Mittwoch, 3. Juni 2015

Milchkur - mal richtig (anders) - erschienen im "Lavendelschaf" #50 / Volksheilkundliche Anwendungen

Das erste Nahrungsmittel, dass der Mensch, kaum dem Mutterleib entglitten, zu sich nimmt, ist
Milch. Es ist das Erste und Beste, es enthält alle Nährstoffe, die das kleine Wesen zum Wachsen und Werden benötigt. Nach der Muttermilch bekommt ein Kind frische Milch. Das ist für die gesunde Entwicklung unbedingt erforderlich. Weit mehr als 200 verschiedene, sehr gut verwertbare Inhaltsstoffe konnten in der Milch nachgewiesen werden. Frische Kuhmilch enthält neben Fetten, Kohlenhydraten, Eiweißen, Spurenelemente, Mineralstoffe (Kalzium, Kalium und Phosphor), Enzyme und Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, Niacin, B6, Folsäure, Pantothensäure, Biotin, B12), außerdem die fettlöslichen Vitamine A, D, E sowie Carotin. Das Milcheiweiß (3,2 -3,5%) enthält alle lebensnotwendigen, essentiellen Aminosäuren. Der Milchzucker (4,8%) trägt zur Darmgesundheit bei, indem er schädliche Bakterien am Wachstum hindert und gleichzeitig das Wachstum der „guten Bakterien“ fördert. Der natürliche Fettgehalt der Milch liegt zwischen 3,5 bis max. 5 %. Das Fett der Milch schmilzt bei 28-32°C und ist deshalb so gut verdaulich. Da Milch ein Naturprodukt ist, unterliegt sie natürlichen Schwankungen. Unter anderem macht sich die Nachbearbeitung der Milch negativ bemerkbar, ihre Wertigkeit für die Ernährung sinkt mit jeder weiteren Behandlung. Sie wird unverträglicher, enthält weniger der o. g. Inhaltsstoffe, besonders die Vitamine gehen durch entrahmen und erhitzen verloren.

Milchsorten:

  • Rohmilch: Diese Milch ist völlig unbehandelt: also gemolken, gefiltert, wobei der Filter die Milch nicht mikrobiologisch beeinflussen darf, und gekühlt. Man kann sie direkt vom Erzeuger als "Milch-ab-Hof" kaufen, der Fettgehalt wurde nicht verändert und liegt bei rund 3,8 bis 4,2 Prozent.
  • Vorzugsmilch: ist ebenfalls Rohmilch, gemolken, gefiltert und gekühlt: aber: Die Kuh (bzw. Erzeugerbetrieb) und die Milch werden amtlich überwacht, erst nach Erteilung der behördlichen Genehmigung darf diese Milch verkauft werden. Die Untersuchungen der Tiere auf Ihren Gesundheitszustand erfolgt monatlich, auch die Milch unterliegt monatlichen Kontrollen. Eine weitere Bestimmung betrifft die Kühlung: die Milch muss binnen 2 Stunden nach der Gewinnung auf nicht mehr als + 4 °C herunter gekühlt werden. Diese Temperatur muss bis zur Abfüllung eingehalten werden. Wie schon gesagt, sind Roh- und Vorzugsmilch nicht hitzebehandelt und daher nur kurze Zeit haltbar, auch ist das Vorhandensein von Krankheitserregern nicht gänzlich auszuschließen, daher gibt es eine Empfehlung: keine Rohmilch für kleine Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen.
  • Vollmilch: Ist einen standardisierte wärmebehandelte Milchsorte mit einem Fettgehalt von exakt 3,5 %. Es gibt noch die
  • Natürliche Vollmilch. Diese Milch hat einen Fettgehalt von 3,5 – 4%. Ganz wichtig ist, dass bei der Herstellung / Weiterverarbeitung Magermilch und Rahm nicht getrennt werden. Auch diese Milch ist wärmebehandelt.
  • Fettarme Milch ist auch eine standardisierte wärmebehandelte Sorte Milch, deren Fettgehalt bei 1,5 – 1,8 % liegt. Die alternative Anreicherung mit Milcheiweiß ist kennzeichnungspflichtig.
  • Entrahmte Milch ist eine weitere wärmebehandelte Standartmilchsorte bei einem genau eingestellten Fettgehalt von 0,3%. Auch hier ist eine Zugabe von Milcheiweiß möglich, die ebenfalls der Kennzeichnungspflicht unterliegt.

Wann immer Du kannst: Gib frischer und unbehandelter Milch unbedingt den Vorzug, sie ist einfach gesünder. Wenn Du wissen willst, was Du da trinkst, so lass einfach die Milch in einer weiten Schüssel bei Zimmertemperatur stehen. Wenn nach einigen Tagen nur noch eine fade, stinkige Brühe in der Schüssel steht, dann solltest Du solche Milch gar nicht mehr kaufen. Sie ist tot durch die vielen „Veredelungsschritte“ der milchverarbeitenden Betriebe. Wenn hingegen sich das Milcheiweiß zusammenklumpt und als weiße Masse in einer gelblichen Flüssigkeit schwimmt, dann freue Dich: Hier bilden sich Quark und Molke.

Wie es geht:  

  • Verwende für Deine Kur nur Milch von gesunden Tieren, wenn Du die Möglichkeit hast, diese direkt beim Bauern zu holen, dann solltest Du das tun. Du kannst Rohmilch – also unbehandelte Milch – ruhig trinken. Für Schwangere und sehr kleine Kinder gibt es eine Abkochempfehlung. 
  • Wenn Du Milch schlecht verträgst, nimm sie anfangs schluckweise, leicht erwärmt, gemischt mit etwas Fencheltee zu Dir.
  • Saure Milch ist leichter verdaulich, weil sie nicht mehr gerinnen kann. Aber sie ist nicht jeder Manns Sache.
  • Pro Tag sind 2 - 3 Liter Milch als alleinige Nahrung als reine Milchkur ausreichend. 
  • Als Begleitkur genügen 1 -2 Liter süße oder saure Milch. 

