STAND: 04.09.2026
Einordnung und wichtiger Hinweis
Diese Ausarbeitung fasst den zum Zeitpunkt der
Erstellung recherchierten Kenntnisstand zu Boswellia
serrata im Zusammenhang mit Strahlentherapie zusammen. Dargestellt
werden wissenschaftliche Veröffentlichungen und klinische Erfahrungen,
untersuchte Dosierungen und Anwendungsformen sowie konkrete Präparate und deren
Zusammensetzung. Die zugrunde gelegten wissenschaftlichen und sonstigen Quellen
sind im Quellenverzeichnis dokumentiert.
Die Wiedergabe von Dosierungen,
Einnahmeschemata, Behandlungszeiträumen und Anwendungsformen beschreibt die in
den jeweiligen Quellen untersuchten beziehungsweise dokumentierten
Vorgehensweisen. Daraus ergibt sich keine individuelle Dosierungs-,
Behandlungs- oder Therapieanweisung. Ebenso lässt sich aus den dargestellten
Untersuchungsergebnissen keine Gewähr dafür ableiten, dass eine Anwendung bei
einer bestimmten Person wirksam, geeignet oder verträglich ist.
Die Ausarbeitung ersetzt weder eine ärztliche
Diagnose noch die individuelle medizinische Beratung, Behandlung oder Überwachung.
Bestehende Behandlungen und verordnete Arzneimittel sollten nicht aufgrund
dieser Darstellung eigenständig begonnen, verändert, reduziert oder abgesetzt
werden. Dies gilt insbesondere für eine notwendige Behandlung mit
Kortikosteroiden bei Hirnödem beziehungsweise erhöhtem Hirndruck.
Besondere Bedeutung hat dies bei neurologischen
Veränderungen. Neu auftretende oder deutlich zunehmende Beschwerden,
insbesondere mögliche Hirndruckzeichen, Krampfanfälle,
Bewusstseinsveränderungen, neue neurologische Ausfälle oder eine rasche
Verschlechterung des Allgemeinzustandes, erfordern unverzügliche medizinische
Abklärung. Bei schweren oder rasch fortschreitenden Beschwerden ist eine
sofortige notfallmedizinische Abklärung erforderlich. Boswellia ist in einer
solchen Situation kein Ersatz für eine akut erforderliche Behandlung, insbesondere
nicht für eine notwendige rasche Behandlung eines Hirnödems beziehungsweise
erhöhten Hirndrucks. Eine notwendige Akutbehandlung darf durch die Anwendung
von Boswellia weder verzögert noch ersetzt werden.
Die Nennung bestimmter Hersteller,
Handelsprodukte oder Bezugsquellen dient ausschließlich der eindeutigen
Beschreibung und Vergleichbarkeit der im Text behandelten Präparate. Sie stellt
keine Werbung, Kaufempfehlung oder Bevorzugung eines Herstellers oder Produktes
dar. Soweit Produktangaben wiedergegeben werden, beruhen sie auf den zum
jeweiligen Recherchezeitpunkt verfügbaren Hersteller-, Händler- beziehungsweise
Produktinformationen.
Angaben zu Zusammensetzung, Standardisierung,
Packungsgrößen, Pharmazentralnummern, Verfügbarkeit und sonstigen
Produktmerkmalen können sich ändern. Trotz sorgfältiger Recherche kann daher
insbesondere für die fortdauernde Aktualität solcher Angaben keine Gewähr
übernommen werden. Maßgeblich sind im Zweifelsfall die jeweils aktuellen Produktinformationen
beziehungsweise die Angaben des Herstellers.
Die wissenschaftliche Datenlage kann sich durch
neue Untersuchungen und Veröffentlichungen verändern. Die Ausarbeitung gibt
deshalb den dokumentierten Kenntnisstand zum angegebenen Zeitpunkt wieder und
erhebt keinen Anspruch darauf, zukünftige Erkenntnisse vorwegzunehmen.
Stand: September 2026
Boswellia-Extrakte
im Zusammenhang mit Strahlentherapie
Daten,
Einnahme, Vergleich dreier konkreter Präparate, Bioverfügbarkeit und äußerliche
Anwendung bei Strahlentherapie
Mit
„Weihrauch“ ist in den hier ausgewerteten klinischen Untersuchungen kein ätherisches Weihrauchöl und kein
Räucherweihrauch gemeint. Untersucht wurden oral eingenommene
Extrakte beziehungsweise definierte Zubereitungen aus Boswellia-Harz sowie in
einer Untersuchung eine topische Boswellia-Phospholipid-Zubereitung.
Dieser
Unterschied ist stofflich entscheidend. Die charakteristischen Boswelliasäuren
sind nichtflüchtige
pentazyklische Triterpensäuren. Sie gehören damit nicht zu den
flüchtigen Bestandteilen, die das ätherische Weihrauchöl bilden. Ein
ätherisches Weihrauchöl kann deshalb nicht als Ersatz für einen
standardisierten boswelliasäurehaltigen Harzextrakt betrachtet werden.
Die sechs wesentlichen
Boswelliasäuren
Für die analytische
und pharmakokinetische Beurteilung von Boswellia
serrata sind insbesondere sechs Boswelliasäuren von Bedeutung:
βBA – β-Boswelliasäure
αBA – α-Boswelliasäure
AβBA – Acetyl-β-Boswelliasäure
AαBA – Acetyl-α-Boswelliasäure
KBA –
11-Keto-β-Boswelliasäure
AKBA –
3-O-Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure
Orale Humanstudien im Umfeld
einer Strahlentherapie
H15 und die
Kirste-Studie
Kirste
et al. veröffentlichten 2011 eine prospektive randomisierte, doppelblinde,
placebokontrollierte Studie zur begleitenden Einnahme von Boswellia serrata während
einer Strahlentherapie. Verwendet wurde H15
von Hecht Pharma.
Eine
Kapsel enthielt: 350 mg
Boswellia-serrata-Präparat. Verabreicht wurden: 4 Kapseln dreimal täglich also:
12 × 350 mg = 4.200 mg H15
pro Tag.
Die
Einnahme war damit auf drei
Tagesportionen zu je 1.400 mg verteilt. Die Studie umfasste 44
Patienten. Primärer Endpunkt war das zerebrale Ödem. Bei 60 % der
Boswellia-Gruppe gegenüber 26 % der Placebogruppe nahm das Ödem um mehr als 75
% ab. Die Studie belegt damit einen Effekt des konkret verwendeten H15-Regimes
auf diesen Endpunkt; sie beantwortet nicht automatisch die Frage, welche Dosis
eines anders zusammengesetzten modernen Extraktes äquivalent wäre.
Streffer
et al. berichteten 2001 über H15 bei tumor- beziehungsweise radiochemotherapieassoziiertem
zerebralem Ödem. Verwendet wurden:
1.200 mg dreimal täglich = 3.600 mg H15 pro Tag.
