Die Laus im Pelz

Jedes Jahr zur gleichen Zeit gibt es eine Invasion von Krabbeltierchen in Kitas und Schulen. Die meisten Menschen reagieren panisch, dabei ist das gar nicht notwendig. Bewahren Sie bitte unbedingt Ruhe, nicht zuletzt macht man die Kinder völlig kirre. Am Besten ist, sich mit den Tieren gemeinsam befassen, sie sind doch recht interessant und unheimlich anpassungsfähig. Nur auf unseren Köpfen, da sind wir uns alle einig, wollen wir sie nicht. Wo man sich die Tiere eingefangen hat, wird man im Normalfall sowieso nicht raus finden können. Es kursieren die wildesten Vorurteile und Gerüchte, die alle schon widerlegt sind, aber sich hartnäckig halten.

  • Nicht jeder Mensch, der sich kratzt hat auch gleich Läuse. Manch einer hat nur empfindliche Haut oder es ist einfach eine Verlegenheitsgeste. 
  • Jeder Mensch, egal ob er mit fettiger Ölmatte oder duftigen Haar einhergeht, kann Läuse bekommen. Läuse mögen es eher sauber als schmutzig. 
  • Läusebisse sind genau so lästig wie Mückenstiche. Eklig sind Menschen, die den Befall nicht Abhilfe schaffen. 
  • Läusen muss man mit geeigneten Mitteln zu Leibe rücken, einfach nur einen Staubkamm durchs Haar ziehen langt nicht. 
  • Larven schlüpfen später, Nachkontrollen sind absolut notwendig, auch bei chemischen Keulen, selbst wenn auf der Packung steht, dass es nur einmal angewendet werden muss. 
  • Es entwickeln sich auch Resistenzen – außer bei der Anwendung von ätherischen Ölen. 
  • Vorsicht bei chemischen Keulen, diese sind nicht ungefährlich. 
Ein ärztliches Attest zur Bestätigung des „läusefreien“ Schopfes wird von manchen Einrichtungen gewünscht, wenn man den Befall gemeldet hat. Die Erzieher dürfen aber nicht ohne Ihre Einwilligung den Kopf Ihres Kindes untersuchen. Trotzdem wäre es vielleicht eine Überlegung wert, den Betreuern einen Blick zu gestatten.

Noch eine Bitte: 

Wenn Sie eine „Quelle“ ausgemacht haben und sich nichts ändert, bitte fassen Sie sich ein Herz und sprechen die Erzieher, Lehrer ect. vertrauensvoll an. Es bringt gar nichts, alles hinzunehmen, nur wer aufsteht und für seine Sachen einsteht, kann erwarten, dass ein Missstand beseitigt wird.

Einige (Gegen)Maßnahmen:


  • Mützen, Schals und Co werden in der Schule und Kita in eine Plastikbox, oder in eine Plastiktüte gelegt und zugedreht. Das kann man selbst den Kleinsten schon beibringen.
  • Haare möglichst zusammenbinden. Bei Befallsalarm gibt es ein „Wundertuch“ auf dem Kopf. 
  • In den Wintermonaten besonders gründlich beim Haarebürsten schauen, ob sich da etwas bewegt. 
  • Lassen Sie sich ruhig mal eine tote Laus zeigen, dann weiß man wie sie aussehen und vor
    Zum Größenvergleich: Ausgewachsene Laus
    und ein menschliches Haar
    allem wie klein oder groß sie sind. In unserer Kita hatten wir eine Laus am Haar mit einem durchsichtigem Klebeband auf ein großes Infoplakat aufgeklebt. 
  • Unterrichten Sie die Schule, Kita und Freunde vom Befall. 
  • Beginnen Sie unverzüglich mit der Behandlung, das Kind darf dann natürlich wieder in die Einrichtung. 

Außerdem: 

Ruhe bewahren. Frau muss nicht das gesamte Kinderzimmer auseinander reißen, falls man mal etwas entdeckt. Läuse brauchen um zu Überleben die Wärme und die Luftfeuchtigkeit des behaarten Kopfes und natürlich als Nahrung das Blut.

