Freitag, 21. September 2012

Herbst-Tagundnachtgleiche - das 4. Sonnenfest des Jahres


Heute ist Herbst-Tagundnachtgleiche. Das Vierte der Sonnenfeste. Der Sommer ist nun zu Ende, man spürt es, es ist kühl, neblig in der Früh, die Sonne hat noch Kraft, mittags ist es sehr angenehm. Ich liebe den Geruch, nach Ernte, Laub, aufgebrochener Erde, schwer vom Duft der Früchte, die sie wachsen ließ. Die Zeit des Gleichgewichts, (Waage), Zeit der letzten Ernten, Vorbereitung auf den Winter, Zeit für heißen Kakao mit einer Prise Chili dazu Butter-Dinkel-Kekse. Die könnte man genießen, mit einer vertrauten Person, Zeit für Gespräche und neue Pläne, der Winter kündigt sich an. Auch dazu gab es schöne Bräuche: z. B. die Ernte der Holunderbeeren, das mache ich morgen :-), heute gab es die Dekoaktion, die Kräuter, die im Sommer draußen waren, stehen nun sicher auf der Fensterbank. Daheim ist die Kartoffelernte im vollen Gange, anderorts sicher schon die erste Weinlese. Der Herbst hat schon was mit seinen lauen Tagen und doch recht frischen Nächten, mit all dem Rascheln des fallenden Laubes, das feucht vom Nebel winkend zu Boden fällt, zerfällt, Kraft fürs nächste Blatt im nächsten Jahr. Es raschelt und wispert um uns herum, Eichhörnchen sammeln letzte Nüsse ein. Auch für sie ist Erntezeit. Erntedank für uns alle. In den Kirchen ringsum liegen bald die kunstvollen Erntedankteppiche, wunderschön, filigran, bunt, harmonisch, stimmig. 

Wir Waldmenschen & Naturkinder stellen ein Teelicht in den Garten unter unseren Lieblingsbaum und denken an das was uns bewegt. Ich habe heute an "meinem" Baum etwas gefunden, was mit sehr wehgetan hat. Jemand hat ganz böse Löcher in die Rinde gehackt, jetzt läuft das Harz heraus. Wenn jemand weiß, ob man dem Baum helfen kann / soll, bitte mir unbedingt schreiben. Ich möchte nicht, dass der Baum noch mehr Schaden nimmt, das Harz verschließt ja die Wunde eigentlich. Aber vielleicht weint die Tanne ja auch mit mir. Ich bin heute wirklich traurig gewesen und jetzt erscheint mir das Ganze so grotesk, dass ich schon wieder kichern könnte. Dabei gibt es wirklich Wichtigeres als meinen kleinen dummen Kummer. Und es gibt Inseln im Alltag, allgegenwärtig, man muss nur hinschauen: Gestern z. B. sah ich früh einen Hufschmied in Aktion. Er hatte eine alte Lederschürze an, dicke abgewetzte Lederstiefel und eine blaue Schirmmütze. Nach getaner Arbeit steckte er sich eine Zigarette an und lehnte an der Wand und betrachtete das Pferd zufrieden. Zuletzt habe ich das gesehen, als ich ein kleines Mädchen war in der dörflichen Schmiede, die heute lang schon geschlossen ist, der Schmied ist gestorben, das Haus verkauft. Und die Frau, die meine Kindergärtnerin war, die bei ihm eine Mietwohnung hatte, mit einem Blumenfenster, in der eine rosa Neonleuchte brannte, ist weggezogen. Daran erinnerte ich mich und daran, wie ich bei Ihr das Schleifenbinden lernte. Und dass sie eine dicke Brille hatte, freundliche blaue Augen. So ist das, kleine Begebenheiten, man erinnert sich, die Sonne scheint gleich viel wärmer, Himmelsblau ist blauer, nur grasgrün will nicht grüner werden, wird jetzt dürr, welk, Herbst eben. Macht die Augen auf, für die kleinen Fingerschnipse im Alltag und macht die Augen zu, um noch ein wenig zu schwelgen in Erinnerungen.




