Sonntag, 24. Februar 2013

Film: Rotwild Teil 1: Hirschbunft in den Bergen

Ich habe noch nie einen Hirsch röhren gehört, zumindest habe ich es nicht als Solches wahrgenommen. Nun aber, nachdem ich den Film Rotwild Teil 1: Hirschbunft in den Bergen von Klaus Illitsch gesehen haben, weiß ich, was ich da hörte, aber nie sah. Dank dem "Filmfuchs" konnten wir diese majestätischen Tiere beim Werben in der Freiheit der Berge bewundern. Mit grandiosen Naturaufnahmen in den niederen Tauern, genauer im Sölkpassgebiet (1788m ü. M.) ist Klaus Illitsch ein Film gelungen, der uns sehr begeistert. Man spürt die tiefe Verbundenheit zur Heimat, die Begeisterung für Flora und Fauna, den Respekt vor der Natur. Untermalt mit passender Musik kann man die Wildheit und Unberührtheit der Berge und ihrer Bewohner genießen, erfährt alles Wissenswerte zu den gezeigten Tieren. Selbst die dort wachsenden Pflanzen werden benannt, zu einigen Besonderheiten erklärt. Da dies ein Lehrfilm für Jäger ist, lernt der Laie auch etwas Jägerlatein, diese stört keineswegs, sondern bereichert.  Die Paarung ist respektvoll in Szene gesetzt, dass  man dabei "nichts findet". Der Film ist einfach wunderschön, genauso schön, wie unsere Erde. Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt.  

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In einem weiteren Film vom "Filmfuchs" rund um das Balzverhalten des Birkwildes wird in wunderbaren Bildern die atemberaubende Schönheit des Hochgebirges eingefangen. Wir begleiten die Tiere durch ihre Balzzeit, erfahren von ihren Anpassungsmöglichkeiten an die wirklich mehr als rauen Bedingungen ihres Lebensraumes. Auch dieser Film ist ein Lehrfilm für Jäger, da er mit der Erlegung der "braven Hahnes" endet, ist er für zu kleine Kinder nicht geeignet, denn mit diesem Film entwickelt man wirklich Bewunderung für diese prachtvollen Tiere. Beide Filme eröffneten mir einen völlig neuen Blickwinkel auf die Tierwelt ein Stück von meiner Haustür entfernt. Vielen Dank für zwei so wunderbare Filme




DVD.PAL, 45 min. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter Der Filmfuchs

Zwergenstübchen Backgeheimisse

Endlich gibt es einige Bücher aus der Zwergenstübchenreihe wieder, die Neuen sind vom Kaufmann-, nicht vom Vehling-Verlag. Es ist genau so, wie die "Alten", gleiches Format, genau so liebevolle Bilder, kindgerechte Aufmachung, einfache Rezepte ohne Schnickschnack, die auch Anfängern gelingen. Wer die Reihe nicht kennt: Verlagstext: 


"In einer alten Truhe auf dem Dachboden entdecken 
die Zwerge wunderbare Backrezepte. Und die geheimen Backanleitungen sind in diesem Buch versammelt. Ob Apfelstreuselchen oder Früchte-Muffins, Kirschrollen oder Kokos-Traum, hier finden Sie passende Rezepte für alle Nasch-Gelegenheiten. Liebevolle Zwergenillustrationen erzählen Geschichten rund um die Backanleitungen. Raffinierte Rezepte für köstliche Kuchen und Torten."


Ich finde, gerade heute, wo ein Lebensmittelskandal den nächsten jagt ist dieses Buch hervorragend geeignet, kleine Kinder zum Selberbacken unter Aufsicht zu animieren. Aussuchen lassen und los gehts. Wir haben den Nußkuchen gleich mal nachgebacken, natürlich in der Vollwertvariante und hatten einen wunderbaren saftigen Kuchen. Alles wird verbacken, von der Ananas zum Apfel, Bananen, Birnen, Kirschen, Heidelbeeren, Kokos, Mohn, Nuss und Nougat, Preiselbeeren, Quark, Zwieback. Man findet Rezepte für Muffins und auch für Mandelkuchen. Für jeden ist etwas dabei, sogar der Schoko-Tröpfchen-Kuchen, der immer gut ankommt. Fruchtig, nicht zu süß, mal "nur" Ruhrkuchen pur. Für junge Eltern das ideale Geschenk, die Kartoffelkiste, Nudelzauber und Aufläufe & Co gibt es auch wieder. Ich hoffe, es kommt noch mehr aus dieser Reihe. 


Gebundene Ausgabe: 64 Seiten, Preis 9,95 Euro.
Verlag: Kaufmann, Ernst; Auflage: 1., Auflage (16. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3780620002
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre, Größe und/oder Gewicht: 30,2 x 21 x 1,2 cm

Zwergenstübchenreihe zu beziehen über Verlag Ernst Kaufmann GmbH

  

  

Mittwoch, 20. Februar 2013

Immer wieder einen Besuch wert

Zugegeben, ein regelmäßiger Blogleser bin ich nicht, dazu fehlt mir die Zeit, bloß gut, dass man die neusten Veröffentlichungen per Mail bekommt, auch wenn sie in den unendlichen Weiten des Nachrichtensammelprogramms verschwinden und dann wie durch Zauberhand einfach mal so wieder aus der Versenkung auftauchen. Gerade zur richtigen Zeit tauchte eine , ich konnte mir wie so oft das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen und oft sitz´ ich vorm PC und bin sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die sich so ganz andere Gedanken machen, als gewohnt. Einer dieser besonderen Menschen mit Gedankengängen, die mich schon oft stauen ließen ist Bruder Taktiker. Unbedingt vorbeischauen und schmöckern :-) :-) :-) brudertaktiker (Quelle)




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VerstörungsTeeUrin (Palindrom #1)
Ami R.: Panne – Flog Atta Golfen? Na Prima!

