Freitag, 31. Oktober 2025

Ertha - für Erntedank, für Allerheiligen und Allerseelen

"Ertha" ist ein Lied für den Erntedank, für Allerheiligen und Allerseelen. Das ist die Zeit der verborgenen Arbeit. Nicht das Licht entscheidet hier, sondern das Gleichmaß darunter. Die Erde hält den Atem an, um zu binden, was später treiben soll. Im Zwie-Gelicht liegt keine Schwäche. Es ist der Ort, an dem Gegensätze einander tragen. Was hier geschieht, entzieht sich dem Blick – und gerade deshalb ist es wirksam. Kein Same „wartet“. Er steht unter Bann. Nicht im Sinne von Stillstand, sondern in einer Ordnung, die weder Anfang noch Ende kennt. Und wenn es sich löst, ist nichts neu entstanden – nur sichtbar geworden, was längst wirkte.

Ertha

https://youtu.be/OsPBLXjfW1U

Äcker träumen unterm Reif,
ihr Atem steigt in Schwaden.
Das Jahr versinkt in Wurzelbett,
doch regt sich Ungeschautes.

Es singt die Holla altes Lied,
vom Zauber dunk’ler Nächte.
Hüt’ alles still im Zwie-Gelicht,
damit wir’s kaum gewahren.

Kein Same flieht, kein Halm erwacht,
kaum Laut, nur stilles Schaffen.
Über dem das graue Heer,
mit all den vielen Wachen.

Kein Ruf, kein Name hält es fest.
Es find’t den Weg vom Anbeginn,
trägt im Innern alten Bann
das Gesam’ für’s Werden.