Montag, 10. September 2012

Zuckertüte - Schultüte


Ein Thema, dass mich diese Tage wieder mal bewegte: was darf in die Schultüte? Was soll rein? Angesichts der riesigen Auswahl von Süßkram braucht man sich ja nicht allzu viel Gedanken zu machen, einfach solange Zeug einfüllen, bis das ganze Ding voll ist und man es kaum mehr tragen kann. Ein Packgenie wie eine Oma schafft vor sich hin lächelnd, im Gedanken an den Enkel, eine Standartschultüte von 85cm Länge, rund, ohne Ecken sage uns schreibe 4 kg Zuckerkram einzufüllen. Fairerweise muss man sagen: mit Müll - äh Verpackung. Die Palette reicht von klebrigen Bonbons, über "Kinder"-Schokolade, "sinnvolle" Ü-Eier, wo dann neben einer Ladung Müll, welcher überbleibt, auch noch ein Etwas enthalten ist, dass erst bejubelt und eifersüchtig behütet, schließlich aber nächtlicherweise sich böse in den elterlichen Fuß bohren kann, wenn man das Kind, dem der Magen überquillt, mal eben schnell zur Toilette bringen muss. Es ist geschafft, das Übel beseitigt, der malträtierte Verdauungstrakt unserer Zwerge erholt sich über Nacht. Und da lautet auch schon früh die nächste Frage: Darf ich was Süßes? Klar doch, was darfs denn sein, einen Lutscher vielleicht, das ist lustig, wie es ach so lustig prickelt im Mündchen. Meine Nerven. Auch wir haben unseren Zwergen ein bisschen Süßes geschenkt, neben Stiften, Radiergummi, niedlichen Heftaufklebern, dicken Socken, der Winter kommt ja schließlich bald, einigen Anzieh- und Spielsachen. Unser Haufen hat 768g - mit Verpackung gewogen, alles aus dem Reformhaus. Aber ernsthaft: Kinder esst lieber mal einen Apfel. Da haben wir mehr davon. 



Und wer einen Zuckertüte backen will, man feiert ja und trinkt Kaffee, für den habe ich ein Rezept.

Biskuitteig:

4 Eiweiß mit 4 EL kalten Wasser richtig steif schlagen. In einer zweiten Schüssel4 Eigelb mit 150g Rohrzucker cremig schlagen, 80g Kartoffelstärke, 80g Dinkelvollkornmehl, 1/2 TL Natron zu einer cremigen Masse schlagen. Einen Spritzer Limettensaft dazu geben und das Eiweiß vorsichtig unterheben. Auf einem Backblech bei 200 Grad goldbraun backen.

Nach dem Backen das Biskuit auf ein mit Rohrzucker bestreutes Geschirrtuch stürzen, halbieren, vorsichtig übereinander legen und rechts uns links an den Seiten zwei Dreiecke abschneiden. Diese ergeben später die Schleife.

Alle Teile einzeln hinlegen, ein Teil als Tütenunterteil auf die Tortenplatte legen, oben zwei der Dreiecke als Schleife drapieren. Darauf die Füllung der Wahl (bei uns was es Nuss-Karotte) streichen und die anderen Teile aufbringen. Darauf könnte man etwas Aprikosenmarmelade streichen, dann hält das nun Folgende und trocknet nicht so schnell ein, reiß womöglich.

Ein großes Stück Marzipan mit 2 El Rohpuderzucker verkneten, zwei kleine Teile abnehmen, eins mit rosa Lebensmittelfarbe und eins mit grün einfärben. Den Rest zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen und dann mit Hilfe des Wellholzes über den Kuchen legen, drapieren. Nun die zwei farbigen Stücke ausrollen, zuschneiden und aufbringen, ein bisschen Dekor aufbringen. Die Schleifen mit Ausgelassener weißer Schokolade bestreichen, Streuselchen drauf.  Als Bildchen eignet sich ein Nostalgiebildchen, gibt es als Bogen mit den unterschiedlichsten Motiven. Das feuchtet man etwas mit Wasser an und legt es auf den Kuchen. Eine Motivtorte ist es sicherlich nicht geworden, nur ein nicht zu süßer Kuchen. Natürlich könnte man nun noch Schleifen aus Marzipan oder gleich aus Fondantmasse machen, das ganze Teil mit Süßigkeiten dekorieren, auch könnte man sie so füllen das eine Wölbung entsteht, bewußt habe ich es schlicht gehalten, auch wenn sie keine süße Schönheit ist, lustig war es und hat geschmeckt.   