Volksheilkundliche Anwendungen: 

Heiße Milch mit Honig ist eines der bekanntesten Hausmittel gegen Husten ohne Auswurf. Ebenso hilft das berühmte Glas warme Milch den Tag abzuschließen und sich zu entspannen. 



(Quellen: Milch – aber natürlich, J. Pies, VAK Verlag, Alles selbst gemacht, H. Thaler, Verlag für die Frau Leipzig, Heilpflanzenpraxis heute, Bäumler)


Alles selbst gemacht - Doppelrezenssion / von Renan Cengiz

Da lacht das Herz, vielen Dank. Eine Rezension meiner Bücher erschienen im Nexus Magazin #59 von Renan Cengiz

Alles selbst gemacht: Butter, Käse, Öl und mehr - Und: Natürliche Pflege selbst gemacht: Alles für Mutter und Kind


Heidi Thalers zwei Buchbände übers Selbermachen platzen förmlich vor Ideen. Wie schafft es eine berufstätige Mutter zweier Kinder diese Unmenge an Rezepturen, Anleitungen und Informationen zusammenzutragen, anzuwenden und dann auch noch verständlich darüber zu schreiben? Ihre Bücher sind nicht die ersten Selbermach-Werke, die ich gelesen habe, aber sie gehören sicher zu den originärsten. Im Gegensatz zu vielen Selbstversorgungs- oder Haushaltstiteln schöpft die Autorin nicht nur aus fremden Quellen, sondern aus einem beeindruckenden Erfahrungsmeer, das sie sich seit Kindertagen zusammengesammelt hat: Ihr wurde

von Haus aus eine große Menge praktisches Familienwissen vermittelt, ohne dass man Bücher oder einen Lehrplan brauchte“.

Dieses Wissen ist nun in vorerst zwei Bänden allen zugänglich, „die es suchen, es bewahren und vermehren“ wollen.

Der erste Band, „Alles selbst gemacht“, umfasst die autarke Küchenkunde. Milchprodukte, Senf, Essig, Sirup, Säfte, Liköre, Öle, Desserts, kleine Leckereien, Honig, Pestos, Chutneys und Gewürzmischungen – bei Heidi Thaler lernen Sie nicht nur, wie Sie die betreffenden Produkte zubereiten, sondern auch, was Sie bei der Auswahl der Rohstoffe beachten müssen, welche Gerätschaften sich am besten für die Herstellung eignen und mit welchen Kniffen sie am besten gelingen. So beginnt das Kapitel über Käse, Butter und Sahne mit einem Exkurs über Milch – denn abgesehen davon, dass es neben Kühen auch Ziegen und Schafe gibt, herrschen zwischen frischer Eutermilch und H-Milch aus dem Kühlregal koppelweite Unterschiede. Ähnliches gilt für die Auswahl der passenden Utensilien zur Weiterverarbeitung: Möchten Sie eine Käsepresse kaufen, lieber mit dem improvisieren, was Sie in der Küche finden – oder doch gleich selbst tätig werden und sich eine eigene bauen? Und so geht es reich bebildert weiter, quer durch alle Themen.

Der zweite Band, „Natürliche Pflege selbst gemacht“, richtet sich in erster Linie an werdende und seiende Mütter sowie deren Kinder. Ich darf allerdings gleich anmerken, dass ich als männlicher Vertreter der Schöpfung ebenfalls viel Nützliches aus dem Buch ziehen konnte: Schließlich sind Hautcremes, Haar- und Gesichtswässer, Seifen, Shampoos und Badezusätze nicht nur der Damenwelt vorbehalten – und alle Väter, die sich ebenfalls für die Kinderpflege verantwortlich fühlen, werden
ohnehin auf ihre Kosten kommen. Wie schon im ersten Band reichen sich auch in Thalers Pflegebuch Praxis und Theorie wohlgewichtet die Hand, geht das Natürliche vor dem Künstlichen und das Selbstgemachte vor dem Gekauften. Ein besonderes Plus stellen die Beschreibungen der gesundheitlichen Aspekte von Ölen, Kräutern und anderen Naturalien dar – so lässt sich neben der privaten Schönheitsfarm gleich noch die Hausapotheke erweitern und Frau lernt, welche Mittel während der Schwangerschafts- und Stillzeit tunlichst anzuwenden und zu meiden sind.

Heidi Thaler hat für ihre Bücher nicht nur alles selbst gemacht, sondern auch alles richtig. Ich werde sicher noch viele ihrer Ideen ausprobieren und die Bücher bei passender Gelegenheit weiterverschenken. Und ich finde, das sollten Sie auch tun.


Heidi Thaler
BuchVerlag für die Frau
128 bzw. 168 Seiten
ISBN: 978-3-89798-312-0 und 978-3-89798-457-8
€ 14,95 bzw. € 16,95

