Auch das Osterfest war ursprünglich ein Frühlingsfest, obgleich es sich, oberflächlich betrachtet, aus dem jüdischen Passahfest entwickelt hat, dem Fest zum Gedächtnis des Auszugs der Kinder Israel aus Ägypten, das mit zu feiern Jesus nach Jerusalem eingezogen war. Das Passahfest, ist das nachweisbar älteste Fest der Juden, Pagen lange vor der Zeit ihres Auszugs aus Ägypten gefeiert wurde, ist keineswegs als ein den ich redete eigentümliches Fest anzusprechen, sondern war wie die in noch früheren Zeiten in Ägypten und Babyloniern begangenen Festlichkeiten, ursprünglich ein Frühlingsfest, ein Fest, an denen man Gebet an die Götter richtete, Unfruchtbarkeit für Tiere und Pflanzen von Ihnen zu erreichen. Die alten deutschen Kanten gleichfalls ein Frühlingsfest, dass sie zu Ehren ihres Gottes Thor und seiner Schwester Ostara oder Eostra feierten. An seiner Stelle setzt die christliche Lehre das Passahfest. Mit allen Mitteln versucht sie, den von den Juden überkommenen Namen für dasselbe beizubehalten; indem blieb die Erinnerung an die heidnische Göttin in den Bezeichnungen Ostern und Easter beim deutschen und englischen Volke erhalten.
Das heilige Tier der Ostara war der Hase, ihr Lieblingsopfer waren Eier; beide galten als Sinnbilder der wieder erwachenden Natur und der Fruchtbarkeit, die im besonderen derFrühling mit sich bringt. Osterhase und Ostereier sind daher eng mit den deutschen Ostergebräuchen verknüpft. Lange vor dem Fest damit die Hausfrau möglichst viel Eier an, färbten bemalt sie mit schönen Mustern und versteckt sie am Ostermorgen, in kleinen Nestchen gelegt, auf die wiederum ein Osterhäschen gesetzt wird, im Haus, im Garten oder auf der Wiese, wo die Kinder sie dann suchen. Auch Erwachsene beschenken sich gegenseitig mit Ostereiern, wie die heidnischen Altvorderen es bereits taten; indessen sind Einstellen der ursprünglichen Hühnereier jetzt zumeist Schokoladen- oder Zuckereier, auch wohl Eier aus Porzellan oder Metall getreten, die die auserlesen Erzeugnisse des Zuckerbäckers, in wohlhabenderen Kreisen unter Umständen auch Gegenstände kostbarerer Natur, Goldsachen und Juwelen, als Inhalt in sich bergen. Mit den Ostereiern wird von den Kindern mancherlei Kurzweil getrieben. Sehr verbreitet ist das Eier picken zwei Spieler verbergen in der hohlen Hand ein Ei, so dass nur die Spitze er vorsieht, und picken, d.h. stoßen die beiden Eierspitzen aneinander; wessen Ei dabei unversehrt bleibt, der erhält das seines Gegners.
