Mittwoch, 10. Juli 2024

Augen, die weit offen (Mirakel)

https://youtu.be/Gbl1cmEpq8A

Zertreten zarte Bande
weil Fühlen sie gelehrt
geknüpft in düster Kindertagen
der Unschuld Seel` verzehrt.

Zu Sehen ohne hinzusehn,
vorbeigehn ohne Reue!
Wem gehört die Seele Dein?
Was ist der Preis für Treue?

Noch bleicht das Mondlicht
des Nordens altes Kreuz,
aufersteht die finste Saat,
nur wenig Menschen reuts.

Ein Tot für Tausend,
will Leben für nur Einen,
und Jubel aller Orten,
bloß keine Tränen weinen.

Tau erstarrt zu schwarzem Eis
glitzert grau und matt.
Am seufzend alten Weltenbaum
fällt das letzte grüne Blatt.

Laß mich doch endlich sehn
Mit Augen die weit offen.
Immer wollt´ ich standhaft stehn,
das Beste für uns Hoffen.

Da traf es ein, Posaunenschall
zartes Licht wird hellster Schein
Ein Feuerball, der Erde Zorn
und jeder erstirbt allein

Im letzten Aug das Licht zerrinnt
windend sich und geht.
Es kam in diese tumpe Welt
Der Strum hat es verweht.

Sonntag, 7. Juli 2024

Über die Eibe - Iwa

https://youtu.be/qsGIj6WRuQs

Ein Eibe ist entweder weiblich oder männlich, das ist einmalig in der Baumbotanik, kein anderer Nadelbaum weißt diese Eigenschaften auf. Die seit Jahrtausenden nachgewiesenermaßen männliche Eibe im schottischen Fortingall zeigte im Jahre 2015 erstmals an einem der oberen Äste Samenfrüchte - wechselt die Eibe ihr Geschlecht nach einigen Jahrtausenden? Wie oft? Und wann? Wieso? Wer weiß das schon, diese magisch-mystischen Lebewesen haben längst nicht alle Geheimnisse preisgegeben. Gesichert ist: der Baum ist bis auf die Samenhüllen, aus denen in Osteuropa ein süßes Mus gekocht wird, giftig, nicht nur für Menschen. Die Nadeln sicher, ab 50 -100 g wird es für Erwachsene gefährlich (je nach Körperbau) - vorausgesetzt man kaute die überraschend weichen Nadeln kräftig durch - nur schlucken funktioniert zum vergiften scheints nicht. Dann aber stellen sich Magen- und Leibesschmerzen ein, auch Kopfweh, die Herzfunktion wird unregelmäßig, die Haut zeigt purpurne Flecken, der Körper krampft und schließlich folgt der Tot durch Ersticken. Vergiftungen zeigen sich binnen einer halben Stunde nach Einnahme des Sudes durch Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit. Dennoch spielt(e) sie eine Rolle in der Medizin, gegen Epilepsie im frühen Mittelalter, oder als Absud gegen Krätze, geräuchert nach der Heiligen Hildegard gegen Gebrechen in der Brust und Nase von üblen Säften. Versuche, das in der Eibe befindliche Taxol, welches Krebszellen an der Teilung hemmt, herzustellen begannen in den 1960er Jahren. Um ein 1kg der Substanz zu erhalten braucht es viele hundert Bäume. Da die Eibe aber äußerst langsam wächst - warum auch schnell, sie hat ja Zeit, denn der Tot ist in ihrem Bauplan nicht vorgesehen, entwickelten Forscher 1990 ein Verfahren die Substanz aus den jungen Nadeln, zu gewinnen und schließlich pharmazeutisch aufzubereiten. Das Ergebnis war ein Medikament gegen einige Krebsarten, dessen Zulassung 2002 erfolgte. Es darf aber, und jetzt sträuben sich mir die Nackenhaare - erst angewendet werden, wenn die "Standard-`Therapie´" versagt- weil mit seiner Anwendung schwere Nebenwirkungen (z. B: Haarausfall, Veränderung und Unterdrückung des Knochenmarks, Taubheitsgefühl, allergische Reaktionen, Muskelschmerzen und Durchfall - wie bei Zytostatika meist angegeben) einhergehen.

