Dieses Buch ist aus der Praxis für die Praxis entstanden. Ich bin in einer großen Familie auf dem Land
aufgewachsen, wo das Selbermachen zum täglichen Leben gehörte. Ob es der wöchentliche Blechkuchen für die ganze Mannschaft war oder das Einmachen der Ernte – wir haben es einfach gemacht. Dieses praktische Wissen habe ich später durch meine Arbeit in der Apotheke ergänzt, wo ich gelernt habe, wie wichtig Genauigkeit und das Verständnis für die richtige Zusammensetzung sind. Und wie der sorgsame Umgang mit dem Was Mutter Erde uns schenkt dazu beträgt gesund und munter zu bleiben
In diesem Buch möchte ich zeigen, wie Sie das herstellen können, was man heute vielfach fast nur noch verpackt im Laden kaufen kann. Es geht mir dabei um mehr als nur Rezepte: Es geht darum, unnötige Zusatzstoffe wegzulassen und wieder Lebensmittel zu genießen, die wirklich satt machen und Kraft geben. Und letztlich gehts auch darum Müll zu vermeiden, selbst aktiv zu sein.
Was Sie in diesem Buch erwartet:
Wir beginnen bei der Milch. Ich erkläre die Unterschiede zwischen Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch und was es mit Prozessen wie dem Pasteurisieren auf sich hat. Sie lernen, wie man Butter schlägt und sie in über 30 verschiedenen Varianten verfeinert – von klassischen Kräutermischungen über Knoblauch- und Schnittlauchbutter bis hin zu kräftigen und ungewöhnlichen Kombinationen wie Kapuzinerkresse, Haselnuss oder Café de Paris.
Beim Käse gehen wir wirklich in die Tiefe, ohne unnötigen Aufwand zu treiben. Sie brauchen keine teure Spezialausrüstung. Ich zeige, wie man mit einfachen Mitteln arbeitet, sich eine Käsepresse für den Haushalt selbst baut oder improvisiert, wie eine Reifebox funktioniert und worauf es ankommt, damit der Käse gelingt. Wir machen unter anderem Labquark, Kochkäse, Weichkäse nach französischer Art und Ricotta aus der anfallenden Molke. Besonders am Herzen liegen mir die traditionellen Handkäsevarianten: klassisch, in Blätter gewickelt, Winterhandkäse, Kartoffelhandkäse, Meerrettich-Handkäse oder eingelegt. Dazu kommen Aufstriche – auch ungewöhnliche wie ein Schokoladenkäseaufstrich. Und falls einmal etwas nicht auf Anhieb klappt, hilft das Kapitel zur Fehlerbehebung direkt weiter.
In der Vorratskammer machen wir uns konsequent unabhängig von Fertigprodukten. Wir rühren Senf in verschiedenen Varianten an, stellen unsere eigene Worcestersauce her und setzen Essig von Grund auf selbst an – bis hin zur Essigmutter, die sich in der Regel von selbst entwickelt. Ich zeige, wie man Pudding ohne Fertigpulver kocht, Brausepulver herstellt oder Zuckerkulör (sofern man ihn braucht) selbst gewinnt. Für die tägliche Würze ist ebenfalls gesorgt: Kräutersalze, Brühwürfelersatz – auch vegetarisch –, sowie die Aromatisierung mit Kräutern, Früchten oder Knoblauch. Dazu kommen Sirupe aus Blüten, Kräutern und Wurzeln, darunter auch Pflanzen, die heute kaum noch jemand nutzt, wie Mädesüß oder Lupine.
Auch die Schätze vor der Haustür finden ihren Platz. Wir kandieren Nachtkerzen- und Rosenblüten, stellen Blütenzucker her, kochen Powidl oder Gelee und machen „Rosinen“ aus Ebereschen. Ebenso entstehen Mandelmilch, Pestos und Chutneys frisch in der eigenen Küche.
Dieses Buch ist eine Einladung, das Handwerk der Lebensmittelherstellung wieder für sich zu entdecken. Es ist ein durchgehendes System: vom Rohstoff über die Verarbeitung bis hin zur Vorratshaltung. Es soll das Wissen und Können unserer Ahnen greifbar machen und helfen unabhängig und gesünder zu bleiben-
Ich hoffe, es ist nachvollziehbar geschrieben, ich wünsche viel Freude dabei, die Dinge wieder selbst zu können.
Landerun
