Donnerstag, 30. April 2026

Lass uns in den Wald gehen – solange er noch steht

Lass uns in den Wald gehen, lass uns still werden, einkehren, innehalten, lass uns riechen, fühlen, schmecken, vor allen Dingen hören. Nicht das unerbittliche Geplapper von Medien, ... Menschen, lass uns laschen auf Naturgeräusche, den Wind in den Fichten, das Plätschern des Wassers, das Rauschen im Wiesengras.

Kennst du das, dieses Gefühl, so kurz vorm Explodieren, wenn es reicht, wenn es einfach zum Speien nervig ist? Dann gehe ich los, packe ich was zum Essen ein, ziehe die Wanderschuhe an, nehme den Hut, schließe die Tür ab, und schon beim ersten Schritt weiß ich: Die Zeit gehört mir, es dauert eine Weile, bis ich runterkomme, aber je länger - läufts´. Man läuft und läuft und läuft, um des Laufens willen. Wenn ich laufe und schaue, wie der Wind die Fichten bewegt und höre, wie es hier und dort knistert, nehme ich Dinge wahr, die ich vielleicht vor zehn Minuten noch nicht so wahrgenommen habe. Wenn ich im Wald bin, bin ich Teil des Waldes, weil er mich ein bisschen lässt. Man kann als Fremdkörper im Wald rumtoben, durchbrettern, durchfahren, oder man kann sich auf den Wegen des Wildes bewegen und versuchen, so wenig Lärm wie möglich zu machen. Wenn ich im Wald bin, ganz bei mir, dann denke ich ans `da Draußen` gar nicht mehr, es ist als sei man in einer anderen Welt, als würde alles weicher und doch fester sein, als würde es würde einen halten, solange man gehalten werden will. Ich spüre, wie diese Luft: feucht, erdig, voll, sie durchströmt mich, mein Blick wird offen, mein Schritt fest, wenn ich nicht aufpasse, lieg´ ich ratzfatz auf der Nase. Ich liebe diese Art von Bodenhaftung, dieses Laufen, dieses Riechen, Fühlen, Schmecken, dieses reine Sein, nur für sich selbst, mit dem Wald, für den Moment, mit den Bergen.

Und es ist nicht alles geradlinig, das Leben ist neben dem Tod. Und neulich tat es wirklich sehr weh: da war es, das Hässliche, Traurige. Weh meinen Block verfolgt weiß es: Hinter unserem Haus standen große Fichten, voriges Jahr, haben sie alle weggesägt, Bauland, und alles Zwitschern ist verstummt, es ist nur noch Wiese und Stille. Im Sommer hört man Grillen, aber die Vögel sind weg, dieses Jubilieren am Morgen und am späten Nachmittag, das ist weg.

Nun war ich in diesen Tagen solange bei den Bäumen, bis nichts mehr von ihnen übrig war und trug meinen Schmerz in den Wald, mächtig standen die Fichten und fingen mich auf. Und jetzt, ein gutes Jahr später, nicht weit von uns, wo die großen Fichten mich getröstet haben, sind sie weg, gefällt. Schon wieder. Nicht eine steht mehr. Die ganz großen alten Bäume, wo sind sie? einige stehen ganz oben auf den Bergen - ich fürchte nicht mehr lange: längst schon laufen die Bemühungen die kräftigen Stämme zu roden, Straßen zu bauen, damit Windkraftwerke dort stehen können.  In luftger Höhe kreist dann das, statt Rotmilan,  Fledermäusen & Co.

Und die Bäume? Dürfen gar nicht mehr größer und älter werden. Und wenn ich ganz hoch gehe, dorthin, wo im Moment noch diese riesigen Fichten stehen, für die man mehrere Menschen braucht, um sie zu umfassen, dann frage ich mich, wie lange sie noch da stehen dürfen.

