Donnerstag, 27. Juni 2024
Scheidegger Wasserfälle
Donnerstag, 27. Juni 2024
· Orte & Wanderungen
Seit 1992 steht die bis zu 200 m tiefe Schlucht des Rickenbachs grenzüberschreitend unter Schutz. In der Rohrachschlucht gräbt er sich bei den Scheidegger Wasserfällen immer weiter in den weichen Untergrund der Süßwassermolasse. Glücklicherweise sind durch die extrem steilen Hanglagen viele Bereiche der Schlucht weitgehend unbeeinträchtigt, da sie für Menschen nur schwer zugänglich sind. So sind die feuchten Bergmischwälder dort ein echter Naturschatz: Seltene Tier- und Pflanzenarten, Insekten, Vögel und Amphibien bilden hier in den zum Teil fast urwaldähnlichen Wäldern, reich geschmückt mit Quellaustritten und Felsbänken aus Nagelfluh, stehendem und liegendem Totholz sowie riesigen, teils mehrere hundert Jahre alten Bäumen, eine vollkommene Lebensgemeinschaft. Die Gelbbauchunke, die als stark gefährdet gilt, ist hier zum Beispiel zu Hause. Ein intakter Wald kann nur auf lebendigem Boden wachsen; alle Lebewesen des Waldes, ober- wie unterirdisch, bilden eine faszinierende Symbiose. Das kann man spüren, riechen, hören. Die Scheidegger Wasserfälle gehören zu den schönsten Geotopen Bayerns. Der Rickenbach jedenfalls arbeitet weiter an seinem Bachbett: Beim ersten großen Wasserfall stürzt er 22 m in die Tiefe, und kurz darauf gleich noch einmal 18 m. Beides kann von verschiedenen Plattformen aus beobachtet werden.