Dienstag, 23. November 2021

Noch ein Blog - Landeruns Hütte Wordpress

Liebe Leser,

nachdem der Blog aus allen Nähten platzt und mir das Durcheinander gar nicht gefällt hab ich beschlossen alle Inhalte auch auf Wordpress zu posten. ich werde trotzdem alle Inhalte auch hier auf bei blogspot weiter posten. Schaut doch mal vorbei - ich glaube das ist um einiges übersichtlicher:

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Landeruns Hütte & Heidi Thaler

Freitag, 17. September 2021

Buchbesprechung: Ganzheitliche Heilung mit Cannabis

Seinerzeit in der Ausbildung als „Die Hand Gottes“, als eines der ältesten Heilmittel der Menschheit präsentiert ist Cannabis in Verruf geraten und in weiten Teilen der Gesellschaft ist es das noch. Dabei ist der schlechte Ruf der ehemals geschätzten kraftvollen Heilpflanze einer bösartigen Kampagne geschuldet – nicht etwa dem ausufernden Missbrauch und weil die Menschen deshalb vor der Pflanze geschützt werden müssten. Da böten sich wesentlich gefährlichere Kandidaten an: Alkohol, Zigaretten, Zucker z. B. Zäh lösen sich die alten Umklammerung aus Vorurteilen, Ignoranz und Unwissen. Es tut sich etwas, die öffentliche Meinung bewegt sich. In den letzten Jahren erschienen immer wieder Bücher zu diesem Thema.

Ein weiteres Wichtiges ist das von Tammy Sweet, die ein Masterdiplom in Neurobiologie und Endokrinologie ihr Eigen nennt. Was konnte dem Cannabis Besseres passieren, als das sich die begeistere Kräuterfrau seiner annimmt und den grundlegenden Wirkmechanismen nachforscht. Bevor ich das Buch las wusste ich beispielsweise nichts von unserem körpereigenem Endo-Cannabinoid-System, das mit seinen Rezeptoren perfekt zum Cannabis passt und welcher nicht nur bei Erkrankungen wie z. B. Demenz, Epilepsie, Depression, Multiple Sklerose Migräne, Entzündungen, Schmerzen uvm. Linderung verschaffen kann.

Also Bitte: DAS kann doch nun wirklich kein Zufall sein, dass Mensch und Pflanze wie Schloss und Schlüssel für einander geschaffen scheinen, welch unendlich weiser Ratschluss in der Schöpfung. Nun heißt es aufgewacht und den Kranken das Mittel gereicht, dass Ihnen womöglich helfen kann. Tammy Sweet wirbt für den Einsatz dieser kraftvollen Pflanze, da wo sie gebraucht wird. Sie erläutert wie man sie anbauen und Kräutermedizin selbst herstellen kann. Dieses Buch ist – ganz typisch wie alle Herba Press -Titel - fundiert, sachlich, ein Vermittler zwischen Wissenschaft und Urmedizin, ein Wandler zwischen den Welten, ein Brückenbauer. Die Vorurteile sind so fest in den Köpfen der Menschen verankert, dass es sehr schwer ist dagegen anzuargumentieren. Dabei gibt es längst neue Erkenntnisse, die jedem verantwortungsvollem Mediziner neue Therapiemöglichkeiten eröffnen könnten. Möge diese wunderbare Buch Ärzten in die Hände fallen, die sich beständig weiterbilden, die alles hinterfragen und somit nach der bestmöglichen Behandlung für ihre Patienten suchen.

Gerade bei Cannabismedizin zeigt sich, wie wichtig Differenzierung ist. Zwischen medizinischer Anwendung, unkontrolliertem Konsum, isolierten Wirkstoffen und synthetischen Cannabinoiden bestehen erhebliche Unterschiede – pharmakologisch ebenso wie therapeutisch. Ebenso spielt die Form der Anwendung eine wesentliche Rolle. Das kontrollierte Verdampfen unterscheidet sich deutlich vom klassischen Verbrennen pflanzlicher Stoffe und wird insbesondere bei Patienten ohne Raucherfahrung häufig besser vertragen. Eine seriöse Betrachtung von Cannabismedizin kann daher weder ideologisch noch pauschal erfolgen, sondern nur auf Grundlage von Pharmakologie, klinischer Erfahrung und sorgfältiger Abwägung. Es muss sich ein Wandel vollziehen, hin zum wahren menschlichen Sein, zum allumfassenden MenschSein, fußend auf Liebe und Respekt sämtlichen Kreaturen gegenüber.