Dienstag, 21. April 2026

Orangenkonfitüre

ORANGENKONFITÜRE

1 350 g Apfelsinen, Saft von 2 Zitronen, 3/4 | Wasser, 2 700 g Zucker

Apfelsinen gut bürsten und die kleinen dunklen Stellenden entfernen. Früchte halbieren und Saft und Kerne ausdrücken. Schalen vierteln und in feine Streifen schneiden. Zuvor das weiße Mark abschneiden, grob zerkleinern und zusammen mit den Kernen auf ein Stückchen Leinen zu einem Beutel verknoten, damit das Wasser dem Mark und den Kernen das Pektin entziehen kann.

Apfelsinen und Zitronensaft durch ein Sieb in einen großen Kochtopf gießen, Apfelsinenschale, den gefüllten Leinenbeutel und das Wasser zufügen, aufkochen und langsam 11/2 bis 2 Stunden bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Schalen weich sind. Den Beutel herausnehmen, auf einen tiefen Teller legen, mit einer Schaumkelle über dem Topf gut auspressen. Zucker dazugeben und bei kleiner Flamme auflösen, zum Kochen bringen und etwa 20 Minuten bis zur Geleeprobe bei starker Hitze kochen lassen. Häufig umrühren. Vor dem Einfüllen in die sauberen, trockenen Gläser 10 bis 15 Minuten abkühlen. Nach dem Erkalten zubinden und beschriften


Die Deutschen - Festbräuche / Ostern

Schon in frühen Kulturen, etwa in Ägypten und Babylon, wurden Feste zur Zeit des Frühlings begangen, bei denen man die Götter um Fruchtbarkeit für Tiere und Pflanzen bat. Auch die alten Deutschen kannten ein solches Fest zu Ehren von Thor und Ostara oder Eostra. An dessen Stelle trat später die christliche Deutung, während sich der alte Bezug in den Bezeichnungen „Ostern“ und „Easter“ bis heute erhalten hat.

Das heilige Tier der Ostara war der Hase, ihr Lieblingsopfer waren Eier; beide galten als Sinnbilder der wieder erwachenden Natur und der Fruchtbarkeit, die insbesondere der Frühling mit sich bringt. Osterhase und Ostereier sind daher eng mit den deutschen Ostergebräuchen verknüpft.

Lange vor dem Fest legt die Hausfrau möglichst viele Eier an, färbt und bemalt sie mit schönen Mustern und versteckt sie am Ostermorgen, in kleinen Nestchen gelegt, auf die wiederum ein Osterhäschen gesetzt wird, im Haus, im Garten oder auf der Wiese, wo die Kinder sie dann suchen. Auch Erwachsene beschenken sich gegenseitig mit Ostereiern, wie es schon die heidnischen Altvorderen taten; indessen sind an die Stelle der ursprünglichen Hühnereier jetzt zumeist Schokoladen- oder Zuckereier, auch wohl Eier aus Porzellan oder Metall getreten, die die auserlesensten Erzeugnisse des Zuckerbäckers, in wohlhabenderen Kreisen unter Umständen auch Gegenstände kostbarer Natur, Goldsachen und Juwelen, als Inhalt in sich bergen.

Mit den Ostereiern wird von den Kindern mancherlei Kurzweil getrieben. Sehr verbreitet ist das Eierpicken: Zwei Spieler verbergen in der hohlen Hand ein Ei, so dass nur die Spitze hervorsieht, und picken, d. h. stoßen die beiden Eierspitzen aneinander; wessen Ei dabei unversehrt bleibt, der erhält das seines Gegners.

Ein anderes am Ostertage sehr beliebtes Volksspiel ist Eierkullern oder Eierwalen. Auf einem Hügelabhang oder einer kleinen, besonders dazu hergerichteten und geglätteten schrägen Bahn lassen die Spieler die Eier hinabrollen; wessen Ei die anderen trifft oder überholt, der hat gewonnen. Vielfach sind die Eier außer Gebrauch gekommen; an ihre Stelle sind Äpfel, Pfefferkuchen, sogar Würste getreten, die man den Abhang hinabwirft, worauf sich die zahlreich unten versammelten Kinder um sie balgen.

