Lehrbuch der biologischen Heilmittel: 3 Bände.

Endlich ist es wieder da! Ich hatte seinerzeit berufsbedingt den Nachdruck aus den 1970er Jahren in den Händen, leider nur bis zum neunten Band.
Gerhard Madaus war ein herausragender Vordenker in Sachen Bewahrung der Volksmedizin. Er maß dem Wissen um die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, das auf den Erfahrungen vieler Generationen fußt, die Bedeutung bei, die es verdient. Er sammelte alles, was je zu einem Heilmittel geschrieben wurde, prüfte es und gab es dem Volk zurück, aus dem dieses Wissen einst entsprang.
Woher rührte die Begeisterung des am 25. Februar 1890 in Nestau geborenen G. Madaus? Wahrscheinlich hat sein christliches Elternhaus dem Buben die entscheidende Prägung mitgegeben: Sein Vater war Pfarrer, die Mutter, Hüterin der Familie und Pflegerin der Kranken, war mit umfangreichen Wissen ausgestattet, das es ihr möglich machte, eigene Mittel zu mischen. 

So studierte Madaus zu Bonn Medizin und promovierte am 30. Mai 1919. Als Dr. med. gründete er mit seinen Brüdern nur zwei Tage später die Firma Dr. Madaus & Co, die wenig später im sächsischen Radeberg unter Selbstanbau der Heilpflanzen hochwertige pflanzliche Heilmittel herstellte. Seinen Überlegungen folgend verwendete er die Hand in Hand mit der Ganzheitlichkeit des Menschen. Die Phytotherapie war seine Passion, mit größter Hingabe versuchte er sämtlichen Quellen alles Wissen seiner Zeit abzuringen und sowohl Fach- als auch Laienkreisen zugänglich zu machen. Dazu gründet er im Jahr 1920 die Zeitschrift Biologische Heilkunst – Monatszeitschrift für Phytotherapie, Medizin und Naturheilkraft, später folgten die Jahrbücher, die seinerzeit in Wartezimmern ausgelegt wurden und die Patienten anregen sollten, sich das Wissen leicht fasslich zunutze zu machen. Er erkundete und erforschte wie kein Zweiter, stets unter den Gesichtspunkten Stärkung des Körpers und Anregung der Abwehrkräfte im Sinne einer gezielten Reiztherapie.
Echinacea purpurea, eine wichtige Heilpflanze der Indigen Bevölkerung Amerikas, ist eine der Pflanzen die der Visionär in Europa zum Erblühen brachte. Die Meisten von uns kennen sie als den Roten Sonnenhut, der das Immunsystem stärkt.

G. Madaus verstarb mit nur 52 Jahren am 26. Februar 1942, er litt in den letzten Lebensjahren an einer schweren Asthmaerkrankung. Geblieben ist sein immenser Wissensfundus um die Heilmittel der Natur, vorliegend als Nachdruck in drei dicken Bänden, vor deren Tiefe ich ehrfürchtig den Hut ziehe. Der Arzt und Wissenschaftler hat seine Forschungen, ja sein Lebenswerk in diesen Büchern zu Papier gebracht, auf das es erhalten bleibe und weiterhin heilbringend sei.

Nachdem die Synergie von Körper, Seele und Geist, Lebensweise, Umwelt, Werten und Idealen, Religion und Spiritualität in der Medizin lange Zeit unbeachtet blieb, betrachtet man nun den Menschen heute zunehmend in seiner Ganzheit. Damit trägt man auch seinem natürlichen Bedürfnis nach biologischen Heilmitteln Rechnung, denn die Abwesenheit von Gesundheit ist mehr als nur die Summe der Symptome, die es zu behandeln gilt. Das Lehrbuch der biologischen Heilmittel möge einen großen Beitrag dazu leisten, dem Fußabdruck des visionären Dr. Madaus in Geist und Tat zu folgen. Wir haben es so nötig, es ist höchste Zeit.


Taschenbuch: 3036 Seiten
Verlag: Olms, Georg; Auflage: 1., Reprint: Hildesheim 2016. Mit einem Vorwort von Susanne Kallerhoff und Doris G. Zimmermann (1. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3487154688
Preis: 258,00 Euro

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