Samstag, 4. Juni 2022

Es ist wirklich genug

Es dauert lange bis ich was sage - glaube ich. Jeden Morgen denk ich mir: Es kann ja nicht mehr schlimmer werden, machen wir einfach weiter. Aber jetzt reichts mir. Eins vorweg: Das ist kein Gejammer, sondern das was ICH empfinde. Ich will nicht hören das ich über den Tellerrand schauen soll, weil Anderen geht es ja noch so viel schlechter - geschenkt. Jeder ist in seinem Lebenskreiskauf eingebunden, tut das was er für Richtig erachtet, plant, stellt Weichen. Das was ich hier schreibe möchte ich verstanden wissen als Zusammenfassung dessen was wir derzeit LEBEN nennen. Was hier abgeht seit einigen Jahren und seinen bisherigen Gipfel in völlig undurchdachten für mich ganz und gar nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen gipfelt ist einfach nur noch zum Speien.

In meinem Beruf führe ich täglich viele Gespräche mit Menschen aller Altersgruppen. Über die Jahre hat sich zu vielen immer wiederkehrenden Kontakten ein liebevolles Vertrauensverhältnis aufgebaut, mancher lässt seinen Sorgenrucksack einfach mal eben bei mir. Redet sich von der Seele, was ihn plagt, überdenkts dabei, ist es mal losgeworden, hin und wieder hat er beim Denken und Erzählen eine Idee, manchmal hilfts, mich freut das dann. Ich kann also sagen, das ich ziemlich viel zuhöre und ich höre genau hin.

Neben den alltäglichen Sorgen haben manche Menschen gesundheitliche Probleme, die in den letzten Monaten angewachsen sind. Das kann viele Ursachen haben, eine davon ist definitiv die Art zu Leben der letzten Jahre. Statt miteinander ist es ein Gegeneinander geworden, eine Ellenbogengesellschaft mehr denn je. Da werden Menschen ausgegrenzt, beschimpft, gemieden, als ob sie Aussatz hätten. Das tut weh. Da werden Menschen angeworben die Andere ausspionieren sollen, da schwärzt man sich gegenseitig an ob man die Nase - weil man es drin einfach nicht mehr ausgehalten hat - vor die Türe gestreckt hat, da kommt die Polizei nebst Arzt und erzwingt einen Test auf der Treppe vorm Haus zum "Gaudi" aller Nachbarn, da wird ständig kontrolliert ob man daheim ist. Jeder von uns hat solches oder ähnliches erlebt. So! Und dann kommt man mit dem 9-Euro-Tiket, damit ja jeder durch die Gegend fahren kann, aus 1,5 Metern Abstand wird plötzlich dicht an dicht, aus Waschzwängen wird Sparen. Leute, das Wasser wird knapp - aber eine Tesla-Fabrik kann man in einem wasserarmen Gebiet bauen. Dazu noch die Kiefern roden, denn Wald kühlt ja auch keine Luft. Und noch mehr Windräder, die komisches Schwefelhexafluorid-Gas sf6 enthalten , das Zeug ist brandgefährlich für die Umwelt. Für neue Parks werden noch mehr Wälder gerodet, da sagt auch keiner was. Neulich traf ich einen Herrn von Eon beim Wandern, ein nettes Gespräch hatten wir. Ob die - bei uns glücklicherweise noch nicht stehenden Windräder die Winde bremsen - frug ich ihn. Nein, wie könnten sie das. Hm, ob er wohl recht hatte? Und siehe da: es scheint zu stimmen: Windräder bremsen den Wind - das hab ich mir immer gedacht. Aber nie, nie hat jemand in meinem Umfeld das hören wollen. Wenn ich meine langen Haare föhne merke ich doch wie der Wind aus dem Gebläse so beschwerlich durch das Dicht am Oberkopf weht, aber in den Spitzen munter drauflos pustet. Ein Wahnsinn ist das geworden. Was kommt noch alles? Ach Mutter Erde, ich segne Dich.