In Süddeutschland wie auch in der Schweiz betreibt man das Eierlaufen. Auf einer abgesteckten Bahn, am besten auf einer Wiese, werden ein paar hundert Eier in Abständen von je einem Meter verteilt und am Anfang derselben ein Korb aufgestellt. Ein Teilnehmer des Spiels muss jedes Ei einzeln aufheben, zum Korb zurückgehen und das Ei hineinlegen. Währenddessen läuft ein anderer zu einem etwa eine halbe Stunde entfernten Nachbardorf, um sich dort zu melden, und begibt sich ebenso schnell wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück. Wer seine Aufgabe zuerst gelöst hat, gilt als „König“. Allerlei Lustbarkeiten schließen sich an dieses Eierlaufen an.

Die am Gründonnerstag gelegten Eier schätzt das Volk besonders hoch ein. In Süddeutschland behauptet man, dass diese bereits in der Henne geweiht seien, ehe das Tier sie legt, und am Ostertage eine zweite Weihe durch den Priester erhalten, so dass sie nunmehr eine besondere Wirksamkeit besitzen. Am Ostersonntag nüchtern getrunken, verleihen sie außergewöhnliche Kräfte, schützen vor Blitzgefahr, machen stichfest usw.

In der Oberpfalz und in Oberfranken vergisst der Hausherr niemals, ein Gründonnerstagsei zu essen, um gegen allerlei Krankheiten gefeit zu sein. Er gibt ein an diesem Tag gelegtes Ei sogar dem Vieh zu fressen oder teilt ein solches in zwei Hälften, von denen er die eine in ein Läppchen eingewickelt im Pferde-, die andere im Kuhstall aufhängt, um dadurch Viehseuchen fernzuhalten. In Pommern steckt der Bauer jedem Stück Vieh vor dem ersten Austreiben ein Ei ins Maul, um es zum Hinunterschlucken zu bringen; dadurch sollen die Tiere so rund wie die Eier werden.

In anderen Gegenden werden beim Beginn der Feldarbeit zahlreiche Gründonnerstagseier über den Acker verstreut und unter das Korn gemischt, um große Fruchtbarkeit zu erzielen oder die Saat vor Schaden zu schützen. Auch wirft man bei einem losbrechenden Gewitter ein solches Ei über das Dach des Hauses, um dieses vor Blitzschlag zu schützen.

Geht man am Ostersonntag bei Sonnenschein mit einem solchen Ei durch die Kirche, so vermag man die in der Gemeinde vorhandenen Hexen zu erkennen; überhaupt kann jeder, der ein solches Gründonnerstagsei bei sich trägt, Fehler erkennen, die anderen Menschen verborgen bleiben.

Sehr verbreitet ist in Schwaben der Glaube an die heilende und verschönernde Kraft des Osterwassers, ebenso an die reinigende Kraft des Osterfeuers. Die Sitte des Osterwasserschöpfens hängt wohl mit der Vorstellung zusammen, dass die Erde in derselben Weise, wie sie dem in sie gelegten Samen den Trieb zum Sprossen und Blühen mitteilt, auch dem aus ihr fließenden Wasser eine besondere Kraft verleiht.

Um Mitternacht oder wenigstens vor Sonnenaufgang müssen die jungen Mädchen an einen fließenden, klaren Bach oder auch an den Dorfbrunnen gehen und daraus schöpfen. Während bei dieser Beschäftigung in den meisten Gegenden das Sprechen verpönt ist, wird es in anderen wieder gestattet oder sogar gefordert, insofern man einen bestimmten Spruch beim Schöpfen hersagen muss.

Indessen suchen die Burschen, die die jungen Mädchen begleiten, sie aus Übermut durch allerlei Neckereien zum Sprechen oder Lachen zu bringen; wer gegen die Vorschrift des Schweigens verstößt, für den ist die Zauberkraft dahin. Diese aber ist in den Augen des Volkes eine ganz außerordentliche. Osterwasser ist gleichsam ein Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten. Besonders gern wird es gegen Hautkrankheiten angewendet; es soll dem Gesicht Schönheit und Anmut verleihen.

