Samstag, 31. August 2013

Urlaub - Sächsische Schweiz

Blick vom Lilienstein auf Prossen
Aufgang in die FEWO
Terasse
Morgennebel am Lilienstein
So. Bevor hier nun alle denken, ich habe Urlaub nichts weiter gemacht außer gelesen, will ich ein bisschen erzählen. Ich war im Elbsandsteingebirge zu Gast. Wieder mal. Trotz das ich nun schon mehrfach da war, habe ich immer noch nicht alles gesehen, nicht jedes heimeligen Örtchen besucht, nicht jeden Fels erklommen, mich nicht durch jedes Nadelöhr im Felsgewirr der Kühle des Waldes gezwängt, um dann auf dem Plateau Sonne, Speis und Trank zu genießen. Es ist eine besondere Landschaft, die ruhigen Orte abseits der etwas mehr begangenen Wanderwege bringen Ruhe in die Seele, gute Luft in die Lungen, öffnen die Augen und das Herz. Es ist schön in der sächsischen Schweiz. Wer noch nicht dort war, der sollte es unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen. Touristen sind willkommen, auch oder gerade weil es wieder einmal ein Hochwasser gab, dessen Auswirkungen man noch an den flussnahen Gebäuden sehen kann. Es wird ja nicht die ganze Gegend überschwemmt, es gibt dort Berg und Tal. Aber der Fluss fordert seinen Tribut.  Quartier bezogen wir bei Familie Karsten in Prossen, http://www.saechsische-schweiz-touristik.de/karsten/ . Hier haben wir uns sehr wohl gefühlt, alles war blitzsauber, liebevoll dekoriert, die Wohnung groß, ruhig, mit einer schönen, blumenbewachsenen und vom Wein umrankten Terrasse. 
In der Wolfsschlucht
Blick vom Hockstein
 zur Burg Hohenstein
Im Schindergraben


Eines unserer Ziele war u.a. das Polenztal, dieses ist ein wild romantisches Flusstal, man unterteilt es in das obere und untere Polenztal Es beginnt unten an der Talsohle bei Hohenstein und begeistert mit vielen Mühlen, schroffen Felsen, sogenannte Prall- und Gleithänge, und vielen Wiesen, die im Frühjahr über und über mit Märzenbechern bedeckt sind. Hier befindet sich das größte Vorkommen an wild wachsenden Märzenbechern in Sachsen. Das untere Polenztal beginnt am Hockstein, von hier aus sind wir auch hinabgestiegen, durch die sogenannte Wolfsschlucht, welche den Hockstein in zwei große, einzelne Felsen teilt.
Eingang Schindergraben
Eine kleine Örtlichkeiten Polenztal ist der Schindergraben, der einen Besuch auf jeden Fall lohnt, da hier die Flora am artenreichsten ist. Seinen Namen erhielt der Graben weil hier der Schinder von Hohenstein kranke und tote Tiere entsorgte, um die Ausbreitung von Tierkrankheiten und Seuchen zu verhindern. Ein anderer Name für den Schinder ist auch Abdecker, Feldmeister, sein Beruf gehörte – obgleich wichtig – zu den unehrlichen. Man mied diese Menschen, waren sie auch die Gehilfen der Scharfrichter. Geht man weiter den Schindergraben hinauf, der sich selbst überlassen ist, gelangt man zu ehemaligen Bärengarten. Da lebten die Hohensteiner Bären, die zu versorgen ebenfalls die Aufgabe des Schinders war. Der Schindergraben befindet sich in der Kernzone des Nationalparks, schon in den 40er Jahren wurde das Polenztal unter Schutz gestellt, der Artenreichtum ist wie schon gesagt einzigartig.

Blick zum Pfaffenstein
Ein anderes Ziel war heuer der Pfaffenstein, er ist 434,6 m hoch, es gibt einen leichten und einen beschwerlicheren Anstieg mit steilen Treppen und Leitern. Er ist ein Tafelberg mit vielen unterschiedlichen  geologischen Gegebenheiten und wir auch als „Die kleine sächsische Schweiz“ bezeichnet. Erste Besiedelungen der natürlichen Zufluchten und zahlreichen Höhlen fanden bereits in der Bronzezeit statt.

Eine Felsnadel des Pfaffenstein ist die Barbarine, sie ist das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, 42,7 m hoch und freistehend. Der Sage nach entstand sie aus der Verwünschung einer Mutter heraus. Die Mutter hatte ihrer Tochter gesagt sie möge zur Kirche gehen, die Jungfrau aber ging lieber in die Beeren. Über den Ungehorsam der Tochter erzürnt wünschte sie, sie möge auf der Stelle zu Stein erstarren, so steht die Unglückliche noch heute als warnendes Zeichen für alle unfolgsamen Kinder. So jedenfalls steht es auf einer Tafel zu lesen. 
Um die Barbarine und den Pfaffenstein erschallt der Ruf des Wanderfalken, man kann ihnen beim Fliegen und Jagen zusehen, die Flugmanöver faszinieren. Ich komm wieder, ganz sicher. 






Freitag, 30. August 2013

Buchbesprechung: Lexikon der Alpenheilpflanzen. Heilkunde und überliefertes Wissen

Dass dieses Buch etwas Besonderes ist stellt der Leser sehr schnell fest. Er reist in die Welt der Bergflora, lernt die Pflanzen kennen, die sich hier ihren Platz erkämpft,  sich  lebensfeindlicher Bedingungen angepasst haben. Mir war es bisher nie so bewusst, welchen Anforderungen die hier ausharrenden Pflanzen Rechnung tragen, dass sie mit extremer Hitze und Kälte, kargen Böden, Wind und Erosion auskommen müssen. Umso wunderbarer ist es dieses reich bebilderte Buch zu lesen, dass so voller Geschichten, Magie und Brauchtum steckt, welches hervorragend die Beschreibungen der Gewächse und ihrer Heilwirkungen ergänzt, ja ein neues, lebendiges und doch jahrhundertealtes Licht auf die Flora wirft. Wunderbar auch die volkstümlichen Namen, nicht nur deutsche, auch die spanische oder französischen Bezeichnungen sind versammelt, sogar auch auf Ladinisch, bemerkenswert. So wie die Benennungen unterschiedlich sind und doch alle dasselbe meinen, so sind die überlieferten Anwendungen in der Volksheilkunde manchmal weiter voneinander entfernt, und zielen doch auf einen Zweck – die Heilung – ab. Wo nun moderne Phytotherapie auf Hausmittel trifft, scheinen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf, wird oft bewiesen, was die Bewohner der Berge schon so lange wussten: es steckt Heil und Kraft in den Pflanzen, die außergewöhnlich ist, wie der Ort an dem sie wurzeln. Mir gefällt die Diktion der Autorin ausnehmend gut, sie rührt geradezu an der Seele, so voller Liebe geschrieben und lässt keine Fragen offen. Ob ich mir zu wenig um diese Pflanzen Gedanken gemacht habe, frage ich mich nach der eindrucksvollen Lektüre. Ein detailliertes Buch jedenfalls zu diesem Thema findet sich noch nicht in meinem Fundus,  vielleicht gibt es auch wirklich noch keins auf diesem Gebiet. Ganz am Ende sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es neben den außergewöhnlichen Betrachtungen der Fauna auch mit Rezepturen und Anwendungsvorschlägen aufwartet, wovon viele dank Empfehlung von Handelsprodukten auch im flachen Lande ausgeführt werden können.