Ein anderes am Ostertage sehr beliebtes Volksspiel ist Eierkullern oder das Eierwalen. Auf einem Hügelabhang oder einer kleinen, besonders dazu hergerichtete und geglätteten schrägen Bahn lassen die Spieler die Eier hinabrollen; wessen Ei die anderen trifft oder überholt, der hat gewonnen. Vielfach sind die Eier außer Gebrauch gekommen; an ihre Stelle sind Äpfel Pfefferkuchen sogar Würste getreten, die man den Abhang hinab wirft, worauf sich die zahlreich unten versammelten Kinder um sie beiden. In Süddeutschland wie auch in der Schweiz betreibt man das Eier laufen auf eine abgesteckten Bahn, am besten auf einer Wiese, werden ein paar 100 Eier in Abständen von je einem Meter verteilt und am Anfang derselben ein Korb aufgestellt. Ein Teilnehmer an dem Spiel mussten jedes Ei einzeln aufheben, zum Korb zurückgehen und das Ei hineinlegen. Währenddessen läuft ein anderer zu einem etwa eine halbe Stunde entfernten Nachbardorf, um sich hier zu melden, und begibt sich ebenso schnell wieder zu seinen Ausgangspunkt zurück werden seine Aufgabe zuerst gelöst hat, gilt für den „König“. Allerlei Lustbarkeiten schließen sich an dieses Eier laufen an. Die am Gründonnerstag gelegten Eier schätzt das Volk besonders hoch ein. In Süddeutschland behauptet man, dass diese bereits in der Henne geweiht sind, ehe das Tier sie legt, und am Ostertage eine zweite Weihe durch den Priester erhalten, so dass sie nunmehr eine besondere Wirksamkeit besitzen. Am Ostersonntag nüchtern getrunken, verleihen sie außergewöhnliche Kräfte, schützen vor Blitzgefahr, machen stichfest usw. In der Oberpfalz und in der Oberfranken vergisst der Hausherr niemals, ein Gründonnerstagsei zu essen, um gegen allerlei Krankheiten gefeit zu sein. Er gibt ein an diesem Tag gelegtes Ei sogar dem Vieh zu fressen oder teilt ein solches in zwei Hälften, von denen er die eine in ein Läppchen eingewickelt, im Pferde-, die andere im Kuhstall aufhängt, um dadurch Viehseuchen fernzuhalten. In Pommern steckt der Bauer jedem Stück Vieh vor dem ersten Austreiben ein Ei ins Maul uns, dasselbe hinunter zu schlucken; dadurch sollen die Tür so rund wie die Eier werden. In anderen Gegend werden bei dem Beginn der Feldarbeit zahlreiche Gründonnerstagseier über den Ablauf verstreut und unter das Korn gemischt, um große Fruchtbarkeit zu erzielen oder die Saat vorhatten zu schützen. Auch wirft man bei einem losbrechen den Gewitter ein solches Ei über das Dach des Hauses, um dieses vor Blitzen zu schützen. Geht man in die Kirche beim Sonnenschein durch ein solches Ei dann vermag man die in der Gemeinde vorhandenen Hexen zu erkennen, überhaupt kann jeder der ein solches Gründonnerstagsei bei sich trägt, Fehler erkennen, dass anderen Menschen verborgen bleibt. Sehr verbreitet ist in Schwaben der Glaube an die heilende und verschönern den Kraft des Osterwassers an die reinigende des Osterfeuers. Die Sitte des Osterwasserschöpfens hängt wohl mit der Vorstellung zusammen, dass die Erde in derselben Weise, wie sie dir in sich hineingelegten Samen den Trieb zum Sprossen und blühen mitteilt, so auch dem aus ihr fließenden Wasser eine besondere Kraft verleihe um Mitternacht oder wenigstens vor Sonnenaufgang müssen die jungen Mädchen an einem fließenden klaren Bach oder auch an den Dorfbrunnen gehen und daraus schöpfen. Während bei dieser Beschäftigung in den meisten Gegenden das sprechen verpönt ist, wird es in anderen wieder gestattet oder sogar gefordert, insofern man einen bestimmten Spruch beim schöpfen Herr sagen muss. In jenem die Burschen, die die jungen Mädchen bekleiden, sie aus Übermut durch allerhand Leckereien zum Sprechen oder Lachen zu bringen, und werden gegen die Vorschrift des Schweigens verstößt, für den ist die Zauberkraft dahin. Diese aber ist in den Augen des Volkes eine ganz außerordentliche. Osterwasser ist gleichsam ein Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten. Besonders gern wird es gegen Hautkrankheiten angewendet; es soll dem Gesicht Schönheit und Anmut verleihen. Man kocht auch die Speisen am Ostertage mit solchen Wasser; ferner füllt man es auf Flaschen oder in Fässer, um es später gegen allerlei Gebrechen zu trinken ähnliche Kräfte würden dem Ostertau sowie etwa am ostermorgengefallenen Schnee zugeschrieben.