  • Tammy Sweet - Ganzheitliche Heilung mit Cannabis
  • Hardcover, 16,5 x 24 cm. 288 Seiten.
  • ISBN 978-3-946245-09-4
  • Preis: 39,80


Quelle: Die Autorin.

Tammy SweetTammy Sweet, MS, LMT, ist erfahrene Herbalistin und passionierte Lehrerin. Sie verfügt über ein Masterdiplom in Neurobiologie und Endokrinologie. Mit Begeisterung unterrichtet sie Kräuterkunde, aber auch Leistungssport und Anatomie an Colleges, sowie Massage und Yoga. Sie präsentiert das faszinierende Wunderwerk und die Weisheit des menschlichen Körpers mitreißend und verständlich, ganzheitlich und mit allen Aspekten des Lebens. Häufig gibt sie Workshops im Rahmen von Anatomie- und Physiologie-Kongressen, unterrichtet an Kräuterkundeschulen und bietet Online-Kurse an.

Sie ist derzeit Co-Direktorin des Heartstone Center for Earth Essentials nahe Ithaca, New York. Mit Cannabispflanzen und ihren außergewöhnlichen Heilkräften verbindet sie eine ganz besondere, intensive Beziehung.

Donnerstag, 16. September 2021

Speisekammer aus der Natur: Bevorratung und Haltbarmachung von Wildpflanzen- Buchbesprechung

Der Ursprung der für die Ernährung genutzten Pflanzen legt in ihren Urarten. Sie entstanden


durch Züchtung, Kreuzung, Veredelung. Viele ihrer wichtigen, vielfach auch heilenden Eigenschaften gingen so verloren. Die Heidelbeere ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Dabei hat Mutter Erde in ihren Füllhorn so viel mehr zu bieten als im Supermarkt herumsteht. Was liegt näher als diese Pflanzen, da sie ja verfügbar sind, wieder für die menschliche Ernährung nutzbar zu machen. Sicher, Geschmack ändert sich. Oh, bitte gern 😊. Ob nun mariniert oder fermentiert, getrocknet oder zu Pasten verarbeitet, als Tee, als Gewürz, als Tinktur angesetzt, in Alkohol ausgezogen oder in Essig eingelegt, auf herkömmliche Art eingeweckt, auch mit Zucker versüßt, ja könnten wir das noch?

Wie das funktioniert, was wann verfügbar sein müsste zusammen mit unzähligen Rezepten, all das steht im Buch. Natürlich nicht ohne das der Autor einmal kräftig mit der Art zu leben in diesen Tagen ins Gericht geht. Er hat ja in Teilen sicherlich Recht – und wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. Ich mir in diesem Fall festes Schuhwerk und gehe hinaus, bewaffnet mit Korb und guter Laune, um es dem Autor gleich zu tun. Ursprünglicher und unbelasteter geht es nicht, das Suchen und Finden, das Auf und Ab erfreut Muskeln und Gelenke, das Experimentieren erhellt den Geist und nicht zuletzt ist dies Tun sinnvoll. Vielen Dank für dieses wunderbare Buch.

Autoren: Elisabeth Mauthner, Michael Machatschek 
Speisekammer aus der Natur - Bevorratung und Haltbarmachung von Wildpflanzen
Verlag: Böhlau Wien; 2015. Deutsch, 288 Seiten. 
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3205796565
Preis: 33,00 EUR

Donnerstag, 19. August 2021

Du bist nicht allein mit deinen Gedanken – es ist vollkommen normal kritisch zu sein, zu fragen, darüber nachzudenken, mal drüber zu schlafen!

