Schwarzwurzel - Winterspargel

Der Spätherbst erinnert mich an ein Gemüse, dass man hier in Supermärkten fast vergeblich sucht: die Schwarzwurzel. Schade, denn mit ihrem feinen Geschmack passt die fast überall dazu und ist eine wunderbare Abwechslung. Und die Wurzel hat es in sich: 
  • Vitaminen A, B1- B3, C und E 
  • Kalium, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen, 
  • Glykoside, Asparagin 
  • Allantoin (Zellerneuerung - desinfiziert und bringt Wunden zum schnelleren Abheilen.)
  • Im Milchsaft: Bitterstoffe und Inulin. 
Auch die Germanen kannten und aßen die wahrscheinlich aus Spanien stammende Wurzel, die früher als Heilmittel gegen Schlangenbisse und Pest galt. Es dauerte aber noch bis zum 18. Jahrhundert, bis die Schwarzwurzel, die nicht holzig wurde, die Haferwurzel in unseren Gärten ablöste.  Die Schwarzwurzel ist ausdauernd und winterhart. Natürlich ist die Zubereitung etwas mühsam; Oma machte es so: 
  • Nur ordentliche, möglichst gerade Stangen, unverletzte Stangen kaufen.
  • Unter fließendem Wasser das Gemüse gründlich abbürsten, mit dem Sparschäler schälen und  sofort in Essigwasser legen, dann verfärben sie sich nicht. Und dann nach Rezept verarbeiten.
  • Oma schnitt die Wurzeln niemals klein, damit der Milchsaft nicht ausläuft und der aromatische Geschmack erhalten bleibt.
Die etwas spöttische Bezeichung "Winterspargel" kommt nicht von ungefähr: Man kann Schwarzwurzeln genauso wie Spargel weiter verarbeiten. 




Gebackene Schwarzwurzeln


ca.750 g Wurzeln gründlich waschen, schälen in eine Schüssel mit Essigwasser  (auf 1L 1 Tasse Essig) legen. Möglichst im Ganzen in Salzwasser weich kochen, heraus nehmen und abtrocknen lassen. 
Aus 200g  Dinkelmehl, 2 Eiern, 1 EL Öl und 1/4 l Milch einen zähflüssigen Teig bereiten, durch diesen zieht man die angetupften Schwarzwurzeln und bäckt sie in heißem Fett schwimmend aus. 


Nach dieser Behandlung dürfte es mit den guten Inhaltsstoffen fast vorbei sein, daher hier ein  anderes Rezept:


Schwarzwurzelsuppe


Die Wurzeln wie gehabt vorbereiten. In Gemüsebrühe mit einem Schuß Zitrone oder Essig weich kochen. Dann die Wurzeln durch ein Sieb passieren und mit Muskat und Petersilie abschmecken. 
(Gemüsesuppen im VeganStar geht total easy und das Gemüse wird auch nicht tot gekocht.)

Gekocht als Gemüsebeilage



800g Wurzeln waschen, schälen in langen Stücken lassen und in Salzwasser mit einem Schuß Essig garen.  50 g Butter in einer Pfanne auslassen und etwas Semmelbrösel anbrutzeln. Diese dann über die angerichteten Schwarzwurzeln geben. 





Gedünstet


Die Schwarzwurzel waschen und  in Scheiben oder kleine Stücke scheiden, mit einer kleinen in Würfeln geschnittenen Zwiebel  in etwas Fett dünsten, mit 1/4 L saurer Sahne aufgießen und mit Mehlschwitze binden - wer´s mag. Abschmecken mit Pfeffer oder Paprika. 


Und das Gute kommt zum Schluß:


Salat


Schwarzwurzeln wieder vorbereiten aber im Ganzen 30 min Garen, dann abtropfen lassen und in Scheiben geschnitten in eine Schüssel geben. Marinade aus Wasser und Essig zu gleichen Teilen, etwas Öl dazu, Salz,  Pfeffer und etwas Zucker. 
Wer es bunter mag kann mit feingewürfelten Paprika und Kräutern variieren. Auch Champis, Erbsen oder Schinken passen gut. Den Salat kann man auch noch mit einem gewürfelten gekochtem Ei verfeinern.Mit wenig Marinade in einen nicht süßen Crêpe angerichtet hat man ein feines Abendessen, dass sehr lecker ist und die Figur schont.

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