Bestimmt findet sich die Lösung für das ein oder andere Problem auch in der Eibe. Und so ist der Totenbaum der Europäer, der als Hecke viele Friedhöfe ziert vielleicht irgendwann ein Heilsbringer seines ganzen Wesens wegen, sein Präsenz lehrt uns die Ewigkeit allen Seins. Die Völuspá aus der Edda besingt vermutlich die Eibe - den sie ist die Immergrüne, nicht die Esche. In der der "Weissagung der Seherin", Strophe 19 heißt es:

Ask veit ek standa, heitir Yggdrasill
hár baðmr, ausinn hvíta auri;
þaðan koma döggvar þærs í dala falla;
stendr æ yfir grœnn Urðar brunni.

Zu Deutsch:

Eine Esche weiß ich, sie heißt Yggdrasil,
Ein hoher Baum umhüllt mit weißem Nebel;
Von ihm kommt der Tau, der in das Tal fällt.
Er steht, immergrün, über Urds Brunnen

Wie beschrieben ist die Eibe ein Sonderfall, eine Kuriosum unter den heimischen Bäumen- tituliert man sie nun ihrer geringeren Wuchshöhe wegen bis zu 17 m als Baum oder Strauch (Eibenbaumstrauch ). Das ist völlig egal, wenn man SIE erlebt, fühlt. Sie ist - so würd ich meinen, der Weltenbaum, sein Name Yggdrasil, überdauert Jahrtausende, sich ständig erneuernd, jenseits der Zeit.

 

Mittwoch, 3. Juli 2024

Herstellung von kolloidalen Silber mit Ionic Pulser Pro 3

Die Anschaffung des Gerätes ist auf jeden Fall eine Überlegung wert - es ist auf Dauer einfach preisgünstiger das Mittel selbst herzustellen als es ständig teuer einzukaufen. Unser Video und unsere Erfahrungen stellen natürlich keine Beratung da, es gilt nach wie vor Arzt, Apotheke und Fachliteratur zu konsultieren ...

 

Freitag, 28. Juni 2024

Geratser Wasserfall - Rettenberg / Rieden

https://youtu.be/XCF0WVqajK8?si=pgPMUN2Wu9nS83lK

Der Geratser Wasserfall liegt im Wald kurz hinter Rieden, nur wenige Gehminuten von der Straße entfernt. Es fließen der "Kranzegger Bach" und die "Geratser Ach" - zum Geratser Wasserfall zusammen. Ersterer fällt über eine etwa 6 Meter hohe Mauer, die Geratser Ach plätschert in mehreren kleinen Stufen bergab.

Donnerstag, 27. Juni 2024

Scheidegger Wasserfälle

Seit 1992 steht die bis zu 200 m tiefe Schlucht des Rickenbachs grenzüberschreitend unter Schutz. In der Rohrachschlucht gräbt er sich bei den Scheidegger Wasserfällen immer weiter in den weichen Untergrund der Süßwassermolasse. Glücklicherweise sind durch die extrem steilen Hanglagen viele Bereiche der Schlucht weitgehend unbeeinträchtigt, da sie für Menschen nur schwer zugänglich sind. So sind die feuchten Bergmischwälder dort ein echter Naturschatz: Seltene Tier- und Pflanzenarten, Insekten, Vögel und Amphibien bilden hier in den zum Teil fast urwaldähnlichen Wäldern, reich geschmückt mit Quellaustritten und Felsbänken aus Nagelfluh, stehendem und liegendem Totholz sowie riesigen, teils mehrere hundert Jahre alten Bäumen, eine vollkommene Lebensgemeinschaft. Die Gelbbauchunke, die als stark gefährdet gilt, ist hier zum Beispiel zu Hause. Ein intakter Wald kann nur auf lebendigem Boden wachsen; alle Lebewesen des Waldes, ober- wie unterirdisch, bilden eine faszinierende Symbiose. Das kann man spüren, riechen, hören. Die Scheidegger Wasserfälle gehören zu den schönsten Geotopen Bayerns. Der Rickenbach jedenfalls arbeitet weiter an seinem Bachbett: Beim ersten großen Wasserfall stürzt er 22 m in die Tiefe, und kurz darauf gleich noch einmal 18 m. Beides kann von verschiedenen Plattformen aus beobachtet werden.

Freitag, 21. Juni 2024

Apfel-Petersilien-Limonade

 

Zutaten

  • 1 Bund Petersilie
  • 1 kleiner Apfel
  • Ingwer
  • Sellerie
  • Saft 1 Limette
  • 200 ml Wasser
  • Mineralwasser

Zubereitung

Alle Zutaten außer Mineralwasser fein pürieren. In eine Karaffe geben und mit Mineralwasser nach Belieben auffüllen.