Lexikon der Alpenheilpflanzen. Heilkunde und überliefertes Wissen
Autorin: Astrid Süßmuth

250 Seiten, AT Verlag; ISBN-13: 978-3038006718
Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 17 x 3 cm
Preis: 24,90 

Über die Authorin: Astrid Süssmuth geboren 1972. Heilpraktikerin in eigener Praxis, Ingenieurin und passionierte Bergsteigerin. Grundlagen ihrer Arbeit sind das traditionelle Kräuterwissen ihrer Vorfahren aus den Bergen und die archaischen Naturerlebnisse, zu denen sie ihre eigenen Studien geführt haben. In Zeitschriftenartikeln, Büchern und Seminaren gibt sie ihr großes Pflanzenwissen, die Traditionen unserer Ahnen und praktische Naturerfahrungen weiter. Astrid Süßmuth lebt mit ihrer Familie in Oberbayern.

Naturheilpraxis-suessmuth.de  & Vom Gletscher zum Steinkreis

Montag, 26. August 2013

Buchbesprechung: Destillatio - Das Buch vom traditionellen Destillieren

Ganz zum Anfang steht ein Zitat von Hieronymus Brunschwig, 1512:

Destillieren ist nichts anderes,
als das Subtile vom Groben
und das Grobe vom Subtilen
zu scheiden,
das Zerbrechliche oder
Zerstörbare unzerstörbar,
das Materielle unmateriell,
das Leiblich geistlich
und das Unschöne schöner zu machen.

Und genau darum geht es, etwas zu schaffen, etwas Neues zu wagen, andere Wege zu gehen, dabei verantwortungsbewusst handeln. Nur weil einer Destillieren will, heißt das ja noch lange nicht, dass man sich betrinken oder gar Handel mit den Geistern treiben will, die ohnehin zum Genuss bestimmt sind, nicht um sich in andere Welten zu schwemmen. Der Kenner und Genießer wird überdies kein Säufer sein, unter Generalverdacht gestellt gehört man sowieso nicht. Also wirklich, manchmal verzweifelt man an der deutschen Gesetzgebung, dabei könnte alles so schön sein: So ein Wald- und Wiesenweib wie ich will ja nicht nur von den geliebten Kräutlein Tee und Wickel machen, denn da hört es ja nicht auf, Salben müssen her und Öle. Ja und dann natürlich Gels und Creme, Shampoo und Wässerchen. Irgendwann landet man beim Hydrolat und bekommt runde große Augen, staut bei den Preisen. So kommt man wieder da, wo man angefangen hat, fragt sich warum macht man es nicht selbst? Nun sucht man nach Informationen, wie und was. Ein hervorragendes Buch, das wirklich alle meine Fragen beantwortet hat ist "Destillatio - Destillen & Destillieren. Das Buch vom traditionellen Destillieren, Schnapsbrennen, ätherische Öle und mehr..." von Kai Möller.


Hier schreibt der Fachmann mit einer geradezu ansteckenden Begeisterung von den Anfängen des Destillierens, spinnt den Faden hin von alten Anlagen hin zu "modernen". Kai Möller erklärt fachkundig wie die Destillation funktioniert, was zu beachten ist, legt dar wo sich Fehler einschleichen, wie man sie vermeidet, einschließlich des sich unweigerlich einstellenden Katers nach doch zu reichlichem Genuss. Er verrät was für Alkoholsorten es gibt und wie sie hergestellt werden. Dies war mir schon mehrfach hilfreich, wenn in alten Rezepten die Rede von bestimmten Alkoholen zum Ansetzen von Tinkturen war. Nach über 120 Seiten geistreichen Wissens sind die Grundlagen kurzweilig zu lesen vermittelt, hier ist aber bei Weiten noch nicht Schluss. Jetzt kommt was alle naturheilkundlich Interessierten ansprechen wird: die Herstellung von ätherischen Ölen. Auch hier werden die unterschiedlichen Methoden anschaulich dargelegt, so dass man nun im Stande ist mit entsprechender Apparatur selbige zu Hause herzustellen. Bei den meisten Pflanzen wird die Ausbeute aber aufgrund der zulässigen Kesselgröße - in Deutschland liegt sie bei mickrigen 0,5 Litern - beschränkt und unnötig langweilig in die Länge gezogen. Wohl aber lässt sich mit den kleinen Destillen hochwertiges Hydrolat zur Einarbeitung in selbstgemachte Kosmetik fabrizieren. Man braucht ja nicht viel.

Dem Destillieren selber haftet immer noch heute der Hauch des Geheimnisvollen an, nur die Eingeweihten wissen wie es geht. Mysteriös und rätselhaft ist die Kunst des Destillierens, wie auch der vierte Teil des Buches eindrucksvoll beweist: Eine Einladung für werdende Alchemisten ist es, denn es folgt ein kleines Kapitel über die Suche nach der Quintessenz, dem Stein der Weisen, die Grundprinzipien der Alchemie und der Herstellung speyrischer Elixiere. So macht das Buch, dessen Hauptthema die Destillation ist, richtig Lust und Mut, auch dieses zu versuchen und vielleicht ein lohnendes Hobby für sich zu entdecken und damit meine ich nicht sich dem Alkohole hinzugeben, sondern etwas Besonderes zu kreieren, nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen, nicht zuletzt dem eigenen Geschmack. Das Handwerkszeug gibt es bei Destillatio selber, im traditionellen Kupfer, das Wissen dazu in diesem grandiosen Buch. Vielen Dank dafür.