Anmerkung von Roman Tikker: “Was Mohammed wirklich vorhatte. Immer noch authentischer als die offizielle Version von Ociamas 19 Räubern und Al-Ciada.”

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Montag, 18. Februar 2013

Buchbesprechung: Trockenfleisch

In einigen Dokumentarfilmen sieht man es, in Büchern liest man davon, wie die Menschen unter den widrigsten Bedingungen nicht nur überleben sondern leben. Da erfährt man etwas über die Möglichkeiten der Vorratshaltung mit einfachsten Mitteln. Immer ist die Rede von Speck, der im Rauch hängt, oder das die Indianerfrau die Gäste unter anderem auch mit Zubereitungen aus getrockneten Fleisch bewirtet, lange bevor Cowboys und Glücksritter es ihnen gleich taten. Oder das die Völker Skandinaviens noch heute Fisch und Fleisch so wie ihre Vorfahren im Wind trocknen. Der Mangel an Nahrung ist nicht auszugleichen, so ersannen die Menschen bestimmte Techniken zur Haltbarmachung. Eine davon ist das Trocknen. Alles ist uns heute geläufig, wir konsumieren Trockenobst, Kräuter, Pilze und Gemüse frisch und getrocknet. Nur Fleisch nicht. Warum eigentlich nicht? Bis vor kurzem wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen denn wir kochen ein. Dabei ist es so simpel, wie genial. Wie es funktioniert wird anschaulich beschrieben. Ich hatte immer gedacht, das Fleisch muss doch komisch riechen, das tut es aber nicht, das Geheimnis ruht in der Marinade. Durch das Buch von Claudia Diewald bin ich doch neugierig und "mutig" geworden. Was das Buch so interessant macht ist außerdem die Vielfalt an Rezepten, was nützt schon die beste Zutat, wenn man damit nichts anzufangen weiß. Das Elysium wird im Diesseits erreicht man, wenn man die Jahreszeiten überwinden und das ganze Jahr hindurch ernten kann, so heißt es. Mit Trockenfleisch ist man dem Elysium ein Stück näher, wenn man Fleisch mag, das heute langsam zur Delikatesse wird. 

Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Neumann-Neudamm AG; Auflage: 1. (1. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3788814625






Freitag, 15. Februar 2013

Das Honigkochbuch

Oh wie liebe ich Honig, den Süßen. Bisher hab ich ihn - wie wahrscheinlich die Meisten von uns - auf die Sonntagssemmel gestrichen oder Lebkuchen gebacken. Ein befreundeter Imker hat die mir goldene Köstlichkeit noch viel näher gebracht. Nicht umsonst strahlen die Augen, läuft das Wasser im Munde zusammen. Honig ist mit eines der leckersten Naturprodukte, die es gibt, wie gesund er ist, was seine Wertigkeit ausmacht - welcher Honigesser weiß das schon? 
Jedem, der Honig mag kann man ein Buch empfehlen: Das Honig-Kochbuch von Reinhard Dippelreither. Schon vor 12.000 Jahren, so ist zu lesen, "erntete" der Mensch wilden Honig, 10.000 Jahre später war er in der Lage, die Bienen als Nutztierchen zu halten. Das Buch erzählt uns von der Nutzung des Honigs gestern und heute, von der Blüte und dem Niedergang der Imkerei, deren Neuaufschwung. Wir erfahren, wie viel Mühe von Bienen und Imker notwendig sind um uns die süße Köstlichkeit zu schenken, welche Sorten es gibt, dass diese nach der Erntemethode unterschieden werden, was eine Tracht ist, welche Unterschiede es in Farbe und Geschmack gibt, welche Wirkung der Honig auf unsere Gesundheit hat, was man beim Einkauf, Lagerung und Verarbeitung beachten muss. Nach Warenkunde und Geschichte sind wir nach 40 interessanten Seiten bei den Rezepten angelangt,  ca. 120 fasst das Buch, übersichtlich geordnet.  Den Anfang macht Honig pur und seine "Veredelung" z. B. mit Gewürzen oder das Einlegen von Früchten und Blüten macht den Anfang, gefolgt vom Trinkgenuss rund um. Kennst du noch bzw. schon die gute alte Honigmilch? Wie diese fabriziert wird oder auch leckere Mandelmilch steht in diesem Abschnitt. Etwas hochprozentiger geht es dann im Folgenden weiter, erläutert wird auch die versuchsweise Herstellung von Met zu Hause. Anschließend folgen Vorschläge zur Frühstücksgestaltung mit Honig in Form von Gebäck, verschiedenen Müslis (Schrotmüsli :-)) sehr lecker), selbst gemachten Aufstrichen und Getränken weiter, darauf folgen Dips, Dressings, Würzsaucen Aperitifs, Entrees (falsches Sushi), Beilagen, Hauptspeisen nicht nur aus Europa. Die meisten Rezepte auf den eurasischen Gaumen abgestimmt, aber es sind auch kulinarische Köstlichkeiten aus Nordamerika oder Spezialitäten aus dem Kaukasus dabei. Das Buch beschließt die Anwendung vom Imkergold in selbst gemachten Badezusätzen, Gesichtsmasken usw. Als kleines Bonbon, was das Buch komplettiert gibt die Erklärung zu falschen Honig, es die wichtigsten Assoziationen mit Honig in Redewendungen sowie einigen Erklärungen zu Pflanzen, Tieren und Steinen, die das Wort Honig im Namen tragen.  Nicht alle Rezepte sind bebildert, das macht mir persönlich nichts aus, die Fotos die vorhanden sind, machen Appetit auf mehr. Insgesamt ist es mehr als ein bloßes Kochbuch, fundiert mit viel Hintergrundwissen. 

Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Stocker; Auflage: 1., Aufl. (November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3702011048

Rund ums Öl - Pflanzenöle

Pflanzenöle: Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen


Öl ist nicht gleich Öl, das ist klar. Das es viele verschiedene gibt mit ganz spezifischen Eigenschaften, die unterschiedliche Einsatzgebiete ermöglichen, weiß inzwischen jeder. Man kennt auch das teure Arganöl, welches mittlerweile beim Discounter auch in Bioqualität zu haben ist, ebenso wie Pistazienöl, dessen angenehmer Geschmack mich jedes Mal aufs Neue begeistert. Aber das es in unseren Breiten weit mehr als Raps, Sonnen, Oliven und Leinöl gibt, wissen die wenigsten. Gut Kürbiskernöl ist noch ein Begriff, Schwarzkümmel sicherlich auch, dieses kam ja vor ein paar Jahren in Mode als das Heilmittel überhaupt. Dabei gibt es eine äußerst interessante Geschichte rund um die Ölpflanzen, die Gewinnung von Pflanzenöl in Europa, den Niedergang des Ölpflanzenbaus, die fatale Abhängigkeit vom Import gerade in Kriegs- und Krisenzeiten bis hin zur neuen Erstarkung. Diese Geschichte erzählt das Buch von Harald Löw. Man staunt man über die unglaubliche Vielfalt der nutzbaren Pflanzen zur Ölgewinnung hierzulande. Jedes Ölpflanze wird gesondert vorgestellt, die Botanik erläutert, die geschichtlichen Zusammenhänge erklärt, der Anbau und Ernte aufgezeichnet, schließlich die Gewinnung des Öls dargestellt. Natürlich wird die Zusammensetzung und die mögliche Verwendung aufgezeigt, dabei werden Rezepturvorschläge für Küche, Gesundheit und Kosmetik gemacht, die sehr  gut angewendet werden können. Das ist typisch für alle Stocker Praxisbücher, die ich bisher lesen durfte. Detailliert wird erklärt, welche Verfahren bei der Ölgewinnung angewendet werden, welche Auswirkung dies auf Qualität und Farbe haben kann. Es gibt auch einige wunderbare Tabellen anhand dieser man auf einen Blick sehen kann, welches Öl beispielsweise zum Dünsten oder Frittieren, oder für welchen kosmetischen Einsatz es geeignet ist. Ja sogar die Wirkung der Öle in der Naturheilkunde wird beschrieben. Auch erfährt man wie wichtig essentielle Öle für unsere Gesundheit sind, was überhaupt essentiell heißt, was Fettsäuren sind, welche es gibt und was sie im Körper bewirken. Einen Index gibt es nicht, auch das scheint mir typisch, dafür aber ein sehr umfangreiches Inhaltsverzeichnis und eben die exakte Gliederung, die den Leser sofort finden lässt, wonach er sucht. Wer sich umfassend zu diesem Thema informieren möchte, ist mit diesem fundierten, voll mit Wissen gepackten, anschaulich geschriebenen Fachbuch bestens beraten.


Gebundene Ausgabe: 130 Seiten
Verlag: Stocker; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3702009908

Met: Honigwein-Bereitung - Leicht gemacht!


Ein uraltes Getränk hat wieder Konjunktur. Neulich im örtlichen Getränkemarkt da stand es: Met. Was ich sonst nur auf Mittelalterfestivals zu sehen bekomme, in Ermangelung der Verträglichkeit von Alkoholika nur hin und wieder zu Hause in Reichweite der Lagerstatt genieße freute mich, endlich kann ich es auch mal kosten :-). Nun hat mich das Gebräu nicht vom Hocker gehauen, ja es schmeckt nicht schlecht, aber Loblieder kann man da schlecht singen. Und Lieder gibt es, davon kündet die Edda im Alwislied 34 u. 35, nach der Übersetzung von Karl Simrock:

Thor: "Sage mir, Alwis, da alle Wesen, kluger Zwerg, du erkennst, wie heißt das Ael, das alle trinken, in den Welten allen?" Alwis erwiderte: "Bei Menschen Ael, bei Asen Bier, Wanen sagen Saft, bei Hel heißt es Met, bei Riesen helle Flut."


Als bekennender Honigfan war ich enttäuscht. Wenn man bedenkt das Met schon um 3500 v. Chr. in Ägypten hergestellt, als das Geschenk der Götter in der nord. Mythologie gefeiert, bei religiösen Handlungen als Opfer dar gebracht wurde, ja dann frage ich mich doch, was bitte ist das für ein komisches Gebräu, was ich da genossen habe. Altbewährtes hält sich, wird selten abgeändert, bestenfalls verfeinert. Was liegt nun näher als Met selbst zu machen, wenn man dann auch noch unerwartet zu einer großen Menge Honig kommt. Bei der Recherche nach Rezepten und Anleitungen findet man einiges. In dem alten Buch "Der vollkommen Bierbrauer = Quelle" fand ich z. B. diese Anweisung: 



Köstlicher Meth für die Flüsse, so auf die Brust stauen.