Label: Limonade

Montag, 10. Juni 2024

Im Eistobel

https://youtu.be/pLxAoscR1AY?si=OxP6-g1POY13_4Qw

Über gut ausgebaute Trittstufen gelangen wir in die Argenschlucht, die kühle Feuchte des Schluchtwaldes umfängt uns. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die sehr gute Wasserversorgung wachsen hier Mose, Farne, Baumpilze, verschiedene Arten Schachtelhalme und Bärlappe, Rotbuchen, der bis zu 40 m hohe Bergahorn. Auch Eschen die bestens angepasst an nasse und trockene Böden sind gedeihen hier.

Ein weiterer Anpassungskünstler ist die Grauerle, die zwar nur 20 m hoch wird, aber als Pioniergehölz kurzzeitig Überflutungen genauso gut verträgt wie Trockenheit. Weiterhin finden sich Fichten und Weißtannen, man kann sie sehr gut u.a. an den zwei silberweißen Streifen der abgeflachten Nadeln unterscheiden. Weißtannen werden bis zu 50 m hoch und 600 Jahre alt. Eisenhut, Pestwurz und der Waldgeisbart, dessen Blütenrispen über 10000 Einzelblüten umfassen gedeihen hier und später im Jahr die Türkenbundlilie, das Fuchsknabenkraut oder auch das Große Zweiblatt.


Seit 1970 ist dieser Talabschnitt der Oberen Argen ein Naturschutzgebiet und entführt den interessierten Wanderer in eine geologische Zeitreise:

Zum Ende der letzten Eiszeit vor ca. 15.000 Jahren grub sich das Schmelzwasser eines Gletschesees auf dem Gebiet des heutigen Ebratshofen in den Höhenzug zwischen Kugel und Laubenberg ein.

In der Schlucht können die unterschiedlichen Molasseschichten an den steilaufragenden bis zu 130 m hohen Felswänden unaufgefaltet betrachtet werden. Einfach so, wie sie durch das Wasser dort abgelagert wurden. Harte Nagelfluhschichten trotzen der Wasserkraft bis heute, während Sandsteine und Mergel ausgeschwemmt werden.

Das Wasser stürzt kaskadenartig unter ohrenbetäubenden Donnern und Rauschen talwärts, oberhalb der Wasserfälle sind die typischen Strudellöcher zu bewundern.

18m ist der rauscht der Große Wasserfall in eine metertiefe Gumpe. Baden ist hier lebensgefährlich.

Die Höhe Wand aus Sandstein ist fast 50 m hoch, ein Überbleibsel des sich hier vor 20 Millionen Jahren befindlichen Meeres.

Im Winter verwandelt der Frost das stetig nachfließende Wasser in eine weißglitzerne Eiswelt, übermannshohe Eiszapfen wachsen an den Hängen, oder hangeln sich tropfend, stetig nachwachsend übereinander talwärts. Scheint die Sonne funkelt und glitzert es als sei die Eiskönigin selbst hier daheim, im Frühjahr leuchtet das zarte Grün zwischen Fels und azurblauen Wasser, sommers tropft es vom bemoosten Baum- und Buschwerk. Das Funkeln übernehmen dann Libellen und Eisvögel. Im Herbst wiederum leuchtet alles in den schönsten Orange- und Gelbtönen. Der Eistobel kann ganzjährig besichtigt werden, auf das entsprechende Schuhwerk ist unbedingt zu achten. Der Weg ist nicht kinderwagentauglich.

Donnerstag, 6. Juni 2024

Pfaff E6000 - Erkundungsgang auf der E 6000

Schweizer Maschine mit wunderbarem Strickbild


Technische Daten

  • Art: Feinstricker
  • Doppelbett: ja
  • Nadelabstand: 5 mm
  • Nadelanzahl: 179 Zungennadeln pro Bett mit Stößern darunter
  • Hersteller / Land: MADAG Maschinen- und Apparatebau, Dietikon, Schweiz
  • Herstellungsjahre: ab 1988
  • Preis:
  • Maße:
  • Gewicht: ca. 30 kg
  • Sonderzubehör: Elektroantrieb, 4-fach-Farbwechsler, Musterschloss U100
  • Software: Journal Six, Creativ

Die Bemusterung erfolgt mit einem sogenannten Dialogcomputer mit über 600 fest gespeicherten Mustern. Dabei werden Muster und Technik immer miteinander kombiniert – und das hat mich schon manches Mal überrascht. Mit neuen Speichern (EPROMs) kann die Maschine downloadfähig gemacht werden.