Pädiatrische Daten: H15 bei
Kindern und Jugendlichen
Janßen et al.
veröffentlichten 2000 Daten zu 19
Kindern und Jugendlichen mit progredienten oder rezidivierten intrakraniellen
Tumoren. Verwendet wurde wiederum H15. In dieser Arbeit wurden
körpergewichtsbezogene Mengen bis 126
mg/kg Körpergewicht pro Tag eingesetzt. Die in der späteren
Literatur wiedergegebene Spanne liegt bei ungefähr: 40–126 mg H15/kg Körpergewicht/Tag. Rechnerisch
entspricht dies:
|
Körpergewicht |
40 mg/kg/Tag |
126 mg/kg/Tag |
|
15 kg |
600 mg |
1.890 mg |
|
20 kg |
800 mg |
2.520 mg |
|
25 kg |
1.000 mg |
3.150 mg |
|
30 kg |
1.200 mg |
3.780 mg |
|
40 kg |
1.600 mg |
5.040 mg |
|
50 kg |
2.000 mg |
6.300 mg |
|
60 kg |
2.400 mg |
7.560 mg |
Entscheidend
für den Vergleich ist daher nicht allein die H15-Gesamtmenge, sondern welche Mengen der einzelnen
Boswelliasäuren in dieser H15-Dosis enthalten waren. Auf
Grundlage der bekannten Zusammensetzung des damaligen H15 lassen sich die
körpergewichtsbezogenen H15-Dosen näherungsweise in β-Boswelliasäure,
α-Boswelliasäure,
Acetyl-β-Boswelliasäure, Acetyl-α-Boswelliasäure,
KBA und AKBA aufschlüsseln und anschließend unmittelbar den
entsprechenden Gehalten der heute betrachteten Boswellia-serrata-Extrakte
gegenüberstellen. Angegeben wurden Milligramm
H15 pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Die Werte von 40–126
mg/kg/Tag beziehen sich damit ausschließlich auf die jeweils eingesetzte Tagesmenge des H15-Präparates.
Zusammensetzung
des verwendeten H15-Präparates
Das
in den klinischen Untersuchungen verwendete H15 war ein Präparat aus Boswellia serrata. In der
Kirste-Studie enthielt eine Kapsel 350
mg H15; bei zwölf Kapseln täglich wurden insgesamt 4.200 mg des Präparates pro Tag
eingenommen. Für H15 liegen analytische Daten zu sechs enthaltenen Boswelliasäuren
vor. Auf die in der Kirste-Studie verwendete Tagesmenge von 4.200 mg bezogen
ergibt sich folgende Zusammensetzung:
|
Boswelliasäure |
Anteil am H15-Präparat |
Menge in 4.200 mg H15 |
|
β-Boswelliasäure (βBA) |
ca.
53,3 % |
ca.
2.237 mg |
|
α-Boswelliasäure (αBA) |
ca.
23,1 % |
ca.
970 mg |
|
Acetyl-β-Boswelliasäure
(AβBA) |
ca.
5,4 % |
ca.
228 mg |
|
Acetyl-α-Boswelliasäure
(AαBA) |
ca.
1,7 % |
ca.
73 mg |
|
11-Keto-β-Boswelliasäure
(KBA) |
ca.
1,5 % |
ca.
64 mg |
|
Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure
(AKBA) |
ca.
1,9 % |
ca.
80 mg |
|
Summe
der sechs Boswelliasäuren |
ca.
86,9 % |
ca.
3.652 mg |
Das
H15-Präparat war damit durch ein breites
Boswelliasäurespektrum geprägt. Den mit Abstand größten Anteil
bildeten βBA und αBA; gemeinsam machten sie rund drei
Viertel der Präparatmasse aus. Die beiden Ketoboswelliasäuren
KBA und AKBA waren dagegen mit zusammen etwa 3,4 % wesentlich geringer
vertreten. Die in den klinischen Untersuchungen verwendeten 4.200 mg H15 entsprechen
daher nicht 4.200 mg Boswelliasäuren, sondern enthielten nach diesen
analytischen Daten insgesamt etwa 3.652
mg der sechs erfassten Boswelliasäuren.
Direkte Gegenüberstellung: H15, Natural Elements und Sunday Natural
|
Merkmal |
H15 – Präparat der
Kirste-Studie |
Natural Elements –
Boswellia serrata 85 % |
Sunday Natural –
Boswellia serrata 85 % / 20 % Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure |
|
Pflanzenart |
Boswellia
serrata |
Boswellia
serrata |
Boswellia
serrata |
|
Ausgangsstoff |
Harzextrakt |
Weihrauchharz-Extrakt |
indisches
Weihrauchharz |
|
Extrakt
pro Kapsel |
350
mg |
588
mg |
400
mg |
|
Gesamt-Boswelliasäuren
pro Kapsel |
ca.
304,3 mg |
500
mg |
340
mg |
|
Gesamt-Boswelliasäuren |
ca. 86,94 %* |
85 % |
85 % |
|
β-Boswelliasäure |
ca.
186,4 mg/Kapsel |
auf
den aktuell öffentlichen Herstellerunterlagen nicht einzeln beziffert |
nicht
einzeln beziffert |
|
α-Boswelliasäure |
ca.
80,8 mg/Kapsel |
nicht
einzeln beziffert |
nicht
einzeln beziffert |
|
Acetyl-β-Boswelliasäure |
19,0
mg/Kapsel |
nicht
einzeln beziffert |
nicht
einzeln beziffert |
|
Acetyl-α-Boswelliasäure |
6,1
mg/Kapsel |
nicht
einzeln beziffert |
nicht
einzeln beziffert |
|
11-Keto-β-Boswelliasäure |
5,3
mg/Kapsel |
nicht
einzeln beziffert |
nicht
einzeln beziffert |
|
Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure |
6,7
mg/Kapsel |
nicht
einzeln beziffert |
80
mg/Kapsel |
|
Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure in % |
ca.
1,91 % |
nicht
einzeln angegeben |
20
% |
|
übrige
Boswelliasäuren nach Abzug der separat angegebenen AKBA |
ca.
297,6 mg/Kapsel |
mangels
separatem AKBA-Wert nicht errechenbar |
260
mg/Kapsel |
|
Extraktverhältnis |
– |
nicht
angegeben |
13:1 |
|
Extraktionsmittel |
– |
auf
der Produktseite nicht angegeben |
Ethanol |
|
Kapselinhalt
laut Deklaration |
H15/Boswellia
serrata |
Boswellia-serrata-Extrakt |
Boswellia-serrata-Extrakt |
|
Kapselhülle |
– |
HPMC |
HPMC |
|
Hersteller-Prüfung |
klinisch
verwendete Chargen dokumentiert |
jede
Charge durch unabhängiges deutsches akkreditiertes Labor |
Rohstoffe
und Endprodukte durch unabhängige Labore auf Reinheit und Wirkstoffgehalt |
* Summe der
sechs für die Kirste/H15-Konstellation angegebenen Boswelliasäuren. Die
Kirste-Studie bestätigt H15
350 mg pro Kapsel und 4.200 mg täglich = 3 × 4 Kapseln.
H15 in der
tatsächlich verwendeten Tagesmenge von 4.200 mg
|
Boswelliasäure |
pro Kapsel, ca. |
12 Kapseln / 4.200 mg
H15 |
|
β-Boswelliasäure |
186,4
mg |
2.236,8
mg |
|
α-Boswelliasäure |
80,8
mg |
969,6
mg |
|
Acetyl-β-Boswelliasäure |
19,0
mg |
228,0
mg |
|
Acetyl-α-Boswelliasäure |
6,1
mg |
73,2
mg |
|
11-Keto-β-Boswelliasäure |
5,3
mg |
63,6
mg |
|
Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure |
6,7
mg |
80,4
mg |
|
Summe |
ca.
304,3 mg |
3.651,6
mg |
Diese Mengen
für das 4.200-mg-Regime sind in der pharmakokinetischen Literatur ausdrücklich
angegeben.
