Freitag, Dezember 16, 2011

Der Sturm heult um das Haus




und bringt uns bestimmt den Schnee. Auch wenn der "moderne" Mensch einschließlich meiner Wenigkeit das manchmal als Belastung empfindet, so hat die weiße große Decke doch Ihren Sinn. Im Winter schützt sie die Pflanzen vor dem Frost und wenn der Schnee im Frühjahr schmilzt, dann die in ihm enthaltenen Spurenelemente freigibt, so haben die Pflanzen beste Startbedingungen. Noch ist es nicht so weit, vor uns liegt die geheimnisvollste Zeit des Jahres: die Rauh- oder Losnächte. Beginn ist der 21.12. an dem das Fest der Wintersonnenwende gefeiert wird, welches eines der heiligsten Feste unserer Vorfahren war. Diese Nacht ist die längste Nacht des Jahres, danach werden die Tage  länger, die Sonne gewinnt wieder an Kraft. Vielleicht könnte man zur Erinnerung daran ein rundes Brot backen - und dann auch ein Krümelchen davon aufheben bis zum nächsten Yulnacht. In der  dieser "heiligen (ge)Weih(ten)Nacht, der Mutternacht, steigt den alten Legenden nach Göttin (Erdenmutter, Odins Gemahlin Frick, auch Hel (von schützen), Frigg oder Berchta) tief in die Erde und gebirt in der allerstillsten Stunde das wiedergeborene Sonnenkind: die Umkehr beginnt, in der Erde sammeln sich Energien für das neue Leben, versteckt vor unseren Blicken, doch spürbar, dann im Frühjahr durchbrechend und das war unseren Ahnen mehr bewußt als uns heute.
Reinhören: Das Fest der Wintersonne - Hagalaz Runedance



Heute sitzen wir in unseren warmen Häusern, der Winter hat viel von seiner Bedrohlichkeit verloren,  wir genießen diese Zeit. Für unsere Altforderen bedeuteten harte, lange Winter Entbehrungen, Krankheit, Hunger und womöglich auch den Tod. Gut vorsorgen, im Frühjahr beginnend fest im ewigen Kreislauf eingebunden, war lebenswichtig, man mußte im Gleichklang mit der Natur leben. Wiederkehrende Rieten und Feste -besonders das Yulfest mit den sich anschließenden Rauh- bzw. Losnächten gaben Sicherheit und Hoffnung. Nach den alten Überlieferungen z.B. treiben Dämonen ihr Unwesen, die Verstorbenen besuchen die Lebenden, der Blick in die Zukunft ist klarer, braust Odin mit Frigg und Totenheer durch die Luft, über Wiesen, Wälder und Felder, bringt neue Kraft und Saft. Um dem Wirken von bösen und mächtigen Kräften entgegen zuwirken räucherte man, sprengte geweihtes Wasser. Man ging um Mitternacht an eine Wegkreuzung, lauschend (losend) auf ein Geräusch oder Zeichen, aus denen man das Wetter oder Ereignisse vorherzusagen versuchte. Natürlich mußte man für jeden Jahresmonat einmal ausschwärmen (daher 12 Nächte), dann ja schweigend, rückwärts gehend den Ort verlassen, damit man nicht mitgenommen wird, von jenden, die umgehen. Um die Besucher gnädig zu stimmen und ihre Gaben - Fruchtbarkeit und Segen für das neue Jahr - zu empfangen bringt man Opfer dar: Gebäck, Kuchen, Brot, Hülsenfrüchte, Mohn usw. Heute wie in grauer Vorzeit beschenkte man sich zu dieser Zeit, es wurde gelacht, getanzt, geschmaust, als Symbol der Fruchtbarkeit, des Lebens und der Gesundheit ein Baum ins Haus geholt und geschmückt. Es wurden Yulfeuer angezündet, womöglich die Herdfeuer erneuert, das Gelübte abgelegt für eine gute Tat, die man im folgenden Jahr zu leisten hatte.


Da das Weihnachtsfest immer so schnell vorbei ist und die Aufregung davor imens, beginnen unsere Feierlichkeiten am  21.12 und enden am 06.01 enden. Nichts aufregendes, jeden Tag ein kleines Ritual, dass sich von den der anderen Tag unterscheidet, oder das es zusätzlich gibt. In diesem Sinne:


Ein frohes Yulfest und C.B.: wenn das Wetter passt :-) ich freu mich schon. 

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