Dazu gibt es die Software Journal Six zum Download. Damit lassen sich eigene Muster und Schnitte recht komfortabel auf die Maschine übertragen. Die Software ist mittlerweile frei verfügbar. In der Facebookgruppe um Kirsten Schreiweis von der Strickschmiede wurde das Programm eingedeutscht. Dort erhält man auch fundierte und freundliche Hilfe zu allen Pfaff- und Passap-Maschinen.


Im Detail

Die Nadelbetten

Auf jedem Bett sitzen 179 Nadeln. Die Nadelskala auf dem vorderen Bett zeigt an, wie viele Nadeln links und rechts von der Mitte liegen. L-1 / R+1 markiert die genaue Mitte. Wer braucht schon eine Skala auf dem hinteren Bett – da schaut man ja ohnehin kaum hin. Oder doch? Dann darf man den Kopf verrenken.

Wenn du ohne Konsole strickst, musst du die Nadeln auf dem vorderen Bett selbst auswählen und sie dann entsprechend deiner Anleitung auf dem hinteren Bett anordnen. Benutzt du die Konsole, kannst du dich entspannt zurücklehnen und den E-Schlitten die Auswahl erledigen lassen. Die Nadeln auf dem hinteren Bett richtest du dann nach deinem treuen Handbuch ein.

Die Nadeln

Die Nadeln besitzen Zungen, die sich öffnen und schließen, um die Maschen zu bilden. Jede Nadel entspricht einer Masche. Es gibt zwei Positionen: Nicht arbeitende Nadeln ruhen unten an der Schiene, arbeitende Nadeln stehen etwas darüber, mit den Nadelköpfen an der Oberseite des Nadelbetts, aber nicht darüber hinaus.

Um die Randfedern zu verschieben, werden sie angehoben und gleiten dann entlang der Schiene bis zur Randnadel in Arbeitsposition. Die Zunge bleibt dabei unter der Randfeder geschlossen. Wenn du ohne Gewichte strickst, helfen die Randfedern, die Randmaschen auf den Randnadeln zu halten.

Die Riegelschiene am hinteren Bett ermöglicht das Bewegen der Stößer in und aus der Schiene und sichert ihren Weg. Öffnen lässt sie sich, indem du den Bolzen ganz nach links drückst. Nachdem du die gewünschten Stößer ausgeschoben hast, schließt du sie wieder. Achte darauf, dass sie wirklich geschlossen ist, sonst gibt es Selektionsfehler.

Die Stößer

Der Stößer ist eine kuriose Vorrichtung mit drei Positionen.

  • NWP – Non-Work-Position: Der Stößer verweilt in der Riegelschiene am hinteren Bett und liegt vorne ganz unten am Bett.
  • WP – Work-Position: Der Stößer erhebt sich über die Schiene am hinteren Bett und nimmt vorne seinen Platz an der Positionierungskerbe am vorderen Bett ein.
  • RP – Ruhestellung: Der Stößer bleibt oben auf der Riegelschiene am hinteren Bett und liegt vorne entspannt am unteren Ende des Nadel-/Stößerkanals.

Wenn ein Stößer aus der Riegelschiene herausgefahren ist, kann er leicht aus dem Bett angehoben werden. Und ja: Es gibt zwei Arten von Stößern für das vordere Bett – einen mit rundem Deckel und einen geraden. Skurrile Vorrichtungen, aber sie machen die Welt der Musterung immerhin etwas unterhaltsamer.

Der Versatzgriff

Der Versatzgriff regelt die Positionierung der Nadeln.

  • Steht der Griff oben, liegen die Nadeln des hinteren Betts direkt gegenüber denen des vorderen Betts.
  • Zeigt er nach unten, werden sie abwechselnd angeordnet.

Kontrolliere unbedingt, ob das bei deiner Maschine wirklich so ist – bei meiner ist es genau umgekehrt montiert. Wenn dieses Biest nicht richtig eingestellt ist, kann das unerquicklich enden. Also besser vorher prüfen.