Sonntag, 2. September 2012

Altweibersommer


Altweibersommer - Wenn im Spätsommer die Spinnwebfäden durch die Luft flogen, dann sagte Mutter, jetzt ist Altweibersommer. Nach altem Glauben sind das die von den Nornen, den Schicksalsgöttinnen gesponnenen Lebensfäden, die alt und weise mit weißem Haar sind. Spinnerinnen waren auch z. B. Freyja, Athena, Holda, die Moiren usw. Im Zuge der Christianisierung würde dann daraus Marienseide bzw. Marienhaar, aus dem Mantel der Maria bei ihrer Himmelfahrt gefallen. Mir gefällt die erste Version besser, da spinnen weise Frauen für viele Menschen Lebensfäden. 

In Schweden ist es der Brigitta-Sommer, meine pol. Freundin nennt es Babie Lato - den Weibersommer. Und "Weiber" kommt nicht etwa von Weibern, sondern vom "weiben" was knüpfen von Spinnweben bedeutet. Gemeint ist überall das Gleiche: eine Schönwetterlage im September, mit warmen Tagen und doch recht kühlen Nächten. Durch die Temperaturschwankungen färbt sich dann das Laub, auf den September folgt der goldene Oktober. 

Auf jeden Fall aber empfiehlt der Volksmund den Tau der Spinweben auf die Augen zu streichen, so sie krank sind. Vielleicht ist da ja was dran, Plinus immerhin empfiehlt Spinnweben auf Geschwüre aufzulegen. Ebenso sollen sie hilfreich bei Brandwunden, Nasebluten und Koliken bei Kindern (dann in einem Omelett genossen) hilfreich sein. (Quelle: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens).

Unser täglich Grün


in Form von Schnittlauchröllchen wie bei Oma früher, na tropft das Zähnchen? Nimm bloß keinen Gefrorenen, knackfrisch muss er sein. Das Bund waschen, in feine Röllchen schneiden, mit etwas Meersalz und ein wenig Rapsöl vermischen, kurz ziehen lassen und aufs Brot damit. Wer braucht dann noch Schinken drauf?

In der Volksmedizin wird er gegen Blähungen angewendet auch gegen Appetitlosigkeit. Also das funktioniert, ist saulecker :-). Dazu enthält er noch massig Vitamine: C & K, und Eisen. Kein Wunder das er traditionell in die Frühlingssuppen gehört, um die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben. In einem Töpfchen auf dem Fensterbrett gedeiht er prächtig, solange er nicht von Trauermücken heimgesucht wird, bereichert er den Speisezettel auf sehr delikate Art. Ist das der Fall, dann einige Tropfen ätherisches Geranienöl ins Gießwasser. Eventuell beim nächsten Gießen auch nochmal, zwar riecht die Wohnung nach Rosen, aber die Plagegeister wird man so schnell und mit der Biokeule wieder los, die Kräuter bleiben genießbar. Falls das Kraut dann blüht, dann kann man auch die Blüten vernaschen, der grüne Kamerad hilft da nach dem Glauben unserer Vorfahren gegen den bösen Blick. Guten Appetit


Donnerstag, 30. August 2012

Gaisalpsee – Gedanken, Frust und ein selbstgemachtes Massageöl


Manchen packts an bestimmten Tagen und dann stürzt man sich auch mal untrainiert ins Getümmel. Die Belohnung war ein grandioser Blick und entspannende Stunden am glasklaren Wasser des unteren Gaißalpsees. Der untere Gaisalpsee liegt auf 1509 Höhenmetern und ist 3,5 Hektar groß. tief ist er nicht, sogar Fische schwimmen in dem klaren kühlem Wasser.


Da oben ist auch so eine Art Steinkreis, vielleicht weiß ja jemand was darüber. Diesen findet man oberhalb der kleinen Hütte am See Foto siehe hier. Ganz hoch haben wir es nicht geschafft, war schon zu spät. Der Abstieg jedenfalls machte mir zu schaffen, weils doch sehr steil herab ging und dann meldeten sich die armen Muskeln des nächtens, dass man nicht mehr schlafen kann vor lauter Muskelkater. Dagegen gibt es natürlich auch was, Mutter Natur hat auch hier ihre Kindlein nicht im Stich gelassen. Ich hab mir ein Massageöl mit ätherischen Ölen gemacht, nach einer halben Stunde waren alle Schmerzen weg.

Wer es Ausprobieren will auf eigene Verantwortung. 

