Dienstag, 8. September 2026

Weihrauch / Boswellia-Extrakte im Zusammenhang mit Strahlentherapie

STAND: 04.09.2026

Einordnung und wichtiger Hinweis 

Diese Ausarbeitung fasst den zum Zeitpunkt der Erstellung recherchierten Kenntnisstand zu Boswellia serrata im Zusammenhang mit Strahlentherapie zusammen. Dargestellt werden wissenschaftliche Veröffentlichungen und klinische Erfahrungen, untersuchte Dosierungen und Anwendungsformen sowie konkrete Präparate und deren Zusammensetzung. Die zugrunde gelegten wissenschaftlichen und sonstigen Quellen sind im Quellenverzeichnis dokumentiert.

Die Wiedergabe von Dosierungen, Einnahmeschemata, Behandlungszeiträumen und Anwendungsformen beschreibt die in den jeweiligen Quellen untersuchten beziehungsweise dokumentierten Vorgehensweisen. Daraus ergibt sich keine individuelle Dosierungs-, Behandlungs- oder Therapieanweisung. Ebenso lässt sich aus den dargestellten Untersuchungsergebnissen keine Gewähr dafür ableiten, dass eine Anwendung bei einer bestimmten Person wirksam, geeignet oder verträglich ist.

Die Ausarbeitung ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch die individuelle medizinische Beratung, Behandlung oder Überwachung. Bestehende Behandlungen und verordnete Arzneimittel sollten nicht aufgrund dieser Darstellung eigenständig begonnen, verändert, reduziert oder abgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für eine notwendige Behandlung mit Kortikosteroiden bei Hirnödem beziehungsweise erhöhtem Hirndruck.

Besondere Bedeutung hat dies bei neurologischen Veränderungen. Neu auftretende oder deutlich zunehmende Beschwerden, insbesondere mögliche Hirndruckzeichen, Krampfanfälle, Bewusstseinsveränderungen, neue neurologische Ausfälle oder eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustandes, erfordern unverzügliche medizinische Abklärung. Bei schweren oder rasch fortschreitenden Beschwerden ist eine sofortige notfallmedizinische Abklärung erforderlich. Boswellia ist in einer solchen Situation kein Ersatz für eine akut erforderliche Behandlung, insbesondere nicht für eine notwendige rasche Behandlung eines Hirnödems beziehungsweise erhöhten Hirndrucks. Eine notwendige Akutbehandlung darf durch die Anwendung von Boswellia weder verzögert noch ersetzt werden.

Die Nennung bestimmter Hersteller, Handelsprodukte oder Bezugsquellen dient ausschließlich der eindeutigen Beschreibung und Vergleichbarkeit der im Text behandelten Präparate. Sie stellt keine Werbung, Kaufempfehlung oder Bevorzugung eines Herstellers oder Produktes dar. Soweit Produktangaben wiedergegeben werden, beruhen sie auf den zum jeweiligen Recherchezeitpunkt verfügbaren Hersteller-, Händler- beziehungsweise Produktinformationen.

Angaben zu Zusammensetzung, Standardisierung, Packungsgrößen, Pharmazentralnummern, Verfügbarkeit und sonstigen Produktmerkmalen können sich ändern. Trotz sorgfältiger Recherche kann daher insbesondere für die fortdauernde Aktualität solcher Angaben keine Gewähr übernommen werden. Maßgeblich sind im Zweifelsfall die jeweils aktuellen Produktinformationen beziehungsweise die Angaben des Herstellers.

Die wissenschaftliche Datenlage kann sich durch neue Untersuchungen und Veröffentlichungen verändern. Die Ausarbeitung gibt deshalb den dokumentierten Kenntnisstand zum angegebenen Zeitpunkt wieder und erhebt keinen Anspruch darauf, zukünftige Erkenntnisse vorwegzunehmen.

 Stand: September 2026

Boswellia-Extrakte im Zusammenhang mit Strahlentherapie

Daten, Einnahme, Vergleich dreier konkreter Präparate, Bioverfügbarkeit und äußerliche Anwendung bei Strahlentherapie


Mit „Weihrauch“ ist in den hier ausgewerteten klinischen Untersuchungen kein ätherisches Weihrauchöl und kein Räucherweihrauch gemeint. Untersucht wurden oral eingenommene Extrakte beziehungsweise definierte Zubereitungen aus Boswellia-Harz sowie in einer Untersuchung eine topische Boswellia-Phospholipid-Zubereitung.

Dieser Unterschied ist stofflich entscheidend. Die charakteristischen Boswelliasäuren sind nichtflüchtige pentazyklische Triterpensäuren. Sie gehören damit nicht zu den flüchtigen Bestandteilen, die das ätherische Weihrauchöl bilden. Ein ätherisches Weihrauchöl kann deshalb nicht als Ersatz für einen standardisierten boswelliasäurehaltigen Harzextrakt betrachtet werden.

Die sechs wesentlichen Boswelliasäuren

Für die analytische und pharmakokinetische Beurteilung von Boswellia serrata sind insbesondere sechs Boswelliasäuren von Bedeutung:

βBAβ-Boswelliasäure
αBAα-Boswelliasäure
A
βBA – Acetyl-β-Boswelliasäure
A
αBA – Acetyl-α-Boswelliasäure
KBA – 11-Keto-
β-Boswelliasäure
AKBA – 3-O-Acetyl-11-keto-
β-Boswelliasäure

Orale Humanstudien im Umfeld einer Strahlentherapie

H15 und die Kirste-Studie

Kirste et al. veröffentlichten 2011 eine prospektive randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie zur begleitenden Einnahme von Boswellia serrata während einer Strahlentherapie. Verwendet wurde H15 von Hecht Pharma.

Eine Kapsel enthielt: 350 mg Boswellia-serrata-Präparat. Verabreicht wurden: 4 Kapseln dreimal täglich also: 12 × 350 mg = 4.200 mg H15 pro Tag.

Die Einnahme war damit auf drei Tagesportionen zu je 1.400 mg verteilt. Die Studie umfasste 44 Patienten. Primärer Endpunkt war das zerebrale Ödem. Bei 60 % der Boswellia-Gruppe gegenüber 26 % der Placebogruppe nahm das Ödem um mehr als 75 % ab. Die Studie belegt damit einen Effekt des konkret verwendeten H15-Regimes auf diesen Endpunkt; sie beantwortet nicht automatisch die Frage, welche Dosis eines anders zusammengesetzten modernen Extraktes äquivalent wäre.

Streffer et al. berichteten 2001 über H15 bei tumor- beziehungsweise radiochemotherapieassoziiertem zerebralem Ödem. Verwendet wurden:

1.200 mg dreimal täglich = 3.600 mg H15 pro Tag.