Broschiert: 168 Seiten, Books on Demand GmbH;
ISBN-13: 978-3833410666
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,4 x 1,4 cm
Preis 16,90€

Mittwoch, 21. August 2013

Marzipankuchen


Noch so ein Klassiker aus Kindertagen, der immer wieder gut ankommt. Nur habe ich das Gefühl, der Teig war früher dunkler. Liegt sicher am Kakao, den es als stark entölt gab, der gallebitter war, also beim nächsten mal diesen suchen. Dass interessante daran war, das es kein richtiges Marzipan war bzw. ist sondern Falsches. 

Grundlage ist wie sooft ein Rührteig, hier mit kräftigem Schokoladengeschmack. 

Für den Rührteig: 


  • 4 Eier mit
  • 250 g weicher Butter verschlagen
  • 200 g Rohrzucker unterrühren.
  • 300 g Dinkelmehl sieben und mit
  • 1 TL Natron und 
  • 50 g gesiebten Kakao vermischen. Löffelweise einrühren. Nun
  • 1/4 saure Sahne dazugeben, gründlich vermischen und auf einem großen Blech bei Mittelhitze ca. 20 min backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Teig fertig gebacken ist. 


In der Zwischenzeit den Guss zubereiten:


  • 250 g Butter zerlaufen lassen. 
  • 250 g Puderzucker einrühren
  • 1/2 Bittermandelaroma und 
  • 250 g Feinen Gries einrühren. Die Masse flott auf den noch warmen Teig verstreichen, das geht etwas zäh. 


Für den Schokoladenguss


  • 25 g Kokusfett auslassen mit 
  • 3 El Rohrzucker
  • 2 Vanillezucker
  • 3 El dicke Kaffeesahne verrühren und nun noch 
  • 1 Eigelb untermischen. Mit einem Pinsel auf dem Kuchen verstreichen, anfangs läuft das noch etwas, wird aber fest. Mit bunten Streuseln bestreuen und einen Tag ziehen lassen.

Montag, 19. August 2013

Pflanzensäfte


Pflanzensäfte erfreuen sich wieder wachsender Beliebtheit, dabei ist die Idee älter als man glauben mag. Zahlreiche Geschichten ranken sich um König Ludwig II. von Bayern, auch eine um Pflanzensäfte, die der Hofapotheker bereitet und die Hofrat Wagenhäuser nach dem Frühstück seiner Durchlaucht nebst Familie gereicht haben soll. 

Für jeden ein Gläschen Brennessel- und Löwenzahnsaft. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten heute eine große Anzahl von Pflanzensäften an, so kann man heute zu jeder Jahreszeit eine Kur durchführen. In Pflanzensäfte enthaltenen sind unter anderen ätherische Öle, Vitamine, Saponine, Bitterstoffe, Flavonoide und Mineralstoffe. Oberste Regel ist die Pflanzen möglichst frisch zu verarbeiten, dafür stehen heute spezielle elektrische Geräte, die extra zur Herstellung von Pflanzensäften konzipiert sind, zur Verfügung.  

Aus Baldrian, Brennnessel, Gänsefingerkraut, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Löwenzahn, Salbei, Schafgarbe, Thymian stellte schon meine Oma hin und wieder Säfte her. Freilich hatte sie dazu nur den Fleischwolf und eine selbstgebaute Presse, beides war mit Sicherheit nicht in der Lage die Zellwände der Pflanzen komplett aufzureißen und alle Inhaltsstoffe daraus zu pressen, aber für den Hausgebrauch gab ihr die Wirkung Recht. 


  • Die Wurzeln des Baldrians werden im September bis weit in den Oktober hinein geerntet. Sie wirken schlaffördernd und beruhigen die Nerven. 
  • Die Brennnessel wiederum kann man schon im zeitigen Frühjahr, ja das ganze Jahr bis November ernten, sie reinigt das Blut, wirkt sanft ausleitend.Verwendet wird die gesamte Pflanze.
  • Den Saft des Gänsefingerkrautes bereitet man im Mai und Juni zu, wenn das Kraut in voller Blüte steht. Der Saft stoppt Durchfall sanft, wirkt krampflösend bei Magen-und Darmkrämpfen. 
  • Huflattichsaft wird aus den großen Blättern im Mai und Juni gewonnen, wenn die Blüten längst verblüht oder sorgsam getrocknet ihres Einsatzes harren. Bei Husten und Bronchitis ist er sehr hilfreich. 
  • Johanniskraut schließlich erntet man im Juni und Juli, wenn das Kraut blüht, es hilft bei Hautausschlägen, hellt die Stimmung auf, auch soll der Saft bei immer wiederkehrenden Beschwerden helfen. 
  • Damit wären wir bei der Kamille, die man im Juli und August sammelt, wenn das Kraut blüht. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Zahnungsbeschwerden, verdünnt zum Gurgeln bei Halsschmerzen kann man ihn einsetzen. 
  • Einer der Kandidaten, welche unbedingt im Frühjahr geerntet werden sollen, ist der Löwenzahn. Man stellt den Presssaft aus jungen Blätter und Wurzeln her. Er wirkt anregend auf Leber und Galle, zusammen mit Brennnessel, Spitzwegerich und Selleriesaft kann man eine Frühjahrskur durchführen. Bei Blasen-und Nierenbeschwerden ist vorher der Arzt zu befragen. 
  • Den Saft der Schafgarbe gewinnt man ebenfalls im Juli und August, es wird die ganze, blühende Pflanze ausgepresst. Schafgarbe wirkt sich günstig bei Beschwerden der Wechseljahre, bei Drehschwindel, schnellem Puls, bei Appetitlosigkeit sowie Magen-und Darmstörungen aus. Sie regt die Gallentätigkeit und die Verdauung an. Auch Hämorrhoiden beeinflusst die Schafgarbe günstig. 
  • Thymiansaft gewinnt man gleichfalls im Juni und Juli, verwendet wird die ganze Pflanze. Sie hat sich bewährt bei Husten und Bronchialkatarrhen. Thymian wirkt außerdem krampflösend, auch im Magen-und Darmbereich. 
  • Petersilie schwemmt Wasseransammlungen aus Körperhöhlen, hilft bei Blasenleiden.
  • Salbeisaft hilft bei krankhafter Schweißbildung, bei Erschöpfung und Entzündungen in der Nase, auch im Mund bei Zahnfleischbluten. 
  • Sauerkrautsaft hilft vorzüglich der Magen-Darmflora auf die Sprünge, dank Milchsäurebakterien, er fördert die normale Darmbewegung, führt sanft und mild ab. 
  • Der frische Preßsaft aus Weißkohl hilft anscheinend bei Magengeschwüren.
Dosierung: 
  • Am Anfang nimmt man zwei Löffel pro Tag, was man pro Woche um einen weiteren Löffel steigen kann. 
  • Bei Kindern wie immer nur die Hälfte. 
Pflanzensäfte lassen sich gut mit Wasser oder Milch verdünnen. Buttermilch mildert ein wenig den herben Geschmack der Kräuter. 

