Donnerstag, 30. August 2012

Gaisalpsee – Gedanken, Frust und ein selbstgemachtes Massageöl


Manchen packts an bestimmten Tagen und dann stürzt man sich auch mal untrainiert ins Getümmel. Die Belohnung war ein grandioser Blick und entspannende Stunden am glasklaren Wasser des unteren Gaißalpsees. Der untere Gaisalpsee liegt auf 1509 Höhenmetern und ist 3,5 Hektar groß. tief ist er nicht, sogar Fische schwimmen in dem klaren kühlem Wasser.


Da oben ist auch so eine Art Steinkreis, vielleicht weiß ja jemand was darüber. Diesen findet man oberhalb der kleinen Hütte am See Foto siehe hier. Ganz hoch haben wir es nicht geschafft, war schon zu spät. Der Abstieg jedenfalls machte mir zu schaffen, weils doch sehr steil herab ging und dann meldeten sich die armen Muskeln des nächtens, dass man nicht mehr schlafen kann vor lauter Muskelkater. Dagegen gibt es natürlich auch was, Mutter Natur hat auch hier ihre Kindlein nicht im Stich gelassen. Ich hab mir ein Massageöl mit ätherischen Ölen gemacht, nach einer halben Stunde waren alle Schmerzen weg.

Wer es Ausprobieren will auf eigene Verantwortung. 

10 Tropfen äther. Rosmarienöl
09 Tropfen äther. Wachholderöl 
15 Tropfen äther. Lavendelöl


Zum Wasserfall hinauf muß
man, da oben liegt der See.
In 25 ml Rizinusöl und 35ml Maiskeimöl eintropfen, gut verschütteln und immer schön einmassieren. Dabei die festen Muskelpartien schön durchkneten, dann kann es wieder losgehen, etwas eher und hoffentlich bis ganz herauf. Vielleicht dann das Öl vorher anwenden. :-))))

Vom Gaißalpsee erzählt die Legende, dass da ein Drache schläft, und wenn er sich erhebt würde ganz Fischen überflutet. Wenn dann in der Pfarrkirche  dann die Weidenboschen auf dem Hochaltar wachsen, dann würden die Ruinen wieder aufgebaut werden. 

Überhaupt gibt es von vielen der in der Eiszeit entstandenen Karseen Sagen in denen immer ein Drache da im See hausen würde, was bei dessen Ausflug passiert wissen wir ja nun. Solange er aber da bleibt und die Gaißalpe noch steht, die vom See ihren Namen hat, loht sich der Besuch. Faire Preise, nette freundlichen Bedienung und superleckeres Marillenschorle. Gaisalpe






Wenn einer eine Reise tut...


dann kann er was erzählen. Und ich möchte erzählen von der Nordsee, denn da war ich das erste Mal in meinem Leben. Eine ganze Woche: Wattenmeer, Ebbe, Flut, Wind, Regen, Sonnenschein, Windräder, Kühe, Weideland, Krabben und ein waschechter Friese mit Anhang. Der Anhang ist meine liebste und älteste Freundin, die ich leider viel zu lang entbehren musste. Aber so habe ich in diesem Urlaub etwas Wunderbares wieder gefunden. Wenn man nun mitten im Allgäu wohnt und dann auf einmal auf so flachem Lande steht, ist das schon sehr komisch, vor allem, wenn man jahrweise nur Berge sah. Auf einmal ist das Land weit, bis zum Horizont nichts als Weideland, das von Gräben durchzogen ist. 

Da ich Friesland nun nur mit Windrädern gesehen haben, sie in der Ecke wo ich war nicht so groß waren, fand ich sie da doch irgendwie passend, (Für und Wider seinen hier hinten angestellt). Was mich wirklich erstaute war die ungeheure Menge auf einem Flecke. Die zahlreichen Kühe die zufrieden auf den Weiden lagen schien es nicht zu stören, es war seltsam ruhig, nur der beständige Wind sag zwischen dem Schilf, dass dort Straßen und Wege säumt. Irgendwie kraftvoll wirkte das Land auf mich, aber anders als die Berge, die trotzig in den Himmel ragen. Da schmiegen sich kleine Häuser hinter dem Deich, um fast jedes stehen alte Bäume, es gibt Bauernhäuser, lang und breit, in die alles was zum Hof gehört hinein passt. Mit Klinkersteinen erbaut strahlen sie eine einladende Gemütlichkeit aus, in den kleinen Fischerhäfen gibt es unzählige Kaffees und Bäckereien, Souvenirshops und Teestuben. Auch ja der Tee, eigentlich wollte ich mir eine Kanne mitbringen, aber das habe ich irgendwie verpasst. Tee habe ich, Kluntje (Kandis) auch. In der  Speisekarte der Familie Heusipp auf Spiekerooge, wo wir herzhaft und urgemütlich zu Mittag aßen fand sich dieses Gedicht: 