Pädiatrische Daten: H15 bei Kindern und Jugendlichen

Janßen et al. veröffentlichten 2000 Daten zu 19 Kindern und Jugendlichen mit progredienten oder rezidivierten intrakraniellen Tumoren. Verwendet wurde wiederum H15. In dieser Arbeit wurden körpergewichtsbezogene Mengen bis 126 mg/kg Körpergewicht pro Tag eingesetzt. Die in der späteren Literatur wiedergegebene Spanne liegt bei ungefähr: 40–126 mg H15/kg Körpergewicht/Tag. Rechnerisch entspricht dies:

Körpergewicht

40 mg/kg/Tag

126 mg/kg/Tag

15 kg

600 mg

1.890 mg

20 kg

800 mg

2.520 mg

25 kg

1.000 mg

3.150 mg

30 kg

1.200 mg

3.780 mg

40 kg

1.600 mg

5.040 mg

50 kg

2.000 mg

6.300 mg

60 kg

2.400 mg

7.560 mg

Entscheidend für den Vergleich ist daher nicht allein die H15-Gesamtmenge, sondern welche Mengen der einzelnen Boswelliasäuren in dieser H15-Dosis enthalten waren. Auf Grundlage der bekannten Zusammensetzung des damaligen H15 lassen sich die körpergewichtsbezogenen H15-Dosen näherungsweise in β-Boswelliasäure, α-Boswelliasäure, Acetyl-β-Boswelliasäure, Acetyl-α-Boswelliasäure, KBA und AKBA aufschlüsseln und anschließend unmittelbar den entsprechenden Gehalten der heute betrachteten Boswellia-serrata-Extrakte gegenüberstellen. Angegeben wurden Milligramm H15 pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Die Werte von 40–126 mg/kg/Tag beziehen sich damit ausschließlich auf die jeweils eingesetzte Tagesmenge des H15-Präparates.

Zusammensetzung des verwendeten H15-Präparates

Das in den klinischen Untersuchungen verwendete H15 war ein Präparat aus Boswellia serrata. In der Kirste-Studie enthielt eine Kapsel 350 mg H15; bei zwölf Kapseln täglich wurden insgesamt 4.200 mg des Präparates pro Tag eingenommen. Für H15 liegen analytische Daten zu sechs enthaltenen Boswelliasäuren vor. Auf die in der Kirste-Studie verwendete Tagesmenge von 4.200 mg bezogen ergibt sich folgende Zusammensetzung:

Boswelliasäure

Anteil am H15-Präparat

Menge in 4.200 mg H15

β-Boswelliasäure (βBA)

ca. 53,3 %

ca. 2.237 mg

α-Boswelliasäure (αBA)

ca. 23,1 %

ca. 970 mg

Acetyl-β-Boswelliasäure (AβBA)

ca. 5,4 %

ca. 228 mg

Acetyl-α-Boswelliasäure (AαBA)

ca. 1,7 %

ca. 73 mg

11-Keto-β-Boswelliasäure (KBA)

ca. 1,5 %

ca. 64 mg

Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure (AKBA)

ca. 1,9 %

ca. 80 mg

Summe der sechs Boswelliasäuren

ca. 86,9 %

ca. 3.652 mg

Das H15-Präparat war damit durch ein breites Boswelliasäurespektrum geprägt. Den mit Abstand größten Anteil bildeten βBA und αBA; gemeinsam machten sie rund drei Viertel der Präparatmasse aus. Die beiden Ketoboswelliasäuren KBA und AKBA waren dagegen mit zusammen etwa 3,4 % wesentlich geringer vertreten. Die in den klinischen Untersuchungen verwendeten 4.200 mg H15 entsprechen daher nicht 4.200 mg Boswelliasäuren, sondern enthielten nach diesen analytischen Daten insgesamt etwa 3.652 mg der sechs erfassten Boswelliasäuren.

Direkte Gegenüberstellung: H15, Natural Elements und Sunday Natural

 

Merkmal

H15 – Präparat der Kirste-Studie

Natural Elements – Boswellia serrata 85 %

Sunday Natural – Boswellia serrata 85 % / 20 % Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure

Pflanzenart

Boswellia serrata

Boswellia serrata

Boswellia serrata

Ausgangsstoff

Harzextrakt

Weihrauchharz-Extrakt

indisches Weihrauchharz

Extrakt pro Kapsel

350 mg

588 mg

400 mg

Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel

ca. 304,3 mg

500 mg

340 mg

Gesamt-Boswelliasäuren

ca. 86,94 %*

85 %

85 %

β-Boswelliasäure

ca. 186,4 mg/Kapsel

auf den aktuell öffentlichen Herstellerunterlagen nicht einzeln beziffert

nicht einzeln beziffert

α-Boswelliasäure

ca. 80,8 mg/Kapsel

nicht einzeln beziffert

nicht einzeln beziffert

Acetyl-β-Boswelliasäure

19,0 mg/Kapsel

nicht einzeln beziffert

nicht einzeln beziffert

Acetyl-α-Boswelliasäure

6,1 mg/Kapsel

nicht einzeln beziffert

nicht einzeln beziffert

11-Keto-β-Boswelliasäure

5,3 mg/Kapsel

nicht einzeln beziffert

nicht einzeln beziffert

Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure

6,7 mg/Kapsel

nicht einzeln beziffert

80 mg/Kapsel

Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure in %

ca. 1,91 %

nicht einzeln angegeben

20 %

übrige Boswelliasäuren nach Abzug der separat angegebenen AKBA

ca. 297,6 mg/Kapsel

mangels separatem AKBA-Wert nicht errechenbar

260 mg/Kapsel

Extraktverhältnis

nicht angegeben

13:1

Extraktionsmittel

auf der Produktseite nicht angegeben

Ethanol

Kapselinhalt laut Deklaration

H15/Boswellia serrata

Boswellia-serrata-Extrakt

Boswellia-serrata-Extrakt

Kapselhülle

HPMC

HPMC

Hersteller-Prüfung

klinisch verwendete Chargen dokumentiert

jede Charge durch unabhängiges deutsches akkreditiertes Labor

Rohstoffe und Endprodukte durch unabhängige Labore auf Reinheit und Wirkstoffgehalt

* Summe der sechs für die Kirste/H15-Konstellation angegebenen Boswelliasäuren. Die Kirste-Studie bestätigt H15 350 mg pro Kapsel und 4.200 mg täglich = 3 × 4 Kapseln.

H15 in der tatsächlich verwendeten Tagesmenge von 4.200 mg

Boswelliasäure

pro Kapsel, ca.

12 Kapseln / 4.200 mg H15

β-Boswelliasäure

186,4 mg

2.236,8 mg

α-Boswelliasäure

80,8 mg

969,6 mg

Acetyl-β-Boswelliasäure

19,0 mg

228,0 mg

Acetyl-α-Boswelliasäure

6,1 mg

73,2 mg

11-Keto-β-Boswelliasäure

5,3 mg

63,6 mg

Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure

6,7 mg

80,4 mg

Summe

ca. 304,3 mg

3.651,6 mg

Diese Mengen für das 4.200-mg-Regime sind in der pharmakokinetischen Literatur ausdrücklich angegeben.

Schlussfolgerungen aus dem direkten Vergleich

Alle drei Präparate basieren auf Boswellia serrata. Hinsichtlich des Gesamtgehalts an Boswelliasäuren liegen sie bemerkenswert nahe beieinander: Für H15 ergeben die vorliegenden Analysedaten rund 86,9 %, Natural Elements und Sunday Natural sind jeweils auf 85 % Gesamt-Boswelliasäuren standardisiert Der Unterschied liegt vor allem in der Menge pro Kapsel und in der Verteilung der Boswelliasäuren. Natural Elements liefert mit 500 mg Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel die höchste Gesamtmenge. Sunday Natural liefert 340 mg Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel, davon ausdrücklich 80 mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure.