Behalte außerdem die Versatzanzeige im Auge. Sie zeigt die Richtung an, in die du zuletzt versetzt hast. Die Versatzskala wiederum zeigt, wie viele Nadelpositionen du von der aktuellen Position aus nach links oder rechts versetzen kannst.

Der Fadenmast mit Fadenspannung

Der Fadenmast hält den Faden fest und sorgt dafür, dass er sich nicht verheddert, während er sich durch die Maschine arbeitet. Für mehr Spannung drehst du in Richtung 7, für weniger Spannung in Richtung 1.

Die Schlösser

Die Schlösser vorne und hinten sind einander recht ähnlich, unterscheiden sich aber in einigen Punkten.

  • Hinteres Schloss: trägt das Garn, besitzt die von der DUO 80 bekannten Pfeiltasten und eine Musterwählscheibe von A bis H.
  • Vorderes Schloss: besitzt den Griff, einen Reihenzähler und eine Musterskala mit den Buchstaben K, L, C, O, E, S, G und U.

N-X-Hebel

Der N-X-Hebel ist der kleine Zauberer der Maschine:

  • N: Grundstrickarten wie Feinripp, Jersey und glattes Gestrick
  • X: elektronisches Musterstricken

Steht der Hebel auf X, kann die Musterskala nicht bewegt werden.

Maschengröße

Die E6000 besitzt zusätzlich eine weitere Wählscheibe zur Bestimmung der Maschengröße. Die Zahlen 1 bis 8, mit Viertelschritten dazwischen, kennzeichnen die Maschengröße. 1 ist die kleinste, 8 die größte Einstellung. Welche Größe du wählst, hängt von der Strickart und natürlich vom Material ab.

Werkzeuge und Abstreifer

Deine Werkzeuge und die Abstreifer werden im Handbuch hinreichend beschrieben.

Freitag, 17. Mai 2024

Pfaff E6000 - Große Reinigung der Passap E6000

Hier findest Du unter dem Video (das ziemlich lange geht) eine kurze schriftliche Anleitung zur großen Reinigung der E6000. Das gesamte Prozedere dauert mehrere Stunden – danach läuft die Maschine jedoch wieder wie geschmiert.

Wichtig: Dokumentiere Dein Tun (Handy, Notizen), damit Du Deine Maschine auch wieder korrekt zusammenbauen kannst.

Achtung: Ich übernehme keine Garantie auf Vollständigkeit, Gelingen oder Richtigkeit. Du bist selbst für Deine Maschine verantwortlich.

Video


Reinigung der E6000

Bitte bereitstellen:

  • Schraubglas mit Deckel – groß genug für Nadeln
  • Schraubglas mit Deckel – für die Stößer
  • 2 kleine Eimer für die Nadelkanäle
  • Tüten für Einzelteile + Kuli zum Beschriften
  • Reinigungsflüssigkeit (geruchloses Petroleum + einige Spritzer harzfreies Nähmaschinenöl, gut mischen)
  • Steckschlüssel 5,5 mm (ggf. mit Verlängerung)
  • Kleine Bürste mit harten Borsten (z. B. alte Zahnbürste)
  • Lappen (z. B. altes Handtuch)
  • Druckluft

