Donnerstag, Oktober 23, 2014

Der erste Schnee & Marmeladenrezepte


Hektik, früh schon, wenn der Wecker einen unsanft aus dem schönsten Schlummer reist. Ungnädiges Klingeln, ganz egal, welches Lied er spielt. Es nervt gewaltig. Den ganzen Tag geht das so, hier piept es, da hupt es, klingelt das Telefon, schrillt ein Alarm, heulen Sirenen, brodelt der Verkehr. Mittendrin Kinder, an der elterlichen Hand durchs Gewühl gezogen, die großen Augen staunend den ersten Flocken hinterher schauend, stolpern sie vorwärts. Wie gern würden sie die Flocken betrachten, auf der Hand das Schmelzen spüren, die kleine Zunge frech aus dem Mündchen recken und des Winters weiße, weiche Botschaften darauf zergehen lassen. Keine Zeit. Nicht eine Minute, später ja, in der Pause, da ist Zeit, während die Erwachsenen auf Arbeit sind. Keiner, der nicht an diesem Morgen meckert. „Saukälte“ oder „Eklig nass“. Ich ertappe mich dabei, wie ich trotz der vom ersten winterlichen Intermezzo kalten Finger leise lächeln muss. Was ist denn so schlimm daran? Habe ich nicht warme Sachen und auch Handschuhe, die ich ja nur hätte anziehen brauchen? Gegen Mittag fallen die Flocken immer noch, leis und sacht auf die Wiese vor dem Bürofenster. Der rote Fingerhut beugt demütig unter der Schneelast den mit der Fülle des Spätsommers besetzten Blütenstand, gerade so, als wisse er, dass seine Zeit in diesem Jahr fast herum ist. Die Schnecken sind auch verschwunden. Sie, die jeden Morgen in ganzen Batterien über die Terrasse krauchen, nicht gerade langsam, sie sind verschwunden, haben sich versteckt. Vielleicht unter dem großen Blätterhaufen, der nun feuchtglänzend zu Füßen der riesigen Esche liegt, die der Wind letzte Nacht kahl gerupft hat. Ihr macht der frühe Schnee bestimmt nichts aus, sie ist auf Winter eingestellt. Lege ich mein Ohr lauschend an ihren Stamm ist da nur Stille. Sie schläft schon, trotzt dem Wind der bald böig eisig an ihr zerrt. Der Sommer ist dahin, der Herbst ist schon lang da, mit ihm die Ernte. Und sie fiel reichlich aus, überreich sogar. Holunderbeeren gab es in diesem Jahr, so große, pralle, volle Dolden sah ich noch nie. Auch die Eberesche trug die roten Beeren in Überzahl, der Weißdorn steht in voller Pracht und die Kornelkirschen beschenkten uns üppig. Hier ein paar Marmeladenrezepte:

Herbstmarmelade


200 g Weißdornfrüchte, 200 g Holunderbeeren, 200 g Kornelkirschen, 200 g Birnen, Saft und abgeriebene Schale einer Zitrone in 200 ml Apfelsaft weich kochen, passieren und wiegen. Anschließend mit 3:1 Gelierzucker zu Marmelade kochen

Ebereschenaufstrich

½ kg mit Ebereschenfrüchte mit 500 ml Apfelsaft weich kochen. Durch ein Sieb passieren, wiegen. Den Saft einer Limette und 1 Priese Lavendelblüten hinzugeben. Mit 3:1 Gelierzucker zu Marmelade einkochen.

Ebereschengelee

Die sauberen Früchte mit wenig Wasser bedecken und weich kochen. Den Saft abseihen und wiegen. Mit Gelierzucker 2:1 zu Gelee kochen.

Kornelkirschenaufstrich

Kornelkirschen

 1 kg Kornelkirschen mit 200 ml Apfelsaft langsam weich kochen, ggf. Apfelsaft zugeben. Dann durch ein Sieb passieren, das Mark einer 1/2 Vanilleschote hinzufügen, mit Rohrzucker abschmecken. Einmal aufwallen lassen und kochendheiß in Gläser füllen. Der Aufstrich wird ziemlich fest, da nur wenig Flüssigkeit enthalten ist. 

Weingelee

Die sauberen, trockenen Beeren in einem Topf ohne Wasser aufsetzen, langsam bei mäßiger Hitze zum Platzen bringen, bis die Beeren schwimmen. Nun in ein mit einem Seihtuch ausgelegtes Sieb geben und abtropfen lassen. Wiegen und mit 250 g Zucker auf 500 ml Saft zum Gelee einkochen.

Und zum guten Schluss: Holundersuppe

500 g Früchte in etwas Wasser weich kochen, durch ein Sieb passieren. 500 ml Wasser aufgießen. 1 großen Apfel klein schneiden,  1 MSP Nelkenpulver und etwas Zimt zugeben, kochen bis der Apfel zergangen ist. Dann mit Stärkemehl in etwas süße Sahne eingerührt binden. Süßen nach Geschmack. 

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