10 Tropfen äther. Rosmarienöl
09 Tropfen äther. Wachholderöl 
15 Tropfen äther. Lavendelöl


Zum Wasserfall hinauf muß
man, da oben liegt der See.
In 25 ml Rizinusöl und 35ml Maiskeimöl eintropfen, gut verschütteln und immer schön einmassieren. Dabei die festen Muskelpartien schön durchkneten, dann kann es wieder losgehen, etwas eher und hoffentlich bis ganz herauf. Vielleicht dann das Öl vorher anwenden. :-))))

Vom Gaißalpsee erzählt die Legende, dass da ein Drache schläft, und wenn er sich erhebt würde ganz Fischen überflutet. Wenn dann in der Pfarrkirche  dann die Weidenboschen auf dem Hochaltar wachsen, dann würden die Ruinen wieder aufgebaut werden. 

Überhaupt gibt es von vielen der in der Eiszeit entstandenen Karseen Sagen in denen immer ein Drache da im See hausen würde, was bei dessen Ausflug passiert wissen wir ja nun. Solange er aber da bleibt und die Gaißalpe noch steht, die vom See ihren Namen hat, loht sich der Besuch. Faire Preise, nette freundlichen Bedienung und superleckeres Marillenschorle. Gaisalpe






Wenn einer eine Reise tut...


dann kann er was erzählen. Und ich möchte erzählen von der Nordsee, denn da war ich das erste Mal in meinem Leben. Eine ganze Woche: Wattenmeer, Ebbe, Flut, Wind, Regen, Sonnenschein, Windräder, Kühe, Weideland, Krabben und ein waschechter Friese mit Anhang. Der Anhang ist meine liebste und älteste Freundin, die ich leider viel zu lang entbehren musste. Aber so habe ich in diesem Urlaub etwas Wunderbares wieder gefunden. Wenn man nun mitten im Allgäu wohnt und dann auf einmal auf so flachem Lande steht, ist das schon sehr komisch, vor allem, wenn man jahrweise nur Berge sah. Auf einmal ist das Land weit, bis zum Horizont nichts als Weideland, das von Gräben durchzogen ist. 

Da ich Friesland nun nur mit Windrädern gesehen haben, sie in der Ecke wo ich war nicht so groß waren, fand ich sie da doch irgendwie passend, (Für und Wider seinen hier hinten angestellt). Was mich wirklich erstaute war die ungeheure Menge auf einem Flecke. Die zahlreichen Kühe die zufrieden auf den Weiden lagen schien es nicht zu stören, es war seltsam ruhig, nur der beständige Wind sag zwischen dem Schilf, dass dort Straßen und Wege säumt. Irgendwie kraftvoll wirkte das Land auf mich, aber anders als die Berge, die trotzig in den Himmel ragen. Da schmiegen sich kleine Häuser hinter dem Deich, um fast jedes stehen alte Bäume, es gibt Bauernhäuser, lang und breit, in die alles was zum Hof gehört hinein passt. Mit Klinkersteinen erbaut strahlen sie eine einladende Gemütlichkeit aus, in den kleinen Fischerhäfen gibt es unzählige Kaffees und Bäckereien, Souvenirshops und Teestuben. Auch ja der Tee, eigentlich wollte ich mir eine Kanne mitbringen, aber das habe ich irgendwie verpasst. Tee habe ich, Kluntje (Kandis) auch. In der  Speisekarte der Familie Heusipp auf Spiekerooge, wo wir herzhaft und urgemütlich zu Mittag aßen fand sich dieses Gedicht: 


"Toerst de Kluntje unnern drin,
nu sgenk de heete Tee man in.
Dann sall dat Knistern di beglücken,
wenn´t Kluntje fallt in Stücken.
En Loepel Rahm noch - ist dat klar, 
kummt bald dat Wulkje wunnerbar,
denn Sluck für Sluck de Tee probeern, 
man ja nich mit de Loepel röhrn!
Un is de Teestünn denn vörbi, 
pust ut dat Lucht - dat ra ick Di!"