Die Sitte der Osterfeuer geht auf die reinigende Kraft der Flamme zurück, mit der ursprünglich die Hexen und Dämonen des Winters vertrieben werden sollten. In vielen Gegenden Deutschlands pflegt das Volk am Abend des ersten Ostertages mit Vorliebe auf Anhöhen, alten Opferstädten oder sonst durch Überlieferung geheiligten Plätze haushoch aufgetürmt Haufen Holz und 30 als Osterfeuer anzuzünden. Vielfach wird noch mit Musik und festlichen Zug zu der Steppe hinaus gezogen und getanzt oder sonst wie gefeiert; auch die Kinder beteiligen sich mit allerlei Schabernack dabei. In einzelnen Gegenden lässt man mit sehr gefüllte Tonnen oder flammende Wagenräder die Berge hinunterrollen und begleitet diesen Vorgang mit lauten Gejohle. Der Glaube an die reinigende Kraft des Feuers tritt noch in einer ganzen Reihe anderer Gebräuche zu Tage im Braunschweigischen behauptet man, dass, soweit die helle der Osterfeuerreich oder darauf hin Ziel, die Felder fruchtbar würden und von Hagel und Mißwachs verschont blieben; die Häuser in diesem Umkreis seien vor Feuersbrunst und Blitzschlag, ihre Insassen vor Krankheit geschützt. Man fliegt auch vielfach die Asche des heruntergebrannten Feuers auf die Äcker zu streuen oder unter das Futter bzw. die Saat zu müssen, um gedeihen für Tiere und Pflanzen zu erzielen. In der Altmark malt man mit Kohle das Zeichen des Kreuzes an die Haustür, um seine Bewohner vor Hexen zu schützen, und mehr dergleichen. In katholischen Gegenden werden an Ostersonntagmorgen überall in den Dörfern die Speise geweiht. Nach dem Gottesdienst drängen sich Frauen und Mächte um einen der Seitenaltäre zusammen und setzen ihre Körbchen nieder, in den Osterspeisen liegen, in der Hauptsache mit rosinenreich gespickte Kuchen, ein Stück Schinken und Salz. Der Priester spricht über sie den Siegen aus. Die Speisen werden sodann mit besonderer Andacht zu Mittag gegessen, das Salz aber wird vielfach aufgehoben und muss das ganze Jahr hindurch als Heilmittel gegen Krankheit beim Menschen viel dienen wie zu Weihnachten, so bäckt man auch zu Ostern besondere Gebäcke, die in Sachsen Osterfladen, im Elsass, in Oberbayern und in Böhmen Osterleibe und in Wien Osterflecken genannt werden. Es sind meistens dünne, flache Kuchen, die auf das Sonnenrad an Spielen auch Umzüge finden zu Ostern hier und dort noch statt. In Schlesien zum Beispiel setzten sich die männlichen Dorfbewohner auf reich geschmückten Pferden von der Kirche aus in Bewegung; vor ihrem Aufbruch übergibt der Fahrer den Teilnehmern ein Kruzifix und ein geweihtes Banner, jeder Reiter nimmt noch ein Psalmbuch mit, aus denen während des Rittes, dessen Ziel die umliegenden Dörfer sind, vorgesungen und gelesen wird.