"Toerst de Kluntje unnern drin,
nu sgenk de heete Tee man in.
Dann sall dat Knistern di beglücken,
wenn´t Kluntje fallt in Stücken.
En Loepel Rahm noch - ist dat klar, 
kummt bald dat Wulkje wunnerbar,
denn Sluck für Sluck de Tee probeern, 
man ja nich mit de Loepel röhrn!
Un is de Teestünn denn vörbi, 
pust ut dat Lucht - dat ra ick Di!"

So eine Teestunde ließ sich der Leiter des Buddelshiffmuseums in Carolinensiel nicht nehmen :-), nach Beendigung der Selben nahm er sich dann richtig viel Zeit, erklärte und hieß uns Modelle zusammenbauen. Obwohl sicherlich schon hunderte Male einem Touri erklärt, hatte er offensichtlich richtig viel Spaß daran, seine Gäste ein wenig auf den Arm zu nehmen. Überhaupt hatten oft die Einheimischen ein lustiges Funken in den Augen, wenn man sie etwas ausfragte über Land und Leute, Deich und Meer. Gelegenheit zum klönen fanden sich viele, sehr nett sind sie, die Friesen. ganz eigen der Dialekt. Und wenn man dann mit einem Kutter mitfährt und zuschauen darf, erklärt wird, geht das im normalem Deutsch aber anderer Betonung. Überhaupt sind sie sehr gastfreundlich und scheinen mir die "Ruhe weg zu haben". Und Ruhe findet man hier, ob bei endlosen Spaziergängen auf dem Deich oder auf einer der vielen Inseln, wo keine Autos fahren und die Straße aus Klinkersteinen gemacht sind. Es gibt sie hier, die stillen Gassen, wenn man sie weiter entlang geht, schlängelt sich der Pfad durch die Dünen. 

Nimmt man sich Zeit und schaut genauer hin, sieht man Pflanzen und Tiere, die nur hier gedeihen. Strandhafer oder Sandrogen z. B. wachsen hier unter extremen Bedingungen. Im Sommer wird der Sand brütend heiß, dazu bläßt der Wind und nimmt den Sand mit. Die Pflanzen sind fest, spröde, ihnen kann der Wind nichts anhaben. Mit meterlangen Wurzeln sind sie fest verankert, auch wenn der Wind die Pflanzen mit Sand zuschüttet, wachsen sie einfach weiter. Die Dünengräser sind es die den Sand zur Düne machen, welche den natürlichen Küstenschutz bildet und einem stetigen Wandel unterliegt. Eine Pflanze gibt es nur hier, das ist die Stranddistel, sie steht auf der Liste der gefährdeten Arten und darf nicht gepflückt werden. Die Pflanze schützt sich mit einer Wachsschicht vor Verdunstung und ist auf einen gewissen Salzgehalt im Boden angewiesen. Angewiesen auf Wind sind die Windmüller mit Ihren Windmühlen, die es hier oben auch gibt, wie in dem beschaulichen Ort Greetsiel, da stehen ihrer gleich zwei, welche  schon in einer Karte von 1590 / 1591 verzeichnet sind. Die Mühle befindet sich im Besitz des "Vereines zur Erhaltung der Greetsieler Zwillingsmühlen", in der Vorderen befindet sich eine Teestube, man kann die gesamte Technik hier anschauen, die noch erhalten ist. Besonders wenn es mal einen Regenschauer gibt, trinkt es sich hier gemütlich einen Tee. Vom Wetter her war es gar nicht so wie gedacht, ständig Wind, ganz klar, der mit der einsetzenden Flut auffrischte, ab und an mal ein Schauer, sonst lachte die Sonne, ich komm sicherlich wieder. 