Eine Saftkur dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen mindestens aber drei. Manchmal reagiert der Körper mit Kopfschmerzen, leichten Durchfällen, Müdigkeit. Dann kann man den Saft ein zwei Tage aussetzen, oder die Dosis etwas nach unten schrauben.

Donnerstag, 8. August 2013

Buchbesprechung: Hausmittel und Heilkräuter im Jahreslauf

Hanni Reichenvater schrieb in heiterer Art das vorliegende Buch, das ich an einem Nachmittag durch gelesen habe. Es ist ein Praxisbuch, dass wie immer mit der Theorie anfängt, denn diese muss ja sein. Es wird genau erklärt wie man Heilkräuter sammelt, wann und wo gesammelt werden soll, wie man trocknet, aufbewahrt, wie man sie anwenden kann. Es wird ausführlich erklärt wie Wurzeln, Blüten, Blätter und Kraut in Öl oder Alkohol angesetzt werden, um für den Hausgebrauch heilenden Öle oder Tinkturen zu fabrizieren. Anschließend folgt eine Auflistung der wichtigsten einheimischen Heilkräuter: u.a. werden Brunnenkresse, Huflattich, Gundelrebe, Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Birken, Weißdorn, roter Wiesenklee und Tausendgüldenkraut genannt. Aber auch bekanntere Würzkräuter wie z. B. Bohnenkraut, der allseits beliebte Majoran, Knoblauch, Kümmel, Pfefferminze oder Kamille finden sich in dem umfangreichen Buch. Zu den sogenannten Wildkräutern zählen Mädesüß, Thymian, Schafgabe, Zitronenmelisse, Schöllkraut oder auch die Arnika, sogar Wacholder findet sich im Buch. Gegliedert werden die Pflanzen in zwei Kapitel, zum einen werden sie dem Jahresverlauf zugeordnet bzw. dem Anbau im Hausgarten. Zu jeder Pflanze gibt es wie immer ein Foto, oft eine Zeichnung, eine kurze Erklärung, manche Eigenheit wird beschrieben, Rezepte und Anwendungsratschläge folgen. Ein ganzes Kapitel widmet die Autoren gesunder Ernährung, mit Empfehlungen zu gängigen Gemüse- und Obstsorten nebst ihren Verwendungsmöglichkeiten. Vom Hafer und seine Heilkraft besonders bei Magen-und Darmbeschwerden wird berichtet, von Getreide überhaupt. Selbst Wasser Milch und Honig kommen nicht zu kurz, zählen sie doch zu den althergebrachten Hausmitteln überhaupt. Bestimmt kennt jeder von uns heiße Milch mit Honig wenn man erkältet ist, neu ist mir allerdings, dass Ziegenmilch auf das Wachstum von Tumoren eine günstige Wirkung haben soll. Abgerundet wird das Buch durch eine übersichtliche Auflistung in Form einer Tabelle, mit deren Hilfe man schnell das Geeignete für das jeweilige Wehwehchen findet. Das Buch hat einen besonderen Scharm, es ist für Anfänger sehr gut geeignet, um einen Einstieg zu finden in das weite Feld der natürlichen Heilmethoden und ganz besonders der Hausmittel, die mancher von uns noch von seiner Großmutter her kennt.


Verlagsinformationen:

Die Autorin: Hanni Reichenvater ist als „Kräutlerin“ durch ihre früheren Sendungen und Auftritte in Radio und Fernsehen sowie durch „Kräuterwanderungen“ einem großen Publikum bekannt. Gekünstelte Naturnähe und pseudonatürliche Rezepte sind ihre Sache nicht: Die bekannte Altausseer Kräuterfrau Hanni Reichenvater setzt vielmehr auf die „echten“ Kräfte der Heilpflanzen und das in uralten Hausmitteln gesammelte Wissen unserer Altvorderen. Ihre ehrlichen Rezepte für selbst gemachte Heilmittel aus der Natur gibt sie auf Kräuterwanderungen und eben auch in Buchform gerne an alle weiter, die an selbst gemachten Heilmitteln Interesse haben. Und genau deshalb war ihr Hausmittel- und Heilkräuter-Buch auch so erfolgreich.


HAUSMITTEL UND HEILKRÄUTER IM JAHRESLAUF, ISBN 978-3-7020-1300-4
160 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen und Grafiken, Hardcover. Preis: € 16,90

Mittwoch, 31. Juli 2013

Buchbesprechung: Schädlinge in Haus und Garten

Im Fall eines Falles versucht man zu Haus des Schädling selber zu bestimmen, so geschehen seinerzeit mit der Dörrobstmotte. Ist die Gefahr erst einmal erkannt, kann man entsprechend handeln. Da vorbeugen bekanntlich besser als heilen ist, erfährt man auch, was man im Vorfeld tun kann um gewissen Schädlingen keinen Raum zu geben. Gegliedert wird nach den Lebensräumen der Schädlinge:
  • Mitbewohner in Haus und Wohnung,
  • Schimmelpilze,
  • Schädlinge an Garten- und Zimmerpflanzen.
Schließlich folgt ein Kapitel über Nützlinge wie z. B. Schlupfwespen, Wespen und Hornissen, Eidechsen, Vögel oder Fledermäuse.

Wie man Jauchen zum Pflanzenschutz herstellt, dazu 20 Rezepturen dürfte für biologisches Gärtnern sehr interessant sein, genauso wie die Rezeptur für einen Stammanstrich gegen Moos- und Flechtenbewuchs aus natürlichen Mitteln oder Omas Schmierseifenspirituslösung. Auch Saat- und Wurzelbäder werden erklärt. Allesamt praktikabel, denn oft hält die Natur zum „Schädling“ auch den „Nützling“ bereit. Zu Schluss werden die chemischen Pflanzenschutzmittel und ihre Problematik erklärt. Wer sich umfassend informieren möchte, gerade wenn man größer Vorräte anlegen möchte, dem sei das Buch empfohlen, den Gärtnern schon der Jauchen wegen sowieso.