Kraut vom Ysop, Salbey, Hufflattica, Wohlgemuth, Ehrenpreiss jedes eine Hand voll, Süßholz 6 Loth. Alant = Fenchel = und Huflattigwurzel jedes 2 Loth.
Anies und Fenchelsaamen, jedes 1 Loth. 

Alles gröblich zerschnitten, und in ein Bündelein gethan; Alsdann nimm Honig ein Theil und Brunnenwasser acht Theile, koche es zusammen, schäume die dicken Feces ab, und alsdann hänge das Bündelein darein, lasse es wohl untereinander kochen und abschäumen, bis eyn frisches Ey darauf schwimmt. Gieße es durch ein Tuch  und thue es in ein Gefäß, worinnen zuvor Wein gewesen ist, Nach drey Tagen, so du den Meth aromatisch haben willst, so hänge in einem Nodula darein: des besten und schärfsten Zimmet, Gewürznegelein, Galgant, langen Pfeffer, Paradieskörner, jedes ein Loth. Lasse es dann untereinander alsdann fermentieren und jähren, bis er wohl depuriert ist, dann fülle das Fäßlein zu mit anderen Meth, so du in Flaschen aufgehoben hast. Dann mache es wohl zu mit einem Spunde, doch mußt du den Nodulum mit den Gewürzen darinnen lassen. Dann lege es in den Keller, so hast du nach drey Monaten einen herrlichen Trank, so im Winter köstlich zu gebrauchen. Man kann nüchtern drey Unzen davon nehmen. Er ersetzet trefflich die verlorenen Kräfte, schärfet die stumpfen Sinnen , stärket die schwachen Augen, das Gehirn und die Brust. Summa: er dienet dem schwachen Alter zur Stärkung und nutzet, da zu gebrauchen, wo Wein nicht vergönnet ist.

Das da was dran ist zeigen Sebastian Kneipps Ausführungen zum Met: „Met tut viel Gutes, er bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg, befreit von dem, was dem Körper nachteilig ist. Seine Wirkung ist sehr günstig auf das Blut, die Säfte, Nieren und Blase, weil er überall reinigt, auflöst und ausleitend wirkt. Für die Alten, so auch für uns ist Met ein Stärkungsmittel. Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides verdankten sie besonders ihrem Met.“

Zum guten Gelingen tragen beste Zutaten und Zeit zum wesentlich Gelingen bei. Wieder hat das alte Sprichwort: "Gut Ding will Weile haben." absolute Gültigkeit, Ungeduld ist fehl am Platze. Nicht nur aus Brunnen bzw. Quellwasser und Honig besteht oben aufgeführter Met, es sind jede Menge Kräuter und Gewürze von Nöten, die Prozedur dauert über ein Jahr. Im selben Buch finden sich auch Rezepte für Beerenmet und reinen Honigmet, stets mit einigem Aufwand. Das muss doch einfacher gehen, oder etwa nicht. 


Die Recherche ging weiter, schließlich kommt man unweigerlich zu einem der Stocker Praxisbücher. Es stellt das Standardwerk zur Metherstellung dar, nach der Lektüre desselben weiß man so ziemlich alles über Met, was man nur wissen kann. Angefangen von der Geschichte der Meterzeugung über Brauchtum rund um den Honigwein, die unterschiedlichen Arten des Honigweins bis hin zur Erklärung welche Honigsorten es gibt, was überhaupt im Honig steckt, wie man ihn auflöst, wie viel man davon braucht, wie die Gärung ablaufen sollte. Mit Rat und fundiertem Fachwissen punktet das Buch, es ist gut gegliedert, genau so, wie man es als Anfänger wissen sollte.  Jetzt weiß ich wie der Honigwein klar werden kann, wie man würzen und süßen könnte. Freilich, man muss sich mit dem Buch auseinander setzen, sich Gedanken machen, dies macht ein Praktiker aber ohnehin. Da wir nun schon keine alte Muhme haben, der wir über die Schulter schauen können, so haben wir dies Buch, vom Fachmann geschrieben, damit ist man definitiv in der Lage, Met selbst zu brauen, so wie unsere Ahnen in grauer Vorzeit. Ein paar alte Metrezepte sind auch enthalten, nach den ersten geglückten Gebräuen wird man so oder so anfangen zu experimentieren. Die Grundlage allen Schaffens kann dieser Titel sein. ReinlesenMet gegen Honig vom Profi selbst gibt es bei www.dermetmacher.at

Gebundene Ausgabe: 118 Seiten, Verlag: Stocker (April 2011), deutsch, ISBN-13: 978-3702013011. 

Freitag, 1. Februar 2013

Schwanger - na und :-) Teil 1: Rund um die Brust / Stillzeit

Lange lange ist es her, die Erinnerung aber ist wacher denn je, viele Fragen der Jüngeren bewirken dies. Aber wie ist das noch, wenn man schwanger ist - fast automatisch wird man, wenn man bisher sich selten bis gar nicht bei den Ärzten blicken ließ, zum therapierbaren Individium, obwohl alles ganz von selber gehen könnte, wenn man es denn ließe. Zumindest ging es mir so. Freilich gibt es eine schier unendliche Liste von Büchern, in jedem steht alles ein bisschen anders. So habe ich mir gedacht, hier an dieser Stelle für die typischsten Beschwerden natürliche Mittel wieder zugeben, die unseren Großeltern noch geläufig waren.