Dienstag, 14. August 2012

Max´ Igelseife


Diese Seife stachelt ein bisschen wegen der Kräuter darin, die nicht ganz fein zermalen sind. Prompt wurde sie Igel getauft. Eine schöne Textur hat sie auch bekommen, warum auch immer, mich freuts.

Verseift wurden: Kokosöl, Olivenöl, Jojobaöl, Distelöl und Sonnenblume
Für die Lauge: Kräutertee.   

Samstag, 11. August 2012

Linsensalat & Grilltütchen

Heute habe ich eine Salat aus roten Linsen gebastelt. Wir wollten grillen und mir war es nach etwas Anderen als Semmel, Kartoffelsalat oder Folienkartoffeln. Warum nicht mal einen Salat aus Hülsenfrüchten. Das Ergebnis ist echt lecker.

500g rote Linsen nach Vorschrift kochen.
In der Zwischenzeit drei kleine Lauchzwiebeln in feinste Ringlein schneiden, 1 rote Paprika fein würfeln.
In eine Schüssel geben, dazu 2-3 EL Feigenessig, Salz, bisschen Pfeffer, Bockshornklee, ein wenig Mönchspfeffer (im Mörser zerstoßen), 2 EL Maiskeimöl sowie 4 - 5 Priesen schwarzen Sesam. Dann die gekochten, abgetropften und etwas abgekühlten Linsen dazu geben, umrühren. Wer mag kann noch 1/2 Räuchertofu würfeln und mit unterheben.


Die Grilltüten: (12 Stück)

12 Alufolienanbschnitte bereitlegen.
3 Feta-Käse teilen und dann die Hälften längs teilen, immer eins auf jede Folie legen. Darauf ein Stück Räuchertofu, darauf dann Paprikawürfel, Champignon im groben Stücken und Lauchzwiebelchen. Mit Paprikapulver bestäuben, Kräuter der Provence und etwas getrocknetes Bockshornkleekraut auflegen. Die Folie zusammendrücken wie ein Säcklein, oben verdrehen. Auf dem Grill 10 min drauf lassen. Fertig.








Mittwoch, 1. August 2012

Kompasslattich

Den kennst du, ganz bestimmt hast du ihn schon mal gesehen. Einige seiner Gattungsgenossen sollten idealerweise täglich deinen Speiseplan bereichern als Eisbergsalat, Lollo Rosso oder Romasalat zum Beispiel. Dabei kann man die imposante, große und stattliche Pflanze tatsächlich auch in Salaten verarbeiten, freilich muss man ihr vorher die Stacheln an den Blättern entfernen. Das geht am besten  mit einem Nudelholz, mit dem man die Blätter ausrollt. Die Pflanze wird bis zu 1,20m hoch und hat bis zu 2m lange Wurzeln, sie überwintert auch zweijährig. Man findet sie auf trockenen, nährstoffarmen an sonnigen Fleckchen, gern auch an Bahnanlagen und Schuttplätzen. Kompasslattich heißt er deswegen, weil sich die Blätter an der Sonnenseite senkrecht aufstellen, also in Nord-Süd-Richtung mit der Blattunterseite der Sonne zugewandt. Die Mittelrippe der Blätter ist dicht an dicht mit Dornen besetzt, woran man den Lattich gut erkennen kann. Verletzt man den Lattich fließt kautschukhaltiger Milchsaft aus. Die Pflanze schmeckt sehr bitter, daher wär es klug die verwendeten Pflanzenteile kurz zu kochen, bzw. mit süßen Früchten zu kombinieren.

Es gibt auch einen giftigen Verwandten, den Giftlattich, dessen narkotische Wirkung war schon zu im Altertum bekannt, bevor es das Chloroform gab nahm man diese Pflanze als Betäubungsmittel, setzte sie u. a. und auch bei Asthma und nervösen Störungen ein. Dem Kompasslattich werden die gleichen Wirkungen wie der Giftlattich zugeschrieben Gefunden habe ich den Kompasslattich leider nur in Zusammenhang mit dem Giftlattich in einem Buch von "Das Beste - Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen".







