Mittwoch, Juni 03, 2015

Milchkur - mal richtig (anders) - erschienen im "Lavendelschaf" #50

Das erste Nahrungsmittel, dass der Mensch, kaum dem Mutterleib entglitten, zu sich nimmt, ist
Milch. Es ist das Erste und Beste, es enthält alle Nährstoffe, die das kleine Wesen zum Wachsen und Werden benötigt. Nach der Muttermilch bekommt ein Kind frische Milch. Das ist für die gesunde Entwicklung unbedingt erforderlich. Weit mehr als 200 verschiedene, sehr gut verwertbare Inhaltsstoffe konnten in der Milch nachgewiesen werden. Frische Kuhmilch enthält neben Fetten, Kohlenhydraten, Eiweißen, Spurenelemente, Mineralstoffe (Kalzium, Kalium und Phosphor), Enzyme und Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, Niacin, B6, Folsäure, Pantothensäure, Biotin, B12), außerdem die fettlöslichen Vitamine A, D, E sowie Carotin. Das Milcheiweiß (3,2 -3,5%) enthält alle lebensnotwendigen, essentiellen Aminosäuren. Der Milchzucker (4,8%) trägt zur Darmgesundheit bei, indem er schädliche Bakterien am Wachstum hindert und gleichzeitig das Wachstum der „guten Bakterien“ fördert. Der natürliche Fettgehalt der Milch liegt zwischen 3,5 bis max. 5 %. Das Fett der Milch schmilzt bei 28-32°C und ist deshalb so gut verdaulich. Da Milch ein Naturprodukt ist, unterliegt sie natürlichen Schwankungen. Unter anderem macht sich die Nachbearbeitung der Milch negativ bemerkbar, ihre Wertigkeit für die Ernährung sinkt mit jeder weiteren Behandlung. Sie wird unverträglicher, enthält weniger der o. g. Inhaltsstoffe, besonders die Vitamine gehen durch entrahmen und erhitzen verloren.

Milchsorten:

  • Rohmilch: Diese Milch ist völlig unbehandelt: also gemolken, gefiltert, wobei der Filter die Milch nicht mikrobiologisch beeinflussen darf, und gekühlt. Man kann sie direkt vom Erzeuger als "Milch-ab-Hof" kaufen, der Fettgehalt wurde nicht verändert und liegt bei rund 3,8 bis 4,2 Prozent.
  • Vorzugsmilch: ist ebenfalls Rohmilch, gemolken, gefiltert und gekühlt: aber: Die Kuh (bzw. Erzeugerbetrieb) und die Milch werden amtlich überwacht, erst nach Erteilung der behördlichen Genehmigung darf diese Milch verkauft werden. Die Untersuchungen der Tiere auf Ihren Gesundheitszustand erfolgt monatlich, auch die Milch unterliegt monatlichen Kontrollen. Eine weitere Bestimmung betrifft die Kühlung: die Milch muss binnen 2 Stunden nach der Gewinnung auf nicht mehr als + 4 °C herunter gekühlt werden. Diese Temperatur muss bis zur Abfüllung eingehalten werden. Wie schon gesagt, sind Roh- und Vorzugsmilch nicht hitzebehandelt und daher nur kurze Zeit haltbar, auch ist das Vorhandensein von Krankheitserregern nicht gänzlich auszuschließen, daher gibt es eine Empfehlung: keine Rohmilch für kleine Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen.
  • Vollmilch: Ist einen standardisierte wärmebehandelte Milchsorte mit einem Fettgehalt von exakt 3,5 %. Es gibt noch die
  • Natürliche Vollmilch. Diese Milch hat einen Fettgehalt von 3,5 – 4%. Ganz wichtig ist, dass bei der Herstellung / Weiterverarbeitung Magermilch und Rahm nicht getrennt werden. Auch diese Milch ist wärmebehandelt.
  • Fettarme Milch ist auch eine standardisierte wärmebehandelte Sorte Milch, deren Fettgehalt bei 1,5 – 1,8 % liegt. Die alternative Anreicherung mit Milcheiweiß ist kennzeichnungspflichtig.
  • Entrahmte Milch ist eine weitere wärmebehandelte Standartmilchsorte bei einem genau eingestellten Fettgehalt von 0,3%. Auch hier ist eine Zugabe von Milcheiweiß möglich, die ebenfalls der Kennzeichnungspflicht unterliegt.
Wann immer Du kannst: Gib frischer und unbehandelter Milch unbedingt den Vorzug, sie ist einfach gesünder. Wenn Du wissen willst, was Du da trinkst, so lass einfach die Milch in einer weiten Schüssel bei Zimmertemperatur stehen. Wenn nach einigen Tagen nur noch eine fade, stinkige Brühe in der Schüssel steht, dann solltest Du solche Milch gar nicht mehr kaufen. Sie ist tot durch die vielen „Veredelungsschritte“ der milchverarbeitenden Betriebe. Wenn hingegen sich das Milcheiweiß zusammenklumpt und als weiße Masse in einer gelblichen Flüssigkeit schwimmt, dann freue Dich: Hier bilden sich Quark und Molke.

Wie es geht:  

  • Verwende für Deine Kur nur Milch von gesunden Tieren, wenn Du die Möglichkeit hast, diese direkt beim Bauern zu holen, dann solltest Du das tun. Du kannst Rohmilch – also unbehandelte Milch – ruhig trinken. Für Schwangere und sehr kleine Kinder gibt es eine Abkochempfehlung. 
  • Wenn Du Milch schlecht verträgst, nimm sie anfangs schluckweise, leicht erwärmt, gemischt mit etwas Fencheltee zu Dir.
  • Saure Milch ist leichter verdaulich, weil sie nicht mehr gerinnen kann. Aber sie ist nicht jeder Manns Sache.
  • Pro Tag sind 2 - 3 Liter Milch als alleinige Nahrung als reine Milchkur ausreichend. 
  • Als Begleitkur genügen 1 -2 Liter süße oder saure Milch. 

Volksheilkundliche Anwendungen: 

Heiße Milch mit Honig ist eines der bekanntesten Hausmittel gegen Husten ohne Auswurf. Ebenso hilft das berühmte Glas warme Milch den Tag abzuschließen und sich zu entspannen. 



(Quellen: Milch – aber natürlich, J. Pies, VAK Verlag, Alles selbst gemacht, H. Thaler, Verlag für die Frau Leipzig, Heilpflanzenpraxis heute, Bäumler)


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