Man kocht auch die Speisen am Ostertage mit solchem Wasser; ferner füllt man es in Flaschen oder Fässer, um es später gegen allerlei Gebrechen zu trinken. Ähnliche Kräfte werden auch dem Ostertau sowie etwa am Ostermorgen gefallenem Schnee zugeschrieben.

Die Sitte der Osterfeuer geht auf die reinigende Kraft der Flamme zurück, mit der ursprünglich die Hexen und Dämonen des Winters vertrieben werden sollten. In vielen Gegenden Deutschlands pflegt das Volk am Abend des ersten Ostertages mit Vorliebe auf Anhöhen, alten Opferstätten oder sonst durch Überlieferung geheiligten Plätzen haushoch aufgetürmte Haufen Holz als Osterfeuer anzuzünden.

Vielfach wird noch mit Musik und festlichem Zug hinausgezogen und getanzt oder sonst wie gefeiert; auch die Kinder beteiligen sich mit allerlei Schabernack daran. In einzelnen Gegenden lässt man mit Stroh gefüllte Tonnen oder flammende Wagenräder die Berge hinunterrollen und begleitet diesen Vorgang mit lautem Gejohle.

Der Glaube an die reinigende Kraft des Feuers tritt noch in einer ganzen Reihe anderer Gebräuche zutage. Im Braunschweigischen behauptet man, dass, soweit das Licht der Osterfeuer reicht, die Felder fruchtbar würden und von Hagel und Missernten verschont blieben; die Häuser in diesem Umkreis seien vor Feuersbrunst und Blitzschlag, ihre Insassen vor Krankheit geschützt.

Man pflegt auch vielfach, die Asche des heruntergebrannten Feuers auf die Äcker zu streuen oder unter das Futter bzw. die Saat zu mischen, um Gedeihen für Tiere und Pflanzen zu erzielen. In der Altmark malt man mit Kohle das Zeichen des Kreuzes an die Haustür, um die Bewohner vor Hexen zu schützen, und Ähnliches mehr.

In katholischen Gegenden werden am Ostersonntagmorgen überall in den Dörfern die Speisen geweiht. Nach dem Gottesdienst drängen sich Frauen und Männer um einen der Seitenaltäre zusammen und setzen ihre Körbchen nieder, in denen Osterspeisen liegen, in der Hauptsache mit Rosinen gespickte Kuchen, ein Stück Schinken und Salz. Der Priester spricht über sie den Segen aus.

Die Speisen werden sodann mit besonderer Andacht zu Mittag gegessen, das Salz aber wird vielfach aufgehoben und muss das ganze Jahr hindurch als Heilmittel gegen Krankheiten bei Mensch und Vieh dienen.

Wie zu Weihnachten, so bäckt man auch zu Ostern besondere Gebäcke, die in Sachsen „Osterfladen“, im Elsass, in Oberbayern und in Böhmen „Osterlaibe“ und in Wien „Osterflecken“ genannt werden. Es sind meistens dünne, flache Kuchen, die auf das Sonnenrad anspielen.

Auch Umzüge finden zu Ostern hier und dort noch statt. In Schlesien zum Beispiel setzen sich die männlichen Dorfbewohner auf reich geschmückten Pferden von der Kirche aus in Bewegung; vor ihrem Aufbruch übergibt der Pfarrer den Teilnehmern ein Kruzifix und ein geweihtes Banner. Jeder Reiter nimmt noch ein Psalmbuch mit, aus dem während des Rittes, dessen Ziel die umliegenden Dörfer sind, gesungen und gelesen wird.

Bevor wir weitergehen, wollen wir noch kurz der volkstümlichen Gebräuche gedenken, die an den drei Festtagen der Karwoche – am Palmsonntag, am Gründonnerstag und am Karfreitag – geübt werden.