Mittwoch, 18. Juli 2012

Brennesselseife


Hier musste eine Fettstange (Palmöl & Raps) herhalten, außerdem Babassuöl. Für die Lauge sehr starker Brennnesselaufguß und ganz viel pulverisierte Brennsessel
Original hat sie eine schöne dunkelgrüne Farbe. Mal schauen, wenn sie etwas älter ist, wie sie dann wird. Das Muster kommt von einer Keksverpackung. 

Dienstag, 10. Juli 2012

Getreidemilch-Vanille-Seife


Traubenkernöl, Fettstange (Palmol 80% & Rapsöl 20%), Rizinusöl, 
Getreidemilch für die Lauge. 
etwas Maisstärke 
Vanille zum Beduften, Zucker

Sonntag, 1. Juli 2012

Die Bienlein auf der Wiese ....

Honigbiene (Quelle WIKI)
Süß ist lecker, dass wussten schon die Steinzeitmenschen und plünderten wilde Honigstöcke, bestimmt hatten sie eine Technik, die sie vor den Bienenstichen etwas schützte. Ich denke da an ausräuchern mit gewissen Pflänzchen vielleicht, dickes Fell überwerfen , Wasser ect.  Schon 6000 Jahre vor Christus jedenfalls wurde die sogen. Waldimkerei betrieben und im antiken Rom war die Biene ein Haustier geworden, dass in eigens für sie hergestellten Häuslein aus Rinde, Ton, Schilf, Weide wohnte. Man brauchte das Wachs der Bienen für Kerzen und der Honig war ein wertvolles - einziges- Süßungsmittel. Was ihn so wertvoll mach sind seine Inhaltsstoffe: neben Vitamin C, B, H und Enzymen enthält er Spurenelemente, Aminosäuren, Inhibine, Hormonen, Aromen, Fruchtzuckern, Wasser. Der Kirchenvater Augustinus nannte den Honig ein Sinnbild für die Güte und Zärtlichkeit Gottes. Bloß schade, dass der Honig mit der Zeit doch recht fest und undurchsichtiger wird :-)))))

Und die Bienen sind so fleißig: für 100g Honig sind über 1000.000 Blütenbesuche notwendig, die kleinen Summer transportieren während des Fluges ca. 1/3 ihres Körpergewichts an Pollen und bis zum Abend an guten Tagen hat eine Biene das 100fache ihres Gewichts in de Bau getragen. Wichtig ist sie auch: 80% unserer bestäubungsfähigen Pflanzen werden von Bienen befruchtet. Nicht minder fleißig ist eine Königin, diese kann an einem einzigen Tage bis zu 2.000 Eier legen, das sind 10.0000 pro Saison. Und noch etwas kann sie: Die ersten beiden Wochen Ihres Lebens verbringt die Jungkönigin auf Hochzeitsreise, dabei legt sie einen Samenvorrat in ihrem Hinterleibe an, den sie bis zu 5 Jahre frisch hält, das Männchen - die Drohne - hat da schon lange sein Leben ausgehaucht. Während die Königin nun etwas länger lebt, schafft es eine Arbeitsbiene nur auf ungefähr sechs Wochen, allerdings gibt es noch die Bienlein, die im Spätsommer schlüpfen, diese überwintern im Stock und leben bis März / April des Folgejahres. Das Massensterben ist für das Volk überlebensnotwenig, nur die Hälfte eines Staates 10.000 -15.000 Winterbienen verbleibt im Stock. Hier halten sie eine konstante Temperatur von 35°C im Zentrum und auch sonst sinkt die Temperatur nicht unter 9°C. Damit das so bleibt arbeiten die Tiere: Flügelschlagen und Hinterleib schütteln den ganzen Winter lang. Mit dem Frühjahrsbeginn sterben die Winterbienen und die frisch geschlüpften Sommerbienen bauen das neue Volk  von bis zu 50.000 Tieren auf. Sie sind einem 3 x 21 Tage Rhythmus unterworfen:
21 Tage, so lange dauert es, bis aus dem Ei die Biene schlüpft. Wieder 21 Tage lebt und arbeitet die Biene im Nest und die nächsten 21 Tage sucht sie Nektar und entfernt sich dabei bis 3km vom Nest. Wenn Sie dann die hoffentlich blühenden Wiesen besucht, sollte sie auch nicht von der Mahd gestört werden, denn wenn man mit dem Traktor daher fährt und mäht, dann fliegt das so gestörte Tier auf und setzt sich nur ein wenig weiter auf die nächste Blüte, allerdings nicht weit genug  für die breiten Mähbalken.