Eins möchte ich noch vorwegschicken: Die nachfolgenden Texte erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, bin ja kein Therapeut. Auch muss jede werdende Mami selber entscheiden, ob sie das Eine oder Andere testen mag.

Es gibt einige ätherische Öle, die man in der Schwangerschaft unbedingt meiden sollte, da sie gebärmutterwirksam sind. Diese sind u. a.: Basilikum, Zimtrinde, Poleiminze, Ysop, Myrrhe, Bohnenkraut, Salbei, Thymian, Oregano.

Das man sich gesund ernährt, nicht raucht und ungebührlich Alc zu sich nimmt setze ich voraus. Daher gehe ich darauf an dieser Stelle nicht ein. Allerspätestens könnte man nun damit aufhören. Zu den typischsten Anzeichen einer Schwangerschaft gehören z. B. Spannen der Brust, Geruchsempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen. All diese Erscheinungen haben ihren Sinn, schließlich soll Frau ja wissen, was Sache ist. Bis auf die Speierei, da kann man wirklich drauf verzichten :-), alles andere lässt sich ertragen. Die hormonellen Veränderungen sind Auslöser hierfür. Fangen wir beim Brustspannen an. Beachte: wenn du Fiber bekommst und die Lymphdrüsen der Achsel druckempfindlich sind, suchst du besser deine Hebi bzw. einen Doc auf. Überhaupt ist eine gute Hebamme immer gern für Dich da, wenn du Fragen hast.

Rund um die Brust - In der Schwangerschaft

  • Ätherisch:
Auflage aus Lavendelöl: Dazu in 3/4 l Wasser 2 Tropfen Lavendelöl geben, ein sauberes Mulltuch einweichen und auswringen, auflegen.
  • Homöophatisch:
Conium D6 (bei Brustbeschwerden, verursacht durch die Vergrösserung)
Bryonia D6 (bei harten, gespannten Brüsten)
Belladonna D6 (harte und gespannten Brüsten, mit roten Steifen

Dosierung: 3-mal täglich 3 Globuli vor dem Essen unter die Zunge legen.

  • Massageöl: 
In 100 ml Ringelblumenöl (Das Öl bzw. den Auszug = Mazerat kannst du dir selber herstellen: aus voll erblühten Ringelblumenblüten die Blättchen zupfen und in ein sauberes Marmeladenglas einlegen und mit Maiskeimöl auffüllen. Gut verschließen. Für 4 Wochen ausziehen lassen) gib 20 Tropfen Lavendel fein und 10 Tropfen römische Kamille. Gut schütteln. Von der Brustwarze weg ganz sanft massieren.

Nach der Geburt / Stillzeit


Nicht umsonst heißt es "Stille Zeit". In dieser Zeit muss man sich Ruhe gönnen, es ist am Partner, Aufregung und Streß von der Mutter genauso wie in der Schwangerschaft nun auch in der Stillzeit fernzuhalten. Dazu gehört auch, dass man der Schwiegermutter und sonstigen angeheirateten Individuen im Notfall zeigt, was "ne Harke ist". Wer nervt fliegt raus. Punkt.


Stillen ist und bleibt das Beste für das Baby, das hat Mutter Natur schon so eingerichtet wie es richtig ist. Die meisten Frauen können es, wer es möchte: Herzlichen Glückwunsch zu so viel Mutterliebe und Verstand. Wer nicht möchte, der soll es lassen, aber bitte die Mamas in Ruhe lassen, die es tun. Auch wenn es über das vermeintliche "übliche" Maß weit hinausgehen sollte. Das Wichtigste ist, dass sich Mutter und Kind wohlfühlen. Es spielt überhaut gar keine Rolle, was irgendwer dazu zu plappern hat. Es ist völlig egal, was die Werbung suggeriert und für was irgendwer mit seinem Namen steht. Lasst euch bloß nicht ins Boxhorn jagen, hört auf euer Bauchgefühl.

Einige Zeit nach der Geburt kommt es zum Milcheinschuss, dieser kann unter Umständen recht schmerzhaft sein. Die Brust wird warm, groß und rund, sehr fest und tut dann doch etwas weh. Je nach Temprament und Kraft des Kindes kann das Stillen doch gerade am Anfang etwas zwicken. Die Hebamme zeigt gern, wie das Baby gehalten und angelegt wird. Kann sein, du hast einen ungeduldigen Schreihals :-) dann bleib selbst ruhig und gefasst, immer dran denken, jeder fängt mal an, in einigen Tagen bist du Profi. Das wird schon, du schaffst das, denn du bist nun eine Mama. Um den Milchfluss zu erleichtern, mach dir warme Umschläge mit einem großem Mulltuch. Die Wärme tut gut.

Medela
Stillhütchen
  • Milchbildungstee: 
je 10 g von Kümmel, Eisenkraut, Basilikum, Fenchel und je 5 g von Anis, Taubnessel, Gänsefingerkraut, isländ. Moos, sowie 15 g Zinnkraut

Pro Tag 2 gestrichenen EL mit 1/2 l kochenden Wasser übergießen, 5 -10 min ziehen lassen. Kann bis auf einen Liter gesteigert werden.