Wichtig ist vor jeder Entscheidungsfindung verschiedene Sichtweisen zu beleuchten, nachzudenken, die Perspektive zu wechseln. Das kann man nur, wenn man keine Fakten vorenthalten bekommt, wenn man nicht belogen wird, und bei gefundenen Widersprüchlichkeiten sich selbst aufmacht und nach Fakten, Warheiten sucht.

Ich bin kein Arzt, doch habe ich während meiner Ausbildung entsprechende Inhalte vermittelt bekommen und mich ein ganzen Leben mit den Pflanzen beschäftigt. Ich bin der Meinung, dass das Wichtigste für uns alle und unser Immunsystem Bewegung, frische Luft, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung sind. Ganz wichtig auch ist ein ausgewogenes Seelenleben – und das ist wirklich schwierig.

Statt dafür Sorge zu tragen o. g. Grundbedingungen zu schaffen wird – so scheint es – alles getan, die Menschen in Angst zu halten. Dabei ist Angst ein absolut schlechter Ratgeber. Es tut mir leid, ich habe kein Vertrauen mehr, mir genügen schon die großen und kleinen Skandale. Jener um die minderwertigen Masken hat mir wirklich das letzte bisschen Achtung vor den Akteuren genommen, ach, ich will mich gar nicht in Bewertungen verlieren.

Eigentlich müsste man gar nichts weiter wissen darüber und sich selbst fragen was in den letzten Jahren passiert ist:

Haben die, die die Strippen ziehen dafür Sorge getragen:

  • dass wir gescheite Nahrungsmittel bekommen, ohne unzählige Zusatzstoffe, Belastungen mit Chemikalien (bestes Beispiel Glyphosat),
  • dass die Umwelt wirklich effektiv geschützt wird,
  • dass der Weg freigemacht wird für freie Energie und
  • eine Medizin die die Ganzheitlichkeit des Menschen in den Vordergrund stellt?
  • Werden die Menschen in ihrer Lebensplanung so unterstützt, dass sie eben nicht 3, 4, 5 Jobs haben müssen?
  • Haben mittlerweile alle Kinder aus allen Bevölkerungsschichten faire Bildungschancen, die ihren in die Wiege gelegten Fähigkeiten entsprechend sie fördern- oder ist die wirklich gute Bildung für die Kinder der sogenannten Eliten vorbehalten, vielleicht damit diese unter sich bleiben und alles so geordnet bleiben kann wie es ist?
  • Haben sie sich bemüht Frieden in Länder zu tragen aus denen sich nun Flüchtlingsströme ergießen oder haben sie lieber interveniert, unter dem Deckmantel der Humanität und der Bekämpfung eines diktatorischen Systems?
  • Haben sie nicht versucht Demokratien in Gesellschaftssysteme zu tragen, die dafür noch gar nicht reif sind- oder vielleicht gar nicht so leben wollen wir in Mitteleuropa? Und warum haben sie das getan, ganz sicher nicht um den Menschen vor Ort zu helfen, da sind ganz andere Interessen dahinter, da geht es einfach nur um Ressourcen, Bodenschätze – schlicht ums Geld verdienen. Macht.
  • Sind Entscheidungen transparent, oder werden Akten unter Verschluss gehalten – wenn ja – da muss man sich ja doch auch wieder fragen aus welchen Gründen!
  • Wird sachlich und fundiert berichtet oder wird polarisiert und einseitig Stimmung gemacht?

Wer nichts zu verbergen hat, der wird sich sicherlich freudig einer Diskussion stellen und seine Meinung ehrlich kundtun. Es wäre doch so einfach sogenannte Verschwörungstheorien aus der Welt zu schaffen, indem man sie öffentlich widerlegt und zwar zusammen mit denen die gegensätzlicher Meinung sind. Und dann wird man ja sehen wie weit man kommt.