Deshalb hier eine kleine Bitte an die Bauern: Mäht doch bitte erst nach der Hauptblüte und bitte lasst auch am Wiesenrand einen Streifen stehen, dass hilft der Biene und somit uns allen.  

Bienenwaben (Quelle WIKI)
Entdeckeln (Quelle WIKI)
Damit sie den Pollen transportieren kann, hat die Natur die Biene mit "Höschen" ausgestattet. Mittels Pollenkamm und Pollenschieber füllt sie diese mit Nektar. Das ist noch nicht alles: Damit sie Honigtau - das sind die Ausscheidungen der auf den Fichten lebenden Rindenläuse - einsammeln kann, hat sie einen Rüssel, mit dem sie den Tau aufsaugt und in der Honigblase sammelt. Zu Hause angekommen, würgt die Biene alles wieder aus, die Stockbienen nehmen den Tau auf und geben ihn ihrerseits wieder weiter. Dadurch werden Drüsensekrete hinzugefügt, die zur Honigreifung unabdingbar sind. Und wen der Honig reif ist, wird die Wabe mit Wachs verschlossen und konserviert. Dann kommt er Imker und erntet den Honig. Dazu nimmt er die Holzrahmen mit den Waben heraus, öffnet die Waben, dann wird kalt ausgeschleudert, dannach geseiht und abgeschäumt, in Vorratsbehälter eingefüllt und bei beginnender Kristallisation  täglich umgerührt. So wird er feincremig und schmeckt uns auf dem Sonntagssemmel. 

Dienstag, 26. Juni 2012

Trarira - die Erdbeeren sind da :-)


Jetzt ist die Welt in Ordnung, ein bisschen wenigstens. Die Sonne scheint - wenn sie mag - aber sie hat es geschafft, uns einige der ach so köstlichen Sommerfrüchte reifen zu lassen, die Rede ist von den Erdbeeren. War auf dem Erdbeerfeld und aller Unkerei zum Trotze, hab ich sie frisch vom Strauch gefuttert und eine Riesenladung mit nach Haus geschleppt. Daraus haben ich eine Erdbeer-Charlotte gezaubert, ohne Sahne, ohne Ei:

So gehts:
Für die Vanillecreme:
600 g Johgurt mit 250 ml (Hafer, Mais) Milch glatt rühren, dann nach Belieben süßen mit Rohrzucker sowie etwas Vanillezucker. Das Ganze am Besten schön mit dem Zauberstab schlagen, dabei 2,5 - 3 TL Guarkernmehl (meins ist von der Naturkornmühle Werz, gab es in der Apotheke für 2,15 € /100g) einrieseln lassen und fix verrühren. Aber Vorsicht: das Mehl bindet sofort ab und neigt zur Klumperei, daher langsam rieseln lassen und kräftig schlagen. Die Masse dann stehen lassen, einen Springformrand auf einen Kuchenteller stellen. Dann am Rand herum Löffelbiskuits stellen, die muss man auf Springformrandhöhe schneiden, die kleinen abgeschnippelten Teilchen als Boden hin drapieren, Zwischenräume mit Krümelresten auffüllen. Dann den Boden mit ein wenig mit der Milch der Wahl ein wenig befeuchten.
Wo keine Kinder mitessen, darfs auch bisschen %iges sein. Dann die Creme probieren, ob sie stehen bleibt, wenn nicht, noch etwas Guarkernmehl unterrühren. Dann einen Teil der Masse in die Form geben, reichlich Erdbeeren einfüllen. Dann wieder Creme auffüllen und glattstreichen. Wer mag kann die Crem- und Erdbeeerschichten abwechselnd und schön dünn einfüllen. Das war es schon. Noch eine Stund ein den Kühlschrank und fertig ist die Sommertorte ausnahmsweise mit fertigen Löffelbiskuits - ohne Backen, ohne Kochen, super schnell und sehr erfrischend.