Der Autor: 
Hubert Untersteiner ist ausgebildeter Förster sowie Doktor der Biologie und beschäftigt sich beruflich mit diesem Fachgebiet. Er ist an der Veterinärmedizinischen Universität Wien tätig.

Schädlinge in Haus und Garten: Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen
160 Seiten, Stocker Verlag, 
ISBN-13: 978-3702011260
Preis: 16,90

Donnerstag, 25. Juli 2013

Dinkel, Einkorn, Amaranth ...: Korngesunde Köstlichkeiten


Produkte aus Weizen und Roggenmehl begleiten uns seit Kindesbeinen an. Meist in Form von Brot, Brötchen und Gebäck. Etliche Generationen vorher waren es noch Hirse, Hafer, Dinkel, Einkorn, Emmer. Davon erzählen auch die alten Märchen in denen u. a. von Buchweizenfladen oder Hirsebrei erzählt wird. und Von unseren Tellern waren sie lange Zeit verschwunden, Hirse als Vogelfutter verschrien, Hafer als Krankenkost. Ganz zu schweigen von den weniger ertragreichen alten Getreidesorten. Finden konnte man sie in Reformkostläden, aber nun wird umgedacht, altes neu entdeckt: natürliche Ernährung, die unheimlich abwechslungsreich ist. Und damit man einen Einstieg findet gibt es mit dem Buch "Dinkel, Einkorn, Amarant..." einen wertvollen Begleiter. Nach der Art des Stocker-Verlages wird der Leser mit einem übersichtlichen Theorieteil in die Historie eingeführt: Die Eigenheiten alle Getreidesorten und Pseudogetreide werden erklärt, nicht langatmig, sondern die wichtigsten Daten, die man wissen sollte. Wie ein Getreidekorn aufgebaut ist, und was es so wertvoll macht folgt auf dem Fuße, auch zur Zöliakie - die leider ein großes Thema geworden ist - findet man reichlich Informationen. Wie aus Korn die verschiedenen Produkte werden, wie man sie verwendet, dazu Informationen zu den gängigen Mehlsorten sowie einige Worte zur Lagerung können anschließend nachgelesen werden. Nun folgt der praktische Teil, der mit der Anleitung zur Keim- und Sprossengewinnung beginnt, kurz und knapp das Backen vom Brot erläutert. Dann ist man auch schon mittendrin im Rezeptteil, der sich nach Alphabet der
Getreidesorten gliedert, auf diese Weise findet man schnell das Passende. Manche Rezepte überraschen, andere wiederum sind sicherlich mit anderen Zutaten geläufig. Allesamt lecker sind sie wirklich, jedenfalls konnte ich schon Hirsepfännchen servieren, ohne das es lange Gesichter gab, von wegen Vogelfutter. Die gleich zu Beginn aufgeführten Amarantleibchen zusammen mit grünen Salat schmeckten ebenfalls hervorragend, Brotsuppe und Reissalat sind keine Exoten. Dies entdeckt man auch, zu Bulgur und Kamut gab es leider nur ein Rezept. Man findet Salate, Vorspeisen, leckeres Gebäck, Auflauf oder Eintopf. Man muss ja nicht gleich mit Vollkornmehl kochen und backen, wenn man "Anfänger" ist :-) - obwohl etwas Experimentierfreude kann gar nicht schaden, nicht wegen dem gesundheitlichen Aspekt, sondern wegen dem Erlebnis Vollwert an sich. Auf jeden Fall ist auf die gute Qualität der Zutaten zu achten, dann kann gar nichts schief gehen.




Dinkel, Einkorn, Amaranth ...: Korngesunde Köstlichkeiten

Autoren: Eva Aufreiter, Bernadette Baumgartner, Birgit Hauer, Christine Mahringer-Eder, Anna Obermayr
ISBN 978-3-7020-1159-8
160 Seiten, über 70 Farbabbildungen, ca. 150 Rezepte, Format 16,5 x 22 cm, Hardcover
Preis: 15,80

Montag, 22. Juli 2013

Grete Flach - die weise Frau von Büdingen

Ich bin immer auf  Suche nach Kräuterbüchern, auf einem Flohmarkt im Badischen fand ich ein kleines Buch von 1984. Es hat sich als ein Glücksgriff erwiesen, denn es spricht mir aus der Seele. Natürlich interessiert dann auch die Person hinter dem Buch: Grete Flach. Um Grete Flach gibt es eine schier unglaubliche Geschichte, sie wurde  die „weise Frau von Büdingen“ genannt, wohnte daselbst im Hessischen. Das Buch heißt „Kräutermutter Flachs Gesundheits- und Lebensbrevier“. Was besonders auffällt an diesem Buch ist die liebenswürdige Schreibweise mit einem gewissen Nachdruck. Es ist mit einem Kapitel von Günter Hochheim versehen, das Grete Flach beschreibt: Bei der ersten Begegnung nahm Herr Hochheim Frau Flach als in ihre Welt hinein gewachsen war, in die Welt der Pflanzen, die der Kräuter, hinein lauschend, mit einem sicheren Gespür für alles was kreucht und fleucht. Sie hatte klare helle Augen, schlank und aufrecht stand sie da, ihre Stimme begrüßte ihn freundlich, jugendlich, trotz ihrer 70 Jahre. Herr Hochheim bescheinigt Frau Flach eine geradezu klösterliche Bescheidenheit so wörtlich, sie verbringt ihre Tage arbeitend, jeden Tag kommen Besucher und bitten um Hilfe. Aber nicht nur Besucher empfängt sie, sondern sie beantwortet auch stapelweise Briefe von Menschen die ihre Hilfe erbitten. Auf die Frage, warum sie denn so still und bescheiden lebe, soll Frau Flach antwortet haben:

„Weil nur das einfache Leben Kraft und Ruhe gibt. Ich klammere mich nicht um all die Reklame, die uns Menschen teuren Luxus schmackhaft machen will. Ich weiß, dass wir als Naturwesen auch naturverbunden leben müssen. Jedes Entfernen von der Natur macht uns nur krank und unglücklich.“ 

Und weiterhin verrät Frau Flach:

„Sich nie hetzen lassen! Sich nie drängen lassen! Immer ruhig Blut bewahren! Auch nichts auf Gehässigkeiten andere geben! Das schont die Nerven und hält jung.“