H15 besaß dagegen ein bekanntes breites Boswelliasäureprofil, in dem vor allem β-Boswelliasäure und α-Boswelliasäure mengenmäßig dominierten. Die Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure machte nur einen kleinen Teil des H15-Präparates aus. Dennoch ergaben die in der Kirste-Studie verwendeten 4.200 mg H15 pro Tag aufgrund der hohen Gesamtdosis rechnerisch etwa 80,4 mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure täglich.

Damit ergibt sich ein auffälliger Mengenvergleich: Eine Kapsel Sunday Natural enthält mit 80 mg nahezu dieselbe Menge Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure wie die gesamte in der Kirste-Studie eingesetzte Tagesmenge von 4.200 mg H15. Das bedeutet jedoch zugleich, dass Sunday Natural diese Boswelliasäure wesentlich stärker konzentriert bereitstellt als das damalige H15.

Natural Elements liegt mit seiner Standardisierung auf 85 % Gesamt-Boswelliasäuren sehr nahe am für H15 ermittelten Gesamtanteil und liefert pro Kapsel eine hohe Gesamtmenge von 500 mg Boswelliasäuren. Ohne quantitative Aufschlüsselung der einzelnen Boswelliasäuren lässt sich jedoch nicht bestimmen, wie ähnlich deren Verteilung dem bekannten H15-Profil tatsächlich ist.

Die beiden heutigen Präparate bilden damit unterschiedliche, aber jeweils nachvollziehbare Vergleichspunkte zum klinisch verwendeten H15: Natural Elements über die hohe Gesamtmenge an Boswelliasäuren bei gleicher Pflanzenart und nahezu gleicher Gesamtstandardisierung; Sunday Natural zusätzlich über die exakt ausgewiesene hohe Menge an Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure. Eine vollständige stoffliche Gleichsetzung eines der beiden Präparate mit H15 ist anhand der verfügbaren Einzelanalysen nicht möglich.

Praktische Dosiseinordnung

Für die praktische Dosiseinordnung werden die drei Präparate nach denselben Größen gegenübergestellt.

Präparat

Präparat/Extrakt pro Kapsel

Gesamt-Boswelliasäuren

Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel

H15

350 mg

ca. 86,9 %

ca. 304 mg

Natural Elements 85 %

588 mg

85 %

500 mg

Sunday Natural 85/20

400 mg

85 %

340 mg

Mengenvergleich

Präparat

Menge pro Kapsel

Kapseln für ca. 4.200 mg Präparat/Extrakt

Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel

Kapseln für ca. 3.652 mg Gesamt-Boswelliasäuren

H15

350 mg

12

ca. 304 mg

12

Natural Elements 85 %

588 mg

ca. 7,1

500 mg

ca. 7,3

Sunday Natural 85/20

400 mg

10,5

340 mg

ca. 10,7

Der prozentuale Gesamtgehalt an Boswelliasäuren liegt bei allen drei Präparaten sehr nahe beieinander: ca. 86,9 % bei H15 sowie jeweils 85 % bei Natural Elements und Sunday Natural. Die unterschiedlichen rechnerischen Kapselzahlen ergeben sich vor allem aus der unterschiedlichen Menge pro Kapsel: 350 mg bei H15, 588 mg bei Natural Elements und 400 mg bei Sunday Natural. Bei einer Gegenüberstellung anhand der Gesamt-Boswelliasäuren ergeben sich rechnerisch 12 H15-Kapseln, etwa 7,3 Natural-Elements-Kapseln und 10,7 Sunday-Natural-Kapseln. Die unterschiedlichen Kapselzahlen ergeben sich vor allem aus den unterschiedlichen Mengen pro Kapsel, während der prozentuale Gesamtgehalt an Boswelliasäuren bei allen drei Präparaten mit etwa 85–87 % sehr ähnlich ist.

 

Bioverfügbarkeit

Bei der Bioverfügbarkeit von Boswelliasäuren spielen mehrere Faktoren zusammen: Konzentration des Extraktes, Zusammensetzung der Boswelliasäuren, Extraktionsverfahren und die Bedingungen der Einnahme. Für H15, Natural Elements und Sunday Natural liegen hierzu unterschiedliche, aber miteinander kombinierbare Informationen vor.

H15 bestand aus Boswellia serrata und enthielt nach den vorliegenden Analysedaten rund 86,9 % der sechs erfassten Boswelliasäuren. Das Präparat besaß ein breites Boswelliasäureprofil mit hohen Anteilen insbesondere an β-Boswelliasäure und α-Boswelliasäure. Die bereits zuvor dargestellten Humanmessungen zeigen, dass Boswelliasäuren aus einem oral eingenommenen Boswellia-serrata-Extrakt tatsächlich systemisch verfügbar werden.

Natural Elements verwendet ebenfalls das Harz von Boswellia serrata und einen hochkonzentrierten Extrakt mit 85 % Gesamt-Boswelliasäuren. Eine Kapsel enthält 588 mg Extrakt und 500 mg Boswelliasäuren. Der Hersteller empfiehlt für die Einnahme ausdrücklich Sojamilch und verweist auf das darin enthaltene Lecithin zur Förderung der Bioverfügbarkeit. Damit wird bei diesem Präparat die Einnahme zusammen mit einer lipidhaltigen Komponente bereits in der Anwendung berücksichtigt.

Sunday Natural verwendet ebenfalls Boswellia serrata aus indischem Weihrauchharz. Der Extrakt ist im Verhältnis 13:1 konzentriert und wird nach Herstellerangabe ausschließlich mit Ethanol in Lebensmittelqualität hergestellt. Eine Kapsel enthält 400 mg Extrakt mit 340 mg Gesamt-Boswelliasäuren, darunter 80 mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure. Damit beträgt der Gesamt-Boswelliasäuregehalt ebenfalls 85 %.

Präparat

Boswellia-Art

Gesamtmenge des Extraktes pro Kapsel

Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel

Anteil Gesamt-Boswelliasäuren

H15

Boswellia serrata

350 mg

ca. 304 mg

ca. 86,9 %

Natural Elements 85 %

Boswellia serrata

588 mg

500 mg

85 %

Sunday Natural 85/20

Boswellia serrata

400 mg

340 mg

85 %

Dass die Einnahmebedingungen die Bioverfügbarkeit erheblich beeinflussen können, wurde beim Menschen untersucht. In einer randomisierten Crossover-Studie wurde ein Boswellia-serrata-Trockenextrakt sowohl nüchtern als auch zusammen mit einer standardisierten fettreichen Mahlzeit eingenommen. Unter der fettreichen Mahlzeit stiegen die maximalen Plasmakonzentrationen und die gesamte systemische Exposition mehrerer Boswelliasäuren deutlich an. α-Boswelliasäure und Acetyl-α-Boswelliasäure waren unter den Bedingungen dieser Untersuchung nüchtern nicht nachweisbar, nach Einnahme mit der fettreichen Mahlzeit dagegen messbar.

Für die drei betrachteten Präparate ist damit neben ihrem Boswelliasäuregehalt auch die Einnahme zusammen mit Fett beziehungsweise Lipiden von Bedeutung. H15, Natural Elements und Sunday Natural bestehen aus Boswellia serrata und weisen mit etwa 85–87 % einen sehr ähnlichen prozentualen Gesamtgehalt an Boswelliasäuren auf. Der mengenmäßige Unterschied pro Kapsel ist jedoch deutlich: H15 enthält rechnerisch etwa 304 mg Gesamt-Boswelliasäuren, Sunday Natural 340 mg und Natural Elements 500 mg. Natural Elements liefert damit von den drei verglichenen Präparaten die größte Menge an Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel.