Schlussfolgerungen
aus dem direkten Vergleich
Alle drei Präparate basieren auf Boswellia serrata.
Hinsichtlich des Gesamtgehalts an Boswelliasäuren liegen sie bemerkenswert nahe
beieinander: Für H15 ergeben die vorliegenden Analysedaten rund 86,9 %, Natural Elements
und Sunday Natural sind jeweils auf 85
% Gesamt-Boswelliasäuren standardisiert Der Unterschied liegt
vor allem in der Menge pro
Kapsel und in der Verteilung der Boswelliasäuren. Natural
Elements liefert mit 500 mg
Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel die höchste Gesamtmenge.
Sunday Natural liefert 340
mg Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel, davon ausdrücklich 80 mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure.
H15 besaß dagegen ein bekanntes breites
Boswelliasäureprofil, in dem vor allem β-Boswelliasäure und α-Boswelliasäure mengenmäßig dominierten. Die Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure
machte nur einen kleinen Teil des H15-Präparates aus. Dennoch
ergaben die in der Kirste-Studie verwendeten 4.200 mg H15 pro Tag aufgrund der hohen
Gesamtdosis rechnerisch etwa 80,4
mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure täglich.
Damit ergibt sich ein auffälliger
Mengenvergleich: Eine
Kapsel Sunday Natural enthält mit 80 mg nahezu dieselbe Menge Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure wie die gesamte in der Kirste-Studie eingesetzte
Tagesmenge von 4.200 mg H15. Das bedeutet jedoch zugleich, dass Sunday
Natural diese Boswelliasäure wesentlich stärker konzentriert bereitstellt als
das damalige H15.
Natural Elements liegt mit seiner
Standardisierung auf 85 %
Gesamt-Boswelliasäuren sehr nahe am für H15 ermittelten
Gesamtanteil und liefert pro Kapsel eine hohe Gesamtmenge von 500 mg Boswelliasäuren.
Ohne quantitative Aufschlüsselung der einzelnen Boswelliasäuren lässt sich
jedoch nicht bestimmen, wie ähnlich deren Verteilung dem bekannten H15-Profil
tatsächlich ist.
Die
beiden heutigen Präparate bilden damit unterschiedliche,
aber jeweils nachvollziehbare Vergleichspunkte zum klinisch verwendeten H15:
Natural Elements über die hohe Gesamtmenge an Boswelliasäuren bei gleicher
Pflanzenart und nahezu gleicher Gesamtstandardisierung; Sunday Natural zusätzlich
über die exakt ausgewiesene hohe Menge an Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure.
Eine vollständige stoffliche Gleichsetzung eines der beiden
Präparate mit H15 ist anhand der verfügbaren
Einzelanalysen nicht möglich.
Praktische Dosiseinordnung
Für
die praktische Dosiseinordnung werden die drei Präparate nach denselben Größen
gegenübergestellt.
|
Präparat |
Präparat/Extrakt pro
Kapsel |
Gesamt-Boswelliasäuren |
Gesamt-Boswelliasäuren
pro Kapsel |
|
H15 |
350
mg |
ca.
86,9 % |
ca.
304 mg |
|
Natural
Elements 85 % |
588
mg |
85
% |
500
mg |
|
Sunday
Natural 85/20 |
400
mg |
85
% |
340
mg |
Mengenvergleich
|
Präparat |
Menge pro Kapsel |
Kapseln für ca. 4.200
mg Präparat/Extrakt |
Gesamt-Boswelliasäuren
pro Kapsel |
Kapseln für ca. 3.652
mg Gesamt-Boswelliasäuren |
|
H15 |
350
mg |
12 |
ca.
304 mg |
12 |
|
Natural
Elements 85 % |
588
mg |
ca.
7,1 |
500
mg |
ca.
7,3 |
|
Sunday
Natural 85/20 |
400
mg |
10,5 |
340
mg |
ca.
10,7 |
Der
prozentuale Gesamtgehalt an Boswelliasäuren liegt bei allen drei Präparaten
sehr nahe beieinander: ca. 86,9 % bei H15 sowie jeweils 85 % bei Natural Elements
und Sunday Natural. Die unterschiedlichen rechnerischen Kapselzahlen ergeben
sich vor allem aus der unterschiedlichen Menge pro Kapsel: 350 mg bei H15, 588 mg bei Natural
Elements und 400 mg bei Sunday Natural. Bei einer
Gegenüberstellung anhand der Gesamt-Boswelliasäuren ergeben sich rechnerisch 12 H15-Kapseln, etwa 7,3
Natural-Elements-Kapseln und 10,7 Sunday-Natural-Kapseln. Die
unterschiedlichen Kapselzahlen ergeben sich vor allem aus den unterschiedlichen
Mengen pro Kapsel, während der prozentuale Gesamtgehalt an Boswelliasäuren bei
allen drei Präparaten mit etwa 85–87
% sehr ähnlich ist.
Bioverfügbarkeit
Bei der Bioverfügbarkeit von Boswelliasäuren
spielen mehrere Faktoren zusammen: Konzentration
des Extraktes, Zusammensetzung der Boswelliasäuren, Extraktionsverfahren und
die Bedingungen der Einnahme. Für H15, Natural Elements und
Sunday Natural liegen hierzu unterschiedliche, aber miteinander kombinierbare
Informationen vor.
H15 bestand aus Boswellia serrata und
enthielt nach den vorliegenden Analysedaten rund 86,9 % der sechs erfassten
Boswelliasäuren. Das Präparat besaß ein breites Boswelliasäureprofil
mit hohen Anteilen insbesondere an β-Boswelliasäure
und α-Boswelliasäure. Die bereits zuvor
dargestellten Humanmessungen zeigen, dass Boswelliasäuren
aus einem oral eingenommenen Boswellia-serrata-Extrakt
tatsächlich systemisch verfügbar werden.
Natural Elements verwendet ebenfalls das
Harz von Boswellia serrata
und einen hochkonzentrierten Extrakt mit 85
% Gesamt-Boswelliasäuren. Eine Kapsel enthält 588 mg Extrakt und 500 mg Boswelliasäuren.
Der Hersteller empfiehlt für die Einnahme ausdrücklich Sojamilch und verweist auf das darin
enthaltene Lecithin zur Förderung der Bioverfügbarkeit. Damit
wird bei diesem Präparat die Einnahme zusammen mit einer lipidhaltigen
Komponente bereits in der Anwendung berücksichtigt.
Sunday Natural verwendet ebenfalls Boswellia serrata aus
indischem Weihrauchharz. Der Extrakt ist im Verhältnis 13:1 konzentriert und
wird nach Herstellerangabe ausschließlich mit Ethanol in Lebensmittelqualität hergestellt.
Eine Kapsel enthält 400 mg
Extrakt mit 340 mg Gesamt-Boswelliasäuren, darunter 80 mg Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure. Damit beträgt der Gesamt-Boswelliasäuregehalt ebenfalls 85 %.
|
Präparat |
Boswellia-Art |
Gesamtmenge des
Extraktes pro Kapsel |
Gesamt-Boswelliasäuren
pro Kapsel |
Anteil
Gesamt-Boswelliasäuren |
|
H15 |
Boswellia
serrata |
350 mg |
ca. 304 mg |
ca. 86,9 % |
|
Natural
Elements 85 % |
Boswellia
serrata |
588 mg |
500 mg |
85 % |
|
Sunday
Natural 85/20 |
Boswellia
serrata |
400 mg |
340 mg |
85 % |
Dass die Einnahmebedingungen die
Bioverfügbarkeit erheblich beeinflussen können, wurde beim Menschen untersucht.
