Freitag, 31. Juli 2026

Lammas – Das Fest der goldenen Schwelle und die nüchterne Wahrheit der Ernte. Was im deutschen Raum wirklich greifbar ist

Lammas ist kein steriles Forschungsobjekt, sondern ein pulsierender Moment zwischen Leben und Tod, zwischen der scharfen Sense und dem nährenden Brot, und wer versucht, diesen Zeitpunkt über Begriffe zu greifen, wird zwangsläufig daneben greifen, denn das altenglische hlāf-mæsse, die Brotmesse, gehört in einen kirchlichen Zusammenhang, ebenso wie das oft bemühte Lughnasadh in die irische Überlieferung, die sich im Metrical Dindshenchas (Corpus of Electronic Texts) nachlesen lässt, doch das alles erklärt nichts von dem, was hier geschieht, wenn im deutschsprachigen Raum Ende Juli, Anfang August das Korn nicht mehr im Werden steht, sondern im Abschluss, die Halme ihr Gewicht tragen, die Spannung aus dem Feld gewichen ist und sich dieser schwer zu beschreibende Moment einstellt, in dem man spürt, dass nichts mehr hinzukommt, sondern nur noch genommen werden kann.