Abendmahl, Labani & Essner / Nexenerbrot


Bald ist Ostern, in den christlichen Gemeinschaften wird dann das Abendmahl gefeiert, warum die Christen dies feiern dürfte klar sein, das letzte Mahl des Nazareners wird um 33 unserer Zeit datiert. Nun interessiert mich, was gab es da eigentlich zu essen? Um diese Zeit feiern die Juden das Sederfest, an dem unter anderem die Geschichte (Haggada) des Auszuges aus Ägypten gelesen wird. An diesem besonderen Fest kommen nur besondere Speisen auf den Tisch, auch das Opferlamm oder ein Hammel wurden zum Seder gegessen. Eine Quelle ist die Bibel, da ist vom Brot und Wein die Rede. Das Brot ist ungesäuert, also ohne Sauerteig zubereitet. Es wird eine Art Fladenbrot sein. Eine weitere Quelle ist die Mischna, das ist eine Sammlung rabbinischer Auslegungen der Tora um 200 – 220 der christl. Zeitrechnung entstanden, die das mündliche überlieferte Wissen schriftlich festhielt. Sie gewährt einen detaillierten Einblick in die damaligen Vorratskammern.  

Auf dem täglichen Speiseplan standen vielerlei Sorten Obst z. B. Datteln, Granatäpfel,
Melonen, Trauben, Äpfel, Oliven und Feigen – ganz klassisch nicht wahr. Dann natürlich unterschiedliches Gemüse wie z. B. Fenchel, Spargel, Radieschen, Gurken außerdem Brot aus verschiedenen Getreidesorten wie Weizen und Gerste, Hülsenfrüchte, also Linsen, Kichererbsen, Nüsse und Mandeln -  das klingt doch sehr gut. Es war recht warm, man mußte haltbar machen, deswegen stellte man auch Käse her, bestimmt waren die Hausfrauen sehr erfinderisch und hatten viele Sorten. Mit und ohne Kräuter, mit Nüssen sicherlich auch, liegt ja nahe. Honig gab es auch, damit lassen sich allerhand süße Sachen zaubern. Und wenn es so warm war haben die Menschen mit Sicherheit auch alles gedörrt um es haltbar zu machen. Von Öl ist auch die Rede, dieses nahm man nicht nur zur Körperpflege. Fleisch brachte die Köchin in Form von Fisch auf den Tisch, den es reichlich gegeben haben soll. An Festtagen aß, wer es sich leisten konnte, Hammel, Lamm, Gänse, Enten und Tauben. Zum Trinken gab es Wasser mit einen Schuss (Apfel)Essig – lecker, versuch das mal wenn es richtig bolleheiß ist. Dann natürlich Wein, Saft aus Früchten, Milch von Ziegen udn Kuh, ein bierartiges Gebräu aus Honig. Saure Milch gab es auch, bestimmt auch süße und saure Sahne, Jogurt, nicht umsonst heißt es "ein Land in dem Milch und Honig fließt". An Gewürzen: Knoblauch, Zwiebeln, Johannisbrot, Kardamom, Koriander, Salz, Anis, Ingwer, Muskat, Kümmel, Safran, Petersilie, Rosmarien, Senf und Zimt usw. Damit kann man eine Menge anfangen, ein Festessen oder das  Abendmahl könnte also aus einer Auswahl solcher Speisen bestanden haben:  

  • frisches und mariniertes Gemüse und Obst, 
  • Gemüse gerillt, gefüllt, süß-sauer
  • Käse in Öl und Kräutern eingelegt, Käseplatte mit ungesäuertem Brot, süßen Quark mit Früchten, Frischkäse mit verschiedenen Gewürzen als Aufstrich
  • Gerstensuppe, Gemüsesuppe, Hammeleintopf
  • Fisch gerillt, gebacken, gefüllt, gebraten mit leckerer gewürzter Sauce,
  • Lammbraten natürlich gebraten, gegrillt,  mit Kruste oder ohne
  • Gefülltes Federvieh
  • Salate mit Nüsse, Pinienkernen und /oder Käse
  • Linsen als Beilage, Kicherebsen und Bohnen
  • Milch mit Honig, oder Früchten, auch Johgurtmilch mit Früchten, 
  • Kuchen und Kleingebäck. Natürlich auch Eier in allen Variationen
  • Zu allem gab es das Brot, das auch in verschiedenen Sorten gebacken geworden ist. Gewürze und Kräuter kannte man ja schon.
Man konnte also aus den Vollen schöpfen, vollwertig war es sowieso und alles frisch. 