In einer randomisierten
Crossover-Studie wurde ein Boswellia-serrata-Trockenextrakt sowohl
nüchtern als auch zusammen mit einer standardisierten fettreichen Mahlzeit
eingenommen. Unter der fettreichen Mahlzeit stiegen die maximalen
Plasmakonzentrationen und die gesamte systemische Exposition mehrerer
Boswelliasäuren deutlich an. α-Boswelliasäure und Acetyl-α-Boswelliasäure
waren unter den Bedingungen dieser Untersuchung nüchtern nicht nachweisbar,
nach Einnahme mit der fettreichen Mahlzeit dagegen messbar.
Für
die drei betrachteten Präparate ist damit neben ihrem Boswelliasäuregehalt auch
die Einnahme zusammen mit Fett beziehungsweise Lipiden von Bedeutung. H15,
Natural Elements und Sunday Natural bestehen aus Boswellia serrata und
weisen mit etwa 85–87 % einen sehr ähnlichen prozentualen Gesamtgehalt an
Boswelliasäuren auf. Der mengenmäßige Unterschied pro Kapsel ist jedoch
deutlich: H15 enthält rechnerisch etwa 304 mg Gesamt-Boswelliasäuren,
Sunday Natural 340 mg und Natural Elements 500 mg. Natural
Elements liefert damit von den drei verglichenen Präparaten die größte Menge
an Gesamt-Boswelliasäuren pro Kapsel.
Die
Verbesserung der Aufnahme durch eine fetthaltige Einnahme ist grundsätzlich für
die Boswelliasäuren relevant und kann daher bei allen drei Boswellia-serrata-Präparaten
berücksichtigt werden. Sie verändert nicht den zuvor festgestellten
Mengenvergleich der Präparate, sondern betrifft die anschließende Resorption
der jeweils aufgenommenen Boswelliasäuren. Humanuntersuchungen zeigen, dass die
gleichzeitige Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit die Bioverfügbarkeit
verschiedener Boswelliasäuren deutlich erhöhen kann.
Boswellia
während der Strahlentherapie
Während einer Strahlentherapie steht bei der
Anwendung von Boswellia vor allem seine entzündungshemmende
und abschwellende Wirkung im Mittelpunkt. Bei Bestrahlungen im
Bereich des Gehirns ist dabei insbesondere die mögliche Beeinflussung eines
strahlenbedingten Ödems von Interesse. Boswelliasäuren greifen in verschiedene
Entzündungsprozesse ein. Für die begleitende Anwendung während der
Bestrahlungsphase ist deshalb nicht ein bestimmter Bestrahlungstag
entscheidend, sondern eine regelmäßige
Einnahme über den Zeitraum, in dem die entzündliche Reaktion
und Ödembildung auftreten können. Die Tagesmenge kann auf mehrere Einnahmen über den Tag verteilt
werden. Wegen der besseren Aufnahme der Boswelliasäuren zusammen mit Fett
bietet sich die Einnahme zu
einer fetthaltigen Mahlzeit an. Eine zeitliche Trennung von
Boswellia und der eigentlichen Bestrahlung innerhalb desselben Tages ergibt
sich aus den vorliegenden Daten nicht. Es gibt insbesondere keinen daraus
ableitbaren Grund, Boswellia nur vor oder nur nach einer Bestrahlungssitzung
einzunehmen. Für die begleitende Anwendung sind daher praktisch drei Punkte
maßgeblich: regelmäßige
Einnahme, Verteilung der Tagesmenge und Einnahme zusammen mit einer
fetthaltigen Mahlzeit.
Die zuvor erarbeitete Dosiseinordnung von H15, Natural
Elements und Sunday Natural bleibt davon unberührt und muss an dieser
Stelle nicht erneut wiederholt werden.
Warnhinweise
und Grenzen
Boswellia
wurde in den klinischen Untersuchungen insgesamt gut vertragen.
Beschrieben wurden vor allem leichte Magen-Darm-Beschwerden. Schwere
unerwünschte Wirkungen waren in den bisherigen Untersuchungen selten. Die
Datenbasis ist allerdings wesentlich kleiner als bei etablierten
Arzneimitteltherapien.
Magen-Darm-Beschwerden
Zu
den beschriebenen unerwünschten Wirkungen gehören insbesondere Übelkeit, Bauchbeschwerden, Sodbrennen
und Durchfall. Treten solche Beschwerden deutlich oder
anhaltend auf, sollte geprüft werden, ob die verwendete Menge oder das konkrete
Präparat vertragen wird.
Allergische Reaktionen
Bei
einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Weihrauch oder einen Bestandteil des
verwendeten Präparates sollte es nicht eingenommen werden. Bei neu auftretenden
deutlichen allergischen Reaktionen ist die Einnahme zu beenden.
Gleichzeitige Arzneimittel
Für
Wechselwirkungen hoch dosierter Boswellia-serrata-Extrakte
mit anderen Arzneimitteln liegen bislang nur begrenzte klinische Daten vor.
Besonders relevant ist dies bei einer gleichzeitigen Chemotherapie, Immuntherapie,
zielgerichteten Therapie, Behandlung mit Gerinnungshemmern oder umfangreicher
Begleitmedikation. Hier sollte nicht pauschal von einer
Wechselwirkungsfreiheit ausgegangen werden, sondern die tatsächlich verwendete
Arzneimittelkombination betrachtet werden.
Kortikosteroide bei Hirnödem
Wird
wegen eines Hirnödems bereits Dexamethason
oder ein anderes Kortikosteroid benötigt, sollte dessen Dosis
nicht allein aufgrund einer zusätzlichen Boswellia-Einnahme eigenständig
vermindert oder das Medikament abrupt abgesetzt werden. Ob die
Kortikosteroiddosis reduziert werden kann, richtet sich nach dem Verlauf der
Beschwerden und dem neurologischen beziehungsweise bildgebenden Befund.
Warnzeichen bei Hirnödem oder neurologischer Verschlechterung
Neu auftretende oder deutlich zunehmende neurologische
Beschwerden während oder nach einer Bestrahlung des Gehirns müssen ernst
genommen werden.
Sie können Ausdruck eines zunehmenden Hirnödems, einer Blutung, einer
ausgeprägten Strahlenreaktion, eines Krampfanfallsgeschehens oder einer anderen
akuten neurologischen Veränderung sein.
Warnzeichen
sind insbesondere:
· neue oder rasch
zunehmende starke Kopfschmerzen
· wiederholtes Erbrechen, insbesondere zusammen
mit Kopfschmerzen oder neurologischen Veränderungen
· neue Sprachstörungen,
Wortfindungsstörungen oder plötzlich auffällige Verständnisschwierigkeiten
· neue Schwäche, Lähmung
oder Taubheitsgefühle, besonders wenn sie einseitig auftreten
· plötzliche Seh-, Gang-,
Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen
· Verwirrtheit, auffällige
Wesensveränderungen, zunehmende Benommenheit oder ungewöhnlich starke Schläfrigkeit
· erstmalige
Krampfanfälle, gehäufte Anfälle oder eine deutliche Veränderung eines bereits
bekannten Anfallsmusters
· jede rasche oder
ausgeprägte Verschlechterung bereits bestehender neurologischer Beschwerden
Bei plötzlich auftretenden Lähmungen, schweren Sprach- oder
Bewusstseinsstörungen, einem erstmaligen Krampfanfall, einem länger anhaltenden
Krampfanfall oder einer raschen deutlichen neurologischen Verschlechterung
besteht ein medizinischer Notfall. Hier darf nicht abgewartet werden, ob
Boswellia, Kortikosteroide oder andere zu Hause eingenommene Mittel eine
Besserung bewirken. Es ist unverzüglich der Rettungsdienst beziehungsweise eine
notfallmedizinische Versorgung zu veranlassen.