Sonntag, 17. Juni 2012

Dinkeltürmchen / Gefüllte Paprikaschoten

Heute gabs gefüllte Paprikaschoten, dazu Dinkel in "Bestform".

Die Paprikaschoten mache ich im Römertopf, schon immer, da der Dinkel eh eingeweicht wird, kann man das auch gut im Römer machen. Der saugt sich dann schön voll Wasser und das Getreide quellt auf

Für die Füllung: 1 Eigelb, 1 TL Senf, Salz, Pfeffer, Paprika, 1/2 Hand voll klein gehackte Gartenkräuter, ersatzweise 1TL getrocknete Kräuter der Provence, 1 klein geschnittene Gemüsezwiebel vermengen. Dann 100g klein geschnittene Champi dazu sowie das Hackfleisch - bitte frisch vom Metzger. Alles schön vermengen, anschließend in die vorbereiteten Paprikaschoten füllen. (waschen, den Deckel abscheiden, das Weiße entfernen, ausspülen.) In den Römer setzen, Deckel auflegen,  bisschen Wasser dazu. In den kalten Ofen stellen, auf 180 Grad stellen und 1 Stunde drin lassen. Dann die Schoten raus nehmen, die Sauce in einen Topf geben, mit Sahne verfeinern und andicken.

Den Dinkel über Nacht einweichen und dann abspülen und mit wenig Salz im Wasser bei wenig Hitze weich garen. In der Zwischenzeit brutzelt man 200g klein geschnippelte Champis in Olivenöl zusammen mit einer klein geschnittenen Zwiebel und einer klein geschnittenen gelben Paprika und einigen Lauchringen an an. Bissel salzen und dann den abgetropften Dinkel unterrühren. Eine Frühlingszwiebel in Scheibchen samt Grün dazu und umrühren. Ein bisschen vom Kochwasser dran schütten, das es schön klebt, sonst wird es zu locker und hält dann nicht. Den Dinkel in eine kleine Tasse drücken und auf den Teller stürzen. Fertig. Guten Hunger.

Freitag, 15. Juni 2012

Getreidesorten

Wo das Getreide herkommt das wissen wir, und ich möchte auch nicht mit Anbaubedingungen und Mahltechniken langweilen, die ich ohnehin nicht beherrsche, da ich weder Getreidebauer noch Müllerin bin. Wichtig zu wissen ist welche Getreidesorten es gibt, was sie unterscheidet und welche Erzeugnisse daraus hergestellt und wofür sie verwendet werden. Meine Informationen bekam ich vom Müller Eberhart Oertel, der in der familieneigenen Mühle zu Suxdorf eigenhändig bin in die 60er Jahre Speisemehle gemahlen und in der dazugehörigen Bäckerei auch verbacken hat. Und vom Bäckermeister Hubert Reiser in Missen, der ganz traditionell nach alter Bäckerkunst unter anderem auch duftende Gemüsesemmeln, Seelen und knackige Brote herzustellen weiß.

Botanisch gesehen sind alle Getreidesorten kultivierte Grasarten. Schon sehr früh nutzen die Menschen Getreide als existenzielles Nahrungsmittel, das belegen Funde aus der Steinzeit ebenso wie die Funde in den Grabkammern der Ägypter wo man Emmer und Gerste fand, den man auf das 5. - 6. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung datierte. Alte Aufzeichnungen in Keilschrift um 4000 v. Ch. erzählen vom Anbau des Weizen, Gerste und Hirse und der Rogen wird um 1800 bis 1000 v. Ch. erwähnt.  Mit den einfachen Anfängen war der Grundstein gelegt und am Ende der langen Reise hatte man Kulturpflanzen mit gewaltiger Ertragskraft gezüchtet, mit kurzen Halmen und dicken Ähren. Weizen, Roggen, Hafer und Gerste sind die bekanntesten und der Weizen die meist verwendete Getreidesorte. Die „Vorfahren“ des Weizens sind z. B. Dinkel, den die heilige Hildegard zu Recht lobt und der nun heute auch wieder zu haben ist. Die alten Sorten sind resistenter gegen Krankheiten und stellen nicht so hohe Ansprüche an Standort, Boden und Klimabedingungen. Die Erträge sind geringer. Diese Eigenschaften machen diese Arten für Biobauern interessant.