Die Verbesserung der Aufnahme durch eine fetthaltige Einnahme ist grundsätzlich für die Boswelliasäuren relevant und kann daher bei allen drei Boswellia-serrata-Präparaten berücksichtigt werden. Sie verändert nicht den zuvor festgestellten Mengenvergleich der Präparate, sondern betrifft die anschließende Resorption der jeweils aufgenommenen Boswelliasäuren. Humanuntersuchungen zeigen, dass die gleichzeitige Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit die Bioverfügbarkeit verschiedener Boswelliasäuren deutlich erhöhen kann.

Boswellia während der Strahlentherapie

Während einer Strahlentherapie steht bei der Anwendung von Boswellia vor allem seine entzündungshemmende und abschwellende Wirkung im Mittelpunkt. Bei Bestrahlungen im Bereich des Gehirns ist dabei insbesondere die mögliche Beeinflussung eines strahlenbedingten Ödems von Interesse. Boswelliasäuren greifen in verschiedene Entzündungsprozesse ein. Für die begleitende Anwendung während der Bestrahlungsphase ist deshalb nicht ein bestimmter Bestrahlungstag entscheidend, sondern eine regelmäßige Einnahme über den Zeitraum, in dem die entzündliche Reaktion und Ödembildung auftreten können. Die Tagesmenge kann auf mehrere Einnahmen über den Tag verteilt werden. Wegen der besseren Aufnahme der Boswelliasäuren zusammen mit Fett bietet sich die Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit an. Eine zeitliche Trennung von Boswellia und der eigentlichen Bestrahlung innerhalb desselben Tages ergibt sich aus den vorliegenden Daten nicht. Es gibt insbesondere keinen daraus ableitbaren Grund, Boswellia nur vor oder nur nach einer Bestrahlungssitzung einzunehmen. Für die begleitende Anwendung sind daher praktisch drei Punkte maßgeblich: regelmäßige Einnahme, Verteilung der Tagesmenge und Einnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit.

Die zuvor erarbeitete Dosiseinordnung von H15, Natural Elements und Sunday Natural bleibt davon unberührt und muss an dieser Stelle nicht erneut wiederholt werden.

Warnhinweise und Grenzen

Boswellia wurde in den klinischen Untersuchungen insgesamt gut vertragen. Beschrieben wurden vor allem leichte Magen-Darm-Beschwerden. Schwere unerwünschte Wirkungen waren in den bisherigen Untersuchungen selten. Die Datenbasis ist allerdings wesentlich kleiner als bei etablierten Arzneimitteltherapien.

Magen-Darm-Beschwerden

Zu den beschriebenen unerwünschten Wirkungen gehören insbesondere Übelkeit, Bauchbeschwerden, Sodbrennen und Durchfall. Treten solche Beschwerden deutlich oder anhaltend auf, sollte geprüft werden, ob die verwendete Menge oder das konkrete Präparat vertragen wird.

Allergische Reaktionen

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Weihrauch oder einen Bestandteil des verwendeten Präparates sollte es nicht eingenommen werden. Bei neu auftretenden deutlichen allergischen Reaktionen ist die Einnahme zu beenden.

Gleichzeitige Arzneimittel

Für Wechselwirkungen hoch dosierter Boswellia-serrata-Extrakte mit anderen Arzneimitteln liegen bislang nur begrenzte klinische Daten vor. Besonders relevant ist dies bei einer gleichzeitigen Chemotherapie, Immuntherapie, zielgerichteten Therapie, Behandlung mit Gerinnungshemmern oder umfangreicher Begleitmedikation. Hier sollte nicht pauschal von einer Wechselwirkungsfreiheit ausgegangen werden, sondern die tatsächlich verwendete Arzneimittelkombination betrachtet werden.

Kortikosteroide bei Hirnödem

Wird wegen eines Hirnödems bereits Dexamethason oder ein anderes Kortikosteroid benötigt, sollte dessen Dosis nicht allein aufgrund einer zusätzlichen Boswellia-Einnahme eigenständig vermindert oder das Medikament abrupt abgesetzt werden. Ob die Kortikosteroiddosis reduziert werden kann, richtet sich nach dem Verlauf der Beschwerden und dem neurologischen beziehungsweise bildgebenden Befund.

Warnzeichen bei Hirnödem oder neurologischer Verschlechterung

Neu auftretende oder deutlich zunehmende neurologische Beschwerden während oder nach einer Bestrahlung des Gehirns müssen ernst genommen werden. Sie können Ausdruck eines zunehmenden Hirnödems, einer Blutung, einer ausgeprägten Strahlenreaktion, eines Krampfanfallsgeschehens oder einer anderen akuten neurologischen Veränderung sein.

Warnzeichen sind insbesondere:

·       neue oder rasch zunehmende starke Kopfschmerzen

·       wiederholtes Erbrechen, insbesondere zusammen mit Kopfschmerzen oder neurologischen Veränderungen

·       neue Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen oder plötzlich auffällige Verständnisschwierigkeiten

·       neue Schwäche, Lähmung oder Taubheitsgefühle, besonders wenn sie einseitig auftreten

·       plötzliche Seh-, Gang-, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen

·       Verwirrtheit, auffällige Wesensveränderungen, zunehmende Benommenheit oder ungewöhnlich starke Schläfrigkeit

·       erstmalige Krampfanfälle, gehäufte Anfälle oder eine deutliche Veränderung eines bereits bekannten Anfallsmusters

·       jede rasche oder ausgeprägte Verschlechterung bereits bestehender neurologischer Beschwerden

Bei plötzlich auftretenden Lähmungen, schweren Sprach- oder Bewusstseinsstörungen, einem erstmaligen Krampfanfall, einem länger anhaltenden Krampfanfall oder einer raschen deutlichen neurologischen Verschlechterung besteht ein medizinischer Notfall. Hier darf nicht abgewartet werden, ob Boswellia, Kortikosteroide oder andere zu Hause eingenommene Mittel eine Besserung bewirken. Es ist unverzüglich der Rettungsdienst beziehungsweise eine notfallmedizinische Versorgung zu veranlassen.

Auch weniger dramatische, aber neu auftretende oder über Stunden beziehungsweise Tage zunehmende neurologische Veränderungen sollten während oder nach einer Hirnbestrahlung nicht bis zum nächsten regulären Kontrolltermin beobachtet werden, sondern zeitnah mit dem behandelnden strahlentherapeutischen beziehungsweise neuroonkologischen Team abgeklärt werden. Boswellia kann Gegenstand einer begleitenden Behandlung sein; bei einer akuten neurologischen Verschlechterung hat jedoch die sofortige Abklärung der Ursache Vorrang.

Nierenfunktion

2026 wurde ein Fall einer akuten Nierenschädigung im zeitlichen Zusammenhang mit hoch dosiertem Boswellia serrata bei der Behandlung einer Strahlennekrose veröffentlicht. Ein einzelner Fall erlaubt keine Aussage über die Häufigkeit oder einen gesicherten ursächlichen Zusammenhang. Bei einer längerfristigen hoch dosierten Einnahme sollte dieses mögliche Sicherheitssignal dennoch berücksichtigt werden, insbesondere wenn sich die Nierenwerte neu verändern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Für hoch dosierte, konzentrierte Boswellia-serrata-Extrakte liegen für Schwangerschaft und Stillzeit keine ausreichenden klinischen Sicherheitsdaten vor. Aus den hier ausgewerteten Untersuchungen lässt sich daher keine entsprechende Anwendung ableiten.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche liegen eigene klinische Erfahrungen mit Boswellia serrata vor. Die dabei untersuchten Dosierungen waren körpergewichtsbezogen und werden im Abschnitt „Dosierung bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen“ gesondert dargestellt.

