Donnerstag, 12. Februar 2026

Amor Ferus / Bilder: Allgäu + Allgäuer Hochalpen

Dieses Stück ist aus den Aufnahmen im Gebirge entstanden. Nicht aus einem Gedanken heraus, sondern aus dem, was dort spürbar war. Zwischen Schnee, Fels und erstem Grün liegt eine Kraft, die nicht gemacht wird.
Sie ist einfach da. Alte Dinge tragen sie. Der Boden, das Wasser, das, was unter der Oberfläche arbeitet. Man hört es nicht sofort. Aber wenn man stehen bleibt, merkt man, dass es überall gleichzeitig geschieht. Dieses Lied versucht nicht, das zu erklären. Es greift nur einen Teil davon auf:  die Bewegung, das Wiederkehren, und das, was sich durch alles hindurchsetzt.

Dieses Stück ist aus den Aufnahmen im Gebirge entstanden. Nicht aus einem Gedanken heraus, sondern aus dem, was dort spürbar war. Zwischen Schnee, Fels und erstem Grün liegt eine Kraft, die nicht gemacht wird.
Sie ist einfach da. Alte Dinge tragen sie. Der Boden, das Wasser, das, was unter der Oberfläche arbeitet. Man hört es nicht sofort. Aber wenn man stehen bleibt, merkt man, dass es überall gleichzeitig geschieht. Dieses Lied versucht nicht, das zu erklären. Es greift nur einen Teil davon auf:  die Bewegung, das Wiederkehren, und das, was sich durch alles hindurchsetzt.

Hinweis:
Die lateinischen Zeilen sind frei formuliert und nicht wissenschaftlich oder klassisch korrekt.
Sie folgen dem Klang und der Bildsprache des Stückes, nicht einer schulischen Übersetzung.

Latein – Deutsch (Übersicht)

Lateinischer Text Deutsche Übersetzung
Amor ferus, natus in corde, floribus ornatus, esse meum transformat. Wilde Liebe, im Herzen geboren, mit Blüten geschmückt, verwandelt mein Sein.
Fulget in foliis, sine vitiis. Sie leuchtet in den Blättern, ohne Makel.
Natura tibi dicit: „Vive! Noli timere!“ Die Natur sagt dir: „Lebe! Fürchte dich nicht!“
In cacuminibus montium, sub radicibus, in rivis fluentibus, amor et vox Dei manent. Auf den Gipfeln der Berge, unter den Wurzeln, in fließenden Bächen bleiben Liebe und die Stimme Gottes.
Vis silvarum per nos fluit! Die Kraft der Wälder fließt durch uns!
Ignis terrae nos nutrit! Das Feuer der Erde nährt uns!
Te laudamus, Mater Vitae! Wir preisen dich, Mutter des Lebens!
Gratias tibi agimus, Terra Mater! Wir danken dir, Mutter Erde!
Non in palatio, nec sub auro: hic, in nudis rupibus, stat verus thronus. Nicht im Palast, nicht unter Gold: hier, in nackten Felsen, steht der wahre Thron.
Sub luna, sub sole, sanguis terrae fluit. Unter Mond und Sonne fließt das Blut der Erde.
Tam pulchri, ut de eis in aeternum canere possim. So schön, dass ich ewig von ihnen singen könnte.
Silva carmina antiqua portat, et respondet. Der Wald trägt alte Lieder und antwortet.
Qui silvam amant, mortem non timent. Wer den Wald liebt, fürchtet den Tod nicht.
Herbae sacrae, sapientia antiqua. Heilige Kräuter, alte Weisheit.
Terra Mater. Mutter Erde.

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Eises Ruhe - über die Auflösung des Selbst als Zustand

Im freien Fall – Vom Zerfall bestimmt

Ein Stück über Auflösung als Zustand. Halt bricht nicht plötzlich – er zerfällt. Was bleibt, ist kein Kampf, sondern ein langsames Entgleiten aus Form, Richtung und Gewissheit. Der Text bewegt sich zwischen Dunkelheit und einem Licht, das nicht rettet, sondern lediglich sichtbar macht. Zeit kippt ins Gestern, Wahrnehmung verliert ihren Halt – und genau darin entsteht eine eigentümliche Klarheit. Kein Ausweg, kein Ziel. Nur die Feststellung: Was ohne Bestand ist, geht – und gewinnt gerade darin Bedeutung.

