Ein kleines Gedicht über Patina, Vergänglichkeit und die Tücken des Spiegels
Steh´ vor der frisch gestrich´nen Gartenbank
Und in die Nase steigt der Farbgestank
Etwas Neid kriecht da in meine Seele
Was ist´s, das mir zu meinem Glücke fehle?!
Habe alten Holz neu Leben eingehaucht
Nur Pinsel und Farben dafür gebraucht
War mal in Form. Schön wie neue Möbel.
Jetzt trag´ ich Patina. wie alter Trödel.
Meine Haut hat nachgelassen
Berichtet ungefragt! Ist das zu fassen?
Weiche Linien, wo einst Jugend war.
Wie schnell - das war mir nicht klar.
Nun ist morgen doch schon wirklich heut´?
Ja! So geht´s den Menschen wie den Leut´!
Könnt´ ich die süße Kunst wie an der Bank
an mir verwenden, stünd´ erneut ich rankeschlank.
Ich wär´ schön glatt, neu ausstrafiert.
Nur die Jugend, die mich ziert.
Und wenn so runderneuert ich dann glänze?
Bin ich dann genau so blöd wie einst im Lenze?