Pflanzensäfte


Pflanzensäfte erfreuen sich wieder wachsender Beliebtheit, dabei ist die Idee älter als man glauben mag. Zahlreiche Geschichten ranken sich um König Ludwig II. von Bayern, auch eine um Pflanzensäfte, die der Hofapotheker bereitet und die Hofrat Wagenhäuser nach dem Frühstück seiner Durchlaucht nebst Familie gereicht haben soll. 

Für jeden ein Gläschen Brennessel- und Löwenzahnsaft. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten heute eine große Anzahl von Pflanzensäften an, so kann man heute zu jeder Jahreszeit eine Kur durchführen. In Pflanzensäfte enthaltenen sind unter anderen ätherische Öle, Vitamine, Saponine, Bitterstoffe, Flavonoide und Mineralstoffe. Oberste Regel ist die Pflanzen möglichst frisch zu verarbeiten, dafür stehen heute spezielle elektrische Geräte, die extra zur Herstellung von Pflanzensäften konzipiert sind, zur Verfügung.  

Aus Baldrian, Brennnessel, Gänsefingerkraut, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Löwenzahn, Salbei, Schafgarbe, Thymian stellte schon meine Oma hin und wieder Säfte her. Freilich hatte sie dazu nur den Fleischwolf und eine selbstgebaute Presse, beides war mit Sicherheit nicht in der Lage die Zellwände der Pflanzen komplett aufzureißen und alle Inhaltsstoffe daraus zu pressen, aber für den Hausgebrauch gab ihr die Wirkung Recht. 


  • Die Wurzeln des Baldrians werden im September bis weit in den Oktober hinein geerntet. Sie wirken schlaffördernd und beruhigen die Nerven. 
  • Die Brennnessel wiederum kann man schon im zeitigen Frühjahr, ja das ganze Jahr bis November ernten, sie reinigt das Blut, wirkt sanft ausleitend.Verwendet wird die gesamte Pflanze.
  • Den Saft des Gänsefingerkrautes bereitet man im Mai und Juni zu, wenn das Kraut in voller Blüte steht. Der Saft stoppt Durchfall sanft, wirkt krampflösend bei Magen-und Darmkrämpfen. 
  • Huflattichsaft wird aus den großen Blättern im Mai und Juni gewonnen, wenn die Blüten längst verblüht oder sorgsam getrocknet ihres Einsatzes harren. Bei Husten und Bronchitis ist er sehr hilfreich. 
  • Johanniskraut schließlich erntet man im Juni und Juli, wenn das Kraut blüht, es hilft bei Hautausschlägen, hellt die Stimmung auf, auch soll der Saft bei immer wiederkehrenden Beschwerden helfen. 
  • Damit wären wir bei der Kamille, die man im Juli und August sammelt, wenn das Kraut blüht. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Zahnungsbeschwerden, verdünnt zum Gurgeln bei Halsschmerzen kann man ihn einsetzen. 
  • Einer der Kandidaten, welche unbedingt im Frühjahr geerntet werden sollen, ist der Löwenzahn. Man stellt den Presssaft aus jungen Blätter und Wurzeln her. Er wirkt anregend auf Leber und Galle, zusammen mit Brennnessel, Spitzwegerich und Selleriesaft kann man eine Frühjahrskur durchführen. Bei Blasen-und Nierenbeschwerden ist vorher der Arzt zu befragen. 
  • Den Saft der Schafgarbe gewinnt man ebenfalls im Juli und August, es wird die ganze, blühende Pflanze ausgepresst. Schafgarbe wirkt sich günstig bei Beschwerden der Wechseljahre, bei Drehschwindel, schnellem Puls, bei Appetitlosigkeit sowie Magen-und Darmstörungen aus. Sie regt die Gallentätigkeit und die Verdauung an. Auch Hämorrhoiden beeinflusst die Schafgarbe günstig. 
  • Thymiansaft gewinnt man gleichfalls im Juni und Juli, verwendet wird die ganze Pflanze. Sie hat sich bewährt bei Husten und Bronchialkatarrhen. Thymian wirkt außerdem krampflösend, auch im Magen-und Darmbereich. 
  • Petersilie schwemmt Wasseransammlungen aus Körperhöhlen, hilft bei Blasenleiden.
  • Salbeisaft hilft bei krankhafter Schweißbildung, bei Erschöpfung und Entzündungen in der Nase, auch im Mund bei Zahnfleischbluten. 
  • Sauerkrautsaft hilft vorzüglich der Magen-Darmflora auf die Sprünge, dank Milchsäurebakterien, er fördert die normale Darmbewegung, führt sanft und mild ab. 
  • Der frische Preßsaft aus Weißkohl hilft anscheinend bei Magengeschwüren.


Dosierung: 


  • Am Anfang nimmt man zwei Löffel pro Tag, was man pro Woche um einen weiteren Löffel steigen kann. 
  • Bei Kindern wie immer nur die Hälfte. 
Pflanzensäfte lassen sich gut mit Wasser oder Milch verdünnen. Buttermilch mildert ein wenig den herben Geschmack der Kräuter. 

Eine Saftkur dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen mindestens aber drei. Manchmal reagiert der Körper mit Kopfschmerzen, leichten Durchfällen, Müdigkeit. Dann kann man den Saft ein zwei Tage aussetzen, oder die Dosis etwas nach unten schrauben.

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