Einordnung

  • Stil: Dark Ambient / Lyrisches Klangstück
  • Musik: Ruhig, schwer, flächig, introspektiv
  • Thema: Zerfall, Zeit, Wahrnehmung, innerer Raum

Liedtext

Liedtext anzeigen
[Verse 1]
Im Kreise schwarzer Nadelwand
erstirbt des Gesterns hohler Schall.
Es braucht doch kein Unterpfand,
kein Anker da im freien Fall.
Der Blick verfängt sich in den Fernen,
in Gänze ruht der alte Riss,
falsches Licht kommt von den Sternen,
alles liegt in Finsternis.

[Chorus]
Wie leicht es war, im Abgrund zu verschwinden,
wo fester Halt in Stücke bricht.
Wie leicht es war –
vom Zerfall die Form bestimmt.
Im tiefsten Dunkel fand sich doch Licht.
Jedwed’ Sein entglitt den Zügen,
und alles Fühlen, Sehen, Denken
kann sich nur ins Gestern senken.

[Verse 2]
Der Atem geht so schwer, dicht wie geronnen,
was eben noch ein klarer Geist gewesen,
im eigenen Reigen aufgelöst.
Bar der Hoffnung, bar der Leere,
da das Außen doch verschwimmt.
Was ohn’ Bestand ist, geht dahin
und hat so endlich tieferen Sinn.
Kein Schritt führt fort, kein Weg hinaus,
und doch: sind wir entschwunden.
Das Hiersein trägt vom Weggang
doch die allerdeutlichsten Wunden.

[Chorus]
Wie leicht es war, im Abgrund zu verschwinden,
wo fester Halt in Stücke bricht.
Wie leicht es war –
vom Zerfall die Form bestimmt.
Im tiefsten Dunkel fand sich doch Licht.
Jedwed’ Sein entglitt den Zügen,
und alles Fühlen, Sehen, Denken
kann sich nur ins Gestern senken.


#DarkAmbient #Lyrik #Zerfall #Stille #Zeit #InnererRaum #Dunkelheit #LanderunsHuette

Freitag, 6. Februar 2026

Hartungs Stille / über den Eisgesell der Winternacht

Info zum Stück

Das ist kein Lied über Winter. Es ist eine Gestalt. So wurde Kälte früher verstanden: nicht als Temperatur, sondern als etwas, das wirkt. Der Frost greift, formt, bindet. Er hält das Wasser an, zieht das Leben zurück, legt alles unter sich. Und aus dieser Härte entsteht ein Bild – klar, scharf, unnahbar. Nicht freundlich. Nicht feindlich. Ein Zustand, der da ist, solange er trägt. Und ebenso vergeht, wenn man ihn berührt.

Hartung – Eisgesell der Winternacht


Strophe 1

Wenn Winters Sonne bleich verglimmt,
und Frost das Land in Fesseln zwingt,
wenn starr der Strom im Bette steht,
eisig’ Hauch durch Lüfte strebt,
da bildet sich in Hartungs Pein
ein Leib, so klar wie Edelstein.

Nicht Flocke mehr, bald Schneegedorn:
ein Nadelheer im Eis erwacht.


Strophe 2

Es webt aus Kälte sich der Kern,
schemenhaft und lebensfern.
Aus Eiskristallen, klar wie Glas,
ein Licht-Alb, winzig, funkelkalt.

Er thront in eisiger Gestalt,
im silbernen Flimmern stehet´s still,
und des Nordens Winde wehn`.


Chor

Er ist das Kind der Winternacht,
aus Prismen, Splittern dargebracht.
Er zwingt das Land in seine Hut,
im weisen Aug die Kälte ruht.


Zwischenteil

Ein Wesen, das nur dann erwacht,
wenn tiefer Frost die Auen packt,
wenn Schnee sich türmt und Kälte knackt,
im gletscherblauen Lichte gleißt.


Chor (Wiederholung)

Er ist das Kind der Winternacht,
aus Prismen, Splittern dargebracht.
Er zwingt das Land in seine Hut,
im weisen Aug die Kälte ruht.


Strophe 3

Die Borke rührt es an,
dass kein Saft mehr steigen kann.
Es schlägt den See in sprödes Eis,
das nichts mehr von sanften Wellen weiß.
Sein Kleid aus Reifes Prunk gewebt,
das alles, alles schlafen legt.


Strophe 4

Solang der Hartung grausam bläst,
entfaltet es die weiße Zier,
bannt das Land in starre Ruh
und deckt die müden Fluren zu.
Doch rührt man es mit warmen Fingern an,
ist es um seinen Leib getan.


Schluss

Ein letztes Flirren in der Luft,
das der Nordwind leise ruft:
der Eisgesell der Winternacht –