Auch
weniger dramatische, aber neu
auftretende oder über Stunden beziehungsweise Tage zunehmende neurologische
Veränderungen sollten während oder nach einer Hirnbestrahlung
nicht bis zum nächsten regulären Kontrolltermin beobachtet werden, sondern
zeitnah mit dem behandelnden strahlentherapeutischen beziehungsweise neuroonkologischen
Team abgeklärt werden. Boswellia kann Gegenstand einer begleitenden Behandlung sein;
bei einer akuten
neurologischen Verschlechterung hat jedoch die sofortige Abklärung der Ursache
Vorrang.
Nierenfunktion
2026
wurde ein Fall einer akuten
Nierenschädigung im zeitlichen Zusammenhang mit hoch dosiertem Boswellia serrata bei der
Behandlung einer Strahlennekrose veröffentlicht. Ein einzelner Fall erlaubt
keine Aussage über die Häufigkeit oder einen gesicherten ursächlichen
Zusammenhang. Bei einer längerfristigen hoch dosierten Einnahme sollte dieses
mögliche Sicherheitssignal dennoch berücksichtigt werden, insbesondere wenn
sich die Nierenwerte neu verändern.
Schwangerschaft und Stillzeit
Für
hoch dosierte, konzentrierte Boswellia-serrata-Extrakte
liegen für Schwangerschaft
und Stillzeit keine ausreichenden klinischen Sicherheitsdaten
vor. Aus den hier ausgewerteten Untersuchungen lässt sich daher keine
entsprechende Anwendung ableiten.
Kinder und Jugendliche
Für
Kinder und Jugendliche liegen eigene klinische Erfahrungen mit Boswellia
serrata vor. Die dabei untersuchten Dosierungen waren körpergewichtsbezogen
und werden im Abschnitt „Dosierung bei Erwachsenen, Kindern und
Jugendlichen“ gesondert dargestellt.
Bei
Kindern ist außerdem eine niedrige Schwelle für die Abklärung neurologischer
Veränderungen wichtig, weil sie Beschwerden nicht immer eindeutig
beschreiben oder zuordnen können. Warnzeichen können insbesondere neu
auftretende oder zunehmende Kopfschmerzen, wiederholtes Erbrechen,
ungewöhnliche Schläfrigkeit, auffällige Reizbarkeit oder Wesensveränderungen,
Sprachauffälligkeiten, unsicheres Gehen, neue Ungeschicklichkeit,
Gleichgewichtsstörungen, Schwäche beziehungsweise Lähmungserscheinungen und
Krampfanfälle sein.
Bei einer plötzlich
auftretenden oder rasch fortschreitenden neurologischen Verschlechterung gelten
für Kinder dieselben Notfallkriterien wie für Erwachsene. Ein erstmaliger oder länger anhaltender Krampfanfall,
eine deutliche Bewusstseinsstörung, plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen
oder schwere Sprachstörungen erfordern unverzüglich eine notfallmedizinische
Abklärung.
Grenzen der
bisherigen Erkenntnisse
Die
bisherigen klinischen Untersuchungen zeigen, dass Boswellia bei entzündlichen und ödematösen
Veränderungen im Zusammenhang mit einer Bestrahlung des Gehirns
von Bedeutung sein kann. Die Zahl der systematisch untersuchten Patienten ist
jedoch weiterhin begrenzt, und die verwendeten Präparate, Dosierungen,
Behandlungszeiträume und klinischen Situationen unterscheiden sich. Noch nicht
abschließend geklärt sind insbesondere die optimale Dosierung, die optimale Behandlungsdauer und die
Bedeutung unterschiedlicher Extraktzusammensetzungen.
Die
vorhandenen Daten rechtfertigen deshalb keine Aussage, dass Boswellia jedes
strahlenbedingte Hirnödem oder jede Strahlennekrose verhindert oder bei jedem
Patienten in gleichem Umfang wirkt. Sie liefern vielmehr eine klinische Grundlage
für die Anwendung, deren Grenzen dort liegen, wo eine akute neurologische
Verschlechterung, eine andere behandlungsbedürftige Ursache oder eine Situation
vorliegt, die eine spezifische medizinische Therapie erfordert.
Wann nicht abgewartet
werden sollte
Neu auftretende oder deutlich
zunehmende neurologische Beschwerden dürfen nicht zunächst über Tage unter
Boswellia beobachtet werden. Das gilt insbesondere bei starken oder rasch
zunehmenden Kopfschmerzen, wiederholtem Erbrechen, ausgeprägter Schläfrigkeit
oder Bewusstseinsveränderungen, neuen Sprach- oder Sehstörungen, neu
auftretender Schwäche oder Lähmung, deutlichen Gang- oder
Gleichgewichtsstörungen sowie Krampfanfällen.
Solche Veränderungen können auf einen
zunehmenden Hirndruck, ein ausgeprägtes Hirnödem oder eine andere akute
neurologische Komplikation hinweisen und müssen unverzüglich medizinisch
abgeklärt werden. Bei schweren oder rasch fortschreitenden Symptomen ist eine
sofortige notfallmedizinische Abklärung erforderlich.
Boswellia ist in einer solchen
Situation kein Ersatz für eine akut erforderliche Behandlung, insbesondere
nicht für eine notwendige rasche Behandlung eines Hirnödems beziehungsweise
erhöhten Hirndrucks.
Dosierung bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen
Für
die Dosierung von Boswellia
serrata bei Hirnödem und strahlenbedingten Veränderungen des
Gehirns liegen Humanbefunde sowohl für Erwachsene
als auch für Kinder und
Jugendliche vor. Dabei wurden nicht überall dieselben Dosierungsschemata
verwendet. Bei Erwachsenen dominieren feste Tagesmengen; bei Kindern und
Jugendlichen wurde die Dosis auf das Körpergewicht bezogen.
Erwachsene
Bei
Erwachsenen wurden in den klinischen Untersuchungen überwiegend Tagesmengen
zwischen 3.600 und 4.500 mg
pro Tag eingesetzt. Die verwendeten Mengen lassen sich folgendermaßen
zusammenfassen:
|
Tagesmenge |
Dosierung |
|
3.600
mg/Tag |
1.200
mg dreimal täglich |
|
4.200
mg/Tag |
auf
mehrere Einnahmen über den Tag verteilt |
|
4.500
mg/Tag |
auf
mehrere Einnahmen über den Tag verteilt |
|
4.050–4.500
mg/Tag |
in
neueren klinischen Daten als angestrebte Tagesmenge |
Damit
liegt der wiederholt klinisch verwendete Bereich bei Erwachsenen im
Wesentlichen bei ungefähr 3,6
bis 4,5 g täglich. Die systematische Auswertung der klinischen
Literatur kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Tagesmengen
überwiegend zwischen 3.600
und 4.500 mg lagen. Die Tagesmenge wurde üblicherweise auf mehrere Einnahmen verteilt
und nicht als Einzeldosis eingenommen.
