Mittwoch, 6. November 2024

Pfaff E6000 - Von Bündchen / Rippen zum Doppel-Bett-Stricken

Strick ein Rippenmuster (1 x 1) nach den Anweisungen, aber mach nur 29 Reihen. Strickschloss steht links. Erhöhe die Maschenweite auf eine weniger als die, die du für das Musterstricken auf dem Doppelbett brauchst. Also, wenn die für dein glatt rechts Garn 5,5 ist, nimm 4,5/4,5. Strickschloss N/N. Mach die letzte Reihe fertig. Du bist bei 30 Reihen angekommen.

Nun erhöhe die Maschenweite, weil’s den Übergang zwischen dem engen Rippenmuster und dem fluffigeren Doppelbett- Strickmuster viel einfacher macht. Wenn wir die Maschen nicht vergrößern, werden die ersten Reihen möglicherweise zu eng und unbequem! Außerdem sieht es unfein aus.

So gehts:

Bring mit der flachen Seite vom orange/roten Lineal alle leeren Nadeln im Strickbereich auf beiden Betten in die Arbeitsposition (AP engl. WP für WORK POSITION). Wenn du die Nadelbetten anschaust, siehst du direkt gegenüber einer leeren Nadel eine Nadel mit Maschen. Das bedeutet, dass alle Nadeln zwischen -25 und 24 in der Arbeitsposition sind.

Wenn wir einfach drauflos stricken und gleich mit dem Doppelbettstoff starten, gibt’s da „Löcher“ oder Leerstellen, wo der Rippenstrick auf den Doppelbettstoff trifft. Testen mal beides, damit der Unterscheid klar ersichtlich ist.

  • Strickschloss N/N
  • Maschenweite 5/5.
  • Versatzkurbelnach unten. 30 Reihen stricken. Gestrick abwerfen.

So und nun schau dir mal den Übergang zwischen dem Rippenstrick und dem Stoff an. Siehst du die „Löcher“? Wenn es dir gefällt ist es gut - man kann da auch Zierkordel durchziehen. Wenn´s Dir nicht gefällt - weils halbfertig ist: füllen wir leeren Nadeln mit Maschen. Es gibt zwei coole Möglichkeiten, um die „Löcher“ loszuwerden. Beide sind super, also lass uns einfach beide mal ausprobieren.

Möglichkeit 1: Maschen auffüllen:

  • Nach dem Bündchen / Rippe alle leeren Nadeln in Arbeitsposition (AP).
  • Reihenzähler auf NULL
  • stricken Sie vier Reihen.

Pass auf, dass die leere Nadel eine Garnschlaufe aus der ersten (VNB) und zweiten (HNB) Reihe aufnimmt. Dann wird in der dritten (VNB) und vierten (HNB) Reihe eine richtige Masche daraus gebildet. Diese vier Reihen füllen den Raum aus, sodass keine Löcher zwischen dem Bündchen und dem Stoff entstehen.

  • Schlösser auf N/N.
  • Maschenweite 5/5.
  • Orange Abstreifer.
  • Versatzkurbel nach unten.
  • 40 Reihen stricken.
  • Strickstück abwerfen.

Es ist echt wichtig, den Übergang zwischen dem Bündchen und dem darauf folgendem Gestrick gut im Auge zu behalten: Wenn dir eine komisch geformte Masche oder eine runtergefallene Masche auffällt, und das immer an der selben Stelle - dann stimmt da vielleicht etwas mit der Nadel nicht. Wechsle sie -siehe Handbuch.

Möglichkeit 2: Die linken Maschen aufhängen:

Ich hänge lieber die Linken auf. Das braucht zwar ein paar Minuten länger, aber das Ergebnis ist es wert. Rippenmuster wie oben beschrieben einrichten und stricken.

Und jetzt kommt was Wichtiges: Vor der letzten Maschenanzahl  der Rippe die Maschengröße auf 4,5/4,5 erhöhen.

Wir erhöhen die Maschengröße jetzt, weil beim Aufhängen der linken Maschen etwas Garn von den bereits gestrickten Maschen hergenommen wird. Lassen wir die Maschenweite wie sie ist, würden die Maschen viel zu eng werden, und das Ganze könnte schnell zum Desaster führen. Der Schlitten verkanntet, weil das Garn nicht mitarbeiten kann oder noch schlimmer, das Garn reißt und ruiniert alles!

Nach dem Bündchen / Rippe alle leeren Nadeln in (AP) auf beiden Betten bringen und los gehts mit den Aufhängen der linken Maschen.

Dazu schau dir mal die Maschen auf den Nadeln beim VNB an. Siehst du die Fadenschlinge / Masche auf der Nadel? Das ist die letzte Masche, die du gestrickt hast. Schau genauer hin! Siehst du die Fadenschlinge direkt hinter dieser Masche? Die liegt ganz entspannt horizontal zur Masche (Fadenschlinge) auf der Nadel. Das ist die linke Masche.

Schieb das orange Werkzeug einfach mit dem Auge zwischen die linke Masche und die Oberseite vom Abschlagkamm. Das horizontale Maschenstück sitzt jetzt auf deinem Werkzeug. Heb die linke Masche vorsichtig hoch und häng sie auf die leere Nadel gegenüber auf das HNB. Mach weiter und häng die linken Maschen vom VNB auf das HNB über die ganze Breite vom VNB.

Tipp: Wenn du Schwierigkeiten hast, die horizontale linke Masche zu erkennen, zieh die Nadel auf dem VNB, wo die rechte Masche ist, einfach ein bisschen nach unten. So wird die linke Masche ein wenig angehoben und du solltest das orangefarbene Werkzeug viel einfacher zwischen die linke Masche und die Oberseite des Abschlagkammes schieben können. Wenn du die linke Masche aufhängst, schau dir die Strickarbeit nochmal an, und du wirst merken, dass ein Stück Garn von den schon gestrickten Maschen weggenommen wird. Du wirst sehen, dass die benachbarten Maschen etwas kleiner werden.

Na bitte - geht doch, das VNB ist erledigt. Häng nun die Maschen vom Rückenbett einfach in die freien Nadeln vom Frontbett und wende dabei dieselbe Methode an. Vielleicht fällt dir die eine Richtung leichter – vom Rückenbett zum VNB oder vom VNB zum Rückenbett – als die andere. Auch das ist ganz normal :-).

Strickschloss auf N/N einstellen. Maschenweite 5/5. Orange Abstreifer. Versatzhebel nach unten. 30 Reihen stricken & abwerfen.

Schau dir an, wie der Übergang zwischen dem Rippenmuster und dem Kleidungsstück aussieht. Was gefällt dir besser? Das Rippenmuster auffüllen oder die linken Maschen hängen lassen?

Beide Techniken – Maschen auffüllen oder die linken Maschen aufhängen – passen fast zu allen Rippenmustern. Ich persönlich finde das Aufhängen der linken Maschen besser, auch wenn es ein bisschen länger dauert, weil’s einfach schöner aussieht. Je mehr du strickst, desto mehr wirst du herausfinden, was dir gefällt. Sei ruhig pingelig – ein geschickter Übergang von Rippstrick zum Strickmuster ist das Tüpfelchen auf dem I.