So eine Teestunde ließ sich der Leiter des Buddelshiffmuseums in Carolinensiel nicht nehmen :-), nach Beendigung der Selben nahm er sich dann richtig viel Zeit, erklärte und hieß uns Modelle zusammenbauen. Obwohl sicherlich schon hunderte Male einem Touri erklärt, hatte er offensichtlich richtig viel Spaß daran, seine Gäste ein wenig auf den Arm zu nehmen. Überhaupt hatten oft die Einheimischen ein lustiges Funken in den Augen, wenn man sie etwas ausfragte über Land und Leute, Deich und Meer. Gelegenheit zum klönen fanden sich viele, sehr nett sind sie, die Friesen. ganz eigen der Dialekt. Und wenn man dann mit einem Kutter mitfährt und zuschauen darf, erklärt wird, geht das im normalem Deutsch aber anderer Betonung. Überhaupt sind sie sehr gastfreundlich und scheinen mir die "Ruhe weg zu haben". Und Ruhe findet man hier, ob bei endlosen Spaziergängen auf dem Deich oder auf einer der vielen Inseln, wo keine Autos fahren und die Straße aus Klinkersteinen gemacht sind. Es gibt sie hier, die stillen Gassen, wenn man sie weiter entlang geht, schlängelt sich der Pfad durch die Dünen. 

Nimmt man sich Zeit und schaut genauer hin, sieht man Pflanzen und Tiere, die nur hier gedeihen. Strandhafer oder Sandrogen z. B. wachsen hier unter extremen Bedingungen. Im Sommer wird der Sand brütend heiß, dazu bläßt der Wind und nimmt den Sand mit. Die Pflanzen sind fest, spröde, ihnen kann der Wind nichts anhaben. Mit meterlangen Wurzeln sind sie fest verankert, auch wenn der Wind die Pflanzen mit Sand zuschüttet, wachsen sie einfach weiter. Die Dünengräser sind es die den Sand zur Düne machen, welche den natürlichen Küstenschutz bildet und einem stetigen Wandel unterliegt. Eine Pflanze gibt es nur hier, das ist die Stranddistel, sie steht auf der Liste der gefährdeten Arten und darf nicht gepflückt werden. Die Pflanze schützt sich mit einer Wachsschicht vor Verdunstung und ist auf einen gewissen Salzgehalt im Boden angewiesen. Angewiesen auf Wind sind die Windmüller mit Ihren Windmühlen, die es hier oben auch gibt, wie in dem beschaulichen Ort Greetsiel, da stehen ihrer gleich zwei, welche  schon in einer Karte von 1590 / 1591 verzeichnet sind. Die Mühle befindet sich im Besitz des "Vereines zur Erhaltung der Greetsieler Zwillingsmühlen", in der Vorderen befindet sich eine Teestube, man kann die gesamte Technik hier anschauen, die noch erhalten ist. Besonders wenn es mal einen Regenschauer gibt, trinkt es sich hier gemütlich einen Tee. Vom Wetter her war es gar nicht so wie gedacht, ständig Wind, ganz klar, der mit der einsetzenden Flut auffrischte, ab und an mal ein Schauer, sonst lachte die Sonne, ich komm sicherlich wieder. 














Dienstag, 14. August 2012

Max´ Igelseife


Diese Seife stachelt ein bisschen wegen der Kräuter darin, die nicht ganz fein zermalen sind. Prompt wurde sie Igel getauft. Eine schöne Textur hat sie auch bekommen, warum auch immer, mich freuts.

Verseift wurden: Kokosöl, Olivenöl, Jojobaöl, Distelöl und Sonnenblume
Für die Lauge: Kräutertee.   

Samstag, 11. August 2012

Linsensalat & Grilltütchen

Heute habe ich eine Salat aus roten Linsen gebastelt. Wir wollten grillen und mir war es nach etwas Anderen als Semmel, Kartoffelsalat oder Folienkartoffeln. Warum nicht mal einen Salat aus Hülsenfrüchten. Das Ergebnis ist echt lecker.

500g rote Linsen nach Vorschrift kochen.
In der Zwischenzeit drei kleine Lauchzwiebeln in feinste Ringlein schneiden, 1 rote Paprika fein würfeln.
In eine Schüssel geben, dazu 2-3 EL Feigenessig, Salz, bisschen Pfeffer, Bockshornklee, ein wenig Mönchspfeffer (im Mörser zerstoßen), 2 EL Maiskeimöl sowie 4 - 5 Priesen schwarzen Sesam. Dann die gekochten, abgetropften und etwas abgekühlten Linsen dazu geben, umrühren. Wer mag kann noch 1/2 Räuchertofu würfeln und mit unterheben.