Am Ende erinnert mich das doch sehr an das vielgescholtene im Mittelalter:

Rüttel nicht an der gottgegebenen Ordnung, akzeptiere es und arbeite und nimm das was du von ihnen bekommst, die Brosamen ihrer Tafel, denn mehr hast du nicht verdient. Du bist ja bloß ein Angestellter, Bauer, ein Arbeiter, einer der sich ein Leben lang abrackert um gewissen ‚Eliten‘ ihren Lebensstandard zu ermöglichen. Und während du buckelst und knechtest, deinen Mund hältst weil die Allmacht des Staates nun weit in dein Privatleben hinein reicht und du ja nicht auffällig werden willst – immerhin hat man ja nur dieses eine Leben und möchte es doch irgendwie halbwegs sinnvoll verbringen, da sitzen sie und verpacken die nächste bittere Pille in bunte Glasur und verkaufen es dir als Bonbon. Wie krank das alles ist.

Natürlich passiert das nicht ohne dir vorher richtig Angst zu machen, immer schön auf dich einhämmern, überall, immer, bei allem was du tust. Und wenn die ganzen „Aluhutträger“ Recht haben, dann bald auch noch wenn du schläfst.

Frag dich doch mal selbst: Was hält Menschenmassen auf Linie bis das Fass überläuft und sich die ganze Angst, die Wut und die Frustration in einem gewaltigen großen Knall entlädt: Angst. Was fürchtest du?

Eigenverantwortung, Selbstbestimmung, Augenmaß tut not. Und ein bisschen Liebe zu seinem Mitmenschen, ob er nun hustet oder nicht. Ja, ich glaube, es ist Zeit, alles hinwegzufegen und einen Frieden zu machen, wie es noch keinen gab. Mensch, Pflanze, Tier, der ganze Erdball - im Miteinander und nicht gegeneinander.

Seid gesegnet!

Landerun

Mittwoch, 4. August 2021

Nahrhafte Landschaft Bände 1-4, Michael Machatschek / Buchbesprechung

Der Umgang mit der Landschaft, mit ihren Ressourcen hat sich im Laufe der Zeit grundlegend
gewandelt, nicht unbedingt zum Besseren. Das vielfach verloren gehende Wissen hat der Autor zur nunmehr vier Bänden zusammengetragen, die sich alle ein bisschen wie eine Erzählung lesen, gerade so als wandere man mit ihm durch Wald und Flur. Alle vier Bände enthalten das gesammelte Wissen von Menschen, die ihre Umgebung noch zu nutzen verstanden. Es ist ursprünglich, überliefert von einer Generation zur Nächsten, vielfach erprobt, selbstverständlich von Herr Machatschek selbst. Einiges war mir geläufig, anderes ist völliges Neuland. Die Bücher sind reich illustriert, es finden sich Fotos von den Pflanzen in Großaufnahme und auch von einzelnen Zubereitungsschritten. Der Autor gibt neben Impulsen auch detaillierte Rezepturen vor, die der eigenen Experimentierfreude Raum geben. Die Pflanzen werden dann genau beschrieben: es ist genauso wie ich das gerne hätte: die botanischen Namen, die volksmundliche Benennung, Beschreibung, Standort und ihre vergessen und neu entdeckten Verwendungsmöglichkeiten sowie immer der Verweis zu möglichen heilkundlichen Verwendungen.

Band Eins behandelt nach einem Exkurs in die Nachhaltigkeit der Landschaftspflege einiges an Wissen über altbekannte Pflanzen die von Anbeginn der Zeiten an für die Ernährung und Heilung von Menschen und Vieh genutzt wurden. Der Autor spinnt den Faden altbekannte Pflanzen wie Ampfer, Kümmel, Löwenzahn, Rapunzel, Rapotik, Nachtkerze, Waldgeißbart, Hopfen, Thymianweiter zu einigen Bäumen wie Rotbuche, Eiche, Ahorn, Linde, Schwarzpappel, Balsam Pappel, Fichte, einige Futterlaubsorten, schließlich Hagebutten, Kornelkirschen, Lampionblume. Nachfolgend wird die Verwendung von Pilzen flechten und Farnen als Mineralstofflieferant und Würzmittel dargelegt. Hierbei erklärt der Autor ganz genau wie man trocknet, dörrt, röstet, einmacht, einlegt. Im Buch eingestreut sind stets die Hinweise auf die mögliche Verwendung als Viehnahrung

Der zweite Band knüpft da an wo der Erste endete und teilt sich in die vier Jahreszeiten.

