Freitag, Dezember 21, 2012

Gesundheit, die (fast) nichts kostet

so heißt ein handliches Taschenbuch aus dem Siva Natara Verlag, dass mich in diesen Tagen am Abend unterhält. Geschrieben hat es die Heilpraktikerin Ulla Meyerhof für die Menschen und das merkt man auch. Klare Anweisungen im Stil "was tun bei" verblüffend einfachen Methoden, viel davon sind mir durch unsere Oma geläufig, bei weiten nicht alle. Für alle, die neu in das vielschichtige Thema Naturheilkunde, Aromatherapie, Heilsteine einsteigen macht dieses Buch Appetit auf mehr. Endlich habe ich seit der detaillierten Beschreibung der Chakren auch dieses Thema für mich entdecken können. Ganz gezielt werden Basisinfomationen vermittelt auch über das Heilen mit Farben, über Getränke, Öl, Gewürze, Gemüse und Obst, selbst die Getreidesorten werden erwähnt mit ihren spezifischen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Weiß du, was ein Rejuvenat ist? Ein Getränk aus gekeimtem Getreide, bisher dachte ich, da macht man Essenerbrot draus. Das Buch ist wahrlich gespickt mit bewährten Rezepten. Aus der Homöophatieecke gibt es dann zahlreiche Empfehlungen für die schonende, unterstützende Anwendung bei Babys & (Klein)Kindern. Selbst bei spezifischen schulischen Problemen gibt die Autorin wertvolle Tipps, die man ruhig ausprobieren kann, bevor man mit der Psychokeule draufhaut. Die wichtigsten Heilpflanzen sind aufgelistet mit Beschreibung und Anwendungsempfehlungen. Danach geht es weiter mit den wichtigsten Ölen der Aromatherapie, auch hier wieder Ratschläge aus der Praxis. Einer wird heute gleich mal umgesetzt: Zur Entgiftung des Haarbodens und damit zum besseren Wachstum soll Zedernöl in ein neutrales Shampoo gegeben werden. Und schließlich am Schluss des Handbuches finden sich die Heilsteine ein, um deren Wirkung schon die heilige Hildegard bestens Bescheid gewusst hat. Einige ihrer Rezepturen - im Alltag getestet - finden sich ebenso ein wie z. B. Pfarrer Kneipps Armbäder.

Meine Fazit: Für alle, die gerade in das Thema einsteigen oder wenn man jemand dazu bewegen möchte, doch mal etwas mehr nachzudenken ist das Buch perfekt. Man quält sich nicht durch endlose Auflistungen von Fakten. Das Buch ist für die Praxis gedacht. Mit Fug und Recht ist es als "Handbuch für den Hausgebrauch" benannt, denn genau das ist es.

ISBN: 978-3-930403-49-3
Inhalt: 208 Seiten, broschiert, A5 15x21 cm
Preis: 18,90 Euro

Ein Besuch auf der Webseite von Frau Meyerhof loht sich auch. Lest euch ruhig mal rein.


Eine Leseprobe aus dem Buch: (Quelle)


WENN ES EINEN ERWISCHT HAT


Doch manchmal erwischt einen so eine Erkältung „auf dem linken Fuß“. Sie sind gerade weit weg von Badewanne und Bett und da passiert’s: Die Erkältung mit Husten, Schnupfen und Halsweh ist voll da. Doch auch da gibt es aus dem Schatzkästlein der Natur eine Menge Mittel, die schnell wieder fit machen. Gehen wir doch die Symptome einzeln durch:

FIEBER
ist eigentlich keine Krankheit und sollte, solange es nicht dauernd über 39,5 Grad Celsius bleibt, durchaus zugelassen werden. Es zeigt, dass der Körper die Krankheitserreger regelrecht auskocht. Mit Fieber gehört jeder Kranke ins Bett. Meistens ist man ohnehin müde und hat das Bedürfnis, sich gesund zu schlafen.
Wenn, was bei Kindern leicht vorkommt, die Temperatur über 40 Grad steigt, gebe ich mit gutem Erfolg Aconitum D 200, und wenn Schweiß ausbricht, Belladonna D 200. Diese einfachen Mittel helfen, das Fieber in den meisten Fällen auf ein erträgliches Maß zu drücken. Erwachsene können sich natürlich ebenso mit diesen Mitteln helfen.
Wadenwickel mit Essigwasser (1 EL auf 1 Liter kaltes Wasser) haben schon immer geholfen, Fieber zu senken. Aber Achtung! Nur die Waden kalt wickeln, an die Füße gehören warme Socken oder sogar eventuell eine Wärmflasche, sonst geht die Maßnahme an den Kreislauf.
Fieber kann man auch ausschwitzen, unterstützt mit Tee oder Gerstenwasser. Für den Tee empfiehlt sich:
Anisblüten, Lindenblüten und Holunderblüten zu gleichen Teilen.
1 EL der Mischung mit 1/4 Liter Wasser anbrühen und 15 Minuten ziehen lassen. Heiß trinken!
Oder Gerstenwasser: Dazu werden 50 g Gerste in 2 Liter Wasser gekocht, bis die Hälfte verdampft ist. Dann gibt man nach dem Abkühlen 2 EL Honig und den Saft einer Zitrone dazu (Diabetiker sollten Stevia statt Honig nehmen).

SCHNUPFEN
Anfangs, wenn’s wässerig rinnt und die Nase wund macht, ist Allium Cepa (die homöopathische Zwiebel) in der D 30 ein probates Mittel.
Gesichtsbäder sind ein guter Weg, die gesamte Nase frei zu schnäuzen. Da wird warmes Salzwasser z. B. im Waschbecken vorbereitet und dann das ganze Gesicht in das Wasser getaucht. Im letzten Moment, bevor einem die Luft ausgeht, wird eine ordentliche Portion Wasser durch die Nase hochgezogen und sofort in ein bereitgehaltenes (großes!) Tuch geschnäuzt.
Wer das nicht mag, wird es mit der Nasendusche versuchen. Da wird Salzwasser durch ein Nasenloch eingegossen und läuft zum anderen Nasenloch wieder raus. Die Technik erfordert etwas Übung, ist jedoch sehr effektiv, vor allem bei chronisch „Verschnupften“.
Nasentropfen können Sie sich auch selbst machen:
1 gestrichener TL Emser Salz aus der Apotheke wird kurz mit 1/8 Liter Wasser aufgekocht und abkühlen lassen. Diese Salzlösung kann man dann mit der Pipette in die Nase träufeln. In der Apotheke gibt es aber auch fertige Kochsalzlösung, die denselben Zweck erfüllt. Die niedrig dosierte Kochsalzlösung ist sogar für Säuglinge geeignet. Da gibt man noch Sambuccus niger D 30 als aufgelöste Globuli dazu.
Zum Thema Salzlösung gibt es noch einen Geheimtipp gegen das Schnarchen: Schnarcher sollen vor dem Schlafen in jedes Nasenloch eine Dosis Kochsalzlösung mit einem Dosierspray in die Nasenlöcher sprühen. Es soll die Nachtruhe der betroffenen Partner wesentlich verbessern.
Bei Schnupfen wird auch als erleichternd empfunden, wenn Engelwurzöl auf dem Nasenrücken verrieben wird. Die Nase ist gleich freier.
Bei Hildegard von Bingen wird ein altes Rezept mit Fenchel und Dillkräutern beschrieben:
1 EL Fenchel und 1 EL Dillsamen auf das Backblech streuen und bei 250 Grad im Backofen erhitzen. Wenn die Kräuter anfangen, schwarz zu werden, öffnet man das Rohr und atmet die Dämpfe ein. Das soll ebenfalls die Nase frei machen.

HALSWEH
Gurgeln mit Salzwasser (1 TL auf 1/4 Liter Wasser) oder mit Salbei-Tee, dem der Saft einer Zitrone zugesetzt wurde, lindert meistens. Der Salbei-Tee kann auch noch mit Eichenrinde (20 g Salbei und 20 g Eichenrinde) versetzt werden. Eichenrinde hat stark zusammenziehende Wirkung und nimmt der Entzündung die Schärfe.
Was auch gut hilft, ist Kamillentee mit Butter. Dazu übergießt man 2 TL Kamillenblüten mit 1/4 l kochendem Wasser und lässt das Ganze 10 Minuten lang ziehen, seiht es ab und gibt einen Teelöffel Butter dazu. Lauwarm getrunken, glättet es den rauen Hals.
Leinsamen ist innerlich und äußerlich ein guter Helfer gegen Halsweh. Dazu lässt man 3 EL Leinsamen in einer Tasse mit vollfetter Milch quellen, gibt dann 2 Tassen Wasser dazu und kocht das Ganze kurz auf. Mit der danach abgeseihten Brühe kann man gut gurgeln und den übrigen Leinsamen kann man als Packung um den Hals machen.
Oft hilft auch ein einfacher Prießnitz-Wickel. Dazu wird ein Leinenlappen in kaltes Wasser getaucht, gut ausgedrückt und um den Hals gelegt. Dann kommt ein Wolltuch drüber und der Wickel bleibt dran, bis er sich vollständig erwärmt hat. Kann öfter wiederholt werden.

