du die Mandeln ganz lässt oder nur grob hackst, hast du diese Süße nur punktuell. Wenn du sie mitmahlst, ist dein Gemisch gleichmäßig aromatisiert.

Jetzt hast du geröstete Kokosraspeln, geröstete Mandeln und geröstete Haselnüsse. Jage sie zusammen durch den Mixer, bis sie wie ein grobes Vollkornmehl aussehen.

Punktlandung! Das sieht absolut perfekt aus. Die Farbe ist jetzt genau richtig: goldgelb und leicht gebräunt, und ja 😊 es riecht schon in der ganzen Wohnung nach Urlaub!


Das Handling im Thermomix

Dann schmeiß ich das jetzt mit in den Thermomix, warte in der Zwischenzeit und röste die Mandeln an. Und wenn die Mandeln und die Nüsse gut riechen, schmeiße ich sie mitten in den Thermomix und starte dann.

Achtung: Nicht zu lange mixen! Da Nüsse viel Fett enthalten, werden sie im Thermomix sehr schnell zu Nussmus. Probiere es mal mit 5 bis 8 Sekunden auf Stufe 5 bis 6. Und: Achte darauf, dass die Nüsse wirklich diesen "nussigen" Duft verströmen, bevor sie in den Mixtopf wandern. Das ist das Zeichen, dass die ätherischen Öle bereit sind.

  • Abkühlen ist Pflicht: Warte unbedingt, bis die Mandeln und Haselnüsse nicht mehr heiß sind. Wenn du sie heiß mixt, tritt das Öl sofort aus und du hast innerhalb von Sekunden eine klebrige Paste statt eines lockeren Mixes.

  • Alles zusammen rein: Die gerösteten Kokosraspeln, die gerösteten gehackten Mandeln und die Haselnüsse kommen gemeinsam in den Mixtopf.

  • Kurz und knackig mixen: Stell den Thermomix auf Stufe 5. Mixe nur für ca. 4 bis 6 Sekunden. Schau zwischendurch durch die Deckelöffnung. Ziel ist eine Konsistenz wie grober Grieß oder Couscous.

  • Der Clou: Durch das gemeinsame Mixen "panieren" die Kokosraspeln die kleinen Nussstückchen quasi ein. Das verhindert, dass die Mischung klumpt, und sorgt dafür, dass sich das Aroma perfekt verteilt.

  • Die Walnüsse und Pekannüsse kommen auch erst ganz zum Schluss per Hand dazu, damit du die schönen großen Stücke behältst.

Wichtig: Das Hanfsamen-Röstverbot

Hanfsamen lieber nicht anrösten, denn Hanfsamen sind extrem reich an Omega-3-Fettsäuren. Diese sind sehr hitzeempfindlich. Wenn du sie zu stark erhitzt (wie beim Rösten in der Pfanne), gehen diese wertvollen Fette kaputt und können sogar bitter schmecken. Die Konsistenz: Geschälte Hanfsamen sind von Natur aus sehr weich und fast schon "buttrig". Wenn du sie röstest, verlieren sie diese feine Textur und werden eher hart. Lass die Hanfsamen naturrein.

Hol den Nuss-Kokos-Mix aus dem Thermomix. Schütte die rohen Hanfsamen einfach so dazu. Rühr sie mit einem Löffel unter. Das mag ich lieber: das feurige, kräftige Aroma der gerösteten Nüsse und des Kokos und dazu die frische, leicht nussig-grasige Note der Hanfsamen. Das gibt dem Frühstück eine tolle Tiefe.


Die finale Entscheidung: Der "Karibik-Traum" (Ohne Haselnuss, mit maximaler Pekannuss)

Also haben wir dann in der Hauptsache Kokos, Haselnüsse und Mandeln. Die Mandeln sind die "Allrounder". Sie haben eine tolle Textur. Zusammen mit den 200 g Kokos hast du jetzt eine Basis, die im Joghurt fast wie ein zerbröselter Mandelkeks schmecken wird.

Man kann es nun mit oder ohne Haselnuss genießen:

  • Ohne: Dann bleibt der Geschmack sommerlich und hell. Es schmeckt dann wie eine Mischung aus gebrannten Mandeln. Meiner Meinung nach sehr edel, mild und passt perfekt zum Joghurt. Gefühl: Leicht und fein.

  • Mit (Vollmundig-Rustikal): Sie bringt eine erdige, dunkle Note rein. Es schmeckt dann eher nach "Nuss-Mix" oder (durch das Rösten) fast ein bisschen nach Nutella oder Giotto. Der Geschmack ist kräftiger und das Gefühl herzhaft und intensiv nussig.