  • Der Frühling beschäftigt sich mit Schneerosen, Schlüsselblumen, Sanikel, Bärlauch, Waldmeister sowie der Herstellung von Essigansätzen und Kapernersatz.
  • Im Sommer geht es um Brennnessel, Wiesen-Knöterich, Gundelrebe, Mädesüß Wasserlinse, Rotklee und Meisterwurz.
  • Den Herbst versüßen uns Heidekraut, Heidelbeeren, Mahonie, Mispel, Schopftintlinge, Totentrompete.
  • Austernseitlinge und Keulenbärlapp beschließen den Winter. Zusätzlich sind Vogelbeere und Eberesche sowie die Walnuss und Zirbe beschrieben.

 

Band drei gliedert sich genauso auf wie Band 2, wobei der Autor hierüber die Nutzung der

  • Birke der Vogelmiere und des Wiesenschaumkrautes im Frühling erzählt,
  • der Sommer Fetthenne, Rosenwurz, Springkräuter, Holunder und Silberwurz vorbehalten ist.

Ein ganz eigenes Kapitel ist "delikates Wildgemüsepfandl für die schnelle Küche". Es ist sehr erstaunlich an was man alles vorüber geht das doch da in rauen Mengen wächst und nur gepflückt werden musste. 

  • Im Herbst schließlich kommen Hohlzahn, Berberitze, Brombeere, Nelkenwurz und Eicheln auf den Tisch, und im
  • Winter u.a. Judasohr.

 Das Buch Nummer 4 ist eine Abhandlung über die Verwendung und Wertigkeit von Ziegenmilch in Abhängigkeit von der Haltung und deren Heilwirkung enthalten, die man jeden anempfehlen könnte wo der Darm Probleme macht. Außerdem berichtet es vom Wiesenknopf, Sprossen und Spargel Gemüse, Geißfuß, Leimkraut, Weidenröschen, Faulbaum, Ferkel Kräuter, Ruchgras, Malven, Seegras, Haselnuss und Birne. Es erzählt von allerlei pflanzlichen Antibiotika und dem scheinbar aus der Mode gekommenen Würzen des Kaffees.

Es ist so traurig, dass das `Überkommene` so wenig Anklang findet, erlebe es ja selbst immer wieder. Dabei ist es höchste Zeit den Einkaufswagen gegen einen Sammelkorb zu tauschen. Das was wir zum Konsumieren angeboten bekommen – kann das noch gesund sein mit einen ungezählten Bearbeitungsschritten, Zusatzstoffen, Beimischungen? Ist denn es notwendig Salat oder Somthie zum Mitnehmen zu haben, ein Toastschnitzel oder ein Hühnchen als Snack? Herr Machatschek geht hart ins Gericht mit der dem Zeitgeist leider immer noch entsprechenden exzessiven Ausbeutung von Land, Getier und Pflanze. Diese Traurigkeit, Weh-Mut schwingt im Tenor aber mit, es muss, es wird und es soll bitte endlich besser, gerechter werden. Es ist keine Nostalgie, sondern eine unumkehrbare Notwenigkeit grundlegend etwas zu ändern. Mit dem Wissenden stürbe das Wissen, schriebe es niemand auf. Es sagt ja keiner, dass man sich nun ausschließlich von der Wiese ernähren kann oder soll, das wird in den wenigsten Fällen möglich sein. Doch begönne der Leser nach der Lektüre mit der Umsetzung, so würde solches Tun nicht nur kulinarisch bereichern. Jeder ist sind eingeladen, sich selbst zu beschenken.

Mittwoch, 28. Juli 2021

Eine Gustav - Sockenstrickmaschine vor der Restaurierung

 


In einigen Wochen wird die Aufarbeitung abgeschlossen sein, dann strickt der Gustav wieder. Danke Evelin für deine Bilder. 