Frau Flach kommt aus dem Böhmerwald und da wanderte sie auch am liebsten umher. Sie sucht die Nähe zu den Pflanzen,  die Verbundenheit zu den Wäldern. Wie gut sie daran tat: Die Pflanzen der Heimat lernt man nur kennen, wenn man sich in der Natur auffällt, wenn man sie erkundet, mit offenen Augen durch Wald und Flur läuft. Uns Kindern flog dieses Wissen durch unsere Omas und unzählige Streifzüge einfach so zu. So ging es auch Grete Flach. Sie wusste wo Heilkräuter wachsen, wann sie blühen, wann man sie ernten muss, wie man ihnen die Heilkräfte entlockt, wie und zu welchen Zweck man sie anwendet. Lange bevor es Pharmaindustrie und Apotheken gab, wussten die Menschen instinktiv sich selbst zu helfen. Und wenn sie sich nicht helfen konnte, da gab es immer noch einen der vielen, mit besonderen Kräften ausgestatteten den Zeitgenossen, die wie Grete Flach ein besonderes Näschen für diese Dinge hatten. Vieles ist in der Volksmedizin überliefert worden, oft existieren in den Familien Bücher, deren Seiten in uralte Sütterlinschrift fein säuberlich beschrieben sind. Das Papier brüchig, gelb, eingerissen, mürbe, genau wie der Umschlag. Alte sind diese Bücher, alt ist auch das Wissen darin, unermesslich wertvoll. Dieses Wissen, dem Kinde praktisch vermittelt, trägt bald Früchte, das Kind wird es selbst anwenden, man wird sich wundern, was in so einen kleinen Kopf alles vorgehen kann, welch ungeheuren Mengen an Wissen es anzuhäufen im Stande ist. So ist das eben mit den Kindern vom Lande, die noch barfuß durch die Wiesen hüpfen, Wespenstiche kurzerhand mit zerkauten Wegerichblättern bedecken. Frau Flach war so ein Kind, ein weltfremdes Leben hat sie nicht geführt im Gegenteil, sie stand mit beiden Beinen darinnen. Immer helfend, immer zur Stelle, auch im zweiten Weltkrieg:

„Es war in jener Zeit, als viele Flüchtlinge durch unser Dorf zogen. Viele von ihnen waren schwach und krank. Es gab ein grenzenloses Elend. Die Kranken lagen in Scheunen und Sälen und warteten auf Hilfe. Das gab keine Medikamente mehr. Da habe ich meine geliebten Heilkräuter zu Hilfe geholt, und fast in jedem Fall hatte ich Erfolg. Die Geheilten konnten ihre Flucht fortsetzen und sich in Sicherheit bringen.“

Selbstredend sind die Menschen sehr dankbar, wenn ihnen so selbstlos geholfen wurde. Und so etwas spricht sich warum. Aus ihrer Heimat vertrieben hat es Frau Flach nicht leicht gehabt, dennoch ist die mit vielen fertig geworden. Ein Ausspruch von ihre über dem Sinn des Lebens lautet wie folgt:

„Wir sind auf der Welt, um glücklich zu werden! Gott hat uns erschaffen, damit wir uns unseres Lebens freuen. Jawohl, wir müssten Freude haben an unserem Leben!“

Das ist doch mal eine Aussage, oder nicht. Weiterhin sagt sie:

„Der Mensch ist das einzige Wesen, das mit Verstand und Logik ausgestattet ist. Glauben Sie, dass der liebe Gott uns Verstand und Logik ausgestattet hat, um alle die fürchterlichen  Dinge anzustellen, die uns das Leben so schwer machen? Glauben Sie, dass wir den Verstand bekommen haben, um Kriege anzuzetteln, um Streit mit unseren Nachbarn anzustiften, um alles zu tun, um ein ungesundes und natürliches Leben zu führen? Nein und nochmals nein! … der Menschen ist selbst schuld an seinem Unglück und Elend… sowie der Mensch sein Unglück und Elend sich selbst verdankt, so kann er sich auch selbst Glück, Freude und Zufriedenheit schaffen. Er kann aus eigener Kraft glücklich werden, wenn er nur will.“

Sie betont immer wieder, dass das einfache Leben der Schlüssel zum Glück sein, zu Gesundheit, zur Selbstfindung. Sie sagt:

„Geht in die Natur, denn ihr seid ja selbst ein Stück von ihr. Werdet eins mit der Natur! Ihr Städter, die ihr in Häuserfluchten lebt und kaum ein Stück blauen Himmel seht: wanderte in eurer Freizeit, am Wochenende, durch Wälder und Felder! Betrachte euch die Pflanzen und Tiere, lauscht auf das Rauschen der Blättern auf das Zwitschern der Vögel! Das ist das wahre Leben, nicht der Luxus, nicht die Äußerlichkeiten. Saugt dieses Leben in euch hinein mit jedem Atemzug frischer, gesunder Luft, die eure Lunge kommt! Saugt euch die Lungen voll mit der herrlichen Luft des Waldes! Das reinigt das Blut und kräftigt die Organe, schwemmt die Schlacken fort, die sich in euren Körper festgesetzt haben. Frische, gesunde Luft und tiefes Einatmen ist eins der Mittel, um Krankheiten fernzuhalten und um den Körper zu kräftigen... Wandert, wandert! Bewegt eure Glieder, lass sie nicht einrosten. So haltet Ihr euch den Kreislauf in Ordnung, haltet Muskeln und Sehnen intakt. Wie richtig ist doch das alte Sprichwort: Wer rastet, der rostet! Jawohl: bewegte euch, auch wenn ihr nicht mehr die Jüngsten seid!“

Wo sie Recht hat, da hat sie Recht. Weiterhin empfiehlt sie sich freizumachen von Ängsten und Sorgen, denn wir sorgen uns um die Meinung zu Nachbarn, und das Geld, um die Gesundheit. Von all dem sollen wir uns frei machen und einfach normal leben. Denn niemand nützt die Angst, niemand nützen die Sorgen, sie machen uns nur krank. Für ein glückliches Leben ist die Liebe unendlich wichtig ist, denn alles was wir dann tun geschieht aus Liebe und nicht aus niederen Beweggründen, so ihre Botschaft. 