Montag, 1. Juni 2015

Hüte, Hüte, Hüte

Ein wenig suchen mussten wir schon, denn das Museum war kürzlich umgezogen. Ein altes Fabrikgebäude, das nach vielen Jahren sichtumhaften Dornröschenschlafes heute im neuen Glanz erstrahlt, beherbergt es. Der nostalgische Charme, mit modernen Bauelementen ergänzt und saniert, steht unübersehbar auf dem Musemusplatz, brückenschlagend von den Anfängen der Hutgeschichte Lindenbergs ins Jahr 2015. Wir befinden uns in der Eingangshalle eines Industriedenkmals, dem steinernen Zeuge der mit der industriellen Hutherstellung einhergehenden Betriebsamkeit. Bis zu 1200 Menschen arbeiteten hier im Takt der Werksirenen. Wir begeben uns auf die Reise in behütete Zeiten. Über eine 4,5 Meter breite und fast 14 Meter hohe, sich um eine weiße Säule schwingende Treppe zwischen dicken weiß getünchten Wänden gelangen wir ins Reich der Hüte. Eine angenehme ruhige, etwas dämmrige Atmosphäre hüllt uns ein. Wir haben die fast 1000 m², die die dreihunderjährige Hutgeschichte erzählen, für uns allein. Eine Haubenpresse fällt sofort auf. Das Ungetüm aus dem Jahre 1890 wiegt 1,5 Tonnen, ein Hebel daneben lädt zum Probieren ein. Ich hänge daran wie der sprichwörtliche Schluck Wasser und bekomme so eine kleine Ahnung von der Schwere der Arbeit. Die daneben stehende Tafel bescheinigt mir bestenfalls Laufburschenqualitäten. Das Zentrum bildet ein begehbarerer gläserner Kubus, der uns mit den Herstellungsabläufen der Hutherstellung vertraut macht. Großformatige Projektionen uralter Fotografien lassen die Arbeiterinnen und Arbeiter übermannshoch von den Wänden auf uns nieder schauen. Wir sind mittendrin, erkunden die Fertigung des Strohhutes, von seinen Anfängen an.
Der Mensch trägt Kopfbedeckungen, seit Anbeginn komplettieren sie die Bekleidung. Mützen, Hauben, Hüte, Kappen, sie alle waren einst als Schutz vor Sonne, Wind, Schmutz, Schnee und Regen oder auch zur Tarnung ersonnen. Sie gehören als Standes- oder Gruppenzugehörigkeitssymbol und /
oder als schützendes oder schmückendes Beiwerk zum Anzug. Der Erntehut ist allen Kulturen eigen, ein deutliches Symbol des Bauernstandes. Die Kenntnisse um das Flechten gehört zum traditionellen Wissen. Der Älteste 2005 in der Nähe von Landsberg am Lech gefundene Hut stammt aus der Jungsteinzeit und hat 5500 Jahre auf der Krempe. Er ist spitz, aus Bast, Leinen und Leder hergestellt. Auch Kokosblätter, Palmwedel, Gräser oder Stroh lassen sich bei entsprechender Behandlung flechten. Von grob bis filigran: Das Ausgangsmaterial bietet viele hundert Möglichkeiten. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie werden aus dem gefertigt, was vor der Haustür wächst. Im Allgäu war es das Stroh des Weizens, der hier noch vor 180 Jahren als Nahrungsquelle angebaut wurde. Doch ist das Klima rau, die Böden karg, was eingebracht wurde, reichte oft nicht aus, alle hungrigen Mäuler zu stopfen. Die langen Winter im Allgäu und die damit verbundene kürzere Vegetationsperiode brachten sehr festes, steifes Stroh hervor, das nur für einfache Flechtarbeiten und Borten geeignet war. Die kühlen verregneten Sommer ließen manche Ernte auf dem Feld verfaulen. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und die damit verbundenen Zwangseinquartierungen der hungrigen Soldaten machten das Leben noch sehr viel beschwerlicher. Hunger und Not waren ständige Begleiter der leidgeprüften Bevölkerung. Schwedische Truppen drangen mehrfach bis weit ins Westallgäu vor. 1636 brannte Lindenberg bis auf fünf Häuser nieder.

Die Not klopfte allerorten an die Tore, doch macht sie auch erfinderisch. Mutig musste man sein, wollte man sich ein weiteres Zubrot verdienen. Die einzige Möglichkeit war der Pferdehandel. Schon im 17. Jhd. brachten die Männer Pferde über die schroffen Alpenpässe. Während kriegerischer Auseinandersetzungen war dies lebensgefährlich, denn die Vierbeiner konnten damals kriegsentscheidend sein. Aus dem Jahr 1617 ist ein Schriftstück erhalten, dass von drei Männern und 13 nach Mailand verbrachten Pferden berichtet. Die norddeutschen Tiere hatten, bis sie im Allgäu ankamen, einen langen Weg hinter sich. Nur über die Alpen mussten sie noch, um als Reit- und Kutschtiere an gut Betuchte gewinnbringend verkauft zu werden. Mit dem Erlös und dem Wissen der Südländer kamen die mutigen Männer zurück, manche erfolgreicher als andere. Die Daheimgebliebenen verwerteten nun alle überflüssigen Halme. Sie flochten sie, um daraus Hut auf Hut zu fertigen. Heimarbeit war in den schwierigen Zeiten allgegenwärtig. Die Erzeugnisse konnten verkauft werden, so ließ sich ein wenig Geld hinzuverdienen. Auch die Kinder halfen mit und mit den Jahren entwickelten sie eine schier unglaubliche Fertigkeit: Das Flechten konnte bis ins hohe Alter ausgeübt werden, jedes Familienmitglied half mit. Die Arbeit lief im Takt der Jahreszeiten. Man musste das Feld bestellen, ernten, reinigen, sortieren. Anschließend bleichen, später spalten, flechten, plätten, ggf. färben, bevor die Borten von Hand zusammengenäht werden konnten.
Eins der kleinen Geheimnisse, dass mit den Pferdehändlern über die Alpen kam, ist der Halmspalter. Mit diesem aus einem Tierknochen hergestellten Werkzeug lässt sich das Stroh der Länge nach in bis zu elf Elemte aufteilen. Daraus entstanden sehr viel filigranere Borten, das Endprodukt unterschied sich deutlich von den groben Arbeitshüten, es konnte entsprechend teurer verkauft werden. Weiterhin veränderte das Wissen um die Ernte und Bearbeitung des unreifen Kornes die Art der Hüte. Lindenberger Hüte waren bald von bester Qualität, die man vordem aus Italien kannte. Die Nachfrage stieg beständig an, das in der Not Ausgetüftelte wurde zum Hauptverdienst. 1755 erfolgte die Gründung der ersten Hut-Compagnie. Diese organisierte ab sofort die Herstellung und den Vertrieb, kaufte vermehrt Borten in Asien an, da der Bedarf mit heimischen Mitteln nicht mehr zu decken war. Zum Nähen gab man sie in die Heimarbeit ab.

Die ersten Hutfabriken öffneten um 1830 den Arbeiterstrom die Tore; bis 1900 gab es in Lindenberg und näherer Umgebung ca. 34 Strohhuthersteller, 14 davon waren Hutfabriken mit insgesamt 3000 Beschäftigten. In unserer Zeitreise sind wir nun beim Beginn der Lohnarbeit und der massenhaften Herstellung angekommen. Die stattliche Zahl der hergestellten Hüte lässt uns staunen: 1904 verließen vier Millionen Strohhüte pro Jahr diesen Standort.