 



Eine Gustav Nissen Sockenstrickmaschine - vor der Restaurierung

Das ist kein Schrott. Das ist eine Gustav. Diese alten Sockenstrickmaschinen – meist verbunden mit dem Namen Gustav Nissen – standen früher nicht im Museum, sondern mitten im Leben: in Stuben, Küchen, Werkstätten. Da wurde gearbeitet, nicht ausgestellt. Einmal in Gang gesetzt, strickt so eine Maschine stoisch ihren Schlauch. Runde um Runde. Keine Elektronik, kein Schnickschnack. Nadeln, Garn, Mechanik. Ferse und Spitze entstehen von Hand – Können statt Knopfdruck.

Und genau so sehen sie oft aus, wenn man ihnen nach Jahrzehnten wieder begegnet: verharzt, angerostet, festgesetzt. Als hätte jemand sie einfach stehen lassen – und die Zeit hat ihren Schleier darüber gelegt. Doch der Eindruck täuscht. Diese Maschinen wurden gebaut, um zu bleiben. Gusseisen, klare Konstruktion, nichts Überflüssiges. Unter dem, was sich angesammelt hat, steckt meist noch immer eine Mechanik, die nur darauf wartet, wieder bewegt zu werden.

Gerade das macht solche Bilder so besonders: nicht geschniegelt, nicht hergerichtet für die Vitrine – sondern ehrlich. Ein Fundzustand, der mehr erzählt als jede polierte Oberfläche. Ein Stück Arbeit. Ein Stück Alltag. Ein Stück Geschichte.

In einigen Wochen wird die Aufarbeitung abgeschlossen sein, dann strickt der Gustav wieder. Danke Evelin für Deine Bilder. 

Dienstag, 27. Juli 2021

Kräuter und Heilpflanzen für Frauen: Tees, Tinkturen und Salben aus der Naturmedizin selbst herstellen: Die besten Rezepte für Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden

Ein kleines, gerade mal 128 Seiten umfassendes Büchlein liegt in meinen Händen. Darin abgehandelt alle Beschwerden eines Frauenlebens, die man selbst behandeln kann. Das Ganze ist kurz und knapp beschrieben, so dass frau prompt die Informationen findet die sie braucht und diese auch sofort umsetzen könnte.

Selbstverständlich enthält das Buch eine Einleitung zu pflanzlichen Inhaltsstoffen und ihren Wirkungen, beschreibt die Hormone der Frau, wie man Heilpflanzen und Kräuter sammelt, konserviert und aufbewahrt. 

Es gliedert sich in die verschiedenen Lebensalter der Frau, ihrer Menstruation und deren Begleiterscheinungen, möglichen Hilfestellungen bei Problemen. Anschließend wird der unerfüllte Kinderwunsch und die verschiedenen Erkrankungen der Organe abgehandelt, immer mit  Blick auf die natürliche Behandlung. Die weibliche Brust, die Schilddrüse, die Psyche und das Klimakterium, Haut und Haar, Knochen und Gelenke und deren Bedürfnissen über die Jahre werden in den folgenden Kapiteln dargestellt. 

Das hübsch gestaltete Büchlein habe ich nun schon verschenkt, denn es ist kompakt, erschlägt nicht mit Wissen. Es ist eine Einladung sich selbst zu helfen, zu beobachten, ohne das frau sich dazu nun sofort in umfangreiches Studium stürzen müsste. Es ist perfekt für Neuankömmlinge, die gerade erst die Heilkraft der Natur entdecken. 

Autor: Larena Lambert
Bassermann Verlag; Originalausgabe Edition (17. Mai 2021)
Broschiert, 128 Seiten, ISBN‎ 978-3809443292
Preis 9,99 Euro

Rosen-Sirup nach alter Art „Mariendorn-Sirup“

 Oh, ich bin restlos begeistert, die Farbe haut mich jetzt wirklich um. Wunderschön. Und saulecker.