In katholischen Gegenden Österreichs und Süddeutschlands legt man die jungen Triebe der Birken, Weiden, Haselbüsche und anderer Sträucher am Sonntag vor Ostern feierlich vom Priester segnen zu lassen; sie werden dann entweder an die Gläubigen verteilt oder gegen ein paar Pfennige verkauft.

Denn diesen geweihten Zweigen, den sogenannten Palmen – in der Schweiz haben solche „Palmen“ die Gestalt von Bäumen angenommen – wohnt eine geheimnisvolle Macht inne. Die Wohnräume, die man mit ihnen schmückt, bleiben von Unheil verschont; man erreicht dasselbe auch, wenn man diese „Kätzchen“, wie sie auch heißen, auf glühende Kohlen des Herdes wirft.

In der Umgebung Prags schlägt man die Knaben und Mädchen mit den Palmbüscheln, damit sie in der Schule nicht faul werden. In ähnlicher Weise schlagen badische Bauern ihr Vieh in Form eines Kreuzes auf den Rücken, damit es gesund bleibe und reichlich Milch gebe.

Eine ganz eigenartige Sitte ist der Tallsackenmarkt, der am Palmsonntag in Warmbrunn in Schlesien abgehalten wird. Was diesem Jahrmarkt seinen Namen und seine Beliebtheit verleiht, sind die Tallsäcke, die in Massen zum Verkauf gestellten, aus Semmelteig gefertigten menschlichen Figuren beiderlei Geschlechts. Diese verschieden gestalteten Gebilde haben Augen aus Korinthen und drücken mit kugelförmigen Armen ein gefärbtes Ei an die Brust. Damit der Käufer auch weiß, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Tallsack handelt, denkt man im Gesicht des Ersteren als Andeutung des Bartes kleine Teigröllchen an.

Der Gründonnerstag hat seinen Namen wahrscheinlich von der heidnischen Sitte erhalten, um diese Zeit die Erstlinge der Felder, die ersten grünen Gemüse, den Göttern zu opfern. Diese Sitte kehrt auch im christlichen Brauch wieder, am Gründonnerstag entweder ganz zu fasten oder sich auf den Genuss grünen Gemüses zu beschränken.

Daher schreibt die Volkssitte noch heute vor, an diesem Tage Kohl, Rapunzeln, Spinat, Schnittlauch, Sprossenkohl, Brennnesseln, Kerbel, Scharbockskraut, Malven und andere Frühlingsgewächse zu verspeisen. Sie werden entweder als einziges Gericht (Salat) oder mit Teig umhüllt genossen; in Böhmen sind dies die sogenannten Spinatkrapfen, in Schwaben die Laubfrösche oder Maultaschen.

Von sonstigen Gründonnerstagsspeisen erfreut sich noch großer Beliebtheit der Honig. Man nimmt an, dass dieser bei den Opfern, die man Thor darbrachte, eine große Rolle spielte. Daher schreibt man dem Genuss von Honig zur Osterzeit besondere Heilkräfte zu. Ein Honigbrot, das man an diesem Tag nüchtern verzehrt, soll vor dem Biss toller Hunde und giftiger Schlangen schützen.

In Böhmen werfen die Knechte, nachdem sie sich am Ostermorgen durch Waschen an fließendem Wasser gereinigt haben, ein mit Honig bestrichenes Brotstück in den Brunnen, um das Wasser vor Ungeziefer zu bewahren, oder spritzen zu demselben Zweck mit Honig im Zimmer umher. Auch legen sie mit Honig bestrichene Brotscheiben in die junge Saat oder binden vor Sonnenaufgang durch Honig gezogene Fäden, um deren Fruchtbarkeit zu steigern.

Eine in katholischen Fürstenhäusern übliche Zeremonie des Gründonnerstags ist die Fußwaschung, wie sie unter anderem am Kaiserhof zu Wien in Anwesenheit des ganzen Staates, der Minister und Diplomaten am Vormittag dieses Tages in der Hofburg an zwölf Greisen vom Kaiser selbst unter großer Feierlichkeit vorgenommen wird.