  • Massageöl zur Milchbildung: 
in 100 ml gutes Mandelöl gib bitte je 1 Tropfen folgender ätherischen Öle: Rose marok. Abs., Fenchel, Karottensamen, Koriandersamen und je 2 Tropfen folgender ätherischen Öle: Lavendel extrafein, Anis, Kreuzkümmel

Gut verschütteln. 2-3 mal täglich nach dem Stillen massiere die Brust damit, aber nicht die Brustwarze. Das Öl vorher in den Händen anwärmen. Reste abwischen. Sparsam sein. 

Medela
Brustwartzenschutz

Wunde Brustwarzen: 

  • Nach dem Stillen die Brustwarzen mit etwas Muttermilch an der Luft trocknen lassen. Die Muttermilch unterstützt die Heilung. (auch bei wunden Babypo). Beim Stillen nicht verkrampfen, atme den Schmerz weg. 
  • Brusthütchen verwenden, wenn es arg schlimm sein sollte von Medela z. B. gibt es aus Silikon welche, die werden einfach aufgelegt und man kann weiter Stillen. 
  • Das Baby mal anders anlegen, wie einen Baseball an der Talie vorbei, ein (Still- oder Seitenschläfer-) Kissen erleichtert das Halten des Kindes.  
  • Massageöl bei wunden Brustwarzen: 1 Tr. Rose auf 20 ml süßes Mandelöl nach dem Stillen sanft auftragen.
  • Manche Hebamme schwört auf gereinigtes Wollfett = Lanolin, ob es hilft muß man selber testen.

Abstillen


Das Abstillen geschieht eigentlich automatisch, wenn man der Natur ihren Lauf lässt. Da man sowieso stillt nach Bedarf ist Mamas Busen auf Anpassen trainiert. Wie lange du stillst und wann Schluss damit ist, entscheidest du zusammen mit deinem Baby. Bloß kein Theater und klein schlechtes Gewissen, freu dich, wenn es lange und reichlich fließt. Wenn du dich entschlossen hast: Pfefferminze und Salbei unterstützen beim dich Abstillen, falls es nötig sein sollte. Den Aufguß bereitest du so: Auf 1 TL Kräuter  250 ml kochendes Wasser geben, zugedeckt 5-10 min ziehen lassen. Ein maximal zwei mal pro Tag eine Tasse trinken für 3 - Wochen. Auch hier gilt: in der Ruhe liegt die Kraft. Es dauert seine Zeit, bis die stille Zeit zu Ende geht. 

So und noch was: ich bin das Paradebeispiel dafür, dass Langzeitstillen eben nicht schadet, dass das Kind pumperlgesund ist, sich prächtig entwickelt hat. So wie es sein soll. Wer Fragen dazu hat und nicht gehippt werden will, der wende sich an lalecheliga. Hier geht es nur ums Stillen. Die Pro´s fürs Stillen liegen auf der Hand. 

Als Contra wird z. B. angeführt: 
Medela
Milchauffangschalen
  • Mama wird wieder unabhängiger, das Baby kann auch mal jemand Anderer betreuen: Pump halt ab, dass geht auch, wenn Baby dann aus der Flasche trinken mag. 
  • Mama weiß wie viel das Baby getrunken hat. Wenn es denn sein muß, kannst du es wiegen, vorher und nachher. Dann weißt du es auch. 
  • Papa kann in die Mahlzeiten einbezogen werden und fühlt sich nicht ausgegrenzt. Es gibt auch noch andere Aufgaben rund um die Kinderpflege. Da kann der Papa auch helfen, Bäuerchen machen z. B. oder bei Blähungen auf Papas großer Schulter liegen, baden, Fingerspiele nach Alter, in den Schlaf wiegen...  
  • Das Kind nimmt schneller zu. Da frag ich mich: Muss es dass denn? Kann es nicht zunehmen, wie es Mutter Natur vorgesehen hat? 
  • Mama kann normal essen und auch mal Alkohol trinken und rauchen. Man kann sich doch auch so normal ernähren und auf Alc &Co verzichtet man doch bestimmt gern - oder nicht?
  • In der Stillzeit keine Diät. Aha, Stillen ist die schönste Art Gewicht zu verlieren finde ich. 
  • Keine auslaufenden Brüste und nasse Pullover. Es gibt Still -BH und Stilleinlagen bzw. Milchauffangschalen, da heilt sogar noch eine wunde Warze ab.  
  • Keine Brustentzündungen / Schmerzen beim Anlegen. Brustentzündungen haben verschiedene Ursachen. Es bekommt doch nicht jede Frau automatisch eine Entzündung. Das Anlegen ist nicht schmerzhaft, wenn man es richtig macht. 
  • Brustwachstum wird durch Nichtstillen angehalten, daher keine (weiteren) Dehnungsstreifen. Von wegen, bei vielen Frauen gibt es mit Schwangerschaftsbeginn und / oder noch (mehr) mit dem Milcheinschuß den Vergrößerungsschub. Dehnungsstreifen begegnet man am Besten von vornherein mit guter Pflege. 


    Weiter im Teil 2 (folgt noch)
Bezugsquellen für ätherische Öle & Co: z. B.





Keine Angst vor Rinderrouladen.


Was hab ich Omas Rouladen als Kind bewundert und mich nie so richtig rangewagt. Ist ja auch nicht gerade billig, wenn es dann nicht gelingt wär es schade darum. Aber so schwer ist das gar nicht, hat auf Anhieb geklappt. Meine Erste ist schon ewig her, endlich hab ich die Zubereitung blogtauglich dokumentiert.