HEISERKEIT
Hat sich die Halsentzündung bis zum Kehlkopf ausgebreitet, ist es mit der kräftigen Stimme vorerst vorbei. Neben der Einnahme von Larynx Apis Globuli von Wala hilft dann ein Quarkwickel um den Hals am besten, weil der diese Entzündung schnell abklingen lässt.

So wird der Quarkwickel richtig gemacht:
Auf ein feuchtes Tuch wird fingerdick Quark aufgetragen (geht am besten mit einem Messer). Dann wird dieses Tuch über der entzündeten Stelle (Quarkseite auf die Haut) aufgelegt und mit einem bereitgehaltenen Schal oder Handtüchern festgemacht und bedeckt, damit er sich mit der Entzündungswärme aufheizen kann. 2 Stunden drauf lassen und in der Zeit ruhen. Quarkwickel sind universell anwendbar. Überall, wo Hitze von einer Entzündung im Gewebe ist (Bronchitis Brustdrüsenentzündung oder Venenentzündung sind dankbare Gebiete), zieht der Quark die Hitze raus.
Zwei Dinge zur Vorsicht! Quarkwickel bitte nie im Gesicht anwenden, denn das darin enthaltene Labferment würde die empfindlichen Lidränder „verdauen“, was entsetzliche Schmerzen verursacht. Den Quark nach der Anwendung bitte unbedingt wegwerfen –- am besten in die Toilette. Er ist auch für Tiere absolut ungenießbar geworden.

OHRENSCHMERZEN
Bei dem ersten Ohrenreißen hat es sich bewährt, den äußeren Gehörgang mit Knoblauchsaft zu betupfen. Knoblauchsaft gewinnt man folgendermaßen: 4 bis 5 Knoblauchzehen mit der Gabel in einem kleinen Gefäß gut zerdrücken, z. B. einen Eierbecher. Dann Wattestäbchen hineinstellen und wenn sie sich vollgesogen haben, anwenden. Der Schmerz lässt erfahrungsgemäß gleich nach. Zwiebelsäcken hinter dem Ohr sind auch ein gutes „Über-Nacht-Mittel“. Dazu Zwiebeln ganz klein hacken und in ein Leinensäckchen geben (ein zusammengedrehtes Taschentuch tut’s auch) und hinters Ohr legen. Eventuell mit Stirnband befestigen. Auch ein feuchtheißes Heublumensäckchen, hinters Ohr gelegt, nimmt den Schmerz. Oder man gibt ein paar Tropfen körperwarmes Olivenöl oder noch besser Johannisöl ins Ohr.


Angenommen, nach einem Spaziergang im kalten Wind haben Sie starkes Ohrreißen, aber es ist noch keine Mittelohrentzündung – dann helfen auch Ohrkerzen sofort, den Schmerz zu stoppen. Ohrkerzen mit Anleitung gibt’s in der Apotheke.
Was auch hilft, ist eine heiße Kompresse auf dem Hinterkopf, die von einem Ohr zum anderen Ohr reichen sollte.
In meiner Praxis hat sich auch die Einnahme von Otofren-Tabletten sehr gut bewährt.

HUSTEN
Es gibt eine Vielzahl von Einreibungsmitteln, aber haben Sie schon mal die Mischung von Teebaum- und Majoranöl versucht? Man mischt dazu je 5 Tropfen mit Oliven- oder Mandelöl und reibt mit dieser Mischung Brust und Rücken ein. Das soll die Abwehrkräfte gegen Viren und Bakterien steigern.
Ein gutes Mittel gegen den Reizhusten, der nachts manchmal ganze Familien wachhält, hilft ein kleines Stückchen Butter – im Mund zergehen lassen ...

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