Welche Bedeutung hat das Körpergewicht bei Erwachsenen?
Die
klinischen Erwachsenendaten wurden überwiegend als feste Tagesdosen
angegeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Körpergewicht bedeutungslos ist.
Eine
Tagesmenge von beispielsweise 4.200
mg entspricht rechnerisch:
|
Körpergewicht |
4.200 mg/Tag
entsprechen |
|
50
kg |
84
mg/kg/Tag |
|
60
kg |
70
mg/kg/Tag |
|
70
kg |
60
mg/kg/Tag |
|
80
kg |
52,5
mg/kg/Tag |
|
90
kg |
46,7
mg/kg/Tag |
|
100
kg |
42
mg/kg/Tag |
Diese
Umrechnung ist keine
zusätzliche Dosierungsvorgabe, sondern zeigt, was eine feste
Tagesmenge bei unterschiedlich schweren Erwachsenen tatsächlich bedeutet. Bei
einem Körpergewicht von 50 kg entsprechen 4.200 mg täglich rechnerisch der
doppelten körpergewichtsbezogenen Menge wie bei 100 kg. Eine bloße Angabe wie
„4.200 mg täglich“ beschreibt diesen Unterschied nicht.
Kinder und Jugendliche
Für
Kinder und Jugendliche liegen eigene klinische Daten vor. Untersucht wurden 19 Kinder und Jugendliche mit
progredienten beziehungsweise rezidivierten intrakraniellen Tumoren.
Das mittlere Alter betrug 8,4
Jahre. Die Behandlung dauerte zwischen einem und 26 Monaten, im
Median neun Monate. Anders als bei den Erwachsenen wurde die Dosierung hier
ausdrücklich auf das Körpergewicht
bezogen. Die dokumentierte Höchstdosis betrug: 126 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Das bedeutet
nicht, dass 126 mg/kg die allgemeine Dosis für jedes Kind oder jeden
Jugendlichen darstellt. Es handelt sich um die höchste in diesen pädiatrischen Daten verwendete
körpergewichtsbezogene Tagesmenge.
Die absolute
Menge verändert sich entsprechend mit dem Körpergewicht:
|
Körpergewicht |
126 mg/kg/Tag
entsprechen maximal |
|
10
kg |
1.260
mg/Tag |
|
15
kg |
1.890
mg/Tag |
|
20
kg |
2.520
mg/Tag |
|
25
kg |
3.150
mg/Tag |
|
30
kg |
3.780
mg/Tag |
|
35
kg |
4.410
mg/Tag |
|
40
kg |
5.040
mg/Tag |
Auch
diese Tabelle stellt keine
Dosierungsempfehlung von 126 mg/kg dar. Sie zeigt lediglich,
welche absolute Tagesmenge hinter der dokumentierten pädiatrischen Höchstdosis
bei unterschiedlichem Körpergewicht steht.
Erwachsene
und Kinder lassen sich deshalb nicht mit einer einzigen Zahl erfassen. Aus den
Humanbefunden ergeben sich zwei unterschiedliche Dosierungsweisen:
|
Gruppe |
Dosierungsweise in
den Humanbefunden |
dokumentierte
Größenordnung |
|
Erwachsene |
überwiegend
feste Tagesmenge |
3.600–4.500 mg/Tag |
|
Kinder
und Jugendliche |
körpergewichtsbezogene
Dosierung |
bis maximal 126
mg/kg/Tag |
Bei
Erwachsenen ist deshalb sowohl die absolute
Tagesmenge als auch deren Verhältnis zum Körpergewicht
interessant. Bei Kindern und Jugendlichen wurde dieses Verhältnis bereits
unmittelbar in die Dosierung einbezogen. Die vorhandenen Daten ergeben damit keine einheitliche mg/kg-Dosis für alle
Alters- und Gewichtsklassen. Sie zeigen vielmehr, welche Mengen
beim Menschen tatsächlich verwendet und untersucht wurden.
Verteilung über den Tag
Die
untersuchten Tagesmengen wurden nicht als einmalige große Dosis gegeben,
sondern auf mehrere
Einnahmen verteilt. Für 3.600 mg ist beispielsweise eine
Aufteilung auf dreimal
1.200 mg täglich dokumentiert. Bei 4.200 mg wurde ebenfalls
über den Tag verteilt dosiert. Damit gehören zur Dosierungsangabe immer zwei
Größen: Gesamttagesmenge
und Verteilung dieser Menge
über den Tag. Was sich aus den vorhandenen Daten tatsächlich
ableiten lässt. Für Erwachsene ist eine Größenordnung von ungefähr 3.600 bis 4.500 mg täglich
mehrfach in den Humanbefunden dokumentiert. Innerhalb dieses Bereiches wurden
insbesondere 4.200 mg sowie
4.500 mg täglich untersucht.
Für
Kinder und Jugendliche existiert dagegen eine eigene körpergewichtsbezogene
Datenbasis mit einer dokumentierten Höchstdosis
von 126 mg/kg/Tag. Das Körpergewicht sollte deshalb bei der
Einordnung nicht ausgeblendet werden: Bei Kindern und Jugendlichen ist es
Bestandteil der dokumentierten Dosierung; bei Erwachsenen lässt sich anhand des
Körpergewichts zusätzlich beurteilen, welcher mg/kg-Menge eine feste Tagesdosis tatsächlich entspricht.
Nicht
aus diesen Daten ableiten lässt sich dagegen eine einzige allgemeingültige
Dosis, die unabhängig von Alter
und Körpergewicht für jeden Menschen gleichermaßen anzusetzen
wäre.
Dauer der Einnahme – während und nach der Strahlentherapie
Für
die Dauer der Einnahme ergibt sich aus den Humanbefunden kein einheitlicher, für alle Situationen
festgelegter Zeitraum. Boswellia wurde sowohl während einer
laufenden Strahlentherapie als auch über deren Ende hinaus und bei später
auftretenden strahlenbedingten Veränderungen eingesetzt.
Während der Strahlentherapie
Während
einer laufenden Bestrahlungsbehandlung wurde Boswellia kontinuierlich über die Behandlungsphase
hinweg eingenommen. Die Anwendung beschränkte sich also nicht auf
einzelne Bestrahlungstage oder auf Tage mit besonders ausgeprägten Beschwerden.
Damit spricht die untersuchte Anwendung während der Strahlentherapie für eine regelmäßige Einnahme über den gesamten
Behandlungszeitraum und nicht für eine lediglich gelegentliche
Einnahme.
Über
die Strahlentherapie hinaus
Die
Einnahme wurde in den Humanstudien nicht grundsätzlich mit dem letzten
Bestrahlungstag beendet. In Untersuchungen, in denen nach der eigentlichen
Bestrahlung eine weitere onkologische Behandlung folgte, wurde Boswellia über mehrere Monate weiter eingenommen.
Dokumentiert ist unter anderem eine Behandlungsdauer von bis zu 34 Wochen. Auch
bei später auftretenden strahlenbedingten Veränderungen des Gehirns wurde
Boswellia über längere Zeiträume eingesetzt. In diesen Daten betrug die
Behandlungsdauer mindestens
zwei Monate; zahlreiche Patienten nahmen Boswellia darüber hinaus
weiter ein. Damit ist eine Anwendung über das Ende der eigentlichen
Strahlentherapie hinaus klinisch dokumentiert. Ein genereller Grundsatz,
Boswellia mit der letzten Bestrahlung zu beenden, ergibt sich aus den
vorhandenen Humanbefunden nicht.