Das Einkorn zählt zu den ältesten Getreidesorten. Neben seinem feinen nussigen Aroma zeichnet es sich durch einen sehr hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten und wertvollen Eiweißstoffen aus, die uns lange satt und damit leistungsfähig machen. Es enthält außerdem wichtige essentielle Aminosäuren. Vergleicht man das Einkorn mit Weizen so fällt auf, das das Einkorn doppelt soviel Mineralstoffe beinhaltet wie der Weizen, außerdem enthält es sehr viele Carotinoide, das zellschützend und damit krebswidrig wirkt.  
Der Emmer - ebenfalls eine uralte Getreidesorte - eigentlich DIE alte Sorte hinsichtlich der Wichtigkeit für die Menschen in den Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens. Er ist ein Spelzgetreide und liefert kleberreicheres Mehl als der Weizen. Emmer ist nicht ganz so gehaltvoll an ß-Carotin wie Einkorn, schlägt aber den Weizen haushoch. Ebenso punktet der Emmer mit einem sehr hohen Mineralstoffgehalt wobei der Zinkgehalt auffällig hoch ist. 

Kamut ist ein Urgetreide der Ägypter und enthält im Vergleich zum Weizen mehr ungesättigte Fettsäuren, Kleber und ca. 40% mehr Proteine, auffällig viel Selen und ist sehr gut verträglich. Es schmeckt leicht und nussig. 

Die Gerste ist wahrscheinlich mit das Älteste Getreide, Chinesen, und die Mittelmeervölker bauten es schon an. Es enthält viele Mineralstoffe, was sich günstig auf das Nervensystem auswirkt. Er lässt sich durch den hohen Kohlenhydratgehalt vermalzen (Bierherstellung, Malzkaffee, Backmalz (selbst herstellen) Whiskey). Polierte Gerstenkörner sind als Graupen im Handel erhältlich.

Der Hafer war den Römern noch ein Unkraut, heute ist es als wertvolles leicht verdauliches Getreide mit hohen Eiweißgehalt (ca.12%) geschätzt und beliebt. Angeröstet wird die allbekannte Haferflocke und Grütze daraus, die viel Vit. B1 enthält. Hafer enthält wenig Klebereiweiß und muss für Backwaren mit Dinkel oder Weizen gemischt werden. 

Die Hirse stammt aus Zentralasien und man findet sie heute (auch verwildert) fast auf der ganzen Welt. Bevor die Kartoffel ihren Siegeszug antrat war er das Hauptnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung. Unter den unterschiedlichen Hirsearten nutzt der Mensch auch heute noch die Rispenhirse oder Echte Hirse für die Ernährung. Die Hirse enthält Kieselsäuren, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine u.v.m.

Der Mais kam mit Kolumbus nach Europa und wurde hier erst ab dem 17. Jahrhundert angebaut. Man stellt aus ihm Maiskeimöl und Maismehl her, aus welchem man Maisbrei kochen oder Tortillas oder Maisbrot backen kann. Er enthält Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren. Mais ist ein wichtiges Futtermittel.

Der Reis ist eigentlich ein Sumpfgras hat von allen Getreidearten das wenigste Eiweiß und die meiste Stärke, er ist leicht verdaulich und punktet mit höchsten Erträgen. Die halbe Menschheit ernährt sich von ihm, er wird im südlichen Asien, im Süden der USA,  USA, Spanien, Ungarn und in der Poebene angebaut. Er enthält Vitamine und Mineralstoffe, außerdem viel Kalium, was entwässernd und damit entschlackend wirkt. Er enthält wenig Fett, Eiweiß, ist glutenfrei. Durch Schälen entfernt man die Spelzen  und durch Schleifen werden das Silberhäutchen und der Keim entfernt. 

Es gibt auch noch Wildreis. Achtet bitte auf Bioqualität, der Gesundheit und der Natur zuliebe. Benötigt wird ungefähr die 3fache Menge, man kann ihn auch mit verschiedenen Reissorten mischen.

