Donnerstag, April 19, 2012

Stillen macht dumm?

Ich habe doch tatsächlich gelesen, das Stillen doof machen soll, jaja das sei sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Man vergäße die einfachsten Zusammenhänge, wüsste nicht mehr was man tun und  sagen wollte. Ja man sei nicht mehr multitaskingfähig - hey das sind Männer doch nach der Wissenschaft auch nicht, trotzdem käme bestimmt niemand auf die Idee zu sagen, dass Männer doof sind, wenn sie eben nicht mehrere Sachen auf einmal könnten. Ich habe bei nicht einer meiner stillenden Freundinnen fortschreitende Senilität festgestellt, nur eine sanfte Zartheit und liebevolle Mütterlichkeit, die ihnen sehr schön stand. Und auch von dieser gackerhaften Pipi-Kaka-Sprache waren sie alle meilenweit entfernt. Nur die Wiederholungen, klar die gab es. Und ist das etwa schlimm? Der Mensch lernt durch Wiederholung. Ganz schlaue Leute haben da sogar Berieselungsprogramme entwickelt, nur wenn Mama das macht, tja dann ... Zum Glück gibt ein Buch, das ist so klasse. Es heißt "Still die Badewanne voll". Eine Leseprobe findet man hier als PDF. Daumen hoch, absoluter Geschenktip für die werdende Mami. Das Buch macht Mut, wenn man verunsichert ist, klärt auf, leitet an und das auf eine lockere humorvolle Art und Weise, beinah schon frech :-). Aber das ist gut so, bloß nicht einschüchtern lassen von komischer Werbung und der lieben Verwandtschaft, und denen die sonst noch was zu sagen haben. Überhaupt muss man hier auch mal auf den gesammten Verlag aufmerksam machen: editionriedenburg. Wer grad schwanger ist, es werden will, sich Gedanken zum Gebären macht, rund um Kind und Kegel sich informieren will, der ist da bestens aufgehoben. 

"Mach dich frei von gekauftem Muttermilch-Ersatz und produziere eigene Premium-Milch! Du möchtest wissen, was du mit deinen Brüsten so alles anstellen kannst? Wenn erst mal Milch drin ist, gibt‘s kein Halten mehr, denn du hast die besten Durchlauferhitzer der Welt eingebaut und dein Baby wird den Mund nicht voll genug kriegen können. Leg los und fang einfach an zu stillen! Bequem und kostenlos kannst du dein Kind mit diesen unsagbar sanften, rosaroten Milchtüten ernähren und ihm gleichzeitig sehr, sehr nahe sein - überall und zu jeder Zeit. Du denkst vielleicht, deine Brüste würden zu WENIG Milch machen? Dann lies nach und überzeuge dich von der Leistungsfähigkeit der dir angewachsenen Milchspender. Bereits in der Schwangerschaft kannst du mit etwas Handarbeit das weißliche Gold gewinnen und schon mal Probieren, wozu deine Brüste im Stande sind. Und dann, wenn die Milch einschießt - halte den Moment im Foto fest, denn ohne Operation wirst du an solch magische Megatitten nicht mehr herankommen. Kein BH der Welt kann Stillbrüste ersetzen - noch viel besser aber ist das Gefühl, endlos leergesaugt zu werden, und zwar vom besten Säugekönig der Welt: dem ureigenen Säugling. Ja, Mutter Natur hat dir ein paar Gustotropfen mit auf den Kinderaufpäppelweg gegeben. Gratis und ohne komplizierte Rezepte: Auspacken, Andocken, fertig. Leichter geht es wirklich nicht! Jedoch ist einfaches Stillen nicht jederfraus Anfang. Auf dem Weg zur Langstreckenstillerin gibt es für dich eventuell einige Hürden zu meistern. Anfangs bist du ... genau, eine Anfängerin. Und obwohl du mit Busen zur Welt gekommen bist und die Busen-Bedienung im Säugefall eigentlich intuitiv ablaufen sollte, kann es zwicken, zwacken und sogar vampirhafte Züge annehmen: Dann nämlich, wenn du die Nacht zum Tag machst, dich rund um die Uhr bereitwillig aussaugen lässt und das Baby wegen deiner blutigen Brustwarzen selber roten Sabber spuckt. Manchmal kann das Stillen ganz schön weh tun und einem die Lust am Stillen (fast) völlig verleiden, denn mit wunden Brustwarzen, Milchstau und so weiter ist nicht zu Spaßen. Auch hierzu findest du, aufgrund der eigenen Schmerzerfahrungen der Autorin, zahlreiche hilfreiche Tipps im Buch. Stillen ist eben nichts für schwache Nerven. Aber vor allem die Nerven der Umgebung werden gefordert sein, wenn du deine Titten überall auspackst und dich der Muttermilchersatzindustrie konsequent verschließt. Als Stillerin ist an dir eine gute Kundin minderwertiger Produkte verloren gegangen! Und weil vor allem die anderen dank werblicher Dauerberieselung zu wissen glauben, wie wichtig Fläschchen, Gläschen und Breikocherei sind, hast du spätestens im zweiten Lebenshalbjahr deines Kindes Erklärungsbedarf, warum du noch immer nach Lust und Laune frei säugst und mit Brüsten, Nippeln und Co arbeitest. Verkaufe Kritikern deine Entscheidung fürs Stillen eigenmächtig und teste die hormonell bis ins Feinste ausgeklügelte Sogwirkung deines vorzüglichen Bio-Milch-Ladens. Los geht's, still die Badewanne voll! Oder auch 2, oder 3, oder ... denn vielleicht bleibst auch du mehrere Jahre dabei und wirst zur Langstreckenstillerin." (Quelle Kurzbeschreibung auf Amazon)" 

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