„Seht in jedem Mitmenschen immer den Bruder oder die Schwester, nie den Feind, den Konkurrenten! Jeder Mensch… ist von Grund auf gut. Wenn er im Laufe seines Lebens verdorben worden ist, so trägt er den meisten Fällen nicht selbst die Schuld daran.“

Das Gute, was wir unseren Mitmenschen angedeihen lassen, soll immer selbstlos sein, ohne etwas dafür zu erwarten. Die Kinder, so sagt sie, erzieht in Liebe zur Natur. Dazu gehört den Kinder zu ermöglichen, so oft es geht im Freien zu spielen mit Wasser, Erde, Sand usw. Weiterhin rät sie den Kindern möglichst früh Fauna und Flora zu erklären, somit nahe zu bringen. Nur so lernen sie Eßbares von Giftigen zu unterscheiden, dieses Wissen schützt sie. Großen Wert legt Grete Flach auf die Ernährung. Schon meine Oma sagte immer: „Am Essen wird nicht gespart, und an der Butter sowieso nicht.“ Frau Flach hat irgendwie alles begriffen. Sie erinnert mich sehr an meine Großeltern und Eltern in Ihren Ansichten, allerdings nicht, was ihren weiteren Wege angeht, der mehr als abenteuerlich, ja dubios zu enden scheint. Wie auf der Website www.greteflach.de nachzulesen ist, verschwand sie einfach eines Nachts aus ihrem Hause. Man spricht hier von zwangsweiser Verbringung in eine Verwahranstalt mit striktem Besuchsverbot. Ihr Neffe, Kurt Maier, bemüht sich anscheinend immer noch um Aufklärung, die Website ist aktuell: 

Zitat: Es stimmt, dass meine Tante Grete Flach die Schwester meines Vaters, nahezu 100 Jahre alt wurde, bevor sie aus bisher noch nicht geklärter Ursache im unfreiwilligen fremden Gewahrsam verstarb und ich als Neffe vor Ort erst gerufen wurde, als sie mich nicht mehr hörte und mir nichts mehr sagen konnte. Sie verstarb im 96. Lebensjahr in zwangsweiser Unfreiheit unter unglaublicher seelischer Quälerei durch jene, die dies verantworten. Und hier steht an allererster Stelle dieser so genannte angebliche Kräuter Doktor aus dem Spessart, mit seiner unerwünschten Lobhudelei über Grete Flach, welches dieser, würde sie noch am Leben sein höchst peinlich wäre, denn sie war ein allseits beliebter Mensch schlicht und einfach, der um sich kein Aufhebens machte und dies auch nicht nötig hatte so oder so über sich selbst zu befinden.

Es stimmt auch, wenn es in diesem Artikel heißt, Grete Flach war eine außergewöhnliche Frau und Heilerin in großer persönlicher Einfachheit und natürlicher Schönheit–trotz ihres hohen Alters. Selbst im Sarg liegend konnte man ihr dies noch bestätigen. Was dieser Schreiberling, der sich wohl sehr wichtig vorkommt, jedoch ganz bewusst nicht vorträgt und der weitgehend unwissenden Öffentlichkeit ganz bewusst verschweigt und damit sich selbst auf Kosten anderer als Wohltäter und Samariter hervorhebt, ist dies, dass er nicht sagt, dass die von ihm persönlich entführte Grete Flach unter Zuhilfenahme eines weiteren Orts bekannten Komplicen aus dem Nachbarort im Schutze der nächtlichen Dunkelheit aus ihrem Bett geholt und gewaltsam aus ihrem Hause entführt und in seinem eigenen vorgenannten Hause ohne jede Rechtsgrundlage zwangsweise ein volles Jahr hinter Schloss und Riegel eingesperrt und ihrer persönlichen menschlichen Freiheit beraubt war, und dort auf seine Anordnung unter striktem Besuchsverbot für ausnahmslos alle ihre besorgten Angehörigen stand, sondern die allein lebende Frau exakt von diesem so genannten Kräuter Doktor aus dem Spessart ( vormals in Büdingen lebend ) eigenhändig verschleppt und in seinem Hause eigenmächtig privat eingesperrt wurde.
Zitatende

Kurt Maier forscht immer noch nach den Hintergründen und ich wünsche Ihm von ganzen Herzen, dass die Umstände, die zur Verbringung seiner Tante geführt haben, restlos aufgeklärt werden mögen, auch um seiner selbst und seines Seelenfriedens willen. Nachzulesen ist diese brisante Geschichte auf der Website www.greteflach.de außerdem in den folgenden Büchern, zu ordern über die o. g. Website

1. Die Akte Grete Flach – 2001

ISBN-13: 978-3831123179, 280 Seiten

Grete Flach, die Weise Frau von Büdingen hat Zeit ihres Lebens sehr sparsam, ja genügsam gelebt. In über vierzig Jahren als "Kräuterfrau" hat sie unzähligen Menschen mit ihrer Naturmedizin geholfen, indem sie Leiden und Gebrechen gelindert und sehr oft auch geheilt hat. Warum wurde sie am 15. Januar 1993 in einer Nacht- und Nebelaktion durch den "Heimleiter" und den "Betreuer" und Generalbevollmächtigten in ein nicht offizielles Heim verbracht und fortan dauernd verlegt? War das eine Entführung aus wirtschaftlichen Gründen?

2. Geschichte einer Entführung – 2010

Es ist ein Nachruf für die international durch Presse, Rundfunk und Fernsehen bekannte Naturheilerin aus dem hessischen Büdingen, geboren im Sudetenland. Was diese Frau zum Wohle der Menschheit nachweislich auf nahezu allen Kontinenten vollbracht hat, grenzt schon an kleine Wunder. Dieses nun schon zweite Buch legt offen, mit welchen verbrecherischen Methoden sebst in Teilen unserer Justitz, diese stets hilfsbereite Frau seelisch und unmenschlich gequält wurde.

Freitag, 19. Juli 2013

Tage wie diese....

Liegt es an den erhöhten Ozonwerten, oder an dem versprochenen Gewitter, dass sich um die Täler wälzt, aber nicht zu Potte kommt, nur ab und zu mal einen güllegeschwängerten Windhauch durch die Türritzen drückt, am mangelnden Schlaf oder am Übermut?

Na, jedenfalls macht der Mensch Fehler, ich auch, mehr als ich ertragen kann, man hat ja schließlich seinen Anspruch, oder nicht? Daher freut es mich, liebevoll mit dem Gewürzprüfer in die Blogsuppe getunkt zu werden, 
dass man noch mal umrühren soll. Falls jemand was findet, was nicht passt, immer her damit. Ein Freund tut das, der Freundesfreund nimmt es nicht krumm.  Danke Renan C. Danke fürs Entwirren mancher Knoten. 