Das braucht man:

Rouladen
Senf
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Zwiebeln in Streifen
fetter Speck in Streifen
ebenso saure Gurken. 
Bis hier her wäre es klassisch. In meine kommt immer das was ich sonst noch so da habe:
Lauchzwiebel, 
Paprika, 
Karotte und pro Rolle ein dünne Scheibe 
Schwarzwälder Schinken.
Dinkelvollkornmehl

Die Rouladen waschen und etwas trocken tupfen. Dann zwischen Folie legen und dann ein altes Handtuch falten, Folie mit dem Fleisch darauf legen, abdecken. Nun mit dem Fleischklopfer das Fleisch bearbeiten. Eigentlich bin ich ja gegen Gewalt aber hier machen wir eine Ausnahme und klopfen das ganze schön gleichmäßig. das alte Handtuch fungiert als Schutz der Arbeitsplatte.

Nun die Roulade mit einem EL Senf bestreichen. Salzen und Pfeffern.
den Schinken auflegen. Die Zwiebeln, Speck, Paprikastreifen und so weiter auf dem Fleisch verteilen.
Nun gut zusammenrollen, wobei man die Seiten, wenn sie sehr unregelmäßig sind, ruhig mit einschlagen kann.
Mit Zahnstochern feststecken.

In Dinkelvollkornmehl wenden und in heißem Schweineschmalz oder anderem Fett scharf anbraten. Nun mit Wasser aufgießen, einige der Karotten mit in den Topf geben, das Ganze vor sich hin schmoren lassen, bis die Rouladen durch sind.
Selbige aus dem Topf nehmen. In die Sauce ein wenig Sahne geben, einen Schuß Rotwein (wer möchte kann ihn auch schon während der Schmorzeit in den Topf geben), mit dem Zauberstab durchfahren, die Zahnstocher abziehen, anrichten mit Rotkohl und Speckknödeln.



Donnerstag, 31. Januar 2013

Speckknödel

Es gibt was aus der Tüte, was mir echt auf den Nerv geht: Speckknödel. Und deshalb hier das Speckknödelrezept.


  • 650 g Pellkartoffelen - Schale entfernen und durch die Presse geben
  • 2 altbackene Semmeln in Wasser einweichen, gut ausdrücken, Wasser weggießen, dazu geben
  • mit einem Eigelb
  • 60 -70 g Mehl
  • Salz, Pfeffer und etwas pulverisierten Liebstöckel zu einem schönen Knödelteig vermischen
  • 40 g Rauchspeck würfeln, auslassen, darin 
  • 1 El Twiebelwürfel anrutzeln und beides abgekühlt in den Teig kneten ebenso wie 
  • 1 El gehackte Petersilie
  • Nun mit bemehlten Händen Knödel formen und im kochenden Salzwasser einlegen. 
  • Wenn das Wasser wieder kochen will, Temperatur runterregeln und 15 Minuten gar ziehen lassen. Das war es schon. Ist doch gar nicht so schwer oder?

Sonntag, 27. Januar 2013

Zahnputzmouse selbst gemacht. Zahnpasta selbst gemacht.

Lange Zeit wollte ich schon ein Zahnreinigungsmittel selber anrühren und hab entsprechend viel darüber gelesen. Auslöser dafür waren mehrere Gründe: zu erst einmal die Tenside, die vielfach doch recht aggressiv sind, dann war mir die käufliche Paste zu süß, dann der Geschmack zu stark. Andere wiederum schmeckten zu öko oder verursachten Verfärbungen. Dann war da noch das Problem mit der Kälteempfindlichkeit. Bei Minusgraden draußen grinsen, war oft nicht drin, bei manchen gar gab es früh komischen "Fusseln" im Mund, von was das wohl kommt.  
Also habe ich mir gedacht ich versuche es mal. Meine Gel entstand "frei Schnauze" nach mehreren Versuchen. Wer es probiert wie immer: meins ist nur ein Beispiel, wie man es machen könnte.

  1. Man nehme einen kleinen Mörser mit Stößel von ganz feinem Material (Fantaschale und Pistill aus Apotheke), gebe da 20 ml abgekochtes Wasser hinein, löse darin eine Priese Meersalz auf und 1/4 TL Xylitol.
  1. Dann Guarkernmehl in Bioqualität langsam einrieseln lassen, dabei fleißig im Uhrzeigersinn gleichmäßig rühren, bis ein schönes Gel entsteht. Es sieht hellgraugelblich aus.
  1. Nun füge ein ganz klein wenig (ca. 3 g) Coco-Glukosid (das ist ein ganz mildes Tesid) zu. Rühre ruhig und gleichmäßig weiter. Da das Coco-Glukosid auch schön dick ist, bleibt das Gel eben geelig. Allerdings verfärbt sich unser Gemisch nun gelb.
  1. Jetzt gebe ich noch einen Tropfen ätherisches Stern-Anisöl zu, wegen der heilenden Wirkung und der Anregung der Drüsensekretion. Außerdem mag ich den Geschmack und Geruch. Bitte nicht überdosieren. Man kann auch ein anderes Öl zufügen, je nach Zustand des Zahnfleisches z.B. Teebaum, oder Salbei.


Coco-Glukosid ist stark basisch, das geschmacksneutrale Guarkernmehl beeinflusst den ph-Wert nicht, es braucht kalt angesetzt aber eine Weile, bis es seine endgültige Konsistenz erhalten hat. (Quelle: Naturkosmetische Rohstoffe) Alternativ zum Wasser könnte man auch einen starken Aufguss aus Kräutern bereiten. Mein Gel müsste nun basisch sein. Durch das Rühren ist das Gel nun zu einer Mouse geworden.

