Dienstag, Juli 02, 2013

Umgangston von amts wegen

Es gibt eine Sache, die mir ziemlich sauer aufstößt. Ist dir auch schon aufgefallen, dass wenn du ein 
Skulptur Amtsschimmel von Blasius Spreng am Heilbronner Rathaus
Quelle Wikipedia,
Foto Peter Schmelzle
Schreiben vom Amt bekommst, du immer zu als Schuldner bezeichnet wirst  und das bevor du irgend eine Leistung empfangen hast, für die dann Gebühren zu entrichten wären. Wenn du hingegen an irgendwelche Ämter zu schreiben fast, dann bemüht man sich um einen freundlichen, sachlichen Umgangston. Selbst wenn man eine Situation steckt, die noch nicht einmal selbst verschuldet sein muss, und ein Gang zum Abend fällig ist, bekommt so mancher schon bald Magenschmerzen. Dabei fängt am Anfang alles ganz harmlos an. Ich erinnere mich gut an meinen ersten Besuch auf dem damaligen Arbeitsamt. Ich war dort zum Thema Berufsberatung eingeladen und vorstellig geworden, die Dame dort hat ganze Arbeit geleistet und sich wirklich Mühe gegeben. Später jedoch als durch gewisse Lebensumstände (Umzug der Liebe wegen) ein Besuch auf dem Amt fällig war, bekam auch ich einen Schock. Wie da teilweise mit den Menschen umgesprungen wird: es nicht zu fassen. Vor allem als Mutter habe ich mich dort missverstanden und geradezu bedroht gefühlt. Die Vorschläge die von der wirklich sehr junge Mitarbeiterin des Amtes kamen, waren völlig hirnrissig, in der Realität auch keineswegs umzusetzen, mit den Gegebenheiten vor Ort sowieso nicht. Und so wie es mir ging, so geht es vielen Menschen immer noch, und das kann es wirklich nicht sein. Wie wäre es dann wenn man den Steuer zahlenden Bürger mit etwas freundlicheren Brief in bedenken würde, immerhin bemühen sich die meisten von uns ihren Pflichten nachzukommen, arbeiten zu gehen, erziehen Kinder, bewegen sich im Rahmen gewisser Regeln, kurzum eben alles zu tun um möglichst wenig anzuecken. Das war doch mal was. Auf jeden Fall darf man nicht zögern, wenigstens dem Sachbearbeiter sagen, dass man sich mit einer Art der Kommunikation einfach unwohl fühlt. Manchmal geschieht ein kleines Wunder und wenn nicht da bleibt immer noch der Weg zur Teamführung. Nur Mut,  sind auch nur Menschen, die dahinter ihren Schreibtischen sitzen. Vielleicht hat unser gegenüber ja gerade Kopfschmerzen, wenn erst einmal weißes ja nicht, und vielleicht ist er oder sie für einen kurzen Hinweis dankbar.

(Bild: Skulptur Amtsschimmel von B. Spreng am Heilbronner Rathaus)

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