Mit der Eisenbahn um 1900 und einem Zollamt sind bald Import- und Exporthandel möglich. Lindenberg wächst rasant an, 1914 darf es sich Stadt nennen, dessen Straßen schon 1893 elektrische beleuchtet wurden und in der 4500 Menschen wohnen. „Klein-Paris der Hutmoden“ nennt man sie, das Herrenstrohhutzentrum Deutschlands. Wir stauen über die Kunstfertigkeit der Strohhüte, nicht nur für die Herren. Ob arm, ob reich, wer es sich leisten konnte trug Einen oder Etwas. Seit dem 14. Jhd. gab es auch für das Huttragen Gesetzmäßigkeiten. Die Kleiderordnung regelte diese streng, die Mode bestimmte mit. Verstöße dagegen wurden strikt geahndet, denn an der Kopfbedeckung ließ sich vieles ablesen: regionale Herkunft, Stand in der Gesellschaft, Beruf, Einkommen, Altersgruppe, Familienstand‚ Gruppenzugehörigkeit oder auch Abgrenzungen. Vom Pfauenrädle, Knickzylindern und Jakobinerfarben erzählen die Exponate. Die Haube, das Kennzeichen der sittsamen, ehrbaren Gattin, war noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts Bestandteil der Frauengarderobe. Daher stammt auch der Begriff: „unter die Haube kommen“. Sprichwörtlich ist der Hut, wenn auch nicht mehr auf jedem Kopf, in aller Munde: z.B. „man versucht, alles unter einen Hut zu bringen“. Metaphern rund um den Hut finden sich in allen Sprachen. Im 18. Jahrhundert kam mit der Abschaffung der Kleiderordnung der Damenhut in Mode. Im Biedermeier glänzten die Damen mit dem Kiepenhut (Schute) – einer Mischung aus Hut und Haube, passend zum Kleid und hübsch verziert. Ihr Schnitt ließ Platz für das Haar, das in Nacken zu einem Knoten mit vom Brenneisen gelegten Locken aufgesteckt wurde. Doch war er auch mit einer breiten Krempe versehen, die Hören und Sehen beeinträchtigten, was ihm den spöttischen Volksnamen „Scheuklappen“ eintrug. Neben der Schute wurde auch Florentiner getragen, der heute immer noch beliebt ist. Die Herren trugen Schirm, Charme und Melone, davor Zylinder, der ab dem Ende des 19. Jhd. nur noch zu gesellschaftlichen Anlässen getragen wird.


Die industrielle Revolution lässt die Heimarbeit schwinden, Ausbildungsberufe wie den der Putzmacherin, später Modistin entstehen. Überhaupt arbeiten in einer Hutfabrik sehr viele Berufsgruppen zusammen. Fein säuberlich geführte Hefte sind zu bestaunen, seltsam geformte Werkzeuge, Nähmaschinen. Wir bewundern eine Kopfausstoß- und eine Randstreckmaschine, die ist für die Krempen, außerdem Stumpenweiter zum Dehnen. Unzählige Formen künden vom jeweiligen modischen Zeitgeist. Jeder Hut beginnt mit einer exakten Form, erst aus weichem Lindenholz, darauf kann der Hutrohling auch festgesteckt werden, später aus Metall. Auf der einen Seite standen die Arbeiter, für bescheidenen Lohn schufteten, auf der anderen das zu Wohlstand kommende Bürgertum, das seine Damen wie Blumen aufputzte. Man soll und will gesehen werden. Der Reifrock wird bald von der Tournüre abgelöst, trägt neben Hut auch Schirm und Handschuhe, passend zueinander, alles gigantisch ausstraffiert. Dazu wurden die Federn von abertausenden Vögeln in schwindel- und ekelerregender Menge verheizt. 1913 sollen offiziell 16691 Paradiesvögel in den Export für die Dekadenz gegangen sein, inoffiziell vermutet man um die 80000 Tiere. Auch Papageien, Kolibris, Königsfasanen und die Strauße mussten für die Mode ihr Leben lassen. Natur- und Artenschutz, wie er für uns heute selbstverständlich ist bzw. sein sollte, gab es damals noch nicht. Pelze sind nach wie vor leider immer noch in Mode. Es wurde produziert, was das Zeug hielt: im Jahre 1913 acht Millionen Stück, fünf Millionen davon waren Herrenhüte. Eine besondere Hutform ist der Matelot, der in Lindenberg für die kaiserlichen Matrosen angefertigt wurde. Die des Kaiser Wilhelm II. trug stets den aus Stroh gefertigten Matrosenhut, mit einem goldfarbenen „Hohenzollern"-Schriftzug besticktem Band. Die Mode der Matrosen wurde durch des Kaisers Vorliebe für die See „chic“, dazugehörige Hüte trug und sah man bald auf allen Köpfen.


Der Hut macht vor den Bediensteten von Staat und Kirch nicht halt, doch sind ihre Ausarbeitungen nicht so starken modischen Strömungen unterworfen. Auch davon erzählt die Ausstellung ausführlich. Die Pickelhaube, getragen beim preußischen Militär und der bayerischen Polizei ist das Sinnbild für preußisch-deutschen Militarismus. Der Krieg fegte schließlich angestaubte Konventionen weg, eine neue, starke Frau erschien auf der Weltenbühne. Eine mit Bubikopf und Glimmstängel an eleganten Haltern. Die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg stürzte die Hutherstellung in eine schwere Krise. Um 1924 kam der Strohhut langsam aus der Mode, 1926 erreichte die Krise ihren Höhepunkt. In den folgenden Jahren setzte man auf Damenhüten und auf die Verwendung neuer Materialien. Ab 1928 trug man schlichte Topf- und Glockenhüte aus Filz und auch Modelle aus Stroh. Auf die mageren Jahre folgte eine Zeit des Wachstums, der Stabilität, der Feminität, trug Eleganz, betonte Grazien.

