Donnerstag, April 11, 2013

Ein bisschen Rauch

In allen Kulturen quer durch die Jahrhunderte sind Räucherungen mit den verschiedensten auch das Bewusstsein erweiternden Pflanzen traditionell überliefert. Einst von der Kirche verteufelt fand das Räucherwerk doch seinen festen Platz im Ritus. Alle Wohlgerüche Arabiens erfüllen zu bestimmten Zeiten die alterwürdigen Gemäuer so manchen Gotteshauses. Und nicht nur Arabien hat seine Pflanzen, auch in unseren Gefilden wachsen Pflänzlein, die sich zum Räuchern eignen. Warum Du nun räuchern möchtest, ist deine Sache. In den alten Zeiten gedachte man so Kontakt zu seinen Gottheiten aufzunehmen, Rat zu erhalten, zu sehen, was sonst verborgen ist. Aber auch Bitten wurden mit dem Rauch transportiert, etwa dass das ersehnte Kindlein bald unterm Herzen wachse, der Liebste behütet würde, die Angebetete seine Liebe erwidert, gute Absichten und Wünsche, für die Mitmensch, sich selbst. Alles was wichtig ist, Ereignisse wir Geburt, Initiation, Heirat, Krankheit, Tot, wurden mit Beräucherungen begleitet. Jetzt mit dem Fortschreiten der Vegetation könntest Du Dir Gedanken machen, ob Du vielleicht einheimische Pflanzen sammeln und trocknen möchtest. Einige findest Du bestimmt im Wald, im Garten, auf der Heide. Mit diesen Pflanzen können erste Erfahrungen gesammelt werden. Ich habe einige Wenige ausgesucht, die alle Schutz, Heil und Reinigung bringen. Gemeinhin stopfen wir vom Europ. Beifuss in die Weihnachtsgans, denn er macht fette Speisen leichter verdaulich. Diese Pflanze begleitet die Menschen seit langer Zeit, er wird traditionell zur Schutzräucherung zur Sommer- und Wintersonnenwende eingesetzt. Dabei ist seine entspannende Wirkung auf die Nerven legendär (frechgrins), er bringt Ruhe und Entscheidungskraft, er hilft uns, uns selbst zu helfen, schützt unser Heim. Genauso schützend ist der Rauch aus Fichtenharz, er wirkt erdend, stärkend, ordnend. Eine weitere Pflanze ist der Holunder, dessen Blüten trocken verräuchert schützend und unterstützend wirken. Eine Sonnenpflanze, ein Lichtbringer in dunklen Stunden sind die Blüten des Johanniskraut, zu diesen gesellt sich das Mädesüß. Seine Blüten fördern Erkenntnis, Ruhe und Gelassenheit, es erdet, bringt Kraft, Entscheidungen zu treffen.

Du brauchst:

Ein Gefäß
Sand
Pflanzenmaterial
Räucherkohle
Kerze und  Feuer zum Anzünden
Eine olle Zange um die Kohle zu halten 

Zum Räuchern selbst werden die Pflanzen zerkleinert, in einem Mörser zu Pulver zerrieben. Fülle das Gefäß mit Sand.Zünde die Kerze an und mit der Kerzenflamme die Räucherkohle. Nun lege die Kohle auf den Sand, warte bis sie gut durchgeglüht ist, wie beim Grillen mit Holzkohle. Es soll eine weiße Ascheschicht zu sehen sein. Nun gib von Deinen Kräutern ein wenig auf die Kohle, nicht zuviel, damit die Glut noch Luft bekommt. Das war es schon, gleich düftelt es. Wenn Du im Haus räucherst, vergiss nicht zu Lüften und ggf. Rauchmelder aus- und anschließend wieder einzuschalten.


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