Kinder und Jugendliche
Auch
bei Kindern und Jugendlichen liegen Erfahrungen mit einer längerfristigen Einnahme
vor. Die dokumentierte Behandlungsdauer lag zwischen einem und 26 Monaten, im
Median bei neun Monaten.
Die pädiatrischen Daten zeigen damit ebenfalls, dass die Anwendung nicht auf
wenige Tage oder Wochen beschränkt war. Gleichzeitig lässt sich aus diesen
Behandlungszeiten keine für jedes Kind oder jeden Jugendlichen verbindliche
Einnahmedauer ableiten.
Die dokumentierten Zeiträume im Überblick
|
Situation |
dokumentierte
Einnahmedauer |
|
laufende
Strahlentherapie |
kontinuierlich
während der Bestrahlungsphase |
|
Fortführung
im Rahmen der weiteren Behandlung |
bis
zu 34 Wochen |
|
spätere
strahlenbedingte Veränderungen |
mindestens
2 Monate, teilweise längerfristig |
|
Kinder
und Jugendliche |
1–26
Monate, Median 9 Monate |
Absetzen und Ausschleichen
Für
Boswellia ist in den vorhandenen Humanstudien kein notwendiges Ausschleichschema beschrieben.
Ein schrittweises Reduzieren der Dosis, wie es bei bestimmten anderen
Arzneimitteln erforderlich sein kann, lässt sich aus diesen Daten für Boswellia
nicht ableiten. Ebenso wenig ist ein bestimmter Zeitpunkt festgelegt, zu dem
Boswellia nach einer Strahlentherapie grundsätzlich beendet werden sollte. Die
dokumentierten Behandlungszeiten unterscheiden sich je nach klinischer
Situation erheblich.
Die vorhandenen Daten zeigen daher vor allem: Boswellia wurde während der Strahlentherapie
kontinuierlich eingesetzt und konnte auch über deren Ende hinaus über Wochen
oder Monate weitergeführt werden. Wie lange die Einnahme im
Einzelfall fortgeführt wird, lässt sich aus den bisherigen Humanbefunden jedoch
nicht auf eine allgemein gültige Zeitspanne festlegen.
Boswellia und Kortikosteroide
Boswellia und Kortikosteroide wie Dexamethason müssen bei
einem Hirnödem nicht als konkurrierende Behandlungen verstanden werden.
Boswellia kann während und nach einer Strahlentherapie zur Behandlung beziehungsweise Verminderung
der Ödembildung eingesetzt werden und damit zugleich das Ziel
verfolgen, den Bedarf an Kortikosteroiden möglichst gering zu halten.
Die Humanbefunde zeigen, dass Boswellia parallel zu einer
Kortikosteroidbehandlung eingesetzt wurde. In einzelnen
Untersuchungen und Fallserien konnte die Kortikosteroiddosis bei einem Teil der
Patienten im Verlauf reduziert oder vollständig beendet werden. Ein
kortikosteroidsparender Effekt ist damit klinisch beschrieben, wurde jedoch
nicht in allen Untersuchungen gleichermaßen nachgewiesen.
Das ist insbesondere
deshalb relevant, weil eine längerfristige oder hoch dosierte
Kortikosteroidbehandlung erhebliche unerwünschte Wirkungen verursachen kann.
Wenn sich ein Hirnödem unter Boswellia ausreichend kontrollieren lässt, kann
die Möglichkeit einer geringeren Kortikosteroidbelastung deshalb einen
wichtigen Bestandteil des Behandlungskonzeptes darstellen.
Wichtig: Hirndruckzeichen sind ein medizinischer Notfall
Boswellia ist keine
Akutbehandlung eines symptomatischen Hirnödems mit Hirndruckzeichen.
Treten neue
oder rasch zunehmende neurologische Beschwerden auf, darf nicht
darauf gewartet werden, ob eine weitere Boswellia-Einnahme die Schwellung
vermindert.
Alarmzeichen sind
insbesondere:
- neue oder stark
zunehmende Kopfschmerzen
- wiederholtes
Erbrechen
- zunehmende
Benommenheit, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- neue Sprach- oder
Wortfindungsstörungen
- neue Schwäche,
Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen
- plötzliche Seh-,
Gang-, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörungen
- erstmalige, länger
anhaltende oder deutlich veränderte Krampfanfälle
- jede rasche
Verschlechterung bereits bestehender neurologischer Ausfälle
Bei solchen Zeichen muss
unverzüglich medizinisch abgeklärt werden, ob ein zunehmendes Hirnödem
beziehungsweise ein erhöhter Hirndruck vorliegt. Bei schweren oder plötzlich
auftretenden Symptomen ist dies ein akuter Notfall und erfordert sofortige
notfallmedizinische Versorgung.
Ist eine rasche medikamentöse Abschwellung
erforderlich, bleibt Dexamethason
beziehungsweise eine entsprechende Kortikosteroidtherapie die Akutbehandlung.
Eine zuvor gut funktionierende Boswellia-Behandlung ist kein Grund, eine
notwendige Kortikosteroidbehandlung hinauszuzögern.
Boswellia
und Kortikosteroide als abgestuftes Behandlungskonzept
Außerhalb einer solchen Akutsituation können
beide Behandlungen unterschiedliche Aufgaben innerhalb desselben
Behandlungskonzeptes übernehmen.
Boswellia kann zur
längerfristigen Kontrolle beziehungsweise Verminderung der Ödembildung
eingesetzt werden und möglicherweise dazu beitragen, die erforderliche
Kortikosteroidmenge zu reduzieren. Kortikosteroide
werden erforderlich, wenn die Ödembildung klinisch nicht ausreichend
kontrolliert ist oder Hirndruckzeichen
beziehungsweise eine relevante neurologische Verschlechterung
auftreten.
Eine notwendige Kortikosteroidbehandlung sollte
nicht eigenständig reduziert oder beendet werden. Eine Dosisverminderung
richtet sich nach dem klinischen Verlauf und gegebenenfalls der bildgebenden
Kontrolle.
Die praktische Grundlinie lautet damit: Boswellia kann dazu beitragen,
Ödembildung und Kortikosteroidbedarf zu begrenzen. Treten jedoch
Hirndruckzeichen oder eine akute neurologische Verschlechterung auf, darf nicht
abgewartet werden – dann hat die unverzügliche Abklärung und Behandlung des
Hirnödems Vorrang.
Äußerliche Anwendung bei strahlenbedingten Hautreaktionen
Neben
der oralen Einnahme wurde Boswellia auch äußerlich
bei strahlenbedingten Hautreaktionen untersucht. Hierfür liegt
mit EUPILEN®
eine boswelliahaltige Emulsion vor, die ausdrücklich für Hautreaktionen infolge
ionisierender Strahlung beziehungsweise einer Strahlentherapie vorgesehen ist.
EUPILEN®
EUPILEN®
ist eine flüssige, nicht
fettende Emulsion zur äußerlichen Anwendung. Die in Deutschland
erhältliche Packung enthält 50
ml.
|
Angabe |
EUPILEN® |
|
Produkt |
EUPILEN® |
|
Darreichungsform |
flüssige
Emulsion |
|
Packungsgröße |
50
ml |
|
PZN |
08067251 |
|
Boswellia-Bestandteil |
Boswellia
serrata Resin Extract |
|
Boswellia-Komplex |
Bosexil® |
|
Anwendungsbereich
hier |
strahlenbedingte
Hautreaktionen |
Die
Zusammensetzung enthält neben Boswellia
serrata unter anderem Tamarindus-indica-Samenpolysaccharid,
Zanthoxylum-bungeanum-Fruchtextrakt, Allantoin, Jojobaester und Lecithin.