Bei Kindern ist außerdem eine niedrige Schwelle für die Abklärung neurologischer Veränderungen wichtig, weil sie Beschwerden nicht immer eindeutig beschreiben oder zuordnen können. Warnzeichen können insbesondere neu auftretende oder zunehmende Kopfschmerzen, wiederholtes Erbrechen, ungewöhnliche Schläfrigkeit, auffällige Reizbarkeit oder Wesensveränderungen, Sprachauffälligkeiten, unsicheres Gehen, neue Ungeschicklichkeit, Gleichgewichtsstörungen, Schwäche beziehungsweise Lähmungserscheinungen und Krampfanfälle sein.

Bei einer plötzlich auftretenden oder rasch fortschreitenden neurologischen Verschlechterung gelten für Kinder dieselben Notfallkriterien wie für Erwachsene. Ein erstmaliger oder länger anhaltender Krampfanfall, eine deutliche Bewusstseinsstörung, plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen oder schwere Sprachstörungen erfordern unverzüglich eine notfallmedizinische Abklärung.

Grenzen der bisherigen Erkenntnisse

Die bisherigen klinischen Untersuchungen zeigen, dass Boswellia bei entzündlichen und ödematösen Veränderungen im Zusammenhang mit einer Bestrahlung des Gehirns von Bedeutung sein kann. Die Zahl der systematisch untersuchten Patienten ist jedoch weiterhin begrenzt, und die verwendeten Präparate, Dosierungen, Behandlungszeiträume und klinischen Situationen unterscheiden sich. Noch nicht abschließend geklärt sind insbesondere die optimale Dosierung, die optimale Behandlungsdauer und die Bedeutung unterschiedlicher Extraktzusammensetzungen.

Die vorhandenen Daten rechtfertigen deshalb keine Aussage, dass Boswellia jedes strahlenbedingte Hirnödem oder jede Strahlennekrose verhindert oder bei jedem Patienten in gleichem Umfang wirkt. Sie liefern vielmehr eine klinische Grundlage für die Anwendung, deren Grenzen dort liegen, wo eine akute neurologische Verschlechterung, eine andere behandlungsbedürftige Ursache oder eine Situation vorliegt, die eine spezifische medizinische Therapie erfordert.

Wann nicht abgewartet werden sollte

Neu auftretende oder deutlich zunehmende neurologische Beschwerden dürfen nicht zunächst über Tage unter Boswellia beobachtet werden. Das gilt insbesondere bei starken oder rasch zunehmenden Kopfschmerzen, wiederholtem Erbrechen, ausgeprägter Schläfrigkeit oder Bewusstseinsveränderungen, neuen Sprach- oder Sehstörungen, neu auftretender Schwäche oder Lähmung, deutlichen Gang- oder Gleichgewichtsstörungen sowie Krampfanfällen.

Solche Veränderungen können auf einen zunehmenden Hirndruck, ein ausgeprägtes Hirnödem oder eine andere akute neurologische Komplikation hinweisen und müssen unverzüglich medizinisch abgeklärt werden. Bei schweren oder rasch fortschreitenden Symptomen ist eine sofortige notfallmedizinische Abklärung erforderlich.

Boswellia ist in einer solchen Situation kein Ersatz für eine akut erforderliche Behandlung, insbesondere nicht für eine notwendige rasche Behandlung eines Hirnödems beziehungsweise erhöhten Hirndrucks.

Dosierung bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen

Für die Dosierung von Boswellia serrata bei Hirnödem und strahlenbedingten Veränderungen des Gehirns liegen Humanbefunde sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche vor. Dabei wurden nicht überall dieselben Dosierungsschemata verwendet. Bei Erwachsenen dominieren feste Tagesmengen; bei Kindern und Jugendlichen wurde die Dosis auf das Körpergewicht bezogen.

Erwachsene

Bei Erwachsenen wurden in den klinischen Untersuchungen überwiegend Tagesmengen zwischen 3.600 und 4.500 mg pro Tag eingesetzt. Die verwendeten Mengen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Tagesmenge

Dosierung

3.600 mg/Tag

1.200 mg dreimal täglich

4.200 mg/Tag

auf mehrere Einnahmen über den Tag verteilt

4.500 mg/Tag

auf mehrere Einnahmen über den Tag verteilt

4.050–4.500 mg/Tag

in neueren klinischen Daten als angestrebte Tagesmenge

Damit liegt der wiederholt klinisch verwendete Bereich bei Erwachsenen im Wesentlichen bei ungefähr 3,6 bis 4,5 g täglich. Die systematische Auswertung der klinischen Literatur kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Tagesmengen überwiegend zwischen 3.600 und 4.500 mg lagen. Die Tagesmenge wurde üblicherweise auf mehrere Einnahmen verteilt und nicht als Einzeldosis eingenommen.

Welche Bedeutung hat das Körpergewicht bei Erwachsenen?

Die klinischen Erwachsenendaten wurden überwiegend als feste Tagesdosen angegeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Körpergewicht bedeutungslos ist.

Eine Tagesmenge von beispielsweise 4.200 mg entspricht rechnerisch:

Körpergewicht

4.200 mg/Tag entsprechen

50 kg

84 mg/kg/Tag

60 kg

70 mg/kg/Tag

70 kg

60 mg/kg/Tag

80 kg

52,5 mg/kg/Tag

90 kg

46,7 mg/kg/Tag

100 kg

42 mg/kg/Tag

Diese Umrechnung ist keine zusätzliche Dosierungsvorgabe, sondern zeigt, was eine feste Tagesmenge bei unterschiedlich schweren Erwachsenen tatsächlich bedeutet. Bei einem Körpergewicht von 50 kg entsprechen 4.200 mg täglich rechnerisch der doppelten körpergewichtsbezogenen Menge wie bei 100 kg. Eine bloße Angabe wie „4.200 mg täglich“ beschreibt diesen Unterschied nicht.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche liegen eigene klinische Daten vor. Untersucht wurden 19 Kinder und Jugendliche mit progredienten beziehungsweise rezidivierten intrakraniellen Tumoren. Das mittlere Alter betrug 8,4 Jahre. Die Behandlung dauerte zwischen einem und 26 Monaten, im Median neun Monate. Anders als bei den Erwachsenen wurde die Dosierung hier ausdrücklich auf das Körpergewicht bezogen. Die dokumentierte Höchstdosis betrug: 126 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Das bedeutet nicht, dass 126 mg/kg die allgemeine Dosis für jedes Kind oder jeden Jugendlichen darstellt. Es handelt sich um die höchste in diesen pädiatrischen Daten verwendete körpergewichtsbezogene Tagesmenge.