Schritt für Schritt – Kurzbeschreibung

  1. Abstreifer, Fadenleitösen, Zählerkulisse, Randfedern, Fadenmasten usw. entfernen
  2. Verbindungskabel ziehen, Strickschlösser entfernen
  3. An beiden Nadelbetten die 4-Kant-Metallstange und Bremsfedern entnehmen
  4. Alle Nadeln und Stößer entfernen (Handbuch beachten), in vorbereitete Gläser geben und gelegentlich schwenken
  5. Maschine umdrehen, Füße abschrauben
  6. Alle Schrauben lösen – Muttern, Schrauben und Federringe getrennt aufbewahren
  7. Maschine wieder zurückdrehen
  8. Aluschiene vorne nach rechts, hinten nach links gerade herausziehen – hintere Schiene einweichen (heißes Wasser + Spüli)
  9. Kunststoffkämme entfernen und ebenfalls einweichen
  10. Untere Vierkantstange vorne von links herausziehen (Achtung: Feder aushängen)
  11. Platten der Nadelkanäle entnehmen, Metallkanäle in Reinigungsflüssigkeit legen, Platten zu den Kunststoffteilen geben
  12. Kunststoffteile gründlich bürsten, abspülen und vollständig trocknen lassen (am besten über Nacht)
  13. Metallteile trocknen (optional in Spiritus schwenken und verdampfen lassen)
  14. Federn reinigen und auf Beschädigung prüfen (ggf. ersetzen)
  15. Vorderes Bett wieder aufbauen:
    • Kunststoffteile einsetzen
    • Obere Feder einlegen
    • Schrauben einsetzen
    • Aluschiene einschieben
    • Maschine drehen und Muttern festziehen
  16. Hinteres Bett identisch montieren
  17. Nadelkanäle vorne einsetzen, untere Schiene montieren (Zahlenskala beachten)
  18. Stößer und Nadeln einsetzen (Handbuch beachten, auf Schäden prüfen)
  19. Dasselbe am hinteren Bett wiederholen
  20. 4-Kant-Stangen einschieben – Nadeln dabei nach unten drücken (nicht zu fest einstellen)
  21. Prüfen:
    • Nadeln bleiben in Arbeitsposition
    • Feder korrekt eingesetzt
    • Versatzkurbel funktioniert
  22. Schlösser reinigen (auspusten, bürsten, leicht mit Ballistol einreiben)
  23. Schlösser einzeln testen (gleiten ohne Kratzen?)
  24. Schlösser gemeinsam testen
  25. Wenn alles sauber läuft: Probestrick

Wenn Du Dir unsicher bist: lieber einmal mehr nachsehen als Gewalt anwenden.

Donnerstag, 2. Mai 2024

Zu Besuch im "Campus Galli"

Der St. Galler Klosterplan ist einfach epochal! Trotz der Vielzahl an Bauwerken, die zur damaligen Zeit errichtet wurden, gibt es keinen anderen Bauplan aus dem frühen Mittelalter, der mit ihm vergleichbar wäre. Es handelt sich um die älteste Architekturzeichnung Mitteleuropas. Mönche zeichneten den Plan 825 n. Chr. auf der Insel Reichenau im Bodensee. Der Klosterplan, mit seinen zahlreichen Gebäuden und vielen faszinierenden Details, hat eine fesselnde Historie. Er besteht aus fünf nach und nach aneinandergefügten Pergamentblättern. Der Bauplan ist nach dem Ort St. Gallen benannt, für den er ursprünglich geschaffen wurde. Bis heute wird er in der Stiftsbibliothek von St. Gallen aufbewahrt. Wie es im Mittelalter in St. Gallen hätte aussehen sollen möchte das das Großprojekt «Campus Galli – Karolingische Klosterstadt Meßkirch» abbilden. Und es geht vorwärts, seit 2013 – mit den Werkzeugen und Materialien wie damals in Rohrbach bei Meßkirch.


Wir sehen uns in Ruhe auf dem weitläufigen Gelände um. Der Gong der Tabula hatte zum Mittagsmahle gerufen, die Besuchten wie auch Besucher saßen bei Speis und Trank, kaum einer war unterwegs.
Wir sehen eine Korbmacherei, die Töpferei, einen Kräutergarten, Bienenstöcke, eine hölzerne Kirche, die so viel wärmer strahlt als die Steinernen. Das Licht, das durch die geschabten Ziegenhäute fällt ist milchig sanft. Ein Mitarbeiter des Campus Galli erklärt geduldig auf welche Weise die Schindeln in jeder dritten Reihe angebunden werden, dass sie starken Winden standhalten. Sie hat sogar einen Glockenturm mit daselbst gegossener Glocke und Sonnenuhr. Zu besichtigen ist u. a. auch die Werkstatt der Wagner, eine große Scheune, dann die Spinnerei und Wollfärberei – diese haben es mir verständlicherweise angetan, ebenso das kleine Gärtchen mit den Färberpflanzen, die jetzt im Frühling zu sprießen beginnen. So schöne Farben, lieblich zu den Augen, viele Nuancen, die kleinen Holzschildchen klappern lustig im Wind und schaukeln mit den Garnsträngen um die Wette. In der Küppe tanzen Sonnenfunken auf der Lohe. Nebendran in der Weberei liegen Ballen mit fertigem Tuch und Wollknäule. Etwas weiter ist ein Steinmetz vom Mittagsmahl zur Arbeit zurückgekehrt, in der Schmiede stehen sie und fachsimpeln.