Der Zweite Weltkrieg brachte Rationierungen und die Stilllegung der Produktion bis zum Kriegsende. Doch trugen die Damen immer noch Hut, schon wegen der fehlenden Möglichkeiten der Haarwäsche – Hut kaschiert und schützt vor Staub. Nach dem Krieg hieß es: Anpacken, aufbauen. Es die Frauen, die ihren Mann standen, z. B. als Trümmerfrauen, allein auf sich gestellt. In all dem Elend wollte man aber auch ein wenig hübsch aussehen, Ideen waren gefragt, aus alt mach neu. So kam es nach 1945 erneut zu einem Aufschwung, die Nachfrage nach Filzhüten stieg schnell an. Diese werden aus Tierhaaren gefertigt. Aus Schafswolle, Kaninchen-, Hase- oder Biberfellen, auch Antilopen entstehen mit Hitze, Dampf und Druck Filze unterschiedlichster Güteklassen. 70 Arbeitsschritte sind nötig, bis der Filzhut fertig ist: walken, bleichen, färben, dehnen, die Kopfform ausstoßen und den Rand strecken, über aufrauen, bürsten, glätten, in Form ziehen, bügeln oder pressen, Hutschnur anlegen und Vertiefung eindrücken. Mit Gewichten beschwert trocknet der Hut schließlich, dann werden die Ränder beschnitten, umgenäht. Ein Innenfutter aus Atlasseide, Taft oder Satin, Schweißbänder aus feinem Leder im Herrenhut, Stempel und Hutschachtel komplettieren es zu einem Accessoires, das den Extravaganzen wie schon in den behüteten vergangenen Jahrhunderten kaum Grenzen bietet. Die individuelle Dekoration macht die die Kopfbedeckung zu etwas Besonderen. Das liegt nicht allein an den Schleifen, von denen die Modistinnen 50 verschiedene binden können.

Die 50er brachten den Dior-Look, man trug Kostüm. Schließlich setzte sich die hutlose Mode durch. Hut zu tragen galt unter den Damen als altmodisch, nicht emanzipiert, ein alter Hut eben. Für die Herren gab es nach einer kurzen opulenten Phase bis in die 60er Jahre bald schlichtere Modelle. Sie fungierten immer noch als Signalgeber. „Hutziehen" bei der Begrüßung gehörte einfach zum O-Ton und zur Garderobe. Mit einem schönen Hut ist der Herr komplett, eine Dame wie ich finde übrigens auch. Mit den 1960er Jahren begann der Niedergang der Hutfabrikationen, denn der Hut hatte an Bedeutung verloren. Heute trägt ein jeder was er mag. Zur Tracht gehört es dazu, „des ma a Huat trogt“. Wenn der Adel heiratet, Hollywood oder Cannes die roten Teppiche ausrollen, bei den gesellschaftlichen Ereignissen der Reichen und Schönen, verziert so manche Kreation das Haupt, das nicht nur Beifall findet, sondern auch beißenden Spott erntet.


Lindenberg und seine Hüte gehören untrennbar zusammen, auch ein Hutmuseum gehört dazu. Doch brauchte es viele Anläufe, bis Lindenberg sich 1981 damit schmücken durfte. Wir sind nun am Ende unserer huthaften Reise angekommen, haben viel erfahren, sind geradezu erschlagen von der Fülle der Informationen, den Fähig- und Fertigkeiten der Menschen und ihrem festen Willen zum (Über)Leben. Es gibt noch so viel mehr zu bewundern und zu entdecken. Falls Du einmal im Allgäu bist, bin ich mir sicher: auch du staunst ehrfürchtig im Deutschen Hutmuseum zu Lindenberg.



Fotos & Informationen mit freundlicher Genehmigung vom Deutschen Hutmuseum, Text: Heidi Thaler


Mittwoch, 27. Mai 2015

MELISSENGEIST

Was die Klosterschwester kann, dass können wir zu Hause auch:

30g Melissenblätter mit
300ml Wodka und
100g Kandiszucker in ein Glas füllen und nach 2 Wochen Zugzeit filtrieren und beschriften.
Anzuwenden bei Erkältungen, Nervösen (Magen)Verstimmungen, Kopfschmerzen.

JOHANNISKRAUT – TINKTUR

 JOHANNISKRAUT – TINKTUR

50 g frische Blüten vom echten Johanniskraut in einem Schraubglas mit
250 ml Wodka ansetzen und für 14 Tage ziehen lassen, dann abseihen.
Dosierung: 1-3-mal tgl. 15 Tropfen
Anwendungsgebiete: Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände, daraus resultierende Kopfschmerzen und Migräne. Als Ölmatzerat bei Neuralgien und Hexenschuss.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Der deutsche Wald

Detlev Arens hat sie alle: Die höchsten Höhen und die Niederungen, die Auen und das Heideland. Großformatig, schwer kommt der reich und wunderschön bebilderte Prachtband daher. Stimmungsvolle Fotos, Aquarelle, Holzschnitte, Gemälde, Kartenmaterial, Detailaufnahmen und Zeichnungen, dazu so unglaublich viel Einblick in das Thema Wald gewährt das allumfassende Werk. Wissen und Liebe zur Heimat atmen die Seiten. Wie habe ich es genossen, dieses Buch ist Labsal für die Winterzeit. Es lehrt die Zusammenhänge der Lebensgemeinschaft Wald zu verstehen. Ich gehe mit wacheren Augen durch den Wald, was mir vorher nicht zugänglich, nicht bewusst gewesen ist, ist nun fühl- und sichtbar. Welche offensichtlich unterschiedlichen Waldtypen es gibt, nimmt das Auge wahr, aber die feinen Unterschiede, das Verborgene, das man entdeckt, wenn man jeden Tag im Grünen ist, das beschreibt Herr Arens.

So lernte ich, welche Bäume auf welcher Art Boden gedeihen, in welchen 
Pflanzengemeinschaften sie leben – das ist wichtig für die Pilz– und Kräutersuche und erlebte z. B. das forsche Aufstreben der Krautschicht eines Buchenwaldes und deren Verschwinden im späten Frühjahr mit ganz anderer Wahrnehmung als all die Jahre davor. Ich wusste ja nun um die tieferen Zusammenhänge.

