Halušky sind
herzhafte Kartoffelnocken aus rohen Kartoffeln. In der Heimat meiner Großmutter
in Hochwies (Veľké Pole) waren sie eine alltägliche und vielseitige Beilage.
Durch den hohen Kartoffelanteil schmecken sie deutlich intensiver als reine
Mehlspeisen. Im Hauerland sind verschiedene Bezeichnungen überliefert. Ein
altes Rezept aus Schmiedshau nennt sie „Krompjänkeet'la“. Ob dieser Ausdruck
auch in Hochwies gebräuchlich war, versuche ich gerade noch herauszufinden. Bei
uns heißen sie schon immer Haluschki. Für die Zubereitung braucht
es keine besonderen Geräte: Kartoffelreibe, flaches Brett, Gabel und ein großer
Kochtopf genügen.
Eine feste
Mengenangabe für das Mehl gab es bei uns nicht. Als Richtwert gelten etwa 1
kg rohe Kartoffeln, 300 g Mehl und 1 Ei. Die genaue Mehlmenge hängt von der
Kartoffelsorte und ihrem Wassergehalt ab. Bei uns wurde das Kartoffelwasser
nicht ausgepresst, sondern so viel Mehl untergerührt, bis ein zäher, gut
streichfähiger Teig entstand.
Zutaten
- 1 faustgroße Kartoffel pro Person
- Mehl (die Menge richtet sich nach
dem Wassergehalt der Kartoffeln)
- 1 Ei
- Salz
- Etwas Butter
Zubereitung
- Die Kartoffeln schälen und möglichst fein reiben. Dabei zügig arbeiten und die Kartoffelmasse immer wieder umrühren, damit sie nicht dunkel wird.
- Ei und Salz dazugeben. Nach und nach so viel Mehl einrühren, bis ein zäher, aber noch gut streichfähiger Teig entsteht. In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.
- Den Teig portionsweise auf ein Brett geben, dünn verstreichen und das Brett leicht auf den Topfrand legen. Eine Gabel kurz ins kochende Salzwasser tauchen und damit kleine Halušky direkt vom Brett ins Wasser schaben. Den Teig dabei immer wieder nach vorne schieben und erneut dünn ausstreichen.
- Sobald die Halušky an die Oberfläche steigen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Da das Kochwasser durch die austretende Stärke mit jeder Portion dicker wird, die späteren Portionen kurz in heißem Wasser abspülen. Bei den ersten Portionen ist das noch nicht nötig. Die Halušky nehmen beim Kochen Wasser auf, außerdem verdampft ein Teil davon. Deshalb bei Bedarf immer wieder kochendes Wasser nachgießen. Bei größeren Mengen steht dafür am besten ein zweiter Topf mit kochendem Wasser bereit.
- Die fertigen Halušky in eine mit etwas Butter vorbereitete Metallschüssel geben und im warmen Backofen aufbewahren. Nach jeder weiteren Portion etwas Butter dazugeben und vermengen, damit die Halušky nicht zusammenkleben.
- So fortfahren, bis der gesamte Teig verarbeitet ist.
Varianten zum Anrichten
- Mit Gulasch: Als klassische Beilage zu
reichlich Soße.
- Mit Weißkraut und Speck: Fein geschnittenes Kraut mit
Speck anbraten und untermischen.
- Mit Sauerkraut und Speck: Gedünstetes Sauerkraut und
ausgelassenen Speck unterheben.
- Mit Rührei: Speck und Zwiebeln anbraten,
verquirlte Eier zugeben und mit den Halušky vermengen.
- Mit Schafskäse und Speck: Heiße Halušky mit Bryndza
mischen und mit knusprig gebratenem Speck bestreuen.
- Mit gerösteten Zwiebeln: Zwiebeln in Speckschmalz
goldbraun rösten und unterheben.
- Mit gebräunter Butter: Pur in heißer, leicht
gebräunter Butter geschwenkt.
- Mit Quark und Speck: Eine weitere herzhafte
Variante.
- Mit Mohn oder Powidl: Süße Varianten, die ebenfalls
zur älteren Küche gehören.
Noch eine Frage zur Mundart: War in Hochwies neben „Haluschki“ noch eine andere Bezeichnung gebräuchlich? Über Hinweise und alte Familienüberlieferungen freue ich mich.