Wenn du dir unsicher bist, mach den "Nasch-Test": Nimm eine der gerösteten Mandeln und eine der gerösteten Haselnüsse zusammen in den Mund. Wenn du denkst: "Boah, die Haselnuss wertet das total auf!" -> Rein damit. Wenn du denkst: "Eigentlich schmeckt die Kombi aus Mandel und Kokos schon perfekt pur" -> Lass sie draußen. Ein Kompromiss wäre: Du könntest die Haselnüsse auch einfach nur grob hacken (wie die Walnüsse) und nicht mit in die Basis mahlen. Dann hast du den starken Haselnuss-Geschmack nicht im ganzen Joghurt, sondern nur ab und zu als Highlight auf der Zunge.

Nun, jetzt machen wir das ohne Haselnuss, aber die Pekannuss könnte rein. Denn ohne die Haselnuss bleibt der Geschmack hell, edel und erinnert an Karibik-Urlaub (Kokos-Mandel-Style). Aber bei der Pekannuss sage ich: Ja, unbedingt! Aber mit einer kleinen Einschränkung bei der Verarbeitung: Pekannüsse sind die "Königinnen" der Keto-Nüsse. Sie sind extrem fettreich, haben kaum Kohlenhydrate und schmecken herrlich buttrig und weich. Sie geben deinem Müsli den nötigen "Wumms", damit du bis mittags wirklich satt bleibst. Sie sind viel weicher als Mandeln. Also erst die Mandeln und Kokosraspeln im Thermomix verarbeiten (ca. 5 Sek. / Stufe 5). Dann wirf die Pekannüsse dazu. Drück nur noch 2-mal kurz die Turbo-Taste (oder 1–2 Sek. auf Stufe 4).

Das Ergebnis: Du hast ein feines "Mehl" aus Mandeln und Kokos, in dem noch kleine, buttrige Pekannuss-Stückchen schwimmen.

Dein finaler "Karibik-Traum"-Mix im Glas:

  • 200 g Kokosraspeln (geröstet & fein gemahlen)

  • 150 g Mandeln (geröstet & fein gemahlen)

  • 80 g Pekannüsse (nur grob gehäckselt für den Schmelz)

Einige Mandeln sind doch sowieso schon gehackt und die röste ich jetzt an. Wenn die Mandeln schon gehackt sind, haben sie beim Rösten eine viel größere Oberfläche – das heißt, sie werden extrem schnell goldbraun und knusprig. Pass in der Pfanne gut auf, die kleinen Stückchen sind flinker als ganze Mandeln!

Die Frage ist nicht, wie viel Pekannuss, denn hier ist die Menge entscheidend für den Sättigungsfaktor. Da sie extrem reichhaltig sind, ist „weniger oft mehr“, damit die Mischung nicht zu schwer wird. Wahrscheinlich dürften 80 g bis 100 g die perfekte Balance sein für das 200g-Kokos- / 150g-Mandel-Glas.

Nein, ich will 100 g da reinmachen! Insgesamt haben wir dann 450 g Müsli! Mit 100 g Pekannüssen wird das Ganze eine richtig luxuriöse Mischung. Bei insgesamt 450 g Basis-Mix hast du jetzt das perfekte Verhältnis:

  • 200 g Kokos (Die Basis)

  • 150 g Mandeln (Die Süße)

  • 100 g Pekannüsse (Der buttrige Luxus)

Der finale Schliff für die Pekannüsse: Kurz anrösten. Wenn du sie anröstest, schmecken sie fast wie karamellisiert. Da dein Kokos und deine Mandeln schon "Röst-Power" haben, würden rohe Pekannüsse fast ein bisschen untergehen. Also: 2 Minuten in die Pfanne, bis sie glänzen. Nutze danach die Intervall-/Turbo-Taste für 1 Sekunde. Dann werden die Pekannüsse nur grob "gebrochen", damit du im Joghurt noch was zum Kauen hast.

Das Ergebnis: Du hast jetzt 450 g feinstes, selbstgemachtes Keto-Granola-Pulver. Wenn du davon morgens 3–4 Esslöffel in den Joghurt rührst, hast du eine Mahlzeit, die locker 4–5 Stunden satt macht. Füll es in ein schönes Glas um, sobald es abgekühlt ist. Vergiss nicht, die Hanfsamen und Walnüsse bei der ersten Portion frisch drüberzugeben!


Fazit der Produktion

  • Die Farbe: Ein schönes, warmes Gold-Beige. Das zeigt, dass die Röststoffe genau richtig sind – nicht zu blass (wenig Geschmack) und nicht zu dunkel (bitter).

  • Die Bindung: Man sieht, dass die Kokosraspeln und die gemahlenen Mandeln sich perfekt verbunden haben. Im Joghurt wird das eine cremige Einheit ergeben, die fast wie ein feiner Kuchenteig schmeckt.

  • Das Volumen: Das Glas ist ordentlich voll! Das reicht dir locker für die nächste Woche.