So wirds gemacht:

Drei Doppelhände voll sortierte Rosenblätter ohne Getier und Grünzeug werden in einem großen Gefäß mit dem Saft einer Biozitrone überträufelt, die Schale der Zitrone grob abreiben und mit in das Gefäß geben, alles vermischen.
Nun einen Liter lauwarmes Wasser hinzugeben, 2 Kilogramm Zucker, umrühren und abgedeckt einige Tage stehen lassen. Es muss mindestens so lange stehen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Durch die Zitrone fängt der Sirup ein wenig zu gären an – das ist so gewollt. Immer mal wieder umrühren, die Blätter werden obenauf schwimmen.
Nach vier bis fünf Tagen abseihen, die Blätter gut ausdrücken. Den Sirup durch einen Dauerfilter laufen lassen um eine ganz klare Flüssigkeit zu erhalten. Kurz aufkochen und in vorbereitete Flaschen füllen.

Rosenlimonade: Auf ein Glas eiskaltes Wasser einen Teelöffel Sirup geben, umrühren, fertig. Wer es prickelnd mag nimmt Mineralwasser. Oder ein bisschen Natron hinzu – aber dann wird die Limonade nicht mehr roséfarben sein sondern bläulich schimmern. Schmecken tuts trotzdem 🙂.

Kalte Heimat - Buchbesprechung

Andreas Kossert Kalte Heimat Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945
Im Zuge der Ahnenforschung begann ich mich wiederholt verstärkt mit der Herkunft meiner Großeltern zu befassen. Ich stieß auf noch mehr Widersprüchlichkeiten, auf Ungereimtheiten, fehlende Fakten, die stets einen kleinen Rest Fremdheit und Unverständnis zwischen mir und meinen Großeltern stehen ließen und mich schon als Kind in Teilen beschäftigt hatten. Herr Kosserts Buch „Kalte Heimat“ habe ich regelrecht verschlungen. Es half mir die Geschichte meiner Großeltern von Flucht und Vertreibung zu verstehen, zu begreifen warum von uns als Kindern gewisse Verhaltensmuster erwartet wurden, warum immer und immer wieder die gleichen Sätze wiederholt wurden.

Nicht damit genug, dass die Menschen aus Böhmen, Mähren, Schlesien, Pommern und so weiter ihre Heimat, alles was lieb und vertraut war, verloren hatten, viele Anverwandte in Folge der Strapazen und durch Gewalteinwirkung zu Tode kamen. Bei der Verteilung der Vertriebenen kam es zu einer ungeheuerlichen Unmenschlichkeit, die viele Familien für Jahrzehnte auseinanderriss und bis dato gewachsene soziale Strukturen, vorsätzlich und wissentlich zerstörte. Vor den anrückenden Sowjets und durch die wilden Vertreibungen waren 14 Millionen Menschen auf der Flucht, eine unvorstellbare Zahl.

Willkommen waren die „Neubürger“ nicht.  In der neuen zugewiesenen Heimat als Fremde, als Eindringlinge, als "Rucksackdeutsche“, „Flüchtlingspack“ und „Polacken“,  schlimmstenfalls als „Untermenschen“ aus dem Osten bezeichnet, hallt das kollektive Erlebnis der Vertriebenen in den nachfolgenden Generationen nach. Das Hauptaugenmerk der sowjetischen Besatzer lag in der vollständigen, unauflösbaren Assimilation der Flüchtlingen, die hier ein Viertel der  in die Stammbevölkerung ausmachten. Der große Bruder war nicht zu kritisieren, er war plötzlich der Freund und Befreier. Kossert schreibt, dass den den Vertriebenen in der DDR per se der Opferstatus abgesprochen wurde. Heimattreffen waren ebenso verboten wie die Pflege von Tradition und Brauchtum, wozu auch das Singenden der altbekannten Lieder und Weisen gehörte. 