Die absolute Menge verändert sich entsprechend mit dem Körpergewicht:

Körpergewicht

126 mg/kg/Tag entsprechen maximal

10 kg

1.260 mg/Tag

15 kg

1.890 mg/Tag

20 kg

2.520 mg/Tag

25 kg

3.150 mg/Tag

30 kg

3.780 mg/Tag

35 kg

4.410 mg/Tag

40 kg

5.040 mg/Tag

Auch diese Tabelle stellt keine Dosierungsempfehlung von 126 mg/kg dar. Sie zeigt lediglich, welche absolute Tagesmenge hinter der dokumentierten pädiatrischen Höchstdosis bei unterschiedlichem Körpergewicht steht.

Erwachsene und Kinder lassen sich deshalb nicht mit einer einzigen Zahl erfassen. Aus den Humanbefunden ergeben sich zwei unterschiedliche Dosierungsweisen:

Gruppe

Dosierungsweise in den Humanbefunden

dokumentierte Größenordnung

Erwachsene

überwiegend feste Tagesmenge

3.600–4.500 mg/Tag

Kinder und Jugendliche

körpergewichtsbezogene Dosierung

bis maximal 126 mg/kg/Tag

Bei Erwachsenen ist deshalb sowohl die absolute Tagesmenge als auch deren Verhältnis zum Körpergewicht interessant. Bei Kindern und Jugendlichen wurde dieses Verhältnis bereits unmittelbar in die Dosierung einbezogen. Die vorhandenen Daten ergeben damit keine einheitliche mg/kg-Dosis für alle Alters- und Gewichtsklassen. Sie zeigen vielmehr, welche Mengen beim Menschen tatsächlich verwendet und untersucht wurden.

Verteilung über den Tag

Die untersuchten Tagesmengen wurden nicht als einmalige große Dosis gegeben, sondern auf mehrere Einnahmen verteilt. Für 3.600 mg ist beispielsweise eine Aufteilung auf dreimal 1.200 mg täglich dokumentiert. Bei 4.200 mg wurde ebenfalls über den Tag verteilt dosiert. Damit gehören zur Dosierungsangabe immer zwei Größen: Gesamttagesmenge und Verteilung dieser Menge über den Tag. Was sich aus den vorhandenen Daten tatsächlich ableiten lässt. Für Erwachsene ist eine Größenordnung von ungefähr 3.600 bis 4.500 mg täglich mehrfach in den Humanbefunden dokumentiert. Innerhalb dieses Bereiches wurden insbesondere 4.200 mg sowie 4.500 mg täglich untersucht.

Für Kinder und Jugendliche existiert dagegen eine eigene körpergewichtsbezogene Datenbasis mit einer dokumentierten Höchstdosis von 126 mg/kg/Tag. Das Körpergewicht sollte deshalb bei der Einordnung nicht ausgeblendet werden: Bei Kindern und Jugendlichen ist es Bestandteil der dokumentierten Dosierung; bei Erwachsenen lässt sich anhand des Körpergewichts zusätzlich beurteilen, welcher mg/kg-Menge eine feste Tagesdosis tatsächlich entspricht.

Nicht aus diesen Daten ableiten lässt sich dagegen eine einzige allgemeingültige Dosis, die unabhängig von Alter und Körpergewicht für jeden Menschen gleichermaßen anzusetzen wäre.

Dauer der Einnahme – während und nach der Strahlentherapie

Für die Dauer der Einnahme ergibt sich aus den Humanbefunden kein einheitlicher, für alle Situationen festgelegter Zeitraum. Boswellia wurde sowohl während einer laufenden Strahlentherapie als auch über deren Ende hinaus und bei später auftretenden strahlenbedingten Veränderungen eingesetzt.

Während der Strahlentherapie

Während einer laufenden Bestrahlungsbehandlung wurde Boswellia kontinuierlich über die Behandlungsphase hinweg eingenommen. Die Anwendung beschränkte sich also nicht auf einzelne Bestrahlungstage oder auf Tage mit besonders ausgeprägten Beschwerden. Damit spricht die untersuchte Anwendung während der Strahlentherapie für eine regelmäßige Einnahme über den gesamten Behandlungszeitraum und nicht für eine lediglich gelegentliche Einnahme.

Über die Strahlentherapie hinaus

Die Einnahme wurde in den Humanstudien nicht grundsätzlich mit dem letzten Bestrahlungstag beendet. In Untersuchungen, in denen nach der eigentlichen Bestrahlung eine weitere onkologische Behandlung folgte, wurde Boswellia über mehrere Monate weiter eingenommen. Dokumentiert ist unter anderem eine Behandlungsdauer von bis zu 34 Wochen. Auch bei später auftretenden strahlenbedingten Veränderungen des Gehirns wurde Boswellia über längere Zeiträume eingesetzt. In diesen Daten betrug die Behandlungsdauer mindestens zwei Monate; zahlreiche Patienten nahmen Boswellia darüber hinaus weiter ein. Damit ist eine Anwendung über das Ende der eigentlichen Strahlentherapie hinaus klinisch dokumentiert. Ein genereller Grundsatz, Boswellia mit der letzten Bestrahlung zu beenden, ergibt sich aus den vorhandenen Humanbefunden nicht.

Kinder und Jugendliche

Auch bei Kindern und Jugendlichen liegen Erfahrungen mit einer längerfristigen Einnahme vor. Die dokumentierte Behandlungsdauer lag zwischen einem und 26 Monaten, im Median bei neun Monaten. Die pädiatrischen Daten zeigen damit ebenfalls, dass die Anwendung nicht auf wenige Tage oder Wochen beschränkt war. Gleichzeitig lässt sich aus diesen Behandlungszeiten keine für jedes Kind oder jeden Jugendlichen verbindliche Einnahmedauer ableiten.

Die dokumentierten Zeiträume im Überblick

 

Situation

dokumentierte Einnahmedauer

laufende Strahlentherapie

kontinuierlich während der Bestrahlungsphase

Fortführung im Rahmen der weiteren Behandlung

bis zu 34 Wochen

spätere strahlenbedingte Veränderungen

mindestens 2 Monate, teilweise längerfristig

Kinder und Jugendliche

1–26 Monate, Median 9 Monate

Absetzen und Ausschleichen

Für Boswellia ist in den vorhandenen Humanstudien kein notwendiges Ausschleichschema beschrieben. Ein schrittweises Reduzieren der Dosis, wie es bei bestimmten anderen Arzneimitteln erforderlich sein kann, lässt sich aus diesen Daten für Boswellia nicht ableiten. Ebenso wenig ist ein bestimmter Zeitpunkt festgelegt, zu dem Boswellia nach einer Strahlentherapie grundsätzlich beendet werden sollte. Die dokumentierten Behandlungszeiten unterscheiden sich je nach klinischer Situation erheblich.

Die vorhandenen Daten zeigen daher vor allem: Boswellia wurde während der Strahlentherapie kontinuierlich eingesetzt und konnte auch über deren Ende hinaus über Wochen oder Monate weitergeführt werden. Wie lange die Einnahme im Einzelfall fortgeführt wird, lässt sich aus den bisherigen Humanbefunden jedoch nicht auf eine allgemein gültige Zeitspanne festlegen.

 

Boswellia und Kortikosteroide

Boswellia und Kortikosteroide wie Dexamethason müssen bei einem Hirnödem nicht als konkurrierende Behandlungen verstanden werden. Boswellia kann während und nach einer Strahlentherapie zur Behandlung beziehungsweise Verminderung der Ödembildung eingesetzt werden und damit zugleich das Ziel verfolgen, den Bedarf an Kortikosteroiden möglichst gering zu halten.