Bevor wir weitergehen, wollen wir noch kurz der volkstümlichen Gebräuche gedenken, die an den drei Festtagen der Karwoche, am Palmsonntag, am Gründonnerstag und am Karfreitag, geübt werden. In katholischen Gegenden Österreichs und Süddeutschlands legt man die jungen Triebe der Birken, Weiden, Hasselbüsche und andere Sträucher am Sonntag vor Ostern auf feierliche Weise vom Priester einfliegen zu lassen und sie werden dann entweder an die Gläubigen verteilt oder gegen ein paar Pfennig Gotteslohn verkauft. Denn diesen geweihten Zweigen, den so genannten Palmen-in der Schweiz haben solche Palmen die Gestalt vor Bäume angenommen-wohnt eine geheimnisvolle Macht inne. Die Wohnräume, die man mit ihnen schmückt, bleiben von Unheil verschont; man erreicht dasselbe auch, wenn man diese Kätzchen, wie sie auch heißen, auf glühenden Kohlen des Herzens wirft in der Umgebung Prag schlägt man die Knaben und Mädchen mit den Palmbüschel, damit sie in der Schule nicht faul werden in ähnlicher Weise schlagen die badischen Bauern ihr Vieh in der Form eines Kreuzes auf den Rücken, damit es gesund bleibe und reichlich Milch geben.-Eine ganz eigenartige Sitte ist der Tallsackenmarkt, der am Palmsonntag im Warmbrunn in Schlesien abgehalten wird. Was diesen Jahrmarkt zu seinen Namen und zu seiner Beliebtheit bei alten verholfen hat, das sind die Tallsäcker, die in und Masse zum Verkauf gestellten, aus Semmelteig angefertigten menschlichen Figuren beiderlei Geschlechts. Die gern wahrsten diese verschiedenen Gebilde haben Augen auskurieren drücken mit kugelförmigen Armen ein und gefärbtes Ei an die Brust. Damit der Käufer auch müsse, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Tallsack handelt, denkt man im Gesicht des Ersteren als Andeutung des Bartes kleine Teigröhrchen an.
Der Gründonnerstag hat seinen Namen wahrscheinlich von der heidnischen Sitte erhalten, um diese Zeit die Erstlinge der Felder, die ersten grünen Gemüse, den Göttern zu opfern. Diese Sitte kehrt auch in den christlichen Brauch wieder, am Gründonnerstag entweder gänzlich zu Fasten, was wohl mit dem Genuss des Heiligen Abendmahls zusammenhängt, oder doch sich auf den Genuss grünen Gemüses zu beschränken. Daher schreibt die Volkssitte jetzt noch vor, an diesen Tagen Kohl, Rapunzeln, Spinat, Schnittlauch, Sprossenkohl, Brennnesseln, Hauptpersonen, Kerpen, Scharbockskraut, Kind Herr Melle, Malven und andere Frühlingsgewächse zu verspeisen. Sie werden entweder als einziges Gericht (Salat) oder mit Teig verpacken genossen; in Böhmen sind dies die so genannten Spinatkrapfen, Schwaben die Laubfrösche oder Maultaschen. Von sonstigen Gründonnerstag Speisen erfreut sich noch großer Beliebtheit der Honig. Man nimmt an, dass dieser zu den Opfern, die man dem Thor darbrachte, eine große Rolle spielte. Daher schreibt man den Genuss des Honig zur Osterzeit, der besonders am Gründonnerstag auf keinem Tische fehlen darf, besondere Heilkräfte zu. Ein Honigbrot dass man an diesem Tag nüchtern verzehrt, soll vor dem Biss toller Hunde und giftiger Schlangen schützen. In Böhmen werfen die Knechte, nachdem sie sich am Ostermorgen durch waschen an fließendem Wasser gereinigt haben, ein mit Honig gestrichenen Brot Bissen in den Brunnen, um das Wasser vor Ungeziefer zu bewahren, oder spritzen demselben Zweck mit einer Honig im Zimmer umher; auflegen Sie mit Honig gestrichenen Brotscheiben in die junge Saat oder binden vor Sonnenaufgang durch Honig gezogene Fäden, um deren Fruchtbarkeit zu steigern.
Eine in katholischen Fürstenhäusern übliche Zeremonie des Gründonnerstags ist die Fußmarsch, wie sie unter anderem an den Kaiserhof zu Wien in Anwesenheit des ganzen Staates, der Minister Diplomaten am Vormittag dieses Tages in der Hofburg am zwölf Greisen vom Kaiser selbst unter großer Feierlichkeit vorgenommen wird.