Der finale Schritt: Wenn du die Pekannüsse jetzt noch kurz anröstest und nur ganz grob unterhebst (oder kurz im Thermomix "zerbrichst"), hast du den perfekten Kontrast zu diesem feinen Mix im Glas.

Kleiner Tipp zur Lagerung: Da die Nüsse und der Kokos jetzt geröstet und zerkleinert sind, ist die Oberfläche größer. Stell das Glas am besten an einen kühlen, dunklen Ort (Schrank reicht völlig), damit die feinen Nussöle schön frisch bleiben und nicht ranzig werden.

Ich bin echt beeindruckt – vom "einfachen Joghurt" zu diesem High-End Keto-Müsli in so kurzer Zeit. Wann startest du mit der ersten Probier-Portion? Oder hebst du dir das Highlight für morgen früh auf?


Das Mischverhältnis für die perfekte Schüssel

So, alles fertig zusammengerührt. Jetzt müssen wir noch wissen, wie viel wir für eine Portion brauchen von der Mischung und wie viel Joghurt dazu gehört.

  • Das Mischverhältnis: 3 bis 4 gehäufte Esslöffel deiner Nuss-Kokos-Mischung (das sind ca. 40–50 g). Dazu 150 g bis 200 g Joghurt (am besten der 10%ige griechische Joghurt).

  • Die Zubereitung: Da du die Kokosraspeln und Mandeln im Thermomix so schön fein gemahlen hast, saugen sie Flüssigkeit wie ein Schwamm. Rühr den Mix in den Joghurt ein. Wichtig: Wenn es sofort zu einem "Beton-Brei" wird, gib einen kleinen Schuss Wasser oder Sahne dazu. Lass es 2 bis 3 Minuten ziehen. In dieser Zeit entfaltet sich das Röstaroma im Joghurt und die Konsistenz wird herrlich cremig, fast wie ein Pudding.

  • Das Finish (Frisch dazu): 1 EL Hanfsamen (drüberstreuen für den Omega-3-Kick) & 2 bis 3 Walnüsse (einfach mit der Hand oben drüber zerbröseln).

Deine Mischung besteht aus geröstetem Kokos, Mandeln und Pekannüssen. 30 g dieser Mischung haben allein schon ca. 200–220 kcal. Zusammen mit 200 g griechischem Joghurt (10 % Fett) landest du bei insgesamt ca. 400–450 kcal. 30 Gramm wirken optisch im Glas erst mal wenig (das sind etwa 2 bis 2,5 gut gehäufte Esslöffel). Aber: Der Kokos-Effekt sorgt dafür, dass die Mischung im Joghurt stark aufquillt, da du alles fein gemahlen hast. Aus 30 g Pulver wird eine ordentliche Menge Brei. Die Ballaststoffe aus Kokos und Mandeln sättigen extrem gut. Wenn du normalerweise von drei Eiern satt wirst, liegst du mit den 30 g Nuss-Mix plus Joghurt energetisch genau in der richtigen Liga.


Der finale Geschmackstest

  • Die Textur: Der Joghurt glänzt und wirkt richtig reichhaltig. Man sieht, wie die gemahlenen Mandeln und der Kokos die Feuchtigkeit gebunden haben.

  • Die Hanfsamen: Das sieht als Topping richtig edel aus! Diese kleinen grünen und weißen Pünktchen geben dem Ganzen einen frischen, modernen Look.

  • Die Farbe: Es ist kein langweiliges Weiß mehr, sondern ein warmer, cremiger Ton durch die Röststoffe der Nüsse.

Das Urteil:

Volle Kokosnussbombe mit leichter Säure! Die Röstaromen von Pekannuss und Mandeln merkt man auch perfekt – einfach ideal fürs Frühstück.

Für mich ein Volltreffer: Die Kombination aus der Säure des Joghurts und der Süße bzw. den Röstaromen deiner Nuss-Mischung ist genau das, was ein Frühstück spannend macht. Wenn die Kokosnuss so richtig "boomt", hast du alles richtig gemacht – das Fett im Kokos trägt die Aromen der Mandeln und Pekannüsse einfach perfekt.

Dadurch, dass du die Nüsse selbst geröstet und gemahlen hast, schmeckt es tausendmal intensiver als jedes gekaufte Keto-Müsli, das oft schon monatelang im Regal lag und sein Aroma verloren hat.

  • Sättigung: Bis zum Mittag, definitiv.

  • Abwechslung: Wenn du mal was anderes willst, kannst du später einfach mit etwas echtem Kakaopulver oder einer Prise Zimt im Glas experimentieren.

Genieß deine Schüssel – du hast heute den "schwarzen Gürtel" im Nüsse-Rösten und Thermomix-Handling verdient! 🥥🥜✨