Die Grilltüten: (12 Stück)

12 Alufolienanbschnitte bereitlegen.
3 Feta-Käse teilen und dann die Hälften längs teilen, immer eins auf jede Folie legen. Darauf ein Stück Räuchertofu, darauf dann Paprikawürfel, Champignon im groben Stücken und Lauchzwiebelchen. Mit Paprikapulver bestäuben, Kräuter der Provence und etwas getrocknetes Bockshornkleekraut auflegen. Die Folie zusammendrücken wie ein Säcklein, oben verdrehen. Auf dem Grill 10 min drauf lassen. Fertig.








Mittwoch, 1. August 2012

Kompasslattich

Den kennst du, ganz bestimmt hast du ihn schon mal gesehen. Einige seiner Gattungsgenossen sollten idealerweise täglich deinen Speiseplan bereichern als Eisbergsalat, Lollo Rosso oder Romasalat zum Beispiel. Dabei kann man die imposante, große und stattliche Pflanze tatsächlich auch in Salaten verarbeiten, freilich muss man ihr vorher die Stacheln an den Blättern entfernen. Das geht am besten  mit einem Nudelholz, mit dem man die Blätter ausrollt. Die Pflanze wird bis zu 1,20m hoch und hat bis zu 2m lange Wurzeln, sie überwintert auch zweijährig. Man findet sie auf trockenen, nährstoffarmen an sonnigen Fleckchen, gern auch an Bahnanlagen und Schuttplätzen. Kompasslattich heißt er deswegen, weil sich die Blätter an der Sonnenseite senkrecht aufstellen, also in Nord-Süd-Richtung mit der Blattunterseite der Sonne zugewandt. Die Mittelrippe der Blätter ist dicht an dicht mit Dornen besetzt, woran man den Lattich gut erkennen kann. Verletzt man den Lattich fließt kautschukhaltiger Milchsaft aus. Die Pflanze schmeckt sehr bitter, daher wär es klug die verwendeten Pflanzenteile kurz zu kochen, bzw. mit süßen Früchten zu kombinieren.

Es gibt auch einen giftigen Verwandten, den Giftlattich, dessen narkotische Wirkung war schon zu im Altertum bekannt, bevor es das Chloroform gab nahm man diese Pflanze als Betäubungsmittel, setzte sie u. a. und auch bei Asthma und nervösen Störungen ein. Dem Kompasslattich werden die gleichen Wirkungen wie der Giftlattich zugeschrieben Gefunden habe ich den Kompasslattich leider nur in Zusammenhang mit dem Giftlattich in einem Buch von "Das Beste - Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen".







Mittwoch, 18. Juli 2012

Brennesselseife


Hier musste eine Fettstange (Palmöl & Raps) herhalten, außerdem Babassuöl. Für die Lauge sehr starker Brennnesselaufguß und ganz viel pulverisierte Brennsessel
Original hat sie eine schöne dunkelgrüne Farbe. Mal schauen, wenn sie etwas älter ist, wie sie dann wird. Das Muster kommt von einer Keksverpackung. 

Dienstag, 10. Juli 2012

Getreidemilch-Vanille-Seife


Traubenkernöl, Fettstange (Palmol 80% & Rapsöl 20%), Rizinusöl, 
Getreidemilch für die Lauge. 
etwas Maisstärke 
Vanille zum Beduften, Zucker

Sonntag, 1. Juli 2012

Die Bienlein auf der Wiese ....

Honigbiene (Quelle WIKI)
Süß ist lecker, dass wussten schon die Steinzeitmenschen und plünderten wilde Honigstöcke, bestimmt hatten sie eine Technik, die sie vor den Bienenstichen etwas schützte. Ich denke da an ausräuchern mit gewissen Pflänzchen vielleicht, dickes Fell überwerfen , Wasser ect.  Schon 6000 Jahre vor Christus jedenfalls wurde die sogen. Waldimkerei betrieben und im antiken Rom war die Biene ein Haustier geworden, dass in eigens für sie hergestellten Häuslein aus Rinde, Ton, Schilf, Weide wohnte. Man brauchte das Wachs der Bienen für Kerzen und der Honig war ein wertvolles - einziges- Süßungsmittel. Was ihn so wertvoll mach sind seine Inhaltsstoffe: neben Vitamin C, B, H und Enzymen enthält er Spurenelemente, Aminosäuren, Inhibine, Hormonen, Aromen, Fruchtzuckern, Wasser. Der Kirchenvater Augustinus nannte den Honig ein Sinnbild für die Güte und Zärtlichkeit Gottes. Bloß schade, dass der Honig mit der Zeit doch recht fest und undurchsichtiger wird :-)))))

