Sanft hinausatmen statt Kaiserschnitt

Du bist schwanger? Herzlichen Glückwunsch. Ab jetzt heißt es aufgepasst, damit du und Bauchi nicht im Mahlwerk der Vorsorge erdrückt werden. Ich weiß schon, früher, ja früher da waren die Frauen einfach "guter Hoffnung". Man wusste den ungefähren Zeitpunkt, an dem das Kindlein sich auf den Weg machen würde, Hebammen gab und gibt es glücklicherweise auch. Manche mit fundierten, erlebten Wissen, andere, die eben erst anfangen. So wie du, wenn du vielleicht das erste Mal schwanger bist. Nun hat man idealerweise eine Mama, an die man sich vertrauensvoll wenden und sie mit 1000 Fragen löchern kann. Manchmal, ich denke im seltensten Fall, hat man eine liebende Schwiegermama, die auch hilfreich zu Seite stehen könnte. Von einer Sache darfst du dich schon mal verabschieden: von den Horrorgeschichten, wie lange diese oder jene in den Wehen lag und wie schlimm das alles gewesen ist. Das Empfinden hängt wie immer von der persönlichen Einstellung ab, den Lebensumständen, ob das Baby ein Wunschkind ist uvm. Über eines aber machen sich alle Schwangeren angesichts des wachsenden Bauches Gedanken. Wie bring ich es bloß raus? Schaff ich das? Oh OH! Und da ist sie da, die Angst vor der Geburt, falls sie noch nicht da ist, kommt sie ganz bestimmt im Laufe der Zeit heimlich, leise wachsend so wie Bauchi wächst. An dieser Stelle wünsch ich dir, du mögest ein starkes, selbstbewusstes Weib sein, dass sich vom Gequatsche der Anderen nicht verwirren lässt und eine zweite Meinung einholt. Besteht die medizinische Notwendigkeit eines solchen Eingriffs geht es natürlich nicht anders. Aber: Geh von vornherein davon aus, dass du ein Kindchen aus eigener Kraft auf diese Welt begleiten kannst. Dein Körper weiß genau was zu tun ist, arbeite aktiv mit, du bist keinesfalls nur Gast. Vor Schmerzen musst du auch keine Angst haben, finde eine gute Hebamme, diese zeigt dir, wie du mit Wehen umgehen, jede begrüßen und den Schmerz wegatmen kannst. 

Gegen einen Kaiserschnitt sprechen viele Gründe, für mich bleibt es rückblickend das unnatürliche, menschengemachte Ende meiner Schwangerschaft, auch wenn es nicht anders ging. Dabei braucht das Baby den gewaltigen Druck der Wehen, denn diese pressen nicht nur das Kind durch den Geburtskanal, sondern auch das Fruchtwasser aus den Lungen. Kaiserschnittbabys haben öfter Probleme mit der Atmung in den ersten Tagen, der Schreck fuhr mir in alle Glieder, als das Baby urplötzlich blitzeblau an seinen ersten Lebenstag anlief. Selbst der Wehenschmerz, kommend und gehend, ist wichtig für die Mutter: Man verabschiedet sich vom Schwangersein. Mir fehlte das vollständige Durchleben einer Geburt, nach dem Geburtsstillstand, kam es zum Kaiserschnitt, ich fühlte mich als Versager. Meine Mutter hat immer gesagt: "Danach ist alles vergessen, alle Mühsal, alles Pressen. Man ist einfach nur noch glücklich." So war es dann auch, dennoch fehlt nach wie vor etwas. 

Die Gründe für einen Kaiserschnitt können vielfältig sein. Gerne wird mit dem Alter der
London, England Caesearian Chirurgie,
Geburtshelfer bei der Arbeit.
Wikipedia 
werdenden Mama taktiert. Je älter die Frau ist umso größer sei angeblich das Risiko, dass es beim normalen Geburtsvorgang zu Komplikationen kommen kann. Fakt ist aber, dass bei einem Kaiserschnitt für die werdende Mama ein zwei- bis dreimal höheres Risiko besteht. Es 
wird da viel Theater um einen Dammschnitt bzw. Dammriss gemacht. Du kannst während und auch schon vor der Schwangerschaft einiges dafür tun, dass dein Damm elastisch wird. Meine Hebi erzählte mir von den Frauen in Nepal, die sie entbunden hatte. Sie sagte: "Als die Kinder kamen, öffneten sich die Frauen, einfach so. Der Damm trat zurück und nachdem das Kind geboren war schnellte er an Ort und Stelle." Sie meinte, diese Frauen verrichten viele Tätigkeiten im Hocken, die Arme dabei zwischen den Beinen, das würde den Beckenboden und Damm trainieren. Mit den Wehen umzugehen lernst du von der Hebamme. Sie wird dir alles erklären, eine naturheilkundliche Hebamme wird auch genügend Mittelchen kennen, dir das Erleben und Durchleben leichter zu machen. 

Bei einem Kaiserschnitt bist du nur noch Gast: 


Du kannst absolut nichts tun, 
das Baby nicht sanft hinausatmen. 
Du wirst festgeschnallt, 
die Beine weit auseinander, man braucht Platz.
Es ist hell, das Neonlicht blendet dich. 
Du wirst rasiert, desinfiziert, 
du fühlst dich nackt, wie noch nie in deinem Leben. 
Du frierst. Du hast Angst.
Den Zettel mit allen Risiken und Nebenwirkungen hast du unterschrieben
Um dich herum schwirrt das OP -Team, für sie Routine. 
Kanülen werden in deine Venen geschoben,
 Elektroden angeschlossen. 
Die Anästhesie wirkt langsam, 
Dann wird ein OP-Tuch aufgehängt, damit du nichts sehen kannst. 
Nun nimmt der Arzt sein Skalpell 
und führt es oberhalb deines Schambeins über den Bauchi.
Vielleicht wird dir schlecht, vielleicht musst du dich übergeben, 
den Kopf zur Seite gedreht, an die Wange die Nierenschale gepresst.
 Es fühlt sich an als ob ein Reißverschluss geöffnet wird, 
es folgt ein Ziehen, ein leises aber deutlich spürbares Rucken, 
dann gleitet es aus dir heraus 
und dein Bauchi sinkt in sich zusammen. 
Wenn Du da noch nicht völlig weggetreten bist, 
könntest du noch nach der Plazenta fragen, 
wenigstens einen Blick darauf werfen. 
Schon weggeworfen wurde mir gesagt. 
Das, was mein Kind zehn Monate lang am Leben erhielt, 
einfach entsorgt. Danke. 
Du wachst im Aufwachraum auf, 
irgendwann bringt man dir dein Kind, 
du bist womöglich noch viel zu benebelt,
 es allein halten, es anlegen zu können. 
Fremde Hände versorgen es, fürs Erste. 
Nicht deine. 

Ich bin sehr dankbar, dass mir geholfen wurde, als nichts mehr ging. Ich möchte nur, dass man nachdenkt, bevor man sich FREIWILLIG für einen Kaiserschnitt entscheidet. 

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