Die Humanbefunde zeigen, dass Boswellia parallel zu einer Kortikosteroidbehandlung eingesetzt wurde. In einzelnen Untersuchungen und Fallserien konnte die Kortikosteroiddosis bei einem Teil der Patienten im Verlauf reduziert oder vollständig beendet werden. Ein kortikosteroidsparender Effekt ist damit klinisch beschrieben, wurde jedoch nicht in allen Untersuchungen gleichermaßen nachgewiesen.

Das ist insbesondere deshalb relevant, weil eine längerfristige oder hoch dosierte Kortikosteroidbehandlung erhebliche unerwünschte Wirkungen verursachen kann. Wenn sich ein Hirnödem unter Boswellia ausreichend kontrollieren lässt, kann die Möglichkeit einer geringeren Kortikosteroidbelastung deshalb einen wichtigen Bestandteil des Behandlungskonzeptes darstellen.

 

Wichtig: Hirndruckzeichen sind ein medizinischer Notfall

Boswellia ist keine Akutbehandlung eines symptomatischen Hirnödems mit Hirndruckzeichen.

Treten neue oder rasch zunehmende neurologische Beschwerden auf, darf nicht darauf gewartet werden, ob eine weitere Boswellia-Einnahme die Schwellung vermindert.

Alarmzeichen sind insbesondere:

  • neue oder stark zunehmende Kopfschmerzen
  • wiederholtes Erbrechen
  • zunehmende Benommenheit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
  • neue Sprach- oder Wortfindungsstörungen
  • neue Schwäche, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen
  • plötzliche Seh-, Gang-, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen
  • erstmalige, länger anhaltende oder deutlich veränderte Krampfanfälle
  • jede rasche Verschlechterung bereits bestehender neurologischer Ausfälle

Bei solchen Zeichen muss unverzüglich medizinisch abgeklärt werden, ob ein zunehmendes Hirnödem beziehungsweise ein erhöhter Hirndruck vorliegt. Bei schweren oder plötzlich auftretenden Symptomen ist dies ein akuter Notfall und erfordert sofortige notfallmedizinische Versorgung.

Ist eine rasche medikamentöse Abschwellung erforderlich, bleibt Dexamethason beziehungsweise eine entsprechende Kortikosteroidtherapie die Akutbehandlung. Eine zuvor gut funktionierende Boswellia-Behandlung ist kein Grund, eine notwendige Kortikosteroidbehandlung hinauszuzögern.

Boswellia und Kortikosteroide als abgestuftes Behandlungskonzept

Außerhalb einer solchen Akutsituation können beide Behandlungen unterschiedliche Aufgaben innerhalb desselben Behandlungskonzeptes übernehmen.

Boswellia kann zur längerfristigen Kontrolle beziehungsweise Verminderung der Ödembildung eingesetzt werden und möglicherweise dazu beitragen, die erforderliche Kortikosteroidmenge zu reduzieren. Kortikosteroide werden erforderlich, wenn die Ödembildung klinisch nicht ausreichend kontrolliert ist oder Hirndruckzeichen beziehungsweise eine relevante neurologische Verschlechterung auftreten.

Eine notwendige Kortikosteroidbehandlung sollte nicht eigenständig reduziert oder beendet werden. Eine Dosisverminderung richtet sich nach dem klinischen Verlauf und gegebenenfalls der bildgebenden Kontrolle.

Die praktische Grundlinie lautet damit: Boswellia kann dazu beitragen, Ödembildung und Kortikosteroidbedarf zu begrenzen. Treten jedoch Hirndruckzeichen oder eine akute neurologische Verschlechterung auf, darf nicht abgewartet werden – dann hat die unverzügliche Abklärung und Behandlung des Hirnödems Vorrang.

 

Äußerliche Anwendung bei strahlenbedingten Hautreaktionen

Neben der oralen Einnahme wurde Boswellia auch äußerlich bei strahlenbedingten Hautreaktionen untersucht. Hierfür liegt mit EUPILEN® eine boswelliahaltige Emulsion vor, die ausdrücklich für Hautreaktionen infolge ionisierender Strahlung beziehungsweise einer Strahlentherapie vorgesehen ist.

EUPILEN®

EUPILEN® ist eine flüssige, nicht fettende Emulsion zur äußerlichen Anwendung. Die in Deutschland erhältliche Packung enthält 50 ml.

Angabe

EUPILEN®

Produkt

EUPILEN®

Darreichungsform

flüssige Emulsion

Packungsgröße

50 ml

PZN

08067251

Boswellia-Bestandteil

Boswellia serrata Resin Extract

Boswellia-Komplex

Bosexil®

Anwendungsbereich hier

strahlenbedingte Hautreaktionen

Die Zusammensetzung enthält neben Boswellia serrata unter anderem Tamarindus-indica-Samenpolysaccharid, Zanthoxylum-bungeanum-Fruchtextrakt, Allantoin, Jojobaester und Lecithin.

Für die klinische Untersuchung der topischen Boswellia-Anwendung wurde eine 2%ige Boswellia-Zubereitung beschrieben. Diese Konzentrationsangabe stammt aus den Untersuchungsdaten und ist von der heutigen Produktdeklaration zu unterscheiden, auf der der Boswellia-Anteil nicht als Prozentwert ausgewiesen wird.

Was wurde untersucht?

Untersucht wurde die äußerliche Anwendung bei Patienten während einer Strahlentherapie, um das Auftreten beziehungsweise die Stärke der strahlenbedingten Hautreaktionen zu beeinflussen.

Erfasst wurden insbesondere typische Zeichen einer Strahlendermatitis:

  • Rötung
  • trockene oder feuchte Abschuppung
  • Schwellung
  • Brennen beziehungsweise Schmerzen

Unter der boswelliahaltigen Behandlung wurden weniger ausgeprägte Hautreaktionen beobachtet. Besonders die stärkeren Formen der Hautreaktion traten seltener beziehungsweise weniger ausgeprägt auf. Die klinischen Befunde sprechen damit dafür, dass eine topische Boswellia-Zubereitung die entzündliche Reaktion der Haut während einer Strahlentherapie vermindern kann.

Anwendung

Die Emulsion wird dünn auf die betroffene beziehungsweise bestrahlte Haut aufgetragen. Starkes Einreiben oder Massieren ist nicht erforderlich und sollte bei zunehmend empfindlicher Haut vermieden werden.

Während einer Bestrahlungsserie richtet sich der genaue Zeitpunkt des Auftragens zusätzlich nach den Vorgaben des jeweiligen Strahlentherapiezentrums. Wird dort verlangt, dass die Haut unmittelbar zur Bestrahlung frei von frisch aufgetragenen Cremes oder Emulsionen ist, wird die Pflege entsprechend nach der Bestrahlung beziehungsweise mit ausreichendem zeitlichem Abstand davor durchgeführt. Die Anwendung erfolgt regelmäßig über den Zeitraum, in dem die Haut der Strahlenbelastung ausgesetzt ist beziehungsweise entsprechende Hautreaktionen bestehen.

Wie die bestrahlte Haut reagieren kann

Strahlenbedingte Hautreaktionen entwickeln sich gewöhnlich nicht schlagartig, sondern können sich im Verlauf der Bestrahlungsserie verstärken. Zunächst können Trockenheit, erhöhte Empfindlichkeit und Rötung auftreten. Im weiteren Verlauf sind Juckreiz, Brennen, Schmerzen und trockene Abschuppung möglich.