Vom Weizen kennt man heute viele 1000 Sorten die man nach Ihrer Abstammung in 3 Gruppen teilt: Spelz-, Emmer-, und Einkornreihe. Aus diesen gingen die Unterarten Saat- und Hartweizen hervor, die man noch mal in Winter- und Sommerweizen unterscheidet. Weizen ist heute das wichtigste Brotgetreide. Er ist leicht verdaulich, weißt einen hohen Klebereiweißgehalt auf. Er enthält Vitamin B1 und B2. Aus Hartweizen werden Grieß und andere Teigwaren, aus Saatweizen das Mehl für unsere Backwaren. 

Der Roggen ist eine vergleichsweise junge Getreideart, er stammt aus Kleinasien, kam als Unkraut mit dem Emmer und blieb fortan seit der Bronzezeit bei den Kelten und Germanen bis heute. Es gibt dünn- und dickschaligen Roggen, außerdem unterscheidet man noch Winterroggen, der höhere Erträge bringt und deshalb auch mehr angebaut wird - und Sommerroggen. Roggen ist winterfest und stellt nicht so hohe Ansprüche an Standort und Boden wie der Weizen. Er enthält viele Vitamin der E - und B Gruppe,  Gluten und keinen Kelber und muss deshalb z. B. mit Weizen gemischt werden. Dafür ist der Geschmack schön kräftig. Brot aus Roggenmehl bleibt länger frisch. Roggen kann auch vermalzt werden und ist damit für die Biererzeugung von Nutzen. Roggenkörner über Nacht eingeweicht kann man wie Reis kochen.

Vom Dinkel, sagt die heilige Hildegard von Bingen (1098 – 1179), er sei das "beste Korn", es "macht seinem Esser rechtes Fleisch und rechtes Blut, frohen Sinn und freudig menschliches Denken". Wo sie Recht hat hat sie Recht: er enthält mehr Mineralstoffe und Vitamine als unser Hochleistungsweizen. Haut und Haar, die grauen Zellen werden es uns danken, er enthält Kieselsäure in großer Menge. Verbacken lässt er sich wie Weizen - warum also nicht mal umsteigen?  Und Grünkern übrigens ist vor der Milchreife geernteter und gedarrter Dinkel.  

Donnerstag, 14. Juni 2012

Rhabarberkuchen - mit Nüssen, Quark und Holunderbeeressig

Habe Rhabarber und Nüsse geschenkt bekommen - vielen Dank dafür :-) und die beiden fanden sich dann im Rhabarberkuchen wieder. Mit Nussmasse, dadurch wird der Teig nicht matschig. Und noch mit Quark. Sehr lecker, kann gut einen Tag durchziehen.  

Von 1,5 Kg Rhabarber in Stücken 1 Handvoll wegnehmen und bei Seite stellen. Den Rest mit 75g Agavendicksaft dunkel, 40g Vollrohrzucker und 4 EL Holunderblütenessig oder 2 EL guten Acetico Balsamico   vermischen, 1/2 Stunde stehen lassen, 200 ml Wasser dazu schütten und einmal kurz aufkochen, Rhabarber abtropfen lassen, Tropfwasser unbedingt auffangen. In der Zwischenzeit einen Teig bereiten aus: 

200g Butter, 1 Ei, 1 Vanillezucker, 300g Dinkelmehl, abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone, 1/2 Weinstein-Backpulver und 65g Zucker. Davon einen Mürbeteig herstellen und diesen auf ein Blech ausrollen.

300g Walnüsse zerhacken, mit 1/2 Becher saure saure Sahne vermischen und auf den Teig verteilen. Darauf dann bitte die Quarkmasse aus: 

200g Quark, 400ml Milch, 100g Dinkelvollkorngries, 100g Vollrohrzucker.

Auf dieses Masse verteilt man die Rhabarberstücke und gibt die zurückbehaltenen mit aufs Blech. Nun lässt man den Kochen im vorgeheizten Backofen bei Ober- Unterhitze bei 170°C backen, zwischen 25 und 30 min. Bitte aufpassen! Dann den Kuchen abkühlen lassen. Den aufgefangenen Saft in einem Topf aufkochen und fix mit etwas mit kaltem Wasser verrührten Stärkemehl binden, auf den Kuchen geben und erkalten lassen.