Zum Wald gehören auch die Stimmen des Waldes: Der Gesang der Vögel, fällt da zuerst ein, aber es ist viel mehr. Das Rascheln der Maus unter einer Wurzel in ihrer Höhle, das Geräusch äsender Rehe, das leise Schmatzen, wenn der durchnässte Boden die Schuhe freigibt, das Flüchten des Wildes im Dickicht, der Schrei der Eichelhäher,
das Tropfen des Wassers von den Bäumen, das Murmeln der Bäche, das Rauschen der Tannen. Die Deutschen sind waldverbunden, so wie kaum ein anderes Volk. Im Gehölz kehrt Ruhe ins Herz ein, gute, reine Luft in die Lungen. Hier leben die alten Götter, die Fabelwesen und Naturgeister, auch die Knusperhexe und die sieben Zwerge, die Geschichten, Sagen und Mythen unserer Kindheit. Unsere Erinnerungen sind mit dem Wald verbunden. Wir leben mit dem Wald, in ihm und von ihm. Leider oft so exzessiv, dass der Geliebte Schaden nimmt um des schnöden Mammons willen. Der Autor nimmt uns mit auf die Reise in unsere Vergangenheit, hin zu den Köhlern und Glasbläsern, Flößern und Holzfällern, zu dem Holzhunger der sich vergrößernden Menschengemeinde. Die wenigsten Wälder sind heute unbewirtschaftet, sie sind Teil der Kulturlandschaft, deren Antlitz beständigem Wandel unterworfen ist. Aber es gibt auch noch Ecken in Deutschland, da darf der Wald sein wie er will: wild, wachsend, raumgreifend, erobernd. Wer den deutschen Wald als Ganzes
begreifen will, der findet in dem Buch die kultur-geschichtlichen Antworten und sicher auch im Forst, im Eichenhain und zwischen den schlanken Stämmen der Birken an einer Quelle. Ich liebe dieses Buch. Danke dafür.


Der deutsche Wald Gebundene Ausgabe – 20. Juni 2013
von Detlev Arens
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Komet Verlag Gmbh
Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3869410012

Samstag, 14. März 2015

Ich hätt so gerne Frühling

Heidi Thaler


Ich hätt so gerne Frühling
Ein kleines bisschen bloß
Einen sanften Hauch nach Erde
Aus Gaias fruchtbar´Schoß.


Ich hätt so gern den Klang vom Frühling
Einen frischen, reinen Schall,
In Wald und Feld und Fluren
Den Gesang der Vögel Wiederhall.

Ich hätt so gern die Luft vom Frühling
So lau, lebendig, nach wachsen neu,
des Morgens schon bis in den Abend
nach frischem Grün in Vorjahrsheu.

Ich hätt so gerne das Licht vom Frühling
Sanft und mild, doch kräftger Schein,
der belebt und schenket Hoffnung,
Winters Kräfte werden klein.

Ich hätt so gerne wonnig Frühling
Nach des Winters kalter Pracht.
Wieder länger sind die Tage,
wieder wärmer wird die Nacht.

Ich hätt so gerne endlich Frühling
Von dem der Bach im Eise singt.
Auf das das Lied vom Frühling
In allen Herzen froh erklingt.

Euch allen einen wunderbaren Frühling!  





Donnerstag, 5. März 2015

Buchkind 2: Natürliche Pflege selbst gemacht - Alles für Mutter und Kind

Selbermachen als Lebensprinzip
? Mir geht es um eine grundsätzliche Haltung zum Leben, zu dem, was wir verwenden, und zu dem, was wir weitergeben. Ich bin damit aufgewachsen. Auf dem Land, in einer großen Familie, in der es normal war, Dinge selbst herzustellen, Vorräte anzulegen, Kräuter zu kennen und zu nutzen, und in der das Wissen darüber erklärt und gelebt wurde. Dieses Fundament habe ich später durch meine Ausbildung in der Apotheke ergänzt, und das Leben selbst lässt mich bis heute hinterfragen. Gerade in der Familienplanung, Schwangerschaft ect. wurde mir jedoch auch deutlich, wie weit sich vieles von dem entfernt hat, was ich als Qualität begreife. Ein Großteil dessen, was heute in Tuben, Tiegeln und Flaschen angeboten wird, folgt nur industriellen Maßstäben: vereinheitlicht, überladen und oft weit entfernt von dem, was sinnvoll und notwendig wäre. Mir war klar, dass ich diesen Weg nicht weitergehe. Ich wollte wissen, was ich verwende, und ich wollte entscheiden, was an meine Kinder gelangt.
Dieses Buch ist aus genau dieser Konsequenz entstanden und darauf ausgelegt, Zusammenhänge verständlich zu machen, Dinge eigenständig herzustellen und zu beurteilen. Im Zentrum steht die Rohstoffkunde. Öle, Fette und Wachse werden nicht nur benannt, sondern in ihrer Wirkung und Verarbeitung nachvollziehbar erklärt. Dazu kommt das Wissen um die richtige Aufbereitung von Pflanzen, sei es als Tinktur, Mazerat oder Dekokt. Auch die Destillation von Hydrolaten wird so dargestellt, dass sie nicht als abstrakte Technik stehen bleibt, sondern praktisch umsetzbar wird.

Ein weiterer
Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis von Haut als individuellem System. Es wird nicht mit pauschalen Lösungen gearbeitet, sondern differenziert nach Zuständen und Bedürfnissen. Welche Stoffe sinnvoll sind, wie sie eingesetzt werden und wo Grenzen liegen, wird so erklärt, dass daraus eigenständige Entscheidungen möglich werden. Emulgatoren, Tenside und ätherische Öle werden dabei nicht als Schlagworte behandelt, sondern in ihrem tatsächlichen Nutzen und ihrer Funktion.