Wir gehen weiter zur Töpferei, zur Scheune und dergl. mehr. Etwas später sehen wir bei der Herstellung der Schindeln zu, eine zierliche Frau erklärt wie es zu bewerkstelligen ist und schwingt behände den Holzhammer, seufzend reißt das Holz. In seinen natürlich gewachsenen Riß-Rillen wird später das Wasser ablaufen. Über 600 Schindeln stellen sie pro Woche her, eben so viele Holznägel. Weiter weg grunzen friedlich Schweine, blöcken Schafe, reichlich Platz haben sie, genau wie die Hühner….

Es hat schon seine eigene Atmosphäre, man hört entfernt Verkehrslärm, es ist so schön friedlich, Vögel zwitschern… Wir schauen, erspüren, staunen – fühlen uns nicht modern, nicht überlegen, vielmehr nötigt uns die stoische Beharrlichkeit unserer Vorfahren immer wieder Achtung und Bewunderung ab. Ich möchte nicht wissen wie es da ist bei Schlechtwetter, wenn die Nässe in die Glieder kriecht und alles steif werden lässt, der Dreck an den Schuhen klebt.

Mir ist es heute gemütlich da, ich kann ja gehen, wenn ich nicht mehr mag. Überall weht uns ein Hauch Geschichte an, grinst schelmischer Erfindergeist in Holznagel, Schindel und Flechtzaun. Was mir besonders gefällt, immer wieder auffällt, bei derartigen Besuchen und allen Forschen: ist wie wenig Müll anfällt, wenn man mit dem auskommt was da wächst – mit dem was reine Biomasse ist, alles ist vergänglich. Angesichts dieser Plackerei frage ich mich wieviel Müll und wieviel Sinnvolles von mir bleibt, gewiss viel mehr als ein Paar Knochen und einigen Tonscherben. Wir sind ja so modern. Wir kommen wieder, in ein paar Jahren. Vielleicht ist die Schindelmacherin ja noch da, wir werden sehen....

Montag, 29. April 2024

Weißensee bei Füssen - eine kleine Wanderung

Im Landkreis Ostallgäu in Bayern liegt der Weißensee, ein natürlicher See mit einem Umfang von 6,1 km. Sein Name wird entweder von seinem schimmernden Erscheinungsbild – hervorgerufen durch Kalkablagerungen – hergeleitet oder von der Überlieferung des Alemannen „Wizo“, der sich um etwa 600 n. Chr. an diesen Ort zurückgezogen haben soll. Eingebettet in das Landschaftsschutzgebiet des Faulenbachtals offenbart dieser See eine eigentümliche, beinahe mystische Schönheit. Auch hier war der Lechgletscher einer der großen Formgeber. Am Weißensee soll zudem sogenanntes Toteis mitgewirkt haben – also Gletschereis, das sich nicht mehr bewegt und den Kontakt zum aktiven Gletscher verloren hat. Es wird nach und nach von Sedimenten des Schmelzwassers überdeckt. So formte das Eis den Weißenseeberg, dessen schattige Wälder man auf wechselnd breiten Wegen, über Wurzeln, Stufen und vorbei an kleineren wie größeren Wasserfällen durchwandern kann. Schließlich führt der Weg über den Hugo-Ludwig-Steg, der eine gemütliche Umrundung ermöglicht. Sogar ein kleines Felsentor findet sich entlang des Pfades. Bevor dieser Steg errichtet wurde, war eine vollständige Umrundung kaum möglich. An einem Felsvorsprung fällt das Ufer steil ab, was mühsame Kraxelei erforderte. Das Baumaterial sowie die Maschinen wurden damals über die gefrorene Eisdecke des Sees transportiert und von dort aus verbaut. Die beiden Urlauber und Namensgeber des Stegs, Hugo Städtgen und Ludwig Prem, übernahmen die Kosten. Für Kinderwagen ist der Weg bis heute ungeeignet. Bei den Seewänden des Weißensees liegt einer der ältesten bislang entdeckten Siedlungsplätze im Ostallgäu. Funde aus Ausgrabungen werden auf etwa 12.000 v. Chr. datiert. Solche altsteinzeitlichen Wohnstätten unter Felsüberhängen oder in Felsspalten bezeichnet man als „Abri“. Mit einer Länge von 2,2 km von Ost nach West, einer mittleren Breite von knapp 600 m und einer Tiefe von bis zu 25 m bedeckt der See eine Fläche von rund 1,35 km². Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 15 km². In seinem Wasser leben Renken, Zander, Hechte, Aale, Schleien, Saiblinge, Seeforellen und Karpfen. Auf der Oberfläche tummeln sich Schwäne, Haubentaucher, Blässhühner und verschiedene Wildenten. Gespeist wird der See vom „Bergbach“ im Westen, während der Abfluss im Osten in die Füssener Achen erfolgt.

