Mittwoch, 10. Juli 2024

Augen, die weit offen (Mirakel)

https://youtu.be/Gbl1cmEpq8A

Zertreten zarte Bande
weil Fühlen sie gelehrt
geknüpft in düster Kindertagen
der Unschuld Seel` verzehrt.

Zu Sehen ohne hinzusehn,
vorbeigehn ohne Reue!
Wem gehört die Seele Dein?
Was ist der Preis für Treue?

Noch bleicht das Mondlicht
des Nordens altes Kreuz,
aufersteht die finste Saat,
nur wenig Menschen reuts.

Ein Tot für Tausend,
will Leben für nur Einen,
und Jubel aller Orten,
bloß keine Tränen weinen.

Tau erstarrt zu schwarzem Eis
glitzert grau und matt.
Am seufzend alten Weltenbaum
fällt das letzte grüne Blatt.

Laß mich doch endlich sehn
Mit Augen die weit offen.
Immer wollt´ ich standhaft stehn,
das Beste für uns Hoffen.

Da traf es ein, Posaunenschall
zartes Licht wird hellster Schein
Ein Feuerball, der Erde Zorn
und jeder erstirbt allein

Im letzten Aug das Licht zerrinnt
windend sich und geht.
Es kam in diese tumpe Welt
Der Strum hat es verweht.