Oliven mit Labani gefüllt von Esther - danke Dir

1 Liter Schafsmilch erhitzen und handwarm abkühlen lassen. In einen Steintopf geben, 3 El Sauermilchjogurt dazu geben, umrühren, abdecken und für ungefähr acht Stunden stehen lassen, dabei muss das ganze warm gehalten werden, damit die Milchsäurebakterien ihre Arbeit tun können und es schön gemütlich haben. Nun wird die gestockte Masse mit ½ EL Salz gemischt in ein Tuch gegeben und so aufgehängt, dass die Molke auftropfen kann. Das dauert ungefähr 12 Stunden. Mit diesem Frischkäse kann man Oliven füllen. Dazu etwas gestoßenen Sesam und Minze untermischen. Die Oliven füllen und anschließend in Olivenöl einlegen. Der Käse kann auch auf das Fladenbrot gestrichen und mit Zahtar (Gewürzmischung aus 2 Teilen Sesamsamen und je einen Teil Gewürzsumach und Thymian) bestreut werden.

Ungesäuertes Brot von Joshua - dankeschön

500 g Weizen-Vollkornmehl mit einer Prise Salz, etwas gestoßenen Sesam und Kurkuma mit ungefähr 250 ml  Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Bei der Wasserzugabe aufpassen, es darf nicht zu viel und nicht zu wenig sein. Dann einen flachen Fladen formen, mit der Gabel Löcher pieksen und bei 200 °C ungefähr 10 min backen.

Ein ganz tolles Brot ist auch das Essenerbrot Es wird aus vorgekeimten Getreide gebacken. In Anlehnung ein altes Rezept aus den Qumran-Schriftrollen backen wir es mal so:

300 g Weizenkörner in eine große Schüssel geben und mit Wasser gut einweichen, über Nacht zugedeckt stehen lassen. Das Wasser am nächsten Tag abgießen. Nach 8 Stunden die Körner mit handwarmen Wasser besprengen, überschüssiges Wasser wieder abgießen. Den Vorgang nach weiteren 8 Stunden wiederholen und das solange, bis die Keime so lang wie das Korn sind. Nun die Masse im Mörser mit 25 g Rosinen und 25 g Walnüssen zerstoßen. Den Teig zu flachen Fladen formen und an der Sonne trocknen. 

Durch die schonende Trocknung bleiben alles Vitamine und Mineralien erhalten. Es ist total gesund und vegan. Mit Fleischwolf und  Backofen geht es natürlich schneller. Allerdings wird es da auch eher getrocknet als gebacken. Bei 150 - bis max 160 Grad dauert das bis zu 1,5 Stunden. Die 160 Grad-Grenze ist deshalb einzuhalten, weil drüber die Vitamine so langsam das Zeitliche segnen. Ein höherer Wassergehalt im Gebäck schützt die Vitamine durch die Verdunstung, d. h. auch bei höheren Backtemperaturen sind immer noch Vitas enthalten, wenn alles optimal ist, das nun mal so am Rande.


Wem das alles zu viel Arbeit ist dem sei an dieser Stelle ein Dosenbrot nach Essener Art empfohlen, das in der Dose gebacken wird. Ohne Mehl, mit Granderwasser, nicht nur aus Weizen sondern auch aus Roggen, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkernen und Hanf. Und ehrlich, das ist richtig Klasse. Durch das Backen werden die Körner außen knackig, so das es leise knistert, wenn man rein beißt. Innen ist es ganz weich. Es duftet wunderbar nach dem was drin ist, schmeckt durch die aufeinander abgestimmte Mischung lecker rustikal: die milde Süße vom Weizen, die Würze vom Roggen, nussig durch Leinsamen und Sonnenblumenkern, der Hanf gibt eine grasignussige Schärfe. oberlecker. Es ist ganz sicher eine wahre Mineral- und Ballaststoffbombe, denn wenn Samen durch das Wasser aufquellen, schließlich platzen und das Wachstum des kleinen Keimes beginnt, dann geschieht ein kleines Wunder: Der Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen steigt sprunghaft an. Keime enthalten große Mengen an Calcium, Kalium, Phosphor, Zink, Eisen, Mangan, Folsäure Kupfer, Chrom, Magnesium, Selen…, Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe, Niacin, essentielle Aminosäuren und Enzymen. Sonnenblumenkerne, Sesam und Leinsamen punkten ebenso wie der Hanf mit einem hohen Gehalt an mehrfach gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, der Hanf enthält sogar alle lebenswichtigen Aminosäuren, sein Eiweißgehalt ist höher als der von Soja. Botanisch gesehen gehört der Hanf zu den Nüssen. Da hat man sich wirklich richtig Gedanken um die Zusammensetzung gemacht, in Anbetracht der Art und Weise der Zubereitung und Zutaten ist es vollwertig und vegan. Das Nexenerbrot ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Unbedingt probieren. (Quelle: Festliche Menüs aus 2000 Jahren - Ruth Keenan; Keime und Sprossen; R.-M. Nöcker; Mobiwell.com)

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