Drei Fräulein vom Weißensee

Zu alten Zeiten herrschten drei edle Fräulein über das Land um den Aggenstein. Solange sie in Eintracht lebten, war alles wohl. Doch eines Tages entbrannte ein Streit zwischen den Schwestern. Zur Mittagsstunde standen sie auf dem Wehrgang ihrer Burg und blickten über das Land. „Mir die Burg und das Land gen Mittag“, sprach die Älteste. „Das will ich für mich!“ rief die Jüngste. Die Mittlere aber verwünschte beide und sprach: „Dass euch doch die Erde mitsamt dem Grunde verschlinge!“ Ein gewaltiger Donnerschlag folgte. Die Berge schienen zu bersten, Tannen stürzten talwärts, Felsbrocken prallten gegen die Burg. Dann trat Stille ein. Dunkelheit legte sich über das Land, und aus der Tiefe erklang das Gurgeln wilder Wasser. Als das Licht zurückkehrte, waren die drei Fräulein verschwunden – und an ihrer Stelle lag der See, ruhig und glitzernd. In stillen Nächten, so heißt es, vernimmt man ihr Klagen aus der Tiefe. Und im Schilf wispert es noch: „Druje hands g’hött, jeda hauts g’wöllt, Koina hauts kriat – schenk du mir die Liab!“ Dreien hat es gehört, jede hat es gewollt – keine hat es bekommen, schenk du mir die Lieb’. Man sagt, bei Nacht höre man am Weißensee ein wildes Rufen, ein „hau! hau!“, während sich die Baumwipfel unruhig bewegen. So trägt jeder Ort seine Geschichten – und wer sie kennt, geht anders über seine Pfade. Ein Wermutstropfen bleibt: Am Ostufer verläuft eine große Stromleitung in Richtung Vils, deren Knistern und Knacken deutlich hörbar ist. Zudem begleitet die B310 das Nordufer. Es empfiehlt sich, zügig weiterzuziehen.

Dienstag, 23. April 2024

Kartoffeltorte - mit Pellkartoffeln vom Vortag. Saftig und lecker.

Das Geburtstagskind wünschte sie sich – und sie war wirklich köstlich.

Zutaten (für eine mittelgroße Springform)

  • 300 g gekochte Pellkartoffeln (vom Vortag)
  • 100 g Dinkelmehl (oder Vollkornmehl)
  • 5 TL Backpulver
  • 50 g Butter (zimmerwarm)
  • 100 g Rohrzucker
  • 3 Eier (getrennt)
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 Prise Salz
  • 2 geriebene Bittermandeln
  • etwas Zitronenschale (abgerieben)

Für die Füllung und Dekoration

  • 200 g gehackte Haselnüsse
  • 1 Tafel Vollmilchschokolade
  • 1 Tafel Zartbitterschokolade
  • Pflaumenmus

Zubereitung

Pellkartoffeln schälen, durch die Presse drücken und über Nacht abkühlen lassen.

Am nächsten Tag Mehl und Backpulver sieben. Mit den Kartoffeln vermengen. Gemahlene Haselnüsse, Zucker, Salz, Butter und Eigelbe zugeben und gut verrühren, bis der Teig geschmeidig wird.

Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterheben. Teig in eine Springform füllen und etwa 40 Minuten bei mittlerer Hitze backen.

Währenddessen die gehackten Haselnüsse trocken anrösten.

Kuchen abkühlen lassen, nach Wunsch halbieren und großzügig mit Pflaumenmus füllen. Oberseite ebenfalls mit Pflaumenmus bestreichen.

Schokolade schmelzen und die Torte damit überziehen. Ränder und Oberfläche mit den gerösteten Haselnüssen verzieren.

Zusätzlich

Aus restlichem Schokoladenguss und Haselnüssen eine weiche Masse herstellen, in Pralinenformen füllen und fest werden lassen.

Vor dem Servieren Sahnerosetten auf die Torte setzen und die Pralinen darauf platzieren.

Video

Guten Hunger.