Putztest: im Mund fühlt es sich sehr schön an, es ist weder scharf, noch betäubend, oder sonst komisch. Der Schaum ist feinporig, irgendwie ganz weich. Zähne fühlen sich glatt an, ordentlich geputzt. Mundgefühl nach 2 Stunden ok. Mal schauen, wie es morgen früh ist :-).



Samstag, 26. Januar 2013

Schneemond

Bald ist es soweit, genauer gesagt am Sonntag, den 27. Jänner. Dann haben wir des ersten Vollmond des Jahres 2013. Noch ist Januar, der erste Monat des Jahres, der Name ist vom römischen Gott Janus abgeleitet, er steht für Anfänge jeglicher Art, für Übergänge in einen neuen Abschnitt. Er steht auch für das Ende und  wurde deshalb immer mit zwei Gesichtern dargestellt. Er ist der Hüter der Durchgänge, alles hat zwei Seiten, auch die knackige Kälte der letzten Nächte, der Schnee, der die Erde bedeckt, unter ihm, verborgen vor unseren Blicken aber geschieht die Erneuerung im Schoß der Erde, warten die Pfalnzen sorgsam bewacht auf den Frühling. Der Mond im Januar heist auch Schneemond. Liegt nun viel Schnee und ist es kalt, so lässt dies auf ein schönes Frühjahr und eine gut Ernte hoffen. Der alte Name "Hartung" bedeutet so viel wie hart gefroren.

Hier noch eine kleine Storry aus Malta, die uns erzählt, warum der Februar nur 28 oder 29 Tage hat.

Der Januar wollte einmal recht lieb sein und den immer über ihn brummenden Menschen eine Freude machen. Deshalb ließ er es sich einst während seiner – damals dreißigtägigen – Regierungszeit angelegen sein, einen Tag immer schöner und wärmer zu gestalten als den anderen; er hoffte sich auf diese Weise die Dankbarkeit der Menschen zu erwerben und sich wieder bei ihnen einzuschmeicheln. Aber er rechnete nicht mit der Undankbarkeit der Menschen.

Am letzten Tage dieser Regierungszeit des Januar trieb ein Schäfer seine Herde in ihre Hürden und sah daselbst auch den Januar stehen. ›Nun, Herr Januar, du Einfaltspinsel! Willst du uns mit dem schönen Wetter eigentlich ärgern? Wie kannst du es wagen, die alten Gesetze und Regeln unbeachtet zu lassen? Laß es doch regnen und stürmen!‹

Da lief der Januar wutschnaubend zum Februar und sprach zu ihm: ›Lieber Bruder Februar, leih' mir doch zwei Tage! Ich muß sie haben! Wenn ich sie nicht beide verwenden kann, gebe ich dir einen zurück! Heuer werde ich aber wohl zwei brauchen!‹

Der gute Februar war gerade damit beschäftigt, sich dreißig Kutten umzuhängen, von denen er während seiner am nächsten Tage beginnenden Regierungszeit täglich allemal eine wieder ablegte. Bereitwillig übergab er zwei Kutten, und zwar die dicksten, dem Januar und sprach dazu: ›Da, nimm meine stärksten Mäntel! Du kannst mit diesen so viel donnern, blitzen und regnen lassen, als du nur willst!‹ ›Ja, ich will die Menschen schon züchtigen!‹ erwiderte der Januar und schlüpfte in die beiden Kutten hinein. Er schnürte sie mit Donnerseilen zu, die einen prächtigen Gürtel abgaben, und rief dem Bruder Februar zu: ›Bleib' hier! Du kommst ja auch gleich an die Reihe! Denn meine Regierungszeit ist bald abgelaufen!‹

Nun regierte der Januar noch zwei Tage länger. Und wie! Die Menschen und Tiere krochen in schützende Höhlen; aber viele von ihnen ertranken, da das unbändige, gurgelnde Wasser immer höher stieg. Der Schäfer, der vorher dem Januar solche Grobheiten gesagt, stand gerade am Ufer des Meeres, – als er den wildtrotzigen Monat heranstürmen sah! ›Jetzt entrinnst du mir nicht!‹ schrie ihn der Januar an. Der Schäfer rief seine Schafe zusammen und wollte mit ihnen nach einer Höhle eilen; aber zu spät! Eine Flutwelle erhob sich aus dem grollenden Meere, das sich vor Ärger grün gefärbt hatte und eine Menge Algen und Seegras auf das abschüssige Land ausspie und Schäfer und Schafe in seine Brandung hineinzog. Dreimal spie die Brandung den Schäfer wieder aus, und dreimal leckte sie ihn wieder auf; dreimal warf sie ihn auf die scharfen Felsenklippen, dreimal leckte sie sein Blut auf! Erst dann gab sich der Januar zufrieden und ging fort, um noch andere Menschen zu züchtigen.

Seitdem hat der Januar den Schwur getan, nie mehr lieb und mild gegen die Menschheit zu sein, und er hat ihn auch gehalten. Dem Februar entleiht er manchmal zwei Tage, manchmal bloß einen Tag; aber nur selten tut er das letztere und läßt nur selten dem Februar neunundzwanzig Kutten, – gewöhnlich läßt er ihm nur achtundzwanzig. Ouelle: Zeno.org