Die Kapitel zu Frauen, Schwangerschaft und Kindern sind unmittelbar aus der Praxis entstanden. Sie greifen Themen auf, die im Alltag tatsächlich eine Rolle spielen, und verbinden Erfahrung mit fachlicher Grundlage. Es geht um Begleitung, nicht um Vorgaben, und um Lösungen, die tragfähig sind, ohne unnötige Zusätze und ohne das, was heute vielfach als selbstverständlich gilt.

Auch die
Haar- und Körperpflege folgt diesem Ansatz. Statt austauschbarer Anwendungen geht es um funktionierende Pflege, die sich am tatsächlichen Zustand orientiert. Wer versteht, was hier beschrieben wird, ist nicht mehr darauf angewiesen, sich an Werbeversprechen zu orientieren.

Eine besondere Rolle nimmt die
Seifensiederei ein. Es bildet eine Grundlage, weil hier Verständnis, Berechnung und praktische Umsetzung zusammenkommen. Wer Seife selbst herstellen kann und ihre Zusammensetzung versteht, hat einen entscheidenden Schritt in Richtung Unabhängigkeit getan.

Dieses Buch will verstanden und benutzt werden. Es ist darauf ausgelegt, Wissen zu vermitteln, das trägt, und Fähigkeiten zu fördern, die im Alltag entgegen allen Scheins immer Bestand hatten und haben. Es geht nicht darum, etwas „nachzumachen“, sondern darum, wieder zu können, was lange selbstverständlich war.

Die ergänzenden Inhalte auf dem Blog führen dieses Wissen weiter und vertiefen es dort, wo es im Alltag gebraucht wird. Sie sind kein Zusatz, sondern Teil eines Systems, das darauf ausgerichtet ist, Selbstständigkeit wieder möglich zu machen.

Beachten Sie bitte auch die vielen Zusätzlichen Rezepturen auf meinem Blog zum Buch

Viel Freude beim Nachmachen
Landerun

Gebundene Ausgabe / Erscheinungsdatum 05.03.2015
Verlag Buchverlag Leipzig
Seitenzahl 168
Maße (L/B/H) 23,8/17,9/2 cm
Gewicht 631 g
ISBN 978-3-89798-457-8

Übersicht der enthaltenen Rezepturen (ggf. unvollständig)

BEREICH 1: LEBENSPHASEN & SPEZIALPFLEGE
BEREICH 2: HAUTTYPEN, HAAR & SEIFEN
Frau sein, Geburt & Stillzeit

Hildegard-Teemischung • Mönchspfeffer • Lavendelöl-Auflage • Homöopathische Hausapotheke • Massageöl • Ringelblumenöl • Brustwarzenöl • Dammmassageöl 1 & 2 • Kokos-Mandelbutter-Balsam • Mami-Balsam • Dekolleté-Pflegeöl • Babybauchöl • Massageöl gegen Schwangerschaftsstreifen 1 & 2 • Bodybutter gegen Schwangerschaftsstreifen • Body-Öl Vanilletraum • Natürliche Geburt • Plazenta • Kaiserschnitt • Milchbildungs-Rezept • Milchbildungs-Massageöl • Massageöl bei wunden Brustwarzen • Kräutermischung zum Abstillen

Normal bis Trockene Haut


•Reinigungsmilch 1 & 2 • Reinigungsöl-Gel • Hafermehl-Maske • Karottenmaske • Hefemaske • Gesichtsöl 1 & 2 • Zuckerpeeling • Rosen- & Lavendelreinigungsmilch • Reinigungsmilch für trockene Haut 1 & 2 • Reinigungsöl • Hamamelis- & Aloe-Vera-Wasser • Kamillenessig-Wasser • Rotklee-Gänseblümchen-Gel • Bananen-Limetten-Maske • Einfache Honigmaske • Heilerdemaske • Weizenkleie-Peeling • Mandelpeeling • Aprikosenkernöl-Ziegenmilchcreme • Nachtcreme • Schutzsalbe

Babypflege (Komplett)


Babys Badeöl • Kräuterbad (Wunder Popo) • Badezusatz bei Erkältungen • Nabelpflege • Nagelpflege • Babyöl 1 & 2 • Babys Öl-Gel • Basis-Salbe • Ziegenmilch-Creme • Lanolinhaltige Creme (Grundrezept) • Babymassageöl • Kräutersalbe • Weiche Zinkpaste • Zinkpaste als Heilsalbe • Heilsalbe mit Johanniskrautmazerat • Bienenwachssalbe • Creme gegen Ausschlag am Po • Bauchwehöl • Ziegenmilch-Creme

Fettfeuchte & Reife Haut


Reinigungspulver • Waschcreme mit Apfelessig • Kamillenwasser-Waschgel • Elisabeths Gesichtswasser • Reinigungsmilch • Honigreinigungsmilch • Fenchel-Minze-Buttermilch • Zitronen-Pfefferminzwasser • Melissenwasser-Gel • Hafer-Gurkenmaske • Gartentomaten-Tonic • Rosenguss-Wasser • Heilerde-Maske 1 & 2 • Gesichtsöl 1 • Aloe-Vera-Maske • Löwenzahnmaske • Joghurt-Honig-Creme • Nachtcreme • Mandelchen-Creme • Honigblütenwasser • Beinwell-Gel • Früchte-Beinwell-Maske • Sonnenmaske • Antifaltenmaske • Pfirsichcremechen • Feuchtigkeitscreme

Kinder & Teenager


Kinderseife 1 & 2 • Sanftes Gesicht- & Körperpeeling • Körperpeeling Rose, Lavendel, Ringelblume & Kräuter • Auflage für fettige Haut • Salbe für unreine Haut • Pflaster gegen Mitesser

Empfindliche & kranke Haut


Reinigungsmilch bei Couperose • Gesichtswasser für Couperose • Erdbeermaske • Waschgel-Grundrezept (Seifenersatz) • Kartoffelwasser • Gänseblümchen-Gel • Holunderblütenwasser • Gesichtsöl 1 & 2 • Couperose-Öl 2 • Weizenkleie-Peeling • Aloe-Vera-Kräuterpeeling • Aloe-Heilgel • Blumencreme • Reismehl-Sheabutter