Wenn Sie unbedingt müssen, weil Sie sich besser fühlen: Bettzeug abziehen, waschen. Kuscheltiere und Kissen eine Nacht einfrieren, oder in einem Sack auf den Balkon stellen, im Sommer besser 2 Tage warten. Teppich, Polster ect. gründlich absaugen. 

Sie müssen aber keine Megaaktion starten. Eine Laus verlässt nicht freiwillig ihren Wirt, sie würde verhungern, sie springt auch nicht von Kopf zu Kopf wie ein Floh, eher klettert sie mutig über Abgründe und Schluchten im Haargewirr zweier die Köpfe zusammensteckenden Freunde. 


Was Sie tun sollten:


  • Ruhe bewahren. 
  • Alle Familienmitglieder kontrollieren, ebenso Kämme und Bürsten. Bei uns hat jeder seine Bürste, regelmäßig in Essigwasser reinigen und auf der Heizung trocknen lassen. 
Frau muss nicht das gesamte Kinderzimmer auseinander reißen, falls man mal etwas entdeckt. Läuse brauchen um zu Überleben die Wärme und die Luftfeuchtigkeit des behaarten Kopfes und natürlich als Nahrung das Blut.


Ein Shampoo zur Vorbeugung

kann man sich selbst anfertigen, dieses ist bei weitem nicht so teuer wie das in der Apotheke erhältliche. Freilich, die ätherischen Öle kosten ein bisschen aber Sie können dann damit literweise Shampoo präparieren, bestimmt gibt es interessierte Mütter, so kann man sich die Kosten teilen. Allerdings habe ich viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass man gar nichts meldet, nichts wissen will oder dass man das Shampoo hinschenken soll, das ist natürlich unfair.

So wird’s gemacht: 

Kaufen Sie eine 250 ml Flasche (Baby) Shampoo und geben Sie je

10 Tropfen Teebaumöl (Melaleuca alternifolia)
10 Tropfen Lavendelöl (Lavandula angustifolia)
10 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
dazu und schütteln Sie sie recht kräftig.

Wenn Sie das Shampoo anwenden möchten beachten Sie bitte: 

  • Schütteln Sie das Shampoo vor jeder Anwendung. 
  • Nehmen Sie nur eine ganz kleine Menge (abhängig von Haardichte und Haarlänge) Shampoo und schäumen Sie es in Ihren Händen auf. 
  • Massieren Sie den Schaum gut ein. 
  • Beaufsichtigen Sie Ihr Kind beim Baden bzw. der Einwirkzeit. 
  • Geben Sie acht, dass kein Schaum in die Augen gelangt 
  • Wenn Sie Besucher entdecken lassen Sie das Shampoo 15 min einwirken. 
  • Spülen Sie die Haare Ihres Kindes gut aus. 

Nissen

bekommt man mit Kokosfett aus dem Haar: Palmin oder Kokosfett im Lebensmittelmarkt kaufen und das Haar damit „eincremen“. Ein bisschen warten, Kokos knackt die Kittsubstanz der Nissen und nun können die Nissen einfach mit Shampoo ausgewaschen werden. Kein Ziepen, kein Gebrüll, alles ganz leicht und einfach. Man muss auch keinem Mädchen mehr die Haare ratzekurz schneiden, nur weil es mal Besuch hatte. Wenn Sie wollen fügen Sie dem letzten Spülwasser einen Schuss Obstessig zu, das pflegt das Haar. Das war es schon.

***


Der obige Text dient zur Ergänzung meines Buches "Natürliche Pflege selbst gemacht - Alles für Mutter und Kind" Er ist dazu gedacht, Ihnen liebe Leserinnen weiterführende Informationen zu geben und versteht sich auch nur als diese. Ob etwas ausprobiert werden soll, entscheiden Sie bitte selbst. Unabhängig davon beachten Sie bitte die Ausführungen im http://landeruns.blogspot.de/p/haftungsausschluss-copyright-by.html




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