Für
die klinische Untersuchung der topischen Boswellia-Anwendung wurde eine 2%ige Boswellia-Zubereitung
beschrieben. Diese Konzentrationsangabe stammt aus den Untersuchungsdaten und
ist von der heutigen Produktdeklaration zu unterscheiden, auf der der
Boswellia-Anteil nicht als Prozentwert ausgewiesen wird.
Was wurde
untersucht?
Untersucht
wurde die äußerliche Anwendung bei Patienten während einer Strahlentherapie, um das
Auftreten beziehungsweise die Stärke der strahlenbedingten Hautreaktionen zu
beeinflussen.
Erfasst
wurden insbesondere typische Zeichen einer Strahlendermatitis:
- Rötung
- trockene oder
feuchte Abschuppung
- Schwellung
- Brennen beziehungsweise
Schmerzen
Unter
der boswelliahaltigen Behandlung wurden weniger
ausgeprägte Hautreaktionen beobachtet. Besonders die stärkeren
Formen der Hautreaktion traten seltener beziehungsweise weniger ausgeprägt auf.
Die klinischen Befunde sprechen damit dafür, dass eine topische
Boswellia-Zubereitung die entzündliche
Reaktion der Haut während einer Strahlentherapie vermindern kann.
Anwendung
Die
Emulsion wird dünn auf die
betroffene beziehungsweise bestrahlte Haut aufgetragen. Starkes
Einreiben oder Massieren ist nicht erforderlich und sollte bei zunehmend
empfindlicher Haut vermieden werden.
Während
einer Bestrahlungsserie richtet sich der genaue Zeitpunkt des Auftragens
zusätzlich nach den Vorgaben des jeweiligen Strahlentherapiezentrums. Wird dort
verlangt, dass die Haut unmittelbar zur Bestrahlung frei von frisch
aufgetragenen Cremes oder Emulsionen ist, wird die Pflege entsprechend nach der Bestrahlung beziehungsweise mit
ausreichendem zeitlichem Abstand davor durchgeführt. Die
Anwendung erfolgt regelmäßig über den Zeitraum, in dem die Haut der
Strahlenbelastung ausgesetzt ist beziehungsweise entsprechende Hautreaktionen
bestehen.
Wie die
bestrahlte Haut reagieren kann
Strahlenbedingte
Hautreaktionen entwickeln sich gewöhnlich nicht schlagartig, sondern können
sich im Verlauf der Bestrahlungsserie verstärken. Zunächst können Trockenheit, erhöhte Empfindlichkeit und
Rötung auftreten. Im weiteren Verlauf sind Juckreiz, Brennen, Schmerzen und trockene
Abschuppung möglich.
Bei
stärker ausgeprägter Strahlendermatitis kann es zu feuchter Abschuppung, nässenden oder
offenen Hautstellen, Blasenbildung und stärkeren Schmerzen
kommen.
Bei
offener oder nässender
Haut, Blutungen, ausgeprägter Schwellung, starken Schmerzen oder Anzeichen
einer Infektion reicht eine normale Hautpflege nicht mehr aus.
Die betroffenen Stellen müssen vom behandelnden Team beurteilt und entsprechend
dem Schweregrad der Strahlendermatitis versorgt werden.
Einordnung
Für
Boswellia besteht damit neben der oralen Anwendung ein eigenständiger topischer
Anwendungsbereich. Die äußerliche Anwendung richtet sich
unmittelbar gegen die entzündlichen Hautreaktionen, die während einer
Strahlentherapie entstehen können. Mit der klinisch untersuchten 2%igen Boswellia-Zubereitung
liegen hierfür Humanbefunde vor. EUPILEN® ist eine boswelliahaltige Emulsion,
die für strahlenbedingte Hautreaktionen vorgesehen ist. Die topische Anwendung
ersetzt nicht die medizinische Versorgung einer ausgeprägten
Strahlendermatitis. Sie ist vielmehr Bestandteil der begleitenden Hautbehandlung während der
Bestrahlungsserie, solange der Zustand der Haut eine solche
äußerliche Anwendung zulässt.
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Boswellia.
Fachmonographie zu Boswellia
serrata mit Angaben zu klinischen Daten, unerwünschten Wirkungen,
Kontaktdermatitis, Pharmakologie sowie möglichen Arzneimittelinteraktionen,
unter anderem über OATP1B3, MRP2 und P-Glykoprotein sowie mit Antikoagulanzien
beziehungsweise Thrombozytenaggregationshemmern.
Memorial
Sloan Kettering Cancer Center – Boswellia
Produkt- und
Labordokumentation
22.
Natural Elements – Weihrauch / Boswellia serrata 85 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Laut aktueller Produktdokumentation enthält
eine Kapsel 588 mg Boswellia-serrata-Extrakt,
davon 500 mg Boswelliasäuren; der Extrakt ist damit auf 85 % Boswelliasäuren
eingestellt. Der Hersteller stellt außerdem chargenbezogene
Untersuchungsbescheinigungen eines unabhängigen akkreditierten Labors bereit.
Natural
Elements – Weihrauch Kapseln 85 %
23.
Sunday Natural – Boswellia carterii 75 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Boswellia-carterii-Extrakt
aus äthiopischem Weihrauchharz; 10:1-Wasser-Ethanol-Extrakt, standardisiert auf
75 % Boswelliasäuren. Pro Kapsel werden 600 mg Extrakt beziehungsweise 450 mg
Boswelliasäuren angegeben. Der Hersteller führt außerdem Labortests
beziehungsweise eine Konformitätserklärung auf.
Sunday
Natural – Boswellia carterii 75 %
24.
Sunday Natural – Boswellia serrata 85 % / AKBA 20 %.
Hersteller- und Labordokumentation. Indischer Boswellia-serrata-Extrakt; 400 mg Extrakt pro
Kapsel, davon laut Hersteller 340 mg Boswelliasäuren und 80 mg AKBA.
Standardisierung: 85 % Gesamt-Boswelliasäuren und 20 % AKBA; Extraktion mit
Ethanol in Lebensmittelqualität. Labortests werden vom Hersteller zur
Produktdokumentation bereitgestellt.
Sunday
Natural – Boswellia serrata 85 % + 20 % AKBA
25.
EUPILEN® – Produktdokumentation.
Produktinformation zur boswelliahaltigen flüssigen Emulsion. EUPILEN® wird als
Medizinprodukt in einer 50-ml-Tube dokumentiert und enthält unter anderem Boswellia serrata resin extract.
Als weitere Bestandteile beziehungsweise pflanzliche Aktivstoffkomponenten
werden unter anderem Zanthoxylum
bungeanum fruit extract und Tamarindus
indica seed polysaccharide aufgeführt; Bosexil®, Xilogel® HS und
Zanthalene® sind als Marken von Indena S.p.A. ausgewiesen. Die
Produktdokumentation beschreibt die Anwendung bei Erythemen, leichten
Verbrennungen und oberflächlichen Abschürfungen; eine weitere deutsche
Produktdokumentation nennt ausdrücklich auch die Hautpflege während und nach
einer Strahlentherapie.
EUPILEN®
– Produkt- und Inhaltsstoffdokumentation
EUPILEN® –
Produktinformation mit Strahlentherapie-Anwendung