In der westlichen Besatzungszone trachtete man danach die Vertriebenen möglichst schnell in neue Behausungen zu bringen, die Einquartierungen der unwillkommenen Menschenmassen geschah notfalls mit Waffengewalt. Die hinterletzten Kammern wurden geräumt, die gute Stube aber nicht, was auch irgendwie verständlich ist, es sind ja völlig Fremde, Deutsche ja, dennoch anders. Es gab auf dem Land in so gut wie jedem Dorf Bemühungen die sich gegen die Neuankömmlinge richteten. Die schiere Masse aber „sprengte alte verkrustete Strukturen“ und war wie Kossert sagt „wie Hefe im sozialen und wirtschaftlichen Gefüge Nachkriegsdeutschlands.“

Die verantwortlichen Alliierten, als auch die spätere Politik der BRD ließen die Menschen lange in der Hoffnung, dass eine Rückkehr möglich wäre, diese wurde mit der späteren Anerkennung der nach dem Krieg gezogenen Grenzen nachhaltig und unmissverständlich vernichtet. Natürlich forderten die Vertriebenen dies ein und auch heute noch ist die Heimat oft die Alte. Dafür wiederum wurden sie als Nationalisten beschimpft, als ewig Gestrige, das Totschlagargument Nummer Eins - es funktioniert immer noch. Es war ja nicht so, dass die Deutschen einfach so in gewissen Gebieten siedelten. Sie wurden von der Obrigkeit gerufen, um sich ihre Fähigkeiten zu bedienen, lebten dort über viele Jahrhunderte im bunten Völkergemisch.

Ich habe durch Andreas Kosserts Buch einen ganz großen Teil von mir selbst gefunden, einen noch größeren meiner Familie und wichtige Fakten ihrer Geschichte. Es ist ein Trauma das endlich aufgearbeitet werden muss, denn es ist eines das generationsübergreifend vorhanden, im Nebel der Zeit verblassend zwar – doch immer noch präsent ist. Über der Tür zum Schlafzimmer meiner Großeltern hing jedenfalls bis zu ihrem Ableben das Bild ihres Heimatortes. Auch nach so vielen Jahren in der neuen Heimat, nach der Gründung neuer Familien, dem Bau eines Hauses war doch das Sehnen und Trachten in einigen Teilen der Familie nach der alten Heimat bis zum Lebensende vorhanden. Ich kann mir nicht helfen – aber ist es uns doch in die Wiege gelegt, woher denn sonst die Rührung, das Glücksgefühl als ich das erste Mal im Riesengebirge war? Welches unfassbare Leid so vielen Menschen durch die Wahnhaftigkeit einiger Weniger zugefügt wird – unfassbar. Reichen wir uns alle zum Bund die Hände, machen wir einen Frieden, wie es ihn noch nie gab. Ich wünsche es mir so sehr.

Andreas Kossert - Kalte Heimat
Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945

Paperback - € 16,00 [D] inkl. MwSt. / ISBN: 978-3-570-55101-1 / Erschienen am  09. November 2009

Montag, 26. Juli 2021

Eine Detex - Sockenstrickmaschine

 Die Firma Detex kannte ich bisher noch nicht. Vielen lieben Dank für die Erlaubnis die Bilder hier zeigen zu dürfen. Wer sie kaufen möchte, hier der Link zur Anzeige, den zu setzen ich versprach. 

    




Freitag, 16. Juli 2021

Erdbeeressig

 

Zutaten

  • frische Erdbeeren
  • milder Essig (z. B. Apfelessig oder Weißweinessig)

Zubereitung

  1. Früchte vorbereiten
    Erdbeeren waschen, verlesen und leicht andrücken.
  2. Ansetzen
    Die Früchte in ein Glas geben und mit Essig vollständig bedecken.
  3. Ziehen lassen
    Gut verschlossen 1–2 Wochen an einem hellen, aber nicht zu heißen Ort stehen lassen.
  4. Bewegen
    Zwischendurch leicht schwenken.
  5. Abseihen
    Durch ein Tuch oder Sieb filtern.
  6. Abfüllen
    In saubere Flaschen füllen und verschließen.

Hinweise

  • ergibt einen mild-fruchtigen Essig
  • gut geeignet für Salate oder als Grundlage für weitere Ansätze
  • kühl und dunkel lagern