Bei stärker ausgeprägter Strahlendermatitis kann es zu feuchter Abschuppung, nässenden oder offenen Hautstellen, Blasenbildung und stärkeren Schmerzen kommen.

Bei offener oder nässender Haut, Blutungen, ausgeprägter Schwellung, starken Schmerzen oder Anzeichen einer Infektion reicht eine normale Hautpflege nicht mehr aus. Die betroffenen Stellen müssen vom behandelnden Team beurteilt und entsprechend dem Schweregrad der Strahlendermatitis versorgt werden.

Einordnung

Für Boswellia besteht damit neben der oralen Anwendung ein eigenständiger topischer Anwendungsbereich. Die äußerliche Anwendung richtet sich unmittelbar gegen die entzündlichen Hautreaktionen, die während einer Strahlentherapie entstehen können. Mit der klinisch untersuchten 2%igen Boswellia-Zubereitung liegen hierfür Humanbefunde vor. EUPILEN® ist eine boswelliahaltige Emulsion, die für strahlenbedingte Hautreaktionen vorgesehen ist. Die topische Anwendung ersetzt nicht die medizinische Versorgung einer ausgeprägten Strahlendermatitis. Sie ist vielmehr Bestandteil der begleitenden Hautbehandlung während der Bestrahlungsserie, solange der Zustand der Haut eine solche äußerliche Anwendung zulässt.


Vollständige Quellen- und Linkdokumentation

Klinische Studien – orale Anwendung

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Pharmakokinetik und Boswelliasäureprofil

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Qualität und Zusammensetzung von Boswellia-Präparaten

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Äußerliche Anwendung während der Strahlentherapie

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Neuere Arbeiten zu Strahlennekrose und Strahlenödem

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Remarkable Resolution of Radiation Necrosis Post-Obsessive-Compulsive Disorder Radiosurgery With Boswellia Serrata: Case Report. Advances in Radiation Oncology. 10(10):101860.
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15. Dejonckheere CS, Scafa D, Käsmann L, Zeyen T, Potthoff AL, Schäfer N, Weller J, Herrlinger U, Schneider M, Vatter H, Grosu AL, Brehmer S, Giordano FA, Sarria GR, Gkika E, Layer JP. (2025).
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Volltext bei PubMed Central
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Leitlinien und Behörden

17. European Medicines Agency (EMA).
Boswellia serrata resin extract for the treatment of peritumoral oedema derived from brain tumours. Orphan Designation EU/3/02/117. Die Orphan Designation wurde am 21. Oktober 2002 erteilt und im November 2006 auf Antrag des Sponsors aus dem Gemeinschaftsregister zurückgezogen. Eine Orphan Designation ist keine Arzneimittelzulassung.
EMA – EU/3/02/117
EMA – Public Summary of Positive Opinion, PDF

18. Leitlinienprogramm Onkologie.
S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen. Version 2.0, AWMF-Registernummer 032-055OL. Die Version 2.0 enthält Boswellia serrata ausdrücklich im Abschnitt zu sekundären Pflanzenstoffen und zerebralen Ödemen bei Hirntumorpatienten unter Strahlentherapie.
S3-Leitlinie – Kurzversion 2.0, PDF
AWMF – Leitlinieninformation Version 2.0

19. Onkopedia.
Boswellia spp. (Weihrauch). Evidenzbasierte Fachmonographie zu Grundlagen, Zusammensetzung, Anwendung, Wirkmechanismen, klinischen Daten und Sicherheit von Boswellia-Extrakten.
Onkopedia – Boswellia spp. (Weihrauch)

20. Duerinck J, Van Den Bent M, Brandal P, Minniti G, Galldiks N, Franceschi E, Geurts M, Berghoff AS, Renovanz M, Brandsma D, Snijders TJ, Weller M, Short SC, Platten M, Le Rhun E, Preusser M, Schweizer L, Albert NL, Furtner J, Razis E, et al. (2026).
The European Association for Neuro-oncology (EANO) Consensus Statement on Radiation Necrosis. Neuro-Oncology. Online ahead of print.
DOI: 10.1093/neuonc/noag153. PMID: 42423280.
PubMed
DOI

Sicherheit und Wechselwirkungen

21. Memorial Sloan Kettering Cancer Center.
Boswellia. Fachmonographie zu Boswellia serrata mit Angaben zu klinischen Daten, unerwünschten Wirkungen, Kontaktdermatitis, Pharmakologie sowie möglichen Arzneimittelinteraktionen, unter anderem über OATP1B3, MRP2 und P-Glykoprotein sowie mit Antikoagulanzien beziehungsweise Thrombozytenaggregationshemmern.
Memorial Sloan Kettering Cancer Center – Boswellia

Produkt- und Labordokumentation

22. Natural Elements – Weihrauch / Boswellia serrata 85 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Laut aktueller Produktdokumentation enthält eine Kapsel 588 mg Boswellia-serrata-Extrakt, davon 500 mg Boswelliasäuren; der Extrakt ist damit auf 85 % Boswelliasäuren eingestellt. Der Hersteller stellt außerdem chargenbezogene Untersuchungsbescheinigungen eines unabhängigen akkreditierten Labors bereit.
Natural Elements – Weihrauch Kapseln 85 %

23. Sunday Natural – Boswellia carterii 75 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Boswellia-carterii-Extrakt aus äthiopischem Weihrauchharz; 10:1-Wasser-Ethanol-Extrakt, standardisiert auf 75 % Boswelliasäuren. Pro Kapsel werden 600 mg Extrakt beziehungsweise 450 mg Boswelliasäuren angegeben. Der Hersteller führt außerdem Labortests beziehungsweise eine Konformitätserklärung auf.
Sunday Natural – Boswellia carterii 75 %

24. Sunday Natural – Boswellia serrata 85 % / AKBA 20 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Indischer Boswellia-serrata-Extrakt; 400 mg Extrakt pro Kapsel, davon laut Hersteller 340 mg Boswelliasäuren und 80 mg AKBA. Standardisierung: 85 % Gesamt-Boswelliasäuren und 20 % AKBA; Extraktion mit Ethanol in Lebensmittelqualität. Labortests werden vom Hersteller zur Produktdokumentation bereitgestellt.
Sunday Natural – Boswellia serrata 85 % + 20 % AKBA

25. EUPILEN® – Produktdokumentation.
Produktinformation zur boswelliahaltigen flüssigen Emulsion. EUPILEN® wird als Medizinprodukt in einer 50-ml-Tube dokumentiert und enthält unter anderem Boswellia serrata resin extract. Als weitere Bestandteile beziehungsweise pflanzliche Aktivstoffkomponenten werden unter anderem Zanthoxylum bungeanum fruit extract und Tamarindus indica seed polysaccharide aufgeführt; Bosexil®, Xilogel® HS und Zanthalene® sind als Marken von Indena S.p.A. ausgewiesen. Die Produktdokumentation beschreibt die Anwendung bei Erythemen, leichten Verbrennungen und oberflächlichen Abschürfungen; eine weitere deutsche Produktdokumentation nennt ausdrücklich auch die Hautpflege während und nach einer Strahlentherapie.
EUPILEN® – Produkt- und Inhaltsstoffdokumentation
EUPILEN® – Produktinformation mit Strahlentherapie-Anwendung