Donnerstag, 18. Juli 2013

Von Klofrau bis zum Kanzler

Abschrift aus: Zeitzer Zeitung vom Montag, 24. Juni 1996Von Klofrau bis zum Kanzler20. Mühlengespräche sahen eine illustre Teilnehmerschar - Das Filmstudio lud ein

Von unserem Redakteur UWE GA.JOWSKI

Bockwitz/MZ. Eng und enger wurde es am Sonnabend in der Bockwitzer Windmühle zur 20. Auflage der Mühlengespräche hatte sich - wie in jedem Jahr - eine illustre Runde zusammengefunden „Von der Klofrau bis um Bundeskanz1er haben wir hier alle Berufsgruppen vertreten“ machte Helmut Pöschel vom Würchwitzer Filmklub alle Anwesenden mit einander bekannt. Der Kanzler erntete bei seiner Erwähnung Pfiffe, doch Lehrer Pöschel, den alle eh nur „Humus“ nennen, beruhigte: ‚Der ist nicht da, den hätten wir ohnehin nicht durch die Mühlentür bekommen.“ In diesem Jahr war die Runde zusammengekommen, um ‚Die Problemchen der Welt zur Jahrtausendwende“ zu diskutieren. Und das tat man ausgiebig. Aufgelockert mit Film- und Videoeinspielen plauderte Humus über die Geschichte der Mühlengespräche, zu denen man sich 1976 das erste Mal traf. Klaus Dörre, von der DEFA-Gruppe „Dokument“, die damals den Kleefestfestfilm über Würchwitz drehte, war am Sonnabend genauso mit dabei wie Bodo, ein Lebenskünstler, der etliche Jahre seines Lebens in Burma und Thailand verbrachte.

Im Mittelpunkt des Interesses auch der Würchwitzer Bürgermeister Karl-Friedrich Steinbach. Dessen per Diabetrachter vorgeführten Kinder- und Jugendbilder regten zur Heiterkeit an. „Früher, da war das gemütlicher, da saßen wir noch auf den Säcken“, merkte Steinbach an. Und etliche in der Runde, die am Ende der Gespräche mit weißem Hintern nach Hause gingen, nickten zustimmend, Natürlich spielt auch der Filmstreifen über den Würchwitzer Milbenkäse bei den ‚Gästen aus mehreren Ländern eine Rolle.

Überhaupt war das mehrstündige lockere Programm gespickt mit kulturellen Kostbarkeiten. So der Flötensolo von Cornelia Toaspern, die Darbietung von Stetfis Tanzmäusen, das Probehäppchen der Leipziger Pfeffermüller. Aber auch aus der Mühle gab es neues zu berichten, Im nächsten Jahr, so Windmüller Eberhard Oertel, sollen sich die Flügel der Mühle wieder drehen. . .

Montag, 8. Juli 2013

Trichloramin

Attribution: Bundesarchiv, Bild 183-20403-0001 
/ Siegert / CC-BY-SA
Endlich ist im Sommer da, die steigende Temperaturen lockten viele Badelustige in die Freibäder. Nicht jeder hat einen Natursee vor der Haustür, die Alternative ist ein öffentliches Bad und dieses wird gemäß Infektionsschutzgesetz Paragraph 37 mit Chlor versetzt. Damit wird der Ausbreitung von für den Menschen schädlichen Keimen entgegengewirkt. Das Wasser wird desinfiziert, die darin befindlichen Mikroorganismen werden ab getötet oder inaktiviert. Dazu kommen drei verschiedene Chemikalien in Frage: Chlorgas, Natriumhypochlorit oder Calciumhypochlorid. Neben der Desinfektion des Wassers, wird Selbiges von Haaren, Hautschuppen, Spucke und was sonst noch so im Wasser landet, gereinigte in dem diese Stoffe abgebaut werden.  In Badewasser befinden sich durch chemisches Reaktionen mehrere verschiedene Chemikalien u.a. gebundenes Chlor z.B. Trichloramin. Dieser Stoff nun kann bei empfindlichen Menschen Augen, Nase, Rachen und die Bronchien reizen. Es ist dieser typische Geruch nach Schwimmbad den wir alle kennen. Trichloramin es ein flüchtiges Gas, es steht im Verdacht, Asthma auszulösen. Das Bundesamt für Umwelt selbst bestätigt das Trichloramin bis in die unteren Atemwege eindringen, dort das Lungenepithel schädigen und es damit durchlässiger machen kann. Bestimmt hast du es selbst schon einmal bemerkt: Wenn du aus dem Wasser steigst, dann jucken die Augen, der Blick ist seltsam verschleiert, man sieht irgendwie komisch. Den Chlorgestank bekommt man erst mit einer gehörigen Portion Duschgel wieder herunter, das selbstverständlich ordentlich zu duften hat.
Messwerte habe ich hier noch in keinem Bad gefunden; sie hingen nicht aus, dass man sie hätte sehen können. Wenn ich mir überlege, dass wir mit Zusatzstoffen in allen möglichen Lebensbereichen geradezu bombardiert werden, dass es für diese Stoffe eine Höchstdosis gibt, aber man die Summe aller Stoffe denen man pro Tag ausgesetzt ist gar nicht wissen kann, dann kann man doch wirklich sagen, dass man schleichend vergiftet wird. Deswegen wie immer: die Augen auf und einen sauberen Natursee gesucht, lieber einmal weniger baden gehen, dafür aber gesund und unbelastet. Ach ja und übrigens einen kleinen Picknickkorb mitzunehmen wäre nicht die schlechteste Idee. Dieser darf dann ruhig gefüllt sein mit gesunden Obst und Gemüse, leichten Speisen und natürlich eine ordentlichen Ladung Getränke. Die typische Schwimmbadfutterkarte schaut doch so aus: zuerst einmal fertiges Eis aus der Tüte, Frikadellen, Currywurst und die greislichen Pommes mit ordentlich Majo und Ketchup usw. Natürlich auch jede Menge süße Getränke. Mit gesunder „Körperertüchtigung“ (grins) hat das mit Sicherheit nichts mehr zu tun. Auf jeden Fall dürfte der auffällige Chlorgeruch ein deutlicher Indikator für die Emission von Trichloramingas sein, in einem Bad wo es auffällig nach diesem duftet muss man ja nicht unbedingt schwimmen gehen. Vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine lauschige Alternative, die meisten deutschen Gewässer werden ohnehin auf Badetauglichkeit getestet. 

(Qulle: Bundesumweltamt)