Montag, November 05, 2012

Der Herbst steht auf der Leiter



und malt die Blätter an. :-) Einen goldenen Oktober haben wir dieses Jahr wieder gehabt. Flimmernd goldgelb lag ein Schleier Wärme in der Luft, ein letzter Sommergruß, dann kam der Schnee und das Wochenende darauf wieder Temperaturen um die 20 Grad. Wie im Frühling kam man sich vor. Mahnend, warnend, verschenkt die Natur im Farbentanz das letzte bisschen Wärme bevor Großväterchen Frost hier unten im Süden, ein Stück die Berge hinauf alles in seine feste, weiße, kalte Faust presst. Ob er uns Schnee bringt in diesem Jahr? Sicher, hier haben wir reichlich davon, 20 km weiter schaut es schon wieder anders aus, ich wundere mich immer, was die paar Höhenmeter ausmachen. Hier schneit es schon und bei meinem Tantchen Waltraud da ist es noch vollkommen herbstlich bunt. Nach den verschwenderischen Bunt kommt das kahle Grau, jeden Herbst. Aber was passiert da draußen eigentlich? Die Tage werden kürzer, das Licht weniger, die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht setzen diesen Mechanismus in Gang. Der Baum wirft die Blätter ab, weil sie sonst erfrieren würden, durch die große Blattoberfläche würde Wasser verdunsten, das wegen des gefrorenen Bodens nicht ersetzt werden könnte, der Baum würde verdursten. Eine Buche bringt es an warmen Tagen um die 400 Liter Verdunstungsfeuchtigkeit (Quelle Gardena.com) - das ist richtig viel, das erklärt auch, warum es im Sommer im Wald so angenehm kühl ist. Was im Sommer ein Segen ist, wird im Winter bei Schneefall zum Verhängnis, der auf den Blättern liegen bleibende Schnee könnte Äste abbrechen, an den Bruchstellen hätten Pilze ein leichtes Spiel. Aber es passiert noch etwas ganz Geheimnisvolles. Die ganze Arbeit die der Baum mit dem Ausbilden des Blattwerkes diente dem Zweck der Atmung. Es kostet Energie, die Blätter wachsen zu lassen, wir wissen es ja: freigiebig zeigt sich die Natur aber es wird nichts verschwendet. Die in den Blättern steckenden Nährstoffe können wieder verwendet werden, Rückbau sozusagen, zurück in den Ursprung der Blätter - dem Baum, seinen Wurzeln selbst, als Startkraftpaket für den nächsten Frühling. Das Blattgrün, dessen Hauptbestandteil Stickstoff (dazu noch Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und Magnesium) ist, wird nun in den Baum zurückgezogen, dadurch kommen die anderen Farben des Blattes zum Vorschein. Anschließend verschließt der Baum den Übergang zwischen ihm und dem Blatt, es wird nicht mehr versorgt, es fällt zu Boden und kann dem Baum über den Winter noch als Isolierschicht schützen, später verrottet es und wird somit wieder in den Kreislauf zurück gegeben. Manche Bäume aber zeigen nicht nur Orange- und Gelbtöne sondern auch Rot. Wenn nun das Chlorophyll - also der grüne Farbstoff - frostsicher eingelagert wird, dann belieben die anderen Farben über: Carotinoide kleiden Buchen und Birken wunderschön gelb, Gerbstoffe in Kastanien und Eichen färben das Laub braun. Und dann, ja dann gibt es noch Bäume mit empfindlicheren Blättern wie die vom Ahorn, diese Blätter haben noch den Stoff Anthocyan eingelagert. Dieser fungiert als Sonnenschutz und zeigt sich eben in der roten Farbe. Mein Dank für die schönen Fotos geht diesmal an M.T. Danke Dir.



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