Allgemeine Reinigung & Gesichtswässer


Mandelmilchreinigung • Abschminköl • Reinigungscreme 1 & 2 • Reinigungssalbe • Gurkenwasser • Reinigungsöl-Gel • Kräuterwasser • Erfrischendes Gesichtswasser • Drei-Blütenwasser • Honigwasser nach Wilson • Süß-saures Gesichtswasser 1 • Gel-Grundrezept 2 • Gelmaske auf Agar-Agar-Basis

Haarpflege (Komplett)


Honig-Shampoo • Natron-Wäsche • Basis-Shampoo (veränderbar) • Basis-Shampoo mit Betain • Trockenshampoo aus Kräuterwurzeln • Rum-Ei-Shampoo-Mousse • Wascherde • Waschnuss-Shampoo • Beinwellwurzel-Shampoo • Gurken-Shampoo • Zitrusfrüchte-Shampoo • Basis-Shampoo aus Seife • Kräuter-Shampoo aus Seife • Kräuteressig mit & ohne Wasser • Lause-Shampoo • Haarkuren (Joghurt, Olive, Honig, Avocado, Sesam, Knoblauch) • Zwiebelkur • Eiölkur

Cremegrundlagen & Spezialsalben


Kamille-Hefemaske • Tomaten-Avocado-Maske • Bäckermaske • Lanolin-Cremegrundlage (100g) • Lanolin-Cremegrundlage 2 • Sheabutter-Grundsalbe • Obst-Creme • Creme ohne Lanolin • Sommercreme (Cold Cream) • Sanddornsalbe • Karottencreme • Honigblütenheilsalbe

Bäder & Wohlbefinden


Entspannungs-Massageöl • Milchbad • Sahne-Honigbad • Erkältungsbad 1 & 2 • Erfrischungsbad • Belebendes, Euphorisierendes & Pflegendes Badeöl • Belebendes Badesalz • Algenbad • Badepralinen 1 & 2 • Badebomben • Milchbadsäckchen

Seifensieden (Start & Basics)


Grundlagen Fette & Öle • Laugeneinstellung • Startrezeptur • Grundrezept (Fettstangen) • Reine Olivenölseife • Babyseife 1 & 2 • Kinderseife 1 & 2 • Kräuterseife 1

Seifensieden (Spezialitäten)


Olivenöl-Gewürzseife (Heilerde/Molke) • Herbstsinfonie (Bierhefe) • Joghurt-Seife • Mohn-Vanille-Kamutseife • Lavendel-Jogi-Seife • Elfenmund • Milchpulver-Seife • Ziegenmilchseife • Salzseife Olive • Pflegeseife • Haarseife • Gärtnerseife




Nagelhautpflege

 

1 El Lanolin aufschmelzen,
10 ml Rosenwasser zugeben und mit
4g Lecithinpulver gut verrühren.

Nagelgel 1 & 2 / Buchergänzung

Aloe Vera Gel ist nicht nur gut für Haut und Haar sondern auch für die Nägel. Es regeneriert, Stärkt und Heilt die Nagelhaut. Wenn Sie eine Aloe Vera Pflanze besitzen können Sie sich selbst das Gel herstellen. Dazu schneiden Sie ein Blatt dicht über den Boden ab, aus der Schnittstelle tropft eine Substanz heraus, diese einfach abtropfen lassen und weg gießen. Wenn das Tropfen nachlässt halbiert man das Blatt und schabt das Gel direkt mit einem Löffel in ein sauberes Glas. Dieses wird fest verschlossen im Kühlschrank aufgewahrt. Das frische Gel ist etwas schleimig.


Nagelgel

1 EL Aloe Vera Gel mit
1 TL frischen Zitronen- oder Limettensaft und
1 TL Weizenkeimöl vermischen.

Vor dem Auftragen schütteln, mit einem kleinen Pinsel auf die Nägel und das Nagelbett auftragen, 10 -15 Minuten einwirken lassen. Abspülen und mit einer Handcreme die Hände eincremen.


Nagelgel 2

10 ml Aloe Vera Gel mit
3 Tropfen Olivenöl und
1 Tropfen Weizenkeimöl vermischen. In die Nägel und das Nagelbett einmassieren.

Hände & Füße NK Hand & Fuß

 Hände & Füße

30 ml Rizinusöl und 30 ml Olivenöl mit 15 g Bienenwachs erwärmen. Wenn das Wachs geschmolzen ist abkühlen lassen. Nun 10 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl, 8 Tropfen ätherisches Eukalyptusöl, 8 Tropfen ätherisches Kampferöl, 8 Tropfen ätherisches Nelkenöl, je 5 Tropfen ätherisches Zimtöl, Cajeput und eine gute Priese frisch gemahlenes Chilipulver.

Samstag, 28. Februar 2015

Stiefmütterchen – Viola tricoloris

Volkstümliche Namen: Dreifaltigkeitsblume, Ackerveilchen, Dreifaltigkeitsblume, Feldstiefmütterchen, Freisamkraut, Sinnviole

Beschreibung:



  • einjährige, krautige Pflanze mit 
  • ausdauernder Hauptwurzel, 
  • verzweigte Stängel, 10 -30 cm hoch, 
  • gekerbte Blätter auf langen Stielen, 
  • untere oval, 
  • Blüten aus je 5 Kelch, Staub – und Kronblättern, 
  • Farbe gelb – weiß, 
  • Blütezeit April bis September max. Oktober, 
  • wächst an Wegrändern und auf Feldern,

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Salicylate
Sammelgut: Blüten und blühendes Kraut
Wirkung: abführend, blutreinigend!, beruhigend, hustenstillend, stärkend

Anwendung: bei Hauterkrankungen

Aufguss:


  • 20 g Kraut und Blüten in 500 ml Wasser geben und über Nacht ausziehen lassen, seihen, erwärmen, etwas Honig dazu. Morgens nüchtern eine Tasse kurmäßig für zwei bis drei Wochen zur Blutreinigung bei Akne, Flechten,

  • Milchschorf – bei diesem hilft auch das in Milch zerstoßene Kraut als Umschlag