Mittwoch, 28. Juli 2021

Eine Gustav Nissen Sockenstrickmaschine - vor der Restaurierung

Das ist kein Schrott. Das ist eine Gustav. Diese alten Sockenstrickmaschinen – meist verbunden mit dem Namen Gustav Nissen – standen früher nicht im Museum, sondern mitten im Leben: in Stuben, Küchen, Werkstätten. Da wurde gearbeitet, nicht ausgestellt. Einmal in Gang gesetzt, strickt so eine Maschine stoisch ihren Schlauch. Runde um Runde. Keine Elektronik, kein Schnickschnack. Nadeln, Garn, Mechanik. Ferse und Spitze entstehen von Hand – Können statt Knopfdruck.

Und genau so sehen sie oft aus, wenn man ihnen nach Jahrzehnten wieder begegnet: verharzt, angerostet, festgesetzt. Als hätte jemand sie einfach stehen lassen – und die Zeit hat ihren Schleier darüber gelegt. Doch der Eindruck täuscht. Diese Maschinen wurden gebaut, um zu bleiben. Gusseisen, klare Konstruktion, nichts Überflüssiges. Unter dem, was sich angesammelt hat, steckt meist noch immer eine Mechanik, die nur darauf wartet, wieder bewegt zu werden.

Gerade das macht solche Bilder so besonders: nicht geschniegelt, nicht hergerichtet für die Vitrine – sondern ehrlich. Ein Fundzustand, der mehr erzählt als jede polierte Oberfläche. Ein Stück Arbeit. Ein Stück Alltag. Ein Stück Geschichte.

In einigen Wochen wird die Aufarbeitung abgeschlossen sein, dann strickt der Gustav wieder. Danke Evelin für Deine Bilder.