Und die Bienen sind so fleißig: für 100g Honig sind über 1000.000 Blütenbesuche notwendig, die kleinen Summer transportieren während des Fluges ca. 1/3 ihres Körpergewichts an Pollen und bis zum Abend an guten Tagen hat eine Biene das 100fache ihres Gewichts in de Bau getragen. Wichtig ist sie auch: 80% unserer bestäubungsfähigen Pflanzen werden von Bienen befruchtet. Nicht minder fleißig ist eine Königin, diese kann an einem einzigen Tage bis zu 2.000 Eier legen, das sind 10.0000 pro Saison. Und noch etwas kann sie: Die ersten beiden Wochen Ihres Lebens verbringt die Jungkönigin auf Hochzeitsreise, dabei legt sie einen Samenvorrat in ihrem Hinterleibe an, den sie bis zu 5 Jahre frisch hält, das Männchen - die Drohne - hat da schon lange sein Leben ausgehaucht. Während die Königin nun etwas länger lebt, schafft es eine Arbeitsbiene nur auf ungefähr sechs Wochen, allerdings gibt es noch die Bienlein, die im Spätsommer schlüpfen, diese überwintern im Stock und leben bis März / April des Folgejahres. Das Massensterben ist für das Volk überlebensnotwenig, nur die Hälfte eines Staates 10.000 -15.000 Winterbienen verbleibt im Stock. Hier halten sie eine konstante Temperatur von 35°C im Zentrum und auch sonst sinkt die Temperatur nicht unter 9°C. Damit das so bleibt arbeiten die Tiere: Flügelschlagen und Hinterleib schütteln den ganzen Winter lang. Mit dem Frühjahrsbeginn sterben die Winterbienen und die frisch geschlüpften Sommerbienen bauen das neue Volk  von bis zu 50.000 Tieren auf. Sie sind einem 3 x 21 Tage Rhythmus unterworfen:
21 Tage, so lange dauert es, bis aus dem Ei die Biene schlüpft. Wieder 21 Tage lebt und arbeitet die Biene im Nest und die nächsten 21 Tage sucht sie Nektar und entfernt sich dabei bis 3km vom Nest. Wenn Sie dann die hoffentlich blühenden Wiesen besucht, sollte sie auch nicht von der Mahd gestört werden, denn wenn man mit dem Traktor daher fährt und mäht, dann fliegt das so gestörte Tier auf und setzt sich nur ein wenig weiter auf die nächste Blüte, allerdings nicht weit genug  für die breiten Mähbalken.



Deshalb hier eine kleine Bitte an die Bauern: Mäht doch bitte erst nach der Hauptblüte und bitte lasst auch am Wiesenrand einen Streifen stehen, dass hilft der Biene und somit uns allen.  

Bienenwaben (Quelle WIKI)
Entdeckeln (Quelle WIKI)
Damit sie den Pollen transportieren kann, hat die Natur die Biene mit "Höschen" ausgestattet. Mittels Pollenkamm und Pollenschieber füllt sie diese mit Nektar. Das ist noch nicht alles: Damit sie Honigtau - das sind die Ausscheidungen der auf den Fichten lebenden Rindenläuse - einsammeln kann, hat sie einen Rüssel, mit dem sie den Tau aufsaugt und in der Honigblase sammelt. Zu Hause angekommen, würgt die Biene alles wieder aus, die Stockbienen nehmen den Tau auf und geben ihn ihrerseits wieder weiter. Dadurch werden Drüsensekrete hinzugefügt, die zur Honigreifung unabdingbar sind. Und wen der Honig reif ist, wird die Wabe mit Wachs verschlossen und konserviert. Dann kommt er Imker und erntet den Honig. Dazu nimmt er die Holzrahmen mit den Waben heraus, öffnet die Waben, dann wird kalt ausgeschleudert, dannach geseiht und abgeschäumt, in Vorratsbehälter eingefüllt und bei beginnender Kristallisation  täglich umgerührt. So